Einführung des Passivs im Simple Past angelehnt an Ziegésar

Erwerbsorientierte Methode zum Erlernen neuer grammatikalischer Strukturen


Unterrichtsentwurf, 2009

28 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Die Lerngruppe
1.2 Die Lernumgebung

2. Sachanalyse: The Passive- Simple Past
2.1 Anwendung und Gebrauch
2.2 Grammatische Struktur

3. Unterrichtsverlauf – Umsetzung und Alternativen
3.1 Legitimation des Stundenthemas
3.2 Einbettung in den Unterrichtsverlauf
3.3 Schwierigkeitsanalyse und didaktische Reduktion
3.4 Umsetzung und Alternativen

4. Kompetenzerwerb und Lernziele

5. Unterrichtsskizze

6. Anlagen

7. Stoffverteilungsplan für den Prüfungszeitraum

Quellenangaben der verwendeten Bilder

1. Bedingungsanalyse

1.1 Die Lerngruppe

Die Klasse 8, besteht aus 27 Schülerinnen und Schülern und ist eine sehr lebendige, lebhafte und meist fröhliche Klasse. Daher gehe ich sehr gerne in unseren Unterricht.

Die Lernenden sind offen für Neues und arbeiten sehr gerne in ruhigen, produktiven und schriftlichen Phasen. Häufig stehen sie sich in kommunikativen und offenen Unterrichtsformen, wie z.B. Spielen selbst im Weg, indem sie sich gegenseitig beschuldigen oder oft an allem eine Unfairness entdecken. Für diese Klasse ist es daher sehr wichtig, dass Methoden wie zum Beispiel “tandem activities“ oder auch kleine Spiele in Form von Ritualen immer wiederkehrend im Unterricht verankert sind, damit sich die Formen einschleifen und die Jugendlichen eine Orientierung haben. Dies trifft besonders für Schüler X zu, der an ADS leidet und sehr unorganisiert ist. Häufig muss er ermahnt werden, was sich aber im Laufe des Schuljahres deutlich verbessert hat. Auch Schüler Y hat die Tendenz zum unruhig sein und muss daher häufig in das Unterrichtsgeschehen zurückgeholt werden, damit er nicht in seinen Leistungen abfällt.

Um klare Strukturen zu setzten habe ich ein System vom Klassenlehrer übernommen, dass bei zu extremer Lautstärke, die in dieser Klasse oft anzutreffen ist, angewandt wird. In diesem Falle wird einfach von 3 bis 1 runter gezählt, als Signal dafür, dass es ruhig werden soll. Eine Glocke symbolisiert einen Phasenwechsel und erleichtert den Übergang von Gruppenarbeit zu Besprechungen.

Das allgemeine Leistungsbild der Klasse liegt im mittleren Bereich. Die Jugendlichen sind im schriftlichen Bereich stark. Einzelne Schülerinnen und Schüler weisen gute bis sehr gute “oral skills“ auf. Andere hingegen haben große Probleme aber auch Hemmnisse, sich in der englischen Sprache auszudrücken. Dies hat sich durch die presentations, die während des Schuljahres gehalten wurden, aber auch durch die kleinen Spiele, wie Tabu verbessert. Dadurch haben die Jugendlichen mehr Selbstbewusstsein erreicht. Aus diesem Grund lege ich sehr großen Wert darauf, dass neue grammatische Strukturen verstanden werden, damit die Jugendlichen nicht das Gefühl haben müssen, sich durch fehlendes Wissen nicht verbal ausdrücken zu können und deshalb eine Demotivation und Sprachhemmnis entsteht.

Auch das regelmäßig wiederkehrende Vocab Camp, bei dem die Jugendlichen in einem Wettbewerb gegeneinander im Vokabelabfragen antreten, fördert das Engagement der Lernenden, motiviert zudem zum Sprachenlernen und gibt die notwendige Basis für einen kommunikativen Unterricht. Die Jugendlichen arbeiten sehr gerne in Partnerarbeit, was sich nicht nur im kommunikativen Bereich, sondern auch in der schriftlichen Arbeit bewährt hat. Die Partnerarbeit hingegen funktioniert weitgehend gut, schriftliche Arbeiten machen die Jugendlichen gerne und effektiv.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lernatmosphäre in dieser Klasse überwiegend gut ist. Die Jugendlichen fühlen sich respektiert und akzeptiert, was sich in ihrem Umgang mit meiner Person dadurch zeigt, dass sie ein großes Vertrauen zu mir haben.

Ergänzend sollte erwähnt werden, dass es bedingt durch eine große Bausstelle unmittelbar auf dem Schulweg vieler Jugendlichen, trotz Anstrengungen des Pünktlichseins, mit Verspätungen durch die öffentlichen Verkehrsmittel kommen kann. Zudem ergab sich durch die Lehrprobenprüfung eine Stundenplanänderung, da die Jugendlichen normalerweise zum einen Englisch in der dritten Stunde hätten und zum anderen erst zur zweiten Stunde anwesend sein müssten.

1.2 Die Lernumgebung

Das Klassenzimmer der Klasse 8e der Realschule im Aurain wurde im laufe der letzen Wochen und Monate durch selbst hergestellte Präsentationsplakaten zu “My favourite star“, zur Landeskunde USA, aber auch über den Film “Madagasca – Escape 2 Africa“, den sie gemeinsam mit mir im englischen Kino in Stuttgart angesehen haben, verschönert. Die Jugendlichen fühlen sich in diesem Zimmer wohl, da es dadurch freundlich wirkt da von jedem Schüler etwas Persönliches an der Wand hängt auch eine persönliche Note verliehen wurde. Das Zimmer ist hell und freundlich.

Die Jugendlichen sitzen in einer Reihensitzordnung, die bei Bedarf, wie zum Beispiel Gruppen- oder Stationenarbeit zu Gruppentischen zusammengerückt werden können. Für diese Stunde bietet es sich an, die Reihensitzordnung beizubehalten, da die Schülerinnen und Schüler maximal in Zweiergruppen zusammen arbeiten werden. Die Tafel hat zwei aufklappbare Flügel, was ein Verdecken von Unterrichtselementen, ermöglicht und zudem noch genügend Platz für eine Fixierung des Unterrichtsstoffes nicht ausschließt. Da die Sonne vor allem morgens in das Zimmer scheint, ist es an manchen Tagen nötig, die Fenster bei der Benutzung des Projektors abzudunkeln.

2. Sachanalyse: The Passive- Simple Past

2.1 Anwendung und Gebrauch

Das Passive wird im Englischen, genau wie im Deutschen verwendet, um auszudrücken, dass mit einem Gegenstand oder einer Person etwas passiert. Es wird häufig dazu verwendet wenn man betonen möchte, dass der Täter oder der Auslöser unbekannt oder gar unwichtig ist. Wenn es jedoch relevant ist zu nennen, wer der Verursacher ist, wird dem Passivsatz ein “by – agent“ angehängt.

In englischsprachigen Ländern wird das Passive in seinen verschiedenen Tempusformen fast ausschließlich im Schriftgebrauch verwendet, wie zum Beispiel in Schlagzeilen und Überschriften von Zeitungen. Nur in Situationen von Berichterstattungen oder wenn betont werden soll, dass es um den Gegenstand oder die Sache geht, wird das Passiv auch Sprachgebrauch verwendet. Die im Deutschen gebräuchliche Bezeichnung des Passivs als „Leideform“ ist daher eher verwirrend, da es sich nicht durchaus um etwas Positives handeln kann.

2.2 Grammatische Struktur

Die üblichen Grammatikwerke wie „English Grammar in Use“ (Murphy) teilen zuerst das Passiv in verschiedene Tempusformen auf und stellen diese dem Aktiv gegenüber. Das Passiv wird gebildet, indem man das past participle und die in der entsprechenden Zeitform verwendete „to be“ – Form davor setzt.

to be + past participle

(is, are/ was, were/ have, has been/ ….) 3. Form der unregelmäßige Verben oder -ed

In einem weiteren Schritt wird die Umformung eines Aktivsatzes in einen Passivsatz thematisiert. Hierbei werden das handelnde Subjekt und das Objekt vertauscht, die Zeit jedoch beibehalten. Bei Sätzen mit einem persönlichen Fürwort als Objekt ändert sich das Personalpronomen ebenfalls, nämlich wie folgt:

I [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] me, him [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] he, her [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] she, us [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] we und them [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] they.

Des weitern kann am Ende des Passivssatzes der Handlungsträger durch einen angehängten “by- agent” erwähnt werden. Die Struktur ähnelt der im Deutschen, da hier die Präposition „von“ am Satzende steht. Im Englischen als auch im Deutschen wird diese Nennung des Verursachers nur dann erwähnt, wenn es für die Aussage von Bedeutung ist oder war. Unbekannte oder unwichtige Handlungsträger entfallen.

3. Unterrichtsverlauf – Umsetzung und Alternativen

3.1 Legitimation des Stundenthemas

Das Passiv wird in dem von uns verwendeten Lehrwerk Red Line New 3 in der Unit 3 eingeführt. Da die Lehrwerke von Klasse 5 bis 10 aufeinander aufbauend landeskundliche Texte behandelt, werden grammatikalische Strukturen aus den Bücher der unteren Klassenstufen aber auch aus vorhergegangenen Units vorausgesetzt. Um die Texte der folgenden Unterrichtseinheiten verstehen zu können, ist es notwendig, dass die Lernenden die Struktur des Passivs verstehen und anwenden können. Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler im weiteren Unterrichtsverlauf nicht nur Briefe, sondern auch einen Zeitungsartikel schreiben können. Um einen solchen Zeitungstext zu verfassen, sind Aktiv- aber auch Passivstrukturen und deren Bildung notwendig. Diese Einführungsstunde des Passivs im Past Tense bildet somit die Grundlage für die produktive Verwendung des Passivs. Im Hinblick auf die Abschlussprüfungen und deren Anforderungen, sollen die Lernenden in der Lage sein, verschiedene Textsorten produzieren zu können.

3.2 Einbettung in den Unterrichtsverlauf

In den vorhergegangenen Stunden wurde das Thema „Along the Route 66“ behandelt Wie bereits erwähnt, ist das Passiv in dem von unserer Schule verwendeten Lehrwerk „Red Line New 4“ in der Unit 3 B „National Parks“ verankert. Da das Leitungsniveau der Klasse eher im mittleren und bei vereinzelten Schülerinnen und Schüler im unteren Bereich liegen, habe ich mich dazu entschieden, die neue grammatische Struktur isoliert vom Lehrwerk einzuführen, um das Verstehen an das Lerntempo und das Leitungsniveau meiner Klasse individuell anpassen zu können. Zudem soll „ […] das Lehrwerk den Unterricht begleiten, diesen jedoch nicht dominieren.“(vgl. Haß, S. 46). Die vorhergegangene Stunde behandelte das Passiv in der Präsensform. Dieser Schritt wurde von mir bewusst gewählt, um die Lernenden nicht gleich mit beiden Formen zu überfordern und ihnen dadurch eine gewisse Sicherheit zu geben, in kleinen Schritten die Grammatik zu verstehen. Das letzte Halbjahr und die Arbeit mit den Jugendlichen hat gezeigt, dass ein Grund für eine zurückhaltende Kommunikation im Unterrichtsgespräch eine Verunsicherung ist, die durch das nicht Verstehen verursacht wird – ein Teufelskreis beginnt. Die Lernenden trauen sich nichts zu sagen, schalten ab und sind auch nicht mehr aufnahmefähig für Neues. Die Folge: Verschlechterung der Sprachkompetenzen. Aus diesem Grund ging der heutigen Stunde die Einführung des Passivs im Present Tense voraus.

In den Folgestunden, werden die neuen Strukturen anhand der aktuellen Unit, aber auch in gelenkten und situativen Schreibanlässen, weiter verfestigt und dadurch der Unterschied zwischen Aktiv- und Passivsätzen verdeutlicht.

3.3 Schwierigkeitsanalyse und didaktische Reduktion

Das Passiv im Englischen ist für die Schülerinnen und Schüler relativ zugänglich, da die Struktur der Muttersprache entspricht. Viele Lernenden der Klasse, haben jedoch nicht Deutsch als Muttersprache, sondern Türkisch, Italienisch, Serbisch oder Russisch, was das Verstehen der Passivstruktur natürlich erschwert. Bei dieser Einführungsstunde wurde der Fokus bewusst nicht auf das Umformen von Aktiv- in Passivsätze gelegt, sondern auf die zu lernende Passivform, um Verwirrungen zu vermeiden. Der „by- agent“ wird aus diesem Grund ebenfalls in den Folgestunden eine Rolle spielen.

Die Schwierigkeit bei der Bildung des Passivs stellen, aus Erfahrung mit anderen Klassen und meinen Nachhilfeschülern, die unregelmäßigen Verben dar. Auch muss sehr stark darauf geachtet werden, dass die „to be- Formen“ nicht weggelassen werden, bzw. nicht an das Plural oder Singular angepasst werden. Die Verneinung sollte in der Regel keine Probleme bereiten, könnte aber von den Lernenden durch die Bildung der Verneinung im Simple past mit „didn’t“ vermischt werden. An dieser Stelle werde ich gezielt in der Arbeitsphase in der Klasse herumgehen und Hilfestellungen geben. Die Fragebildung wird den Schülerinnen und Schülern zu Beginn etwas schwer fallen, sollte aber jedoch durch die Fragen aus der Reagierens- und Verstehensphasen und der im Tandembogen wiederkehrenden Fragen einfach adaptiert werden.

3.4 Umsetzung und Alternativen

Die von mir konzipierte Stunde ist an das Unterrichtsmodell der Grammatikeinführung von Ziegésar (vgl. Ziegésar, 1995) sowie Hecht/ Waas (vgl. Hecht/ Waas, 1980) angelehnt und stellt somit eine erwerbsorientierte Stunde dar. Die Einführung der passiven Struktur wird durch dieses Modell induktiv ablaufen, was einem kommunikativen und einem, die Sprache anwendenden Unterricht entspricht und nicht von der Regel ausgeht. Die Kinder erleben eine Handlung in die auf natürlicher Weise die neue grammatische Struktur vermittelt wird. Mit zunehmendem Fortschritt in der Stunde, wird den Lernenden die neue Struktur immer klarer. Durch die Einbettung in eine lebenswirkliche Situation wird das Gelernte lernpsychologisch besser verankert und im Gehirn verknüpft und verbunden. Haß (2006) belegt diese Aussage. Nach seinem Empfinden geht ein guter Grammatikunterricht „[…]grundsätzlich von kommunikativen Handlungszusammenhängen aus, löst ein problematisches Grammatikelement heraus und bindet dieses schließlich nach Bewusstmachung und Übung wieder in einen kommunikativen Kontext ein.“ Zuerst muss Grammatik erkannt und verstanden werden, um sie anschließend in den eigenen Sprachgebrauch übernehmen zu können. Die Lernphasen sind nach Ziegésar und Hecht/ Waas so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler zunehmend die grammatische Struktur selbstständig anwenden. Die Stunde lässt sich daher in eine Demonstrations- Verstehen und Reagierens-, Reproduktions- und Produktionsphase (Ziegésar. 1995) oder auch Schaffung des situativen Rahmens, Receptive-, Reproductive-, und Exercisephase (Hecht/ Waas, 1980) einteilen.

Demonstration/ Schaffung des situativen Rahmens

In dieser Phase demonstriert und präsentiert der Lehrer den Lernenden eine neue grammatische Struktur, indem er sie an einem authentischen Beispiel mehrere Male in seiner Sprache verwendet. Durch das ständige Wiederholen der Struktur werden die Lernenden sensibilisiert. Der Lehrer ist besonders in dieser Phase ein so genanntes „role model“, das die Sprache in einem guten Englisch vorsprechen sollte, um den Jugendlichen ein Vorbild zu sein.

Um das Thema in den Unterrichtsverlauf einzubetten und einen situativen Rahmen zu schaffen, wurde eine Szene eines Reisenden, der die Route 66 entlang fährt, als Einstieg gewählt. Der Reisende übernachtet im Avenue Hotel in Chicago. Den Jugendlichen wird das Zimmer präsentiert, welches sie so gut wie möglich verbal beschreiben. Anschließend wird den Schülerinnen und Schülern das Bild des Zimmers nach einem Einbruch präsentiert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Einführung des Passivs im Simple Past angelehnt an Ziegésar
Untertitel
Erwerbsorientierte Methode zum Erlernen neuer grammatikalischer Strukturen
Hochschule
Staatliches Seminar für Lehrerbildung an Realschulen Ludwigsburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V229950
ISBN (eBook)
9783656457442
ISBN (Buch)
9783656457558
Dateigröße
1221 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, passivs, simple, past, ziegésar, erwerbsorientierte, methode, erlernen, strukturen
Arbeit zitieren
Realschullehrerin Sabine Scheyhing (Autor:in), 2009, Einführung des Passivs im Simple Past angelehnt an Ziegésar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229950

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