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Vortrag - Toleranz im Christentum. Humanismus und Reformation

Title: Vortrag - Toleranz im Christentum. Humanismus und Reformation

Presentation (Elaboration) , 2011 , 11 Pages , Grade: 5.5/6

Autor:in: Beat Andreas Schweizer (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Ein Überblick über die Toleranzdebatte bei verschiedenen wichtigen Repräsentanten des Humanismus und der Reformation aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Humanismus

3. Reformation

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die unterschiedlichen Begründungen von Toleranz im Kontext von Humanismus und Reformation zu Beginn der Neuzeit. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich das Verständnis von religiöser Toleranz und staatlicher Ordnung in einer Ära tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und konfessioneller Konflikte herausbildete und legitimierte.

  • Das neue Individualitätsverständnis im Humanismus und der Reformation
  • Die Rolle der Religion als Instrument der Staatsräson bei Machiavelli
  • Die humanistische Toleranzbegründung am Beispiel von Erasmus von Rotterdam
  • Die reformatorische Perspektive und die Zwei-Reichen-Lehre Luthers
  • Die Ansätze der Spiritualisten und Sebastian Castellios zur Gewissensfreiheit
  • Die Bedeutung des Augsburger Religionsfriedens als politischer Kompromiss

Auszug aus dem Buch

Desiderius Erasmus von Rotterdam

Desiderius Erasmus von Rotterdam, der angesehenste Gelehrte zu Beginn des 16.Jh., vertritt die für den christlichen Humanismus charakteristischste Begründung von Toleranz. Folgende sind die wichtigsten Elemente:

Alle Christen teilen eine zentrale Glaubenslehre, während sie sich so oft über unwichtiges streiten. Man muss zurück zu den Quellen des Evangeliums und zur ursprünglichen Lehre Christi (z.B. Feindesliebe).

Das Unwichtige sieht er freilich als weiten Begriff an, so gehören z.B. auch die Trinitätslehre oder andere scholastische Debatten dazu. Anstatt solcher hochphilosophischen Spekulationen, die nur zu Streit und Spaltung führen solle man sich auf das Wesentliche besinnen. „Du wirst nicht verdammt werden, wenn du nicht weisst, ob der vom Vater und Sohn ausgehende Geist einen oder zwei Ursprünge hat, aber du wirst der Verdammnis nicht entrinnen, wenn du nicht die Früchte des Geistes bringst, welche sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmütigkeit, Sanftmut, Glaube, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit und Keuschheit.“

Verengung der Ketzerdefinition: „Einst galt als Ketzer, wer von den Evangelien, den Glaubensartikeln, oder ihnen an Autorität Gleichwertigem abwich. Heute wird, wer irgendwie von Thomas von Aquino abweicht, Ketzer genannt; ja, wenn er von einem erdichteten Argument abweicht, das gestern irgendein Sophist in den Schulen ersann.“ Im Lichte dieser Rückführung auf eine im Wesentlichen ethische Lehre Christi erschien Luther nicht mehr als Häretiker. Erasmus sympathisierte in der Tat anfänglich mit Luther, kritisierte auch den Ablasshandel und päpstlichen Machtmissbrauch, wollte aber niemals mit Luthers Auffassung identifiziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Beginn der Neuzeit und die Ablösung der mittelalterlichen Ordnung durch ein neues Subjektivitätsverständnis und ökonomische Umbrüche.

2. Humanismus: Analysiert, wie Humanisten wie Ficino, Pico della Mirandola, Erasmus von Rotterdam und Machiavelli Toleranz und das Verhältnis von Staat und Religion neu interpretierten.

3. Reformation: Beleuchtet die reformatorische Sicht auf das Gewissen und die staatliche Ordnung, insbesondere durch Luther sowie die gegensätzlichen Ansätze von Spiritualisten und Sebastian Castellio.

4. Schluss: Fasst die politischen Kompromisslösungen wie den Augsburger Religionsfrieden zusammen und ordnet die Bedeutung der konfessionellen Regelungen für die europäische Geschichte ein.

Schlüsselwörter

Toleranz, Humanismus, Reformation, Neuzeit, Gewissensfreiheit, Staatsräson, Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, Sebastian Castellio, Augsburger Religionsfriede, Zwei-Reichen-Lehre, Konfession, Religion, Ethik, Ketzer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historischen Bedingungen und philosophisch-theologischen Argumentationen, die zur Entstehung des Toleranzgedankens im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts führten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel des Menschenbildes, dem Verhältnis von religiöser Überzeugung zu staatlicher Macht sowie der Entwicklung des Toleranzbegriffs innerhalb christlicher Strömungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie humanistische und reformatorische Konzepte auf die wachsenden konfessionellen Konflikte reagierten und welche Begründungen sie für ein friedliches Zusammenleben anboten.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?

Die Arbeit verknüpft historische Analysen mit einer ideengeschichtlichen Untersuchung, basierend auf den Toleranzkonzeptionen zentraler Denker wie Erasmus, Luther, Machiavelli und Castellio.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung?

Der Hauptteil differenziert zwischen der humanistischen Suche nach einer universalen Religion, der politischen Autonomie bei Machiavelli und der reformatorischen Gewissensfreiheit unter Einbeziehung der Zwei-Reichen-Lehre.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Toleranz, Gewissensfreiheit, Staatsräson, Reformation, Humanismus und konfessionelle Vielfalt geprägt.

Welche Rolle spielt die „Zwei-Reichen-Lehre“ Luthers für die Toleranzfrage?

Die Lehre versucht, weltliches und geistliches Regiment zu trennen, wobei der Staat für den äußeren Frieden sorgen soll; in der Praxis führte sie jedoch oft zur Unterordnung der geistlichen unter die weltliche Macht.

Wie unterscheidet sich die Toleranzbegründung von Sebastian Castellio von der des Erasmus?

Während Erasmus primär zwischen wesentlichen und unwesentlichen Glaubensinhalten unterscheidet, argumentiert Castellio stärker mit einer allgemeinen menschlichen Moral und dem Recht auf eine vernunftbasierte Begründung von Handlungen.

Warum wird Machiavelli im Kontext des Toleranzbegriffs behandelt?

Machiavelli wird angeführt, da er die Politik von religiösen Vorgaben emanzipiert und Toleranz als rein pragmatisches Instrument zur Stabilisierung des Staates betrachtet.

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Details

Title
Vortrag - Toleranz im Christentum. Humanismus und Reformation
College
University of Fribourg
Grade
5.5/6
Author
Beat Andreas Schweizer (Author)
Publication Year
2011
Pages
11
Catalog Number
V229877
ISBN (eBook)
9783656456537
Language
German
Tags
Religionswissenschaft Toleranz Christentum Humanismus Reformation Erasmus von Rotterdam Luther Religionskriege Neuzeit Geschichte Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beat Andreas Schweizer (Author), 2011, Vortrag - Toleranz im Christentum. Humanismus und Reformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229877
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