Gemeinschaftliche Lektüre im Social Web

Untersuchungen zum Potenzial von Online-Leserunden für die Buchbranche


Magisterarbeit, 2011

204 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Online-Leserunden – Kaum erforschtes Instrument für Buchmarketing und Leseförderung
1.1 Lässt die Buchbranche das Potenzial von Online-Leserunden ungenutzt?
1.2 Forschungsbericht und Quellenlage
1.3 Begriffsvielfalt: Reading Groups und Leserunden im Social Web

2. Inhaltsanalytische Erfassung von Online-Leserunden
2.1 Das Verfahren der Inhaltsanalyse in der Buchwissenschaft
2.2 Besonderheiten bei der Anwendung im World Wide Web
2.3 Anwendung: Aus Diskussionen werden Daten
2.3.1 Das Codebuch
2.3.2 Das Kategoriensystem

3 Kennzeichen, Funktionsweisen und Nutzer von Online- Leserunden
3.1 Bestand und Rahmendaten
3.1.1 Grundlegendes: Bestand, Betreiber, Software und Einbettung
3.1.2 Bestandsdauer und Nutzungsintensität
3.2 Organisationsmodi des gemeinsamen Lesens
3.2.1 Die Entstehung von Online-Leserunden
3.2.2 Struktur und Aufbau von Online-Leserunden
3.3.1 Alter, Geschlecht und Netzämter
3.3.2 Zu den Motiven für eine Teilnahme an Online-Leserunden

4 Diskussionen in Online-Leserunden
4.1 Kennzahlen: Dauer, Teilnehmer- und Beitragsanzahl
4.2 Gelesene Titel und Genre
4.3 Inhalte der Diskussionen
4.3.1 Gespräche über Buch, Handlung und Figuren
4.3.2 Der Autor – Diskussionsthema und Begleiter
4.3.3 Durch Schreiben handeln: User fragen, interagieren, beschreiben und werten
4.3.4 Vergleiche – Genre-Diskussionen und Autorenbegleitung

5 Online-Leserunden als Marketinginstrument
5.1 Erweiterte Handlungsspielräume für Verlage
5.1.1 Internet verändert Kundenverhalten – Möglichkeiten der Anpassung
5.1.2 Durch Online-Marketing mittels Leserunden die Aufmerksamkeit für Verlagsprodukte erhöhen
5.1.3 Bedürfnisse der Zielgruppe erkennen und umsetzen
5.1.4 Verlage und Medien der USA und Großbritanniens setzen Maßstäbe
5.1.5 Materialien, Services und Plattformen für Online-Leserunden
5.2 Mögliche Aktivitäten im Buchhandel
5.2.1 Online-Buchhandel
5.2.2 Stationäre Sortimenter

6. Kollektives Lesen digital – Abschließende Betrachtungen
6.1 Perspektiven für die Leserforschung
6.2 Chancen für die Leseförderung

7 Literaturverzeichnis
7.2 Forschungsliteratur

8 Anhang
8.1 Codebuch

Tabelle ii – Portale: Übersicht über die Organisationsmerkmale

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Online-Leserunden – Kaum erforschtes Instrument für Buchmarketing und Leseförderung

1.1 Lässt die Buchbranche das Potenzial von Online-Leserunden ungenutzt?

»Reading is solitary, but that‘s not it‘s only life. It should have a talking life, a discourse that follows.«[1] So fasste Toni Morrison am 06. März 1998 in Oprah Winfreys Book Club-Show zu Paradise zusammen, was wohl jeder Leser früher oder später verspürt: das Bedürfnis, sich über gelesene Bücher mit Gleichgesinnten auszutauschen, ein scheinbar einsames Erleben in einen sozialen Kontext zu verlängern, um Eindrücke zu verarbeiten, Meinungen auszutauschen und leidenschaftliche Diskussionen über liebgewonnene Figuren oder moralische Dilemmata vom Zaun zu brechen. Doch wie oft steht der vor Ideen sprudelnde Leser vor dem Problem, dass niemand im Bekanntenkreis das gleiche Buch zeitnah gelesen hat? Und welch besseren Ausweg könnte sich dieser Leser erdenken, als einer Reading Group beizutreten?

Seit Reading Groups Ende des letzten Jahrhunderts sowohl in Großbritannien als auch in den USA einen regelrechten Boom erlebten, erfahren die dortigen Lesegruppen sowohl von Seiten der Verlage als auch des Buchhandels, sowie von Einrichtungen der Leseförderung und von Bibliotheken beachtliche Aufmerksamkeit. Ratgeber, wie eine Reading Group erfolgreich zu gründen und zu führen sei, Reading Guides zu Neuerscheinungen und Backlist-Titeln, Serviceleistungen von Buchhandel und Bibliotheken über die Vermittlung von professionellen Diskussionsleitern bis hin zu Gruppenrabatten und der Bereitstellung von Räumen für die Diskussionen sind eine Selbstverständlichkeit. Zumindest einige wissenschaftliche Versuche, diese vielgestaltige Erscheinung zu fassen und in einen sozial- und kulturgeschichtlichen Horizont einzuordnen, finden sich. In Deutschland dagegen führen Reading Groups im Hinblick auf die Buchbranche ebenso wie in der buchwissenschaftlichen Forschung ein weitgehendes Schattendasein – obwohl sich zahlreiche Fragestellungen aufdrängen und einer näheren Untersuchung harren.

Aufgrund einzelner Stichproben[2] der vereinzelten Aktivitäten weniger Verlage sowie zahlreicher Online-Communities ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland eine gewisse Anzahl an Reading Groups existiert, deren Mitglieder der Leidenschaft des Lesens und Diskutierens folgen. Somit stellt sich die Frage nach der tatsächlichen Relevanz dieser Bewegung und ihrer Potenziale für die Buchbranche. Allerdings liegen keine aussagekräftigen Daten zur Existenz und Verbreitung deutscher Reading Groups vor und es gestaltet sich äußert schwierig, solche Gruppen aufzuspüren und Zugang zu ihnen zu erlangen.[3] Im Laufe der letzten Jahre haben sich jedoch verschiedenste Online-Gruppen gegründet, um zeitgleich gelesene Bücher im World Wide Web zu diskutieren. Da diese Gruppen eine verhältnismäßig einfach auffindbare und zugängliche Variante der Real-Life-Gruppen darstellen, eignen sie sich bestens für die vorliegende Untersuchung zur Einschätzung des Potenzials von Online-Leserunden für die Buchbranche. Dass ein solches Potenzial besteht und un-genutzt bleibt, liegt aufgrund des wirtschaftlichen Einflusses amerikanischer und britischer Reading Groups nahe. Gleichermaßen verdeutlichen die Aktivitäten der Akteure der englischsprachigen Buchbranche wie Reading Groups einerseits als absatzförderndes Marketinginstrument für Verlage und Buchhandel einsetzbar sind, und wie sie andererseits als Instrument der Leseförderung an Bibliotheken, Schulen und in Wohltätigkeitsorganisationen dienen können. Ob und welche Ansätze existieren, mittels eines ähnlichen Engagements deutsche Online-Leserunden zum Nutzen von Verlagen, Buchhandel, Leseförderung und den Lesern selbst einzusetzen und zu fördern, prüft die vorliegende Arbeit.

Da weder eine strukturierende Beschreibung noch eine systematische Erfassung des Online-Leserunden-Phänomens in Deutschland vorliegt, ist es notwendig eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, die dieses leisten kann. Nur auf solch einer datenbasierten Grundlage ist es möglich, der Frage nach der Rolle, die Online-Leserunden für die deutsche Buchbranche spielen bzw. spielen könnten, nachzugehen. Dabei bedarf es einer genauen Beschreibung der Portale, ihrer Nutzer sowie der besprochenen Themen. Um aussagekräftige Resultate zu erhalten, erfolgt in dieser Arbeit eine systematische Untersuchung möglichst vieler Online-Leserunden-Angebote. Als Methode mit einer entsprechenden Eignung für dieses Vorhaben wurde die Inhaltsanalyse gewählt. Aufgrund der von dieser Analyse abgeleiteten Ergebnisse wird auf mögliche Betätigungsfelder für die Buchbranche geschlossen. Dies betrifft die Bereiche Verlage, Buchhandel, Leseförderung und -forschung. Bereits vorhandene Aktivitäten von Akteuren der deutschen Buchbranche werden vorgestellt. Vergleiche mit der Situation im englischsprachigen Raum und Beispiele für Aktivitäten von dortigen Branchenteilnehmern sind dabei bereichernde Bezugspunkte.

1.2 Forschungsbericht und Quellenlage

2003 stellte DeNel Rehberg Sedo fest, dass »the academic community has essentially ignored book club existence.«[4] Studien über Online-Reading Groups existierten ebenfalls nicht.[5] Bis heute hat die Forschungsgemeinschaft diesen Rückstand kaum aufgeholt, was auf den deutschsprachigen Raum umso mehr zutrifft, als keine medienwirksamen Reading Groups existieren und diese Form der Leserdiskussion im Vergleich zu den USA und Großbritannien weitgehend unbekannt ist. Hervorstechende Ausnahmen, auf die bereits Sedo verweist, sind die Studien von Jenny Hartley und Elizabeth Long, die jedoch kaum nennenswerte Fortsetzung fanden. Hartley befasst sich vorrangig quantitativ mit britischen Reading Groups und konzentriert sich auf deren Zusammensetzung, die Analyse der gelesenen Lektüre und der Organisationsprozeduren, denen Reading Groups folgen.[6] Dabei grenzt ihre Darstellung teilweise eng an Ratgeberbücher, die sich mit der Gründung und Aufrechterhaltung von Reading Groups beschäftigen. Das Internet stelle vorrangig eine Ressource für Reading Groups dar und eigne sich kaum als Plattform für Diskussionen selbst.7[7] Long beschränkt ihre qualitativen Untersuchungen auf weibliche Reading Groups in Houston, Texas.[8] Durch teilnehmende Beobachtung, ergänzt um Befragungen und eine Analyse der Transkripte von Reading Group-Treffen, an denen sie teilnahm, verfolgt Long die Frage, welche Rolle das gemeinsame Lesen als spezifisch weibliche Form der kulturellen Teilhabe im Leben der amerikanischen Frauen spielt. Dabei involviert sie sich zu einem hohen Grade persönlich, was sie jedoch differenziert reflektiert.[9] Long gelangt zu dem Ergebnis, dass die Frauen anhand der Buchdiskussionen ihre Identität, soziale Rolle und ihre Lebenswelt aushandeln und reflektieren.[10] In einigen Ausführungen über Online Book Clubs erkennt sie bereits deutlicher als Hartley die sozialen Potenziale des World Wide Web für Leser, die sich ähnlich wie in Reading Groups verbinden und kommunizieren wollen.[11] Die bereits erwähnte Arbeit von Sedo leistet einen weiteren zentralen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion von Reading Groups. Sie stellt zudem die Untersuchung der Online-Variante zentral, indem er eine vergleichende Studie zwischen Face-to-Face-Gruppen und virtuellen Buchgruppen unternimmt. Sedo kann deutliche Unterschiede in den Motivationen der on- und offline Teilnehmenden feststellen und betont den großen weiteren Forschungsbedarf in Bezug auf online stattfindende Interaktion zwischen Buchlesern.[12] Da Sedos Beitrag sonst nicht zu findende datenbasierte Ausführungen zu Online-Leserunden offeriert, sind seine Erkenntnisse besonders wertvoll für die vorliegende Untersuchung.

Mit Bezug auf Österreich verfasste Julia Novak 2007 ihre Arbeit Gemeinsam lesen. Die Buchgruppe als soziales Phänomen und ökonomische Triebkraft.[13] Dabei bietet sie jedoch wenig neue Erkenntnisse, da sie sich vorrangig auf die Arbeiten Hartleys und Longs sowie ihre eigenen Erfahrungen mit britischen Reading Groups stützt. Sie arbeitet als eine zentrale These heraus, dass die Präsenz von Literatur und Reading Groups in den Massenmedien sowie eine leserzentrierte Kulturpolitik einen wichtigen Einfluss auf deren Verbreitung und die Rolle des Lesens in der Bevölkerung nehmen, weshalb Reading Groups in britischen Bibliotheken und privaten Haushalten einen Boom erlebten, in Österreich dagegen weitgehend unbekannt seien.[14] In Bezug auf Online-Leserunden ist Novaks Arbeit weitestgehend unergiebig. Anregungen für die vorliegende Arbeit können dagegen aus Gesine Boeskens Analyse von Literaturplattformen im Internet[15] gewonnen werden. Sie erkennt, dass der traditionelle Literaturbetrieb zunehmend auf das Internet als Vermittlungs- und Distributionsinstanz angewiesen ist, da es Literaturinteressierten einen unbegrenzten Austausch erlaubt.[16] Darüber hinaus befasst sie sich mit den Faktoren, die zum Gelingen eines Literaturportals beitragen. Zusätzlich zu diesen Beiträgen bilden die zahlreichen Erscheinungen zum Thema Web 2.0, Social Media und Social Media-Marketing eine unentbehrliche Rahmung für die vorliegende Fragestellung.

Im Gegensatz zu Reading Groups, die »almost inaccessible to the outside investigator«[17] sind, stellen Online-Leserunden dank ihrer prinzipiellen Offenheit gut zugängliche Quellen dar, die überdies die Gespräche bereits in Textform enthalten. Im deutschsprachigen Internet finden sich zahlreiche Portale, auf denen Online-Leserunden stattfinden. Das englischsprachige Web allerdings bietet eine unvergleichlich größere Fülle an Informationen, Ressourcen, Portalen, Blogs und Websites zum Thema Reading Groups, wobei Angebote für Face-to-Face-Gruppen überwiegen, zahlreiche Inhalte jedoch ebenso für virtuelle Gruppen relevant sind. Neben den eigentlichen Online-Leserunden dienen Verlags- und Buchhandelswebsites, Homepages kultureller Institutionen und private Web-Angebote als vielgestaltige Quellen, die in dieser Arbeit nur in Auszügen präsentiert werden können. Des Weiteren kann auf sogenannte Reading Group Books zurückgegriffen werden. Diese dem englischen Sprachraum eigenen Ratgeber befassen sich mit dem Aufbau und der Organisation von Reading Groups. Die Unbegrenztheit und Unübersichtlichkeit des Mediums Internet erschwert die umfassende Auswertung der an Online-Leserunden grenzenden Quellen. Dies ist jedoch auch nicht das Vorhaben der vorliegenden Untersuchung; die gewählte Methode stellt eine systematische Auswertung des zentralen Untersuchungsgegenstands der Online-Leserunden sicher.

1.3 Begriffsvielfalt: Reading Groups und Leserunden im Social Web

Reading Groups warten trotz ihres recht langen Bestehens noch immer auf eine allgemein gebräuchliche Bezeichnung für den deutschen Sprachraum.[18] Novak nutzt die Bezeichnung Buchgruppen, die sie als »eine Gruppe von LeserInnen […], die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen zusammentreffen, um sich über ein zuvor ausgewähltes Buch zu unterhalten«[19] beschreibt. Sie wählt damit ein enges Verständnis von Buchgruppen, das lockere Zusammenschlüsse, Medienbuchklubs wie Oprah‘s Book Club oder auch Online-Leserunden ausschließt. Zudem stellt die Bezeichnung Buchgruppe den Aspekt des Lesens nicht so zentral wie das englische Reading Group und evoziert somit eher eine Vorstellung von Buchklubs oder Buchgemeinschaften. Ähnliches trifft auf den Begriff Lesekreis zu: Er hat sich zumindest für einige Gruppen, die sich regelmäßig treffen, etabliert. Dies zeigt der Münchner Lesekreis,[20] aus dem sich die Website lesekreis.org entwickelt hat. Auch die Anbieter der wenigen deutschen Reading Group Guides wählen diesen Begriff; meist finden sich entsprechende Dokumente unter dem Schlagwort ›Materialien für Lesekreise‹. Inwiefern dieser Begriff bereits allgemeine Verbreitung gefunden hat, ist unklar. Problematisch ist zudem die begriffliche Ähnlichkeit zum Leserkreis, hinter dem sich der Austausch von, nicht über Literatur bzw. von Zeitschriften verbirgt. Geeigneter ist die Bezeichnung Leserunde. Sie entstammt direkt dem Sprachgebrauch der einschlägigen Web-Angebote, was für ihre Eignung im alltäglichen Umgang spricht. Den Weg in das Allround-Lexikon für den durchschnittlichen Internetnutzer Wikipedia hat der Begriff – im Gegensatz zu den Bezeichnungen Buchgruppe und Lesekreis – ebenfalls bereits gefunden.[21]

Online-Leserunden sind folglich Diskussionen zu einem spezifischen Buchtitel, deren Teilnehmer sich verabredet haben, das Buch über den gleichen Zeitraum hinweg zu lesen und gemeinsam online zu besprechen. Sie nutzen als Orte für ihre Diskussionen vornehmlich Diskussionsforen mitunter auf bereits bestehenden Literaturportalen wie Histo-Couch, Krimi-Couch oder LovelyBooks. Es werden jedoch auch eigens auf Leserunden spezialisierte Portale gegründet (Leserunden.de) oder entsprechende Rubriken in größeren literaturspezifischen Foren eingerichtet (Büchereule, Büchertreff). Dieser Arbeit liegt somit ein stark an der Offline-Variante angelehntes Verständnis von Online-Leserunden zu Grunde.[22] Dagegen würde ein weit gefasstes Verständnis von Online-Reading Groups bereits die Rezensionen auf der Amazon-Website oder Kommentarfunktionen zu Büchern auf Web-Angeboten von Fernseh-, Radiosendern oder Verlagen umfassen. Das tatsächliche Lesen des Buchs während des gleichen Zeitraums ist dort kein konstitutives Merkmal, es handelt sich eher um eine allgemeine Öffentlichkeit für Bücher, die Kommentare zum Leseerlebnis und Meinungsäußerungen erlaubt.

Mit der Durchsetzung des World Wide Web haben die Teilnehmer von Reading Groups begonnen, die sich neu eröffnenden Ressourcen und Möglichkeiten zu nutzen. So dient das Internet als reichhaltige Informationsquelle, die Zusatzinformationen wie Interviews und Leseproben bereithält und die Lektüreauswahl bereichert bzw. auf andersartigen Wegen ermöglicht.[23] Daneben erleichterte die Verbreitung von E-Mails Terminabstimmungen und ähnliche organisatorische Notwendigkeiten. Doch genauso wurden entsprechende Websites, Plattformen und E-Mail-Dienste schnell als Reading Group selbst genutzt, indem sich zeitlich oder örtlich gebundene Leser von ihren Begrenzungen befreien und sich an einer virtuellen Gruppendiskussion beteiligen.

Selbst wenn diese Online-Reading-Groups »not [as] a substitute but as a supplement, and a good second best for the housebound or the isolated«[24] angesehen werden, vermögen sie einen tiefen Einblick in die Welt der aktiv diskutierenden Leser zu bieten. Unter forschungspragmatischen Aspekten bieten sie gar einige Vorteile gegenüber ihren Schwestern aus der materiellen Sphäre: Sie sind verhältnismäßig leicht aufzuspüren, die Diskussionen sind in der Mehrzahl spätestens nach einer unverbindlichen Registrierung einzusehen und zu verfolgen, vergangene Diskussionen sind archiviert, die erfolgte Kommunikation liegt in schriftlich fixierter Form vor und eine Beeinflussung durch die Anwesenheit des Forschers ist auszuschließen.

Auch wenn Online-Leserunden aus einer anderen Web-Generation als Twitter, Facebook und Co. zu stammen scheinen, zählen sie als Diskussionsforen dennoch zu einer der ältesten Formen von Social Media:[25] Sie sind eindeutig ein System, »mit de[m] Menschen kommunizieren, zusammen arbeiten oder auf eine andere Art interagieren,«[26] was den zentralen Gedanken dieses aktuellen Schlagworts auch nach Ebersbacher ausmacht.[27] Eine ausführliche Diskussion des Social Web- bzw. Social Media-Begriffs kann an dieser Stelle weder geleistet werden, noch wäre sie im Sinne der Fragestellung weiterführend. Die Einordnung von Online-Leserunden als Social Media-Anwendung ist dennoch von Bedeutung, da sie vor Augen führt, dass Online-Leserunden Teil eines äußert lebendigen und momentan für nahezu jedes Unternehmen der Buchbranche zentralen Diskurses sind. Aspekte der neuen Form des Social Media-Marketing sowie Fragen rund um veränderte Gewohnheiten, Präferenzen und Verhaltensweisen eines Lesers, der immer zugleich Käufer und Nutzer sein kann, erlangen somit für die folgende Untersuchung Relevanz.

Ihre doppelte Verankerung in der langen Tradition des gemeinsamen Lesens einerseits und in der verhältnismäßig jungen und doch in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzenden Internetwelt andererseits macht Online-Leserunden zu einem äußert ertragreichen und beachtenswerten Forschungsgegenstand. Dessen Bedeutung und Potenziale für die Buchbranche sollen im Rahmen dieser Arbeit aufgezeigt werden.

2. Inhaltsanalytische Erfassung von Online-Leserunden

2.1 Das Verfahren der Inhaltsanalyse in der Buchwissenschaft

Die Inhaltsanalyse entstammt der soziologischen, insbesondere der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Forschungstradition. Der Einsatz dieser empirischen Methode im Sinne einer buchwissenschaftlichen Fragestellung begründet sich zuvorderst aus der Eignung der Methode für den Gegenstand, der im vorliegenden Fall in einer das Buch thematisierenden, sehr spezifischen Nutzungsart des Mediums Internet besteht. Darüber hinaus entspricht die Anwendung dieser Methode zwei aktuell geführten Metadiskussionen, die die Buch- bzw. Geisteswissenschaften betreffen: Auf der Jahrestagung der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft 2010 stellte Fotis Jannidis in seinem Beitrag Neues Glück oder natürliche Feinde – Digitalisierung und die Textwissenschaften eindrücklich dar, dass sich die Geisteswissenschaften im Allgemeinen, bedingt durch von der Digitalisierung in Gang gesetzten Prozessen, der Herausforderung gegenübersehen, mit sehr großen Text- und Datenkorpora umzugehen. Dies ermögliche neue Fragestellungen und erfordere von der bisherigen Forschungstradition abweichende methodische Ansätze. Somit falle der Umgang mit quantitativen Daten, sonst eher ein Betätigungsfeld der Sozialforschung, nun vermehrt in den Zuständigkeitsbereich der Textwissenschaften.[28] Um einen solchen umfangreichen Textbestand – welchen Online-Leserunden darstellen – adäquat und forschungspragmatisch zu erfassen, eignet sich die Inhaltsanalyse. Sie generiert zudem ein zweites Datenkorpus, das ebenfalls in angemessener Weise ausgewertet werden muss. In diesem Sinne bestätigt die vorliegende Untersuchung Jannidis Beobachtungen und stellt zugleich einen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderung dar.

In seinem die Buchwissenschaft im Besonderen kritisch betrachtenden Beitrag im Handbuch Buchwissenschaft in Deutschland[29] stellt Ulrich Saxer die Frage, inwieweit Buchwissenschaft Medienwissenschaft ist, sein kann und sein sollte. Dabei problematisiert er Defizite der buchwissenschaftlichen Forschung im Hinblick auf Theoriebildung, ihre Positionierung im Wissenschaftsgefüge, die Abgrenzung ihres Forschungsgegenstandes und eine mangelnde Unparteilichkeit gegenüber diesem. Saxer fordert eine deutliche intermediale und transdisziplinäre Ausrichtung,[30] welche die »jeweils dienlichsten Theorien und Methoden gegen sperrige Gegenstände an[legt.]«[31] Von einem Selbstverständnis und der Positionierung als Medienwissenschaft könne die Buchwissenschaft in vielerlei Hinsicht profitieren,[32] insbesondere durch eine Verminderung der »Untertheoretisierung.«[33] Die entsprechende Verstärkung interdisziplinärer Anleihen von der Medienwissenschaft ziehe eine Öffnung gegenüber »sozialwissenschaftlicher Theorie und Empirie«[34] mit sich, die das Übergewicht historisch-hermeneutischer Interpretationsweisen ausbalancieren würde. Diesen Forderungen entspricht die Adaption der Inhaltsanalyse für die vorliegende Fragestellung. Sie zeigt, wie die mitunter noch zurückhaltend angewendeten empirischen Methoden gewinnbringend für buchwissenschaftliche Forschung in einem intermedialen Spannungsfeld eingesetzt werden können.

Das Ziel einer Inhaltsanalyse besteht in der regel- und theoriegeleiteten Analyse von Kommunikation, um Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte dieser Kommunikation zu ziehen.[35] Nach der etablierten Auffassung von Früh ist die Inhaltsanalyse somit

eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen, meist mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz auf mitteilungsexterne Sachverhalte.[36]

Sie leistet die Reduktion und Kategorisierung eines komplexen, realen Gegenstandes, sodass strukturelle Zusammenhänge und Muster erkennbar sowie allgemein gültige Aussagen und weiterführende Schlussfolgerungen ermöglicht werden.[37] Diese abstrahierende Strukturierung erreicht die Methode der Inhaltsanalyse durch einen mehrstufigen Entwicklungsprozess des auf den Forschungsgegenstand abgestimmten Instrumentariums: Auf die Bestimmung der Auswahleinheit – das für die Untersuchung ausgewählte Material – folgt die Definition der Analyseeinheiten. Eine Analyseeinheit entspricht je einem Element, das in seinen Merkmalsausprägungen untersucht werden soll. Basierend auf der Forschungsfrage und daraus abgeleiteten Hypothesen sowie ersten unstrukturierten Beobachtungen am Material entwickelt der Forscher für jede Analyseeinheit ein Kategoriensystem,[38] welches die möglichen Merkmale von relevanten Aspekten der untersuchten Kommunikation abbildet. Dabei wird ein den Gegenstand erschöpfend darstellendes System von Hauptkategorien gebildet, die in trennscharfe Unterkategorien geteilt werden, welche wiederum in ihrer Gesamtheit je eine Hauptkategorie wiedergeben. Die Unterkategorien entsprechen je einem bestimmten Merkmal des untersuchten Aspektes und beinhalten verschiedene Ausprägungen dieses Merkmals. Ebenso werden Codierregeln definiert; aus diesen geht hervor, wie das Kategoriensystem auf die Analyseeinheiten angewandt wird. Die Codierregeln müssen in immer gleicher Weise auf alle zu untersuchenden Elemente angewandt werden, um die Stichhaltigkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Zusammengefasst werden die Definitionen der verschiedenen Analyseeinheiten, Kategorien und Regeln in einem Codebuch. Während der nun folgenden Anwendungsphase bzw. Codierung des zuvor festgelegten Materials dient das Codebuch als verbindliches Instrumentarium. Abschließend legt die Auswertung der erhobenen Daten die Grundlage für Schlussfolgerungen und weiterführende Ergebnisse.[39]

Online-Leserunden samt ihrer teils zahlreichen und umfassenden Diskussionen stellen ein äußerst vielgestaltiges und komplexes reales Konstrukt dar, innerhalb dessen Kommunikation stattfindet. Mittels der Inhaltsanalyse kann dieses Erkenntnisobjekt in seiner Komplexität im Sinne der Forschungsfrage reduziert und strukturiert beschrieben werden. Der besondere Wert der Kommunikation in Online-Leserunden besteht darin, dass sie ohne Einfluss äußerer Faktoren wie beispielsweise dem Eingreifen des Forschers entstanden ist. Somit liegt ein sehr realitätsnahes, wenn auch virtuell mittels Text geführtes Gespräch vor, das bereits – von den Urhebern selbst! – schriftlich fixiert wurde, und für eine Inhaltsanalyse bestens geeignetes Material bietet.

Darüber hinaus birgt die Inhaltsanalyse den Vorteil, dass sie quantifizierbare Ergebnisse auf der Basis eines qualitativ durchsetzten Forschungsprozesses generiert; sie setzt somit als Methode quantitative und qualitative Elemente in einen komplementären Bezug zueinander.[40] Aus diesem Grund sieht Früh keine Rechtfertigung für eine Dichotomie in qualitative und quantitative Inhaltsanalysen, wie Mayring sie vorschlägt. Quantitative Elemente entstünden in jeder Inhaltsanalyse durch die Messung. Messung meint in diesem Zusammenhang die Überführung von Merkmalen in Codes, die durch Zahlen eine Ausprägung symbolisieren.[41] Die so erreichte Möglichkeit, Häufigkeiten und Relationen auszuwerten, stellt einen Kern der inhaltsanalytischen Zielstellung dar und ergibt sich auch durch qualitative Inhaltsanalysen auf Nominalskalenniveau, wie sie Mayring vertritt.[42] Zudem stellt Mayring selbst fest, dass der Forschungsprozess aus einem Wechsel von qualitativen und quantitativen Schritten besteht: Die als qualitativ zu kennzeichnende Analyse des Forschungsinteresses, die Kategorienfindung und die Erstellung des Codebuchs legen die Grundlage für die quantitative Erfassung und Strukturierung des untersuchten Gegenstands. Woraufhin eine abermals qualitativ geprägte Interpretation der mittels quantitativer Auswertung erstellten Ergebnisse erfolgt.[43] Dabei bleibt die Abgrenzung zu eindeutig qualitativ angelegten Untersuchungen wie beispielsweise Einzelfallstudien bestehen; diese verfolgen entsprechend andere Fragestellungen.[44]

2.2 Besonderheiten bei der Anwendung im World Wide Web

Bei dem aus Online-Leserunden stammenden Textmaterial handelt es sich, wie bereits mehrfach betont wurde, um online im Internet entstandene Kommunikation. Daraus ergeben sich einige zu beachtende Aspekte, die den Prozess der Inhaltsanalyse in spezifischer Weise beeinflussen können: Online-Leserunden basieren auf computervermittelter Kommunikation und bedienen sich wie alle anderen Webanwendungen der technischen Infrastruktur des Internets. Im Verbund mit den spezifischen Merkmalen dieses Mediums ergeben sich sowohl neue Möglichkeiten als auch neue Herausforderungen für die Methode der Inhaltsanalyse. Ein Problem, das alle Nutzer, gleich welches Nutzungsziel sie verfolgen, bewältigen müssen, ist das Auffinden und Auswählen spezifischer und relevanter Angebote bzw. Inhalte aus der schieren Masse an Informationen. Es ist nahezu unmöglich, alle vorhandenen Websites zu einem Thema ausfindig zu machen, zumal die Abfrage über gängige Suchmaschinen wie Google eine userspezifische Ergebnisliste liefert. Für den Inhaltsanalytiker bedeutet dies, dass das Aufstellen einer Grundgesamtheit einer Sysiphos-Arbeit gleichkommt und das Festlegen der Auswahleinheit erschwert ist. Als Lösung kann eine Auswahl typischer Fälle, möglichst unter Offenlegung der Kriterien für die Auswahl dieser, gelten. Auch wenn so keine statistische Repräsentativität erreicht werden kann, entspricht ein solches Vorgehen forschungspragmatischen Erwägungen, die nicht von der Hand gewiesen werden können.[45] Für die vorliegende Untersuchung wurde eine umfassende Internetrecherche durchgeführt, auf deren Grundlage eine Liste aller gefundenen Websites, die deutschsprachige Leserunden anbieten, erstellt wurde. Codiert wurde die Gesamtheit dieser 43 Portale, wobei eines der Angebote zum Erfassungszeitpunkt nicht mehr aufzufinden war.

Dieses Verschwinden von Websites verdeutlicht ein weiteres mit Sorgfalt zu behandelndes Charakteristikum von online entstandener Kommunikation: die Flüchtigkeit und Transitorik der Inhalte. Egal ob Beiträge und Kommentare in Foren und Blogs, Wikipedia-Artikel oder der Begrüßungstext einer Website – potenziell alle Inhalte des World Wide Web befinden sich in ständigem Fluss und unterliegen einem nicht immer nachvollziehbaren Prozess ständiger Änderungen, Löschungen und Erweiterungen. Somit beziehen sich Online-Inhaltsanalysen auf eine Momentaufnahme, was die exakte Nachvollziehbarkeit des Codiervorgangs behindert und Einfluss auf die Reliabilität der Ergebnisse nimmt.[46] Aus diesen Gründen wurden während der Codierung der Leserunden möglichst alle für die Argumentation zentralen Seiten sowie die erfassten Diskussionen als PDF-Dokument gesichert.[47] Problematische Aspekte bei der Speicherung des Quellenmaterials zum Beispiel als Screenshots können bei der benötigten Speichermenge, rechtlichen Fragen sowie dem Verlust interaktiver oder multimedialer Elemente liegen.[48] Der Verlust von Verlinkungen muss hin-genommen werden, um möglichst viele der Kommunikationsinhalte zu dokumentieren und langfristig nachvollziehbar zu erhalten. Multimediale Elemente finden sich im Rahmen von Online-Leserunden nahezu nie, sodass dieser Aspekt vernachlässigt werden kann. Rechtlich befindet sich die Speicherung der Gespräche in einer Grauzone, da kein ausdrückliches Einverständnis der Nutzer eingeholt werden kann. Dies ist aufgrund des zeitlichen Aufwandes und der großen Anzahl an verschiedenen Nutzern sowie den sehr unterschiedlichen Kontaktmöglichkeiten unter forschungspragmatischen Gesichtspunkten im Rahmen einer Magisterarbeit nicht zu leisten. Ebenso ist davon auszugehen, dass sich die Teilnehmer an Online-Leserunden über den semi-öffentlichen Charakter ihrer Kommunikation bewusst sind: Die Inhalte sind für jeden Internetnutzer auch ohne Registrierung einsehbar. Aus ethischer Perspektive liegt hier dennoch ein Schwachpunkt der Online-Inhaltsanalyse.[49]

Zur Sprache kam bereits die potenzielle Multimedialität von Untersuchungsgegenständen der Online-Inhaltsanalyse, eine weitere Herausforderung besteht in der großen Heterogenität vieler Web-Angebote.[50] So spielt wie oben dargelegt die Multimedialität bei Online-Leserunden eine untergeordnete Rolle, aber die einzelnen Websites und ihr Aufbau sind sehr verschieden, was die Entwicklung eines kohärenten Kategoriensystems erschwert. Bei Online-Leserunden im Besonderen ist der Umstand, dass dem Internet gewisse reaktive Eigenschaften[51] wie beispielsweise die bereits erwähnte userabhängige Google-Suchabfrage innewohnen, lediglich zu einem geringen Ausmaß von Bedeutung. Denn die Leserunden selbst werden registrierten und unregistrierten Nutzern in gleicher Form zugänglich gemacht, sodass hier prinzipiell jeder die gleichen Texte liest. Zusatzinformationen wie Nutzerdaten und Ähnliches werden teils restriktiver, abhängig von der Stellung des Nutzers im Portal selbst, zugänglich gemacht, stellen aber für den buchbezogenen Informationen suchenden User Auskünfte von geringerer Wichtigkeit dar.

Von Vorteil für den Forschungsprozess ist die Maschinenlesbarkeit des Materials, das heißt die Texte liegen ohne weitere Bearbeitung bereits digital vor und können so leicht für computergestützte Analysen verwendet werden.[52] Entsprechende Programme wurden für die vorliegende Arbeit nicht genutzt, dennoch entfällt mit der Transkription ein zeitaufwändiger Arbeitsschritt.

Online-Leserunden bieten aufgrund ihrer überwiegend linearen Textbasiertheit gute Voraussetzungen für eine »einfache Adaption«[53] des Verfahrens der Inhaltsanalyse: Mit der vergleichsweise statischen Form des Forums oder Blogs – in denen die meisten Online-Leserunden stattfinden – liegt eine konstante physische Repräsentation vor, die sich klar und eindeutig von anderen Kommunikationsangeboten wie Chats oder einer Pinnwand-Funktion abgrenzt. Wenn auch der Aufbau der Portale selbst sehr heterogen ist, so lassen sich doch gewisse Grundelemente aufspüren und nicht zuletzt mit der Basiseinheit des Beitrags liegt ein einheitliches sprachliches Präsentationsmuster vor.[54]

Häufig bilden die regelmäßigen Nutzer von Online-Leserunden Online-Communities. Solche virtuellen Gemeinschaften entstehen »durch eine dauerhafte Kommunikation einer Gruppe im Internet.«[55] Die Kommunikation dieser Gruppen besitzt aus Perspektive einer Inhaltsanalyse verschiedene Vorteile und Nachteile: Positiv ist das Vorhandensein der Gespräche als Text, welcher ohne methodische Verzerrungen z.B. durch Befragungen vorliegt und somit eine unter Beteiligung des Forschers kaum zu erreichende Authentizität besitzt. Problematisch allerdings ist der Mangel an konkretem und verlässlichem Wissen über die Urheber der Texte. Denn nahezu alle demografischen Angaben, die in Nutzerprofilen eventuell auffindbar sind, sind freiwilliger Natur. Dies bedeutet, dass nicht immer die gleichen Daten für jeden Nutzer vorliegen und dass keine Anhaltspunkte für die Korrektheit der Daten existieren. Die Verallgemeinerbarkeit der gewonnenen Daten ist somit zu einem gewissen Grad eingeschränkt.[56]

2.3 Anwendung: Aus Diskussionen werden Daten

2.3.1 Das Codebuch

Die Inhaltsanalyse ist ein sehr adaptives Verfahren: Für jeden Untersuchungsgegenstand muss eine geeignete Anpassung und Modellierung der Methode geleistet werden. Die Angemessenheit dieses sehr spezifischen Instrumentariums entscheidet maßgeblich über die Aussagekraft der Ergebnisse. Die üblichen Gütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität stellen besondere Anforderungen an eine Online-Inhaltsanalyse.[57] Maßnahmen, um diesen Ansprüchen zu genügen, wurden soweit wie möglich realisiert, allerdings erlaubt die Konzeption der Untersuchung im Rahmen einer Magisterarbeit nur bedingt die Umsetzung etablierter Kontrollmechanismen wie z.B. die Reliabilitätsberechnung zwischen Forscher und Codierer,[58] welche im vorliegenden Fall eine Personalunion bildeten. Um dem besonderen Anspruch der Inhaltsanalyse auf intersubjektive Nachvollziehbarkeit gerecht zu werden, sollen im Folgenden die Anlage der Untersuchung sowie das Codebuch vorgestellt werden. Das Codebuch kann im Anhang eingesehen werden; in ihm sind »alle Erhebungsschritte, die zur Analyse der gewählten Untersuchungseinheit notwendig sind«[59] spezifiziert. Es enthält Beschreibungen aller Untersuchungseinheiten sowie der Kategorien und ihrer Ausprägungen, nach denen die relevanten Merkmale verschlüsselt werden.[60]

Die Auswahleinheit umfasst alle, in einer der Untersuchung vorgelagerten Recherche gefundenen, deutschsprachigen Websites, auf denen Leserunden im Sinne des unter 1.3 dargelegten Verständnisses, stattfinden.[61] Vier Analyseeinheiten bilden die Grundstruktur des Kategoriensystems. Die Analyseeinheiten spiegeln die hierarchische Gliederung der Websites selbst wider, von einem groben Überblick erfolgt die stufenweise Durchdringung des Webangebots hinunter bis auf die Beitragsebene. Auf höchster Ebene ist die Analyseeinheit der Portale angesiedelt. Unter Portal wird die Gesamtheit eines spezifischen Webangebots verstanden, es beinhaltet somit die gesamte, unter der übergeordneten URL erreichbare Umgebung einer Online-Leserunde. Eine Stufe darunter wird die Leserundenseite erfasst. Sie bezeichnet die Übersichtsseite für das Leserunden-Angebot bzw. die Ansicht aller Beiträge eines Blogs oder einer Website, die die Leserunden direkt betreffen und zu den konkreten Diskussionen weiterleiten. Eben jene Diskussionen werden auf der dritten Analyseebene erfasst: Eine Diskussion umfasst alle konkreten Beiträge zu einem besprochenen Buch sowie die Informationen und Daten zu dieser Diskussion samt den Titelinformationen. Diese dritte Analyseeinheit ist die je konkrete Online-Leserunde. Beiträge schließlich sind die einzelnen Textmeldungen der Nutzer innerhalb der Diskussionen. Diese vier Auswahleinheiten wurden gewählt, um Online-Leserunden sowohl in ihrem strukturellen Aufbau als auch mit ihren jeweils spezifischen Inhalten erfassen zu können.

Die Kategoriensysteme zu den einzelnen Analyseeinheiten wurden im Wechselspiel von Theorie und Exploration ausgearbeitet, die Entwicklungsphase war somit in Anlehnung an Früh, Wesemann und Grunwald[62] geprägt von alternierender Deduktion und Induktion. Auf Basis einer ersten Exploration der Leserunden und theoretischem Wissen aus verschiedenen Reading Group Guides,[63] einschlägigen Monografien[64] sowie unter Berücksichtigung der Ausführungen Boeskens[65] entstand ein vorläufiges Kategoriensystem, welches im Zuge einer ersten Testphase überarbeitet wurde. Dieser Prozess wurde mehrmals wiederholt und stellt sicher, dass im Sinne der Reliabilität eine wiederholte Messung das gleiche Ergebnis liefern würde. Ebenso dient dieses zirkuläre Vorgehen der Vollständigkeit des Instruments, was ein Kriterium für die Validität ist. Zur Gültigkeit tragen weiterhin die auch während der Auswertung vorgenommenen Vergleiche mit anderen Studien bei.[66] Abschließend erfolgte eine Testcodierung durch zwei mit dem Forschungsprojekt bisher unvertraute Testcodierer. Diese Erhebung zeigte einige Schwachstellen des bisherigen Codebuchs auf, die so verbessert werden konnten. Sodann konnte die gesamte Auswahleinheit erfasst werden.

2.3.2 Das Kategoriensystem

Das für die vorliegende Untersuchung entwickelte Kategoriensystem setzt sich aus formalen und inhaltlichen Kategorien zusammen. Formale Kategorien erfassen äußere Merkmale wie die Länge eines Beitrags oder den Betreiber eines Portals.[67] Inhaltliche Kategorien sind thematischer und referentieller Natur und eignen sich zur Erhebung von »vom Erkenntnisinteresse abhängigen Bedeutungsdimensionen.«[68] Sie gliedern ein thematisches Feld in untergeordnete Aspekte.[69] Inhaltliche Kategorien dienen überwiegend der Erfassung der Beiträge. Wertende Kategorien, die Analyseeinheiten global in ihrer Haltung zu einem bestimmten Aspekt (z.B. eine Person oder ein Ereignis) bewerten,[70] wurden nicht aufgestellt. Auf einige Kategorien für die jeweiligen Analyseeinheiten wird im Folgenden ein Schlaglicht gesetzt, insbesondere um problematische Aspekte und Schwierigkeiten während der Erhebung zu diskutieren.

Auf Portalebene wurde unter anderem erfasst, mittels welcher Software die Portale Leserunden durchführen. Diese formale Kategorie besitzt die Ausprägungen Blog, Forum, Board und die Kombinationen aus Blog und Forum bzw. Blog und Board. Der Begriff Blog leitet sich aus den Bezeichnungen Website und Logbuch ab und bezeichnet eine Website, auf der mittels einer speziellen Blog-Software ein virtuelles Tagebuch geführt wird: Die Website erhält in bestimmten, meist unregelmäßigen Abständen neue Einträge. Die Einträge werden in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angezeigt, dabei erscheint der aktuellste zuerst. Blogs existieren zu jedem Thema. Sie weisen meist eine Kommentarfunktion für Besucher der Website auf.[71]

Foren und Boards sind zwei verschiedene Konzepte, um Raum für web-basierte Diskussionsplattformen zu schaffen. foren basieren auf Threads, in denen ein Ausgangs-Posting Antworten nach sich zieht, die wiederum eigene Antworten haben können. Es ergibt sich eine mitunter stark verzweigte Netz-Struktur.[72] Boards dagegen folgen einer linearen Struktur, die eine hohe Übersichtlichkeit bietet. Auf den Anstoß zu einer Diskussion – Thema genannt – folgen in linearer Abfolge alle Beiträge bzw. Antworten. Dabei erfolgt keine weitere Einteilung in Threads, die genau erkennen lässt, auf welchen spezifischen Beitrag sich ein anderer Beitrag bezieht.[73] Ein Board verfügt über eine Navigationsstruktur, die den Nutzer durch die verschiedenen thematischen Boards hin zu den Themen leitet.[74] Ein Standard in Boards ist die Anzeige der Aufrufe eines Themas oder Beitrags. Diese Anzahl kann Aufschluss über die Beliebtheit des Themas geben.[75] Die Unterscheidung in Foren und Boards wurde aufgenommen, um die These überprüfen zu können, dass Foren diskussionsfreundlicher seien als Boards.[76] Für diese These konnten jedoch keine Anhaltspunkte gefunden werden. In den folgenden Betrachtungen wird demzufolge nicht zwischen Foren und Boards unterschieden. Ohnehin ist die »von einigen Internetnutzern verfochtene Unterscheidung zwischen Forum und Board [...] lediglich eine Marginalie der Darstellungsform.«[77] Aus diesem Grund sind im Folgenden Foren und Boards bzw. Threads und Themen als Synonyme zu verstehen. Die zu Grunde liegenden Eigenschaften von Boards und Foren ähneln sich zudem sehr und begründen die Beliebtheit dieser Modellierungsart: Sie ermöglichen die einfache, schnelle und themenorientierte Kommunikation zwischen Nutzern. Jeder User kann Themen eröffnen und Beiträge verfassen. Sie sind Bestandteil sehr vieler Online-Communities, wo sie als geeignete Orte für vielfältige und detaillierte Diskussionen geschätzt und oft sehr rege genutzt werden. Somit stellen Foren eine der grundlegendsten und am längsten etablierten Formen von Social Media dar, die lange vor der Verbreitung dieses Begriffs existierten und genutzt wurden.[78]

Um Angaben zu den Registrierungsmodalitäten aufnehmen zu können, registrierte ich mich bei nahezu allen Portalen unter dem gleichen Nickname. Dies stellt einen minimalen, aber notwendigen Eingriff des Forschers in den Untersuchungsgegenstand dar. Auswirkungen gibt es beispielsweise auf die registrierte Nutzerzahl sowie auf die Aufrufzahlen einzelner Threads und Themen. Im Falle der Nutzerzahl wurde diese entweder vor der eigenen Registrierung erfasst oder entsprechend ein Nutzer abgezogen.

Die Analyseeinheit Leserunden-Seite gibt Aufschluss über die Aktualität und den Umfang des Leserunden-Angebots, über den Aufbau der Leserunden-Rubrik sowie der Diskussionen. Dabei wurde unter anderem die Anzahl der Leserunden erfasst, die zwischen dem 1. März 2010 und dem 1. September 2010 starteten. Probleme hierbei ergaben sich vor allem auf Websites, bei denen keine eigene Rubrik für Leserunden existiert. In diesen Fällen mussten alle gestarteten Diskussionen meist unter Zuhilfenahme der Suchfunktion aufgespürt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dabei einzelne Leserunden nicht gefunden wurden.

Auf Ebene der Diskussionen bereitete die Aufnahme von Daten zur Beteiligung von Unternehmen der Buchbranche teilweise Schwierigkeiten, da die entsprechenden Informationen hierzu tendenziell nur verstreut zu finden sind und oft nicht in der für die Ziele der Untersuchung zu wünschenden Genauigkeit vorliegen. Aus diesem Grund erwies sich die Kategorie ›Verlosung von Leseexemplaren ohne Angabe der Herkunft dieser‹ als notwendig. Weniger problematisch gestaltete sich die Erfassung der Kennzahlen wie Beitragsanzahl, Beginn und Ende der Diskussion oder Teilnahme des Autors sowie der Titelangaben des diskutierten Buches. Teilnehmer melden sich häufig innerhalb eines gesonderten Themas für eine spezifische Leserunde an. Sofern eine solch offizielle Anmeldung vorgenommen wurde, stammen die Daten zur Teilnehmeranzahl daher. Allerdings entspricht diese Anzahl unter Umständen nicht der Anzahl, der sich tatsächlich zu Wort gemeldeten User. Diese Differenz lässt sich jedoch dem im Internet weit verbreiteten Phänomen einer Schere zwischen aktiven Nutzern und ausschließlich passiv bleibenden Nutzern, sogenannten Lurkern, zurechnen.[79] Im vorliegenden Fall ist jedoch davon auszugehen, dass eine Anmeldung genuines Interesse signalisiert, da sie bereits mit einigem Involvement des Nutzers – Informationen über laufende Leserunden einholen, besprochene Bücher betrachten und in Hinsicht auf das eigene Leseinteresse bewerten, Wortmeldung zur Teilnahme verfassen – verbunden ist. Aus einigen Beiträgen von inaktiv gebliebenen Nutzern lässt sich schließen, dass häufig persönliche Gründe eine Teilnahme behindern. Somit bleibt die Aussagekraft dieser Kategorie weitgehend erhalten.

Das zeitintensivste und komplexeste Kategoriensystem benötigte die Beitragserfassung. Auf dieser detailliertesten Ebene wurden die drei zuerst erfassten Diskussionen eines Portals analysiert. Die für die Beitragserfassung ausgewählten Diskussionen mussten zum Erhebungszeitpunkt abgeschlossen sein, was bedeutet, dass seit mindestens zwei Wochen kein Beitrag verfasst wurde. Codiert wurden alle direkt zur inhaltlichen Diskussion gehörenden Beiträge. Dies schließt beispielsweise Beiträge in den Anmeldethreads oder Beiträge vor dem offiziellen Startdatum der Diskussion aus. Diese Beschränkung war notwendig, da sich die vorliegende Analyse auf den Kern von Online-Leserunden konzentriert. Folglich harren jene ›am Rande‹ entstandenen Beiträge einer entsprechenden Untersuchung.

Jeder Beitrag der ausgewählten Diskussionen wurde einzeln mit seiner Länge, seinem Verfasser sowie den in ihm zur Sprache kommenden inhaltlichen Aspekten codiert. Die 33 inhaltlichen Kategorien verteilen sich auf sechs Hauptkategorien, die die Bereiche Inhalt, Autor, Materialität, User als Leser und Sonstiges bzw. Off-Topic abdecken. Zusätzlich wird der Sprechakt[80] der Beiträge erfasst. An Hand der Einteilung in einige zentrale Handlungsmuster – fragende, antwortende, beschreibende und wertende Beiträge sowie Kommentare mit administrativer Funktion – kann so weiterer Aufschluss über die Qualität der Diskussionen gewonnen werden. Hier waren Mehrfachcodierungen für jeden Beitrag möglich, da sich in vielen Fällen verschiedene Sprechakte mischen und längere Beiträge naturgemäß mehrere inhaltliche Aspekte umfassen.

Die Aufstellung und Abgrenzung der Kategorien erwiesen sich sowohl in der Entwicklungsphase als auch in der Anwendungsphase als schwierig. Denn in den meisten Beiträgen mischen oder überlagern sich die verschiedensten inhaltlichen Aspekte, sodass Mehrfachcodierungen zur Regel werden. Kritisch zu betrachten ist hierbei die Gefahr von Ungenauigkeiten bzw. von leichten Abweichungen in der Verschlüsselung der angesprochenen Themen. Denn trotz der möglichst präzisen Beschreibung von Codierregeln und Kategorien unterliegt der Codiervorgang stets einem gewissen subjektiven Interpretationsspielraum, in dem der Codierer unter Umständen in seiner Bedeutungskonstruktion von der intendierten Auslegung abweichen kann oder in dessen Rahmen auch seine eigenen Einschätzungen variieren.[81] Insofern ist zwar das Ausgangsmaterial im Falle der Inhaltsanalyse von Online-Leserunden kaum reaktiv, dafür besteht jedoch eine unvermeidbare Reaktivität auf Seiten des Codierers.[82]

Mit der Erfassung der Beiträge ging die Erhebung von Nutzerdaten einher: Bei jedem Beitrag, der von einem bisher nicht codierten Nutzer verfasst wurde, fanden die vom User selbst gemachten Angaben zu Alter und Geschlecht sowie seine Rolle innerhalb des Portals Eingang in das Datenmaterial. Diese sehr wenigen demografischen Angaben erlauben keine über rudimentäre Schlussfolgerungen hinausreichenden Aussagen über die Bevölkerungsgruppe, die Online-Leserunden nutzt. Weitere Einschränkungen ergeben sich, da keine Sicherheit über die Korrektheit der Angaben gewonnen werden kann, zudem ermöglichen nicht alle Portale die Eingabe bzw. Ansicht von Nutzerdaten und oft sind diese freiwillig und somit nicht von allen Nutzern gleichermaßen vorhanden. Hier zeigt sich ein bereits von Taddicken und Bund thematisierter Nachteil bei der Erforschung von Online-Communities.[83]

Das Verfahren der Inhaltsanalyse konnte wie dargelegt für den Forschungsgegenstand der Online-Leserunden erfolgreich adaptiert werden. Die Ergebnisse ermöglichen eine aufschlussreiche Beschreibung der bisher einer Black Box ähnelnden Lesertreffs.

3 Kennzeichen, Funktionsweisen und Nutzer von Online- Leserunden

3.1 Bestand und Rahmendaten

3.1.1 Grundlegendes: Bestand, Betreiber, Software und Einbettung

Online-Leserunden besitzen eine hohe Diversität, die für nahezu jeden Interessierten ein passendes Angebot bereithalten dürfte: Es existiert ein Portal, auf dem Leserunden nur mit Autorenbegleitung stattfinden, es haben sich zahlreiche genrezentrierte Leserunden gebildet, innerhalb größerer Webforen werden vereinzelt Leserunden initiiert, Blogger schließen sich zusammen, um über ein gemeinsam gelesenes Buch zu berichten usw.

Für die vorliegende Untersuchung wurden 42 deutschsprachige Portale analysiert,[84] darunter solche mit sprechendem Namen wie Leserunden.de, bekannte Größen wie LovelyBooks, aber auch kleine, eher private Angebote wie die Edelstein-Trilogie Fanseite. Wenige Verlage sind bereits selbst aktiv geworden: Lübbe und Piper führen in zur Verlagswebsite gehörenden Foren Leserunden durch; Kiepenheuer & Witsch startete eine Leserunde zu Unendlicher Spaß von David Foster Wallace.[85] Diese fand allerdings vor dem Erhebungszeitraum der durchgeführten Inhaltsanalyse statt. Weiterhin werden Online-Leserunden auf vier Webseiten von sonstigen buchbranchenbezogenen Betreibern veranstaltet: auf LovelyBooks, das von der zu Holtzbrinck gehörenden aboutbooks GmbH[86] betrieben wird, sowie auf den Krimi-, Phantastik- und Histo-Couches von der Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG.[87] Andere Akteure der Buchbranche werden noch seltener tätig: Nur eine Autorin betreut Leserunden zu ihren Büchern auf ihrer eigenen Website.[88] Es konnte keine Online-Leserunde ausfindig gemacht werden, die von einer Buchhandlung betreut wird.

Eine Aktivität im Bereich von Online-Leserunden von Seiten der Branchenteilnehmer stellt somit die Ausnahme dar: Mehr als 80% der Portale – 35 an der Zahl – werden von nicht-buchbranchenbezogenen Personen betrieben, sind also Privatinitiativen ohne Geschäftsinteresse. Dies entspricht einer, von Hartley für Reading Groups konstatierten, »healthy distance from the professional world of writing and reviewing.«[89] Wobei im Falle von Online-Leserunden in Betracht gezogen werden muss, dass Verlage nicht selten Freiexemplare zur Verfügung stellen oder Autoren Leserunden­ begleiten. Dass dies jedoch kein Indiz für Meinungslenkung von Seiten der Professionellen ist, wird in Kapiteln 4.3.3 und 5.1.2 belegt und näher ausgeführt. Die starke Verankerung von Leserunden in privaten Foren, die damit korreliert, dass auch Reading Groups in der Mehrzahl Privatinitiativen sind,[90] lässt sich wie folgt begründen: Das Mitmach-Web des 21. Jahrhunderts erlaubt es dank weiter Verbreitung von Breitbandanschlüssen und Flatrates sowie günstigem Webspace und verbesserter Usability nahezu jeder im Umgang mit Computern bewanderten Person eine Leserunde basierend auf Blog-, Foren- oder Board-Software einzurichten. Mit noch weniger Vorkenntnissen können sich User direkt beteiligen, sei es durch Kommentare in Blogs, durch Beiträge und Themeneröffnungen in Diskussionsplattformen oder durch die vielgestaltigen Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der Sozialen Netzwerke.[91] Dass die Mehrzahl der Portale frei zugängliche Software nutzt – 26 Portale verwendeten freie Software, 14 Betreiber kauften Software, bei drei Portalen ließ sich die Art der Software nicht feststellen –, unterstützt die These, dass Online-Leserunden ähnlich wie Reading Groups in erster Linie sogenannten Graswurzel-Bewegungen[92] gleichkommen. Genauere Informationen über sich selbst geben die Betreiber allerdings nicht preis. Auch Angaben über die Finanzierung entstehender Kosten für die Administration, den Webspace und eventuell die Software konnten nicht gefunden werden.

Die Software, auf der Online-Leserunden überwiegend basieren, ist die des Forums: Unter den erfassten Portalen sind 39 als Board konzipiert; die übrigen Angebote setzen sich aus drei Blogs sowie einem Blog mit Board (LovelyBooks) zusammen.[93] 39 Portale, die Boards als Diskussionsplattform nutzen, sowie LovelyBooks, wo die Diskussionen auch in Boards stattfinden, belegen eindeutig die gute Eignung und Anwendbarkeit dieser im Internet seit langem bestehenden und weit verbreiteten Modellierungsart für Diskussionen über Bücher. Dem Blog, einer der klassischen Web 2.0-Anwendungen, bedienen sich Leserunden-Initiatoren ebenfalls, wenn auch signifikant seltener. Keines der untersuchten Leserunden-Blogs vermochte eine intensive Diskussion zu starten,[94] was darauf hinweist, dass Blogs für diese Form von Kommunikation über Literatur weniger geeignet sind. Möglicherweise liegt eine Ursache hierfür darin, dass die Persönlichkeit des Bloggers das bestimmende Element eines Blogs ist. Zudem kann in Foren im Unterschied zu Blogs jedes Mitglied eine Diskussion starten, was für eine höhere Dynamik innerhalb des Portals sorgt.[95]

Leserunden finden häufig innerhalb eines umfassenderen Webangebots statt – ausschließlich auf Online-Leserunden spezialisierte Foren wie Leserunden.de sind die Ausnahme. 35 Portale offerieren ihren Nutzern mehr als drei weitere Kategorien, in denen ein aktiver Austausch stattfinden kann. Am Häufigsten anzutreffen sind Threads, die sich mit dem Forum bzw. allgemeinen Aspekten, darunter Forenregeln, FAQ oder organisatorischen Fragen, befassen.[96] Ähnlich zahlreich sind Themen sowohl für Rezensionen oder Diskussionen über Genres und Bücher als auch für sonstige buchbezogene Themen, die Platz für Kommentare zu Neuerscheinungen, Büchertausch, Plaudereien über den aktuellen Lektürestoff und ähnliches mehr bieten. Off-Topic-Themen, die dem allgemeinen Austausch zwischen den Nutzern dienen und für die Festigung der Community wichtig sind, werden genauso häufig eingerichtet. Immerhin in 20 Portalen ist ein Austausch über autorenbezogene Themen vorgesehen, z.B. in Threads mit Titeln wie »News - Was gibt es Neues bei Autoren und Verlagen?«,[97] »Literaturnobelpreisträger«[98] oder »Autoren-Portraits.«[99] Noch etwas häufiger gibt es Raum für Nutzervorstellungen, sodass regelmäßige User die manchmal recht abstrakten Nicknames mit den Eigenschaften und Vorlieben ihrer Mitstreiter verbinden können. In 13 Fällen liefern Administratoren, Portalbetreiber oder direkt als Redakteure bezeichnete User redaktionelle Inhalte, über die in einem entsprechenden Thread diskutiert werden kann. Meist werden diese redaktionellen Beiträge nicht kommentiert; vereinzelt stoßen insbesondere Mitteilungen, die aktuelle ›Aufreger‹ der Branche wie Charlotte Roche oder Helene Hegemann betreffen, dennoch Diskussionen an. Weitere Portale mit redaktionellen Inhalten sowie die genaue Aufschlüsselung der Leserunden-Umgebung pro Portal können Tabelle iii im Anhang entnommen werden.

Die 18malige Erfassung der Auffangkategorie ›Sonstiges‹ unter der Kategorie ›Einbindung‹ deutet in Bezug auf das Verfahren der Inhaltsanalyse für gewöhnlich auf ein unzureichend differenziertes Kategoriensystem hin.[100] In der vorliegenden Untersuchung ist dies allerdings der großen Vielgestaltigkeit und Individualität von Diskussionsplattformen im Web geschuldet. Eine vollständigere Kategorisierung hätte keinen weiteren Erkenntnisgewinn bedeutet, da sie durch ihren Umfang lediglich diese Vielgestaltigkeit belegt hätte.

Sind die Menge an neben den Leserunden verfügbaren Kommunikationsangeboten und deren Kombination Faktoren für den Erfolg von Online-Leserunden? Die meisten Portale mit Leserunden-Angebot, elf an der Zahl, verfügen über fünf zusätzliche Kommunikationsangebote. Somit zeigt sich eine leichte Tendenz dahingehend, dass Portale mit größeren und vielfältigeren Angeboten mehr Nutzer anziehen und somit mehr Teilnehmer für Leserunden aktivieren können. Eine Voraussetzung für das Gelingen von Leserunden ist die umfangreiche Einbettung jedoch nicht. Denn die sehr erfolgreichen Portale verfügen teils über wenige Zusatzangebote, z. B. Leserunden.de mit vier und Literaturschock mit drei Elementen, teils über recht viele, wie LovelyBooks, Büchereule und Lies und Lausch mit je sieben Elementen. Die erhobenen Daten deuten somit daraufhin, dass der Umfang der Einbettung von Online-Leserunden eine zweitrangige Rolle für die Nutzungsintensität und Beliebtheit einer Website einnimmt. Allenfalls wirkt sich der breitere Nutzerstamm eines umfangreichen Portals positiv auf die Teilnehmerzahlen der Leserunden aus. Ebenso weisen die Portale im Einklang mit den obigen Ausführungen eine große Vielfalt an Kombinationen der umgebenden Elemente auf: Lediglich fünf Kombinationen konnten mehr als einmal erfasst werden, darunter keine, die insbesondere den erfolgreicheren Portalen zu eigen wäre. Die häufigsten Grundelemente, die jedoch verschieden komplementiert werden, sind ›Allgemeines‹ bzw. ›Regelwerk‹, ›genre- und buchbezogene Diskussions- bzw. Rezensionsangebote‹, sonstige ›buchbezogene‹ sowie ›autorenbezogene Themen‹. Wie üblich kann die detaillierte Aufstellung dem Anhang, Tabelle iii, entnommen werden.

3.1.2 Bestandsdauer und Nutzungsintensität

Acht der 42 erfassten Portale können im Hinblick auf die Leserunden-Aktivität als tot gelten, denn seit dem 1. März 2010 fanden dort keine Leserunden statt. Es zeigt sich keine Verbindung zwischen dem Zeitpunkt der ersten Leserunde auf einem Portal – sozusagen der Gründung einer Online-Leserunde – und ihrem ›Sterben‹ (siehe Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 – Portale nach Gründungsjahren

Das älteste Leserunden-Portal stammt aus dem Jahr 2000 und ist bis heute, wenn auch mit nur einer Leserunde während des Untersuchungszeitraums, aktiv. Zwei Jahre jünger ist das Klassikerforum, welches bis heute eine mittelmäßige Aktivität mit elf Leserunden aufweist. Die zwei am stärksten genutzten Portale – Büchereule und Büchertreff – begründeten ihr Leserunden-Angebot 2003 und 2004 und erweisen sich damit für Internet-Verhältnisse als sehr langlebig. Die Anzahl der Neugründungen verteilt sich über die Jahre 2006 bis 2010 – mit einer Spitze im Jahr 2008 – relativ gleichmäßig, ebenso die Anzahl der nach Gründungsjahr inaktiv werdenden Portale. Auffällig ist, dass sehr junge Leserunden-Angebote wenig umfangreich sind: Von den 2010 gestarteten weist das am stärksten genutzte Portal lediglich vier Leserunden während des Untersuchungszeitraums auf. Dies ist Anlass für die These, dass Websites, auf denen Leserunden durchgeführt werden, eine gewisse Zeit brauchen, um sich zu etablieren und eine kritische Masse an Nutzern[101] anzuziehen. Dabei spielt auch die Positionierung zu und die Differenzierung von den bereits bestehenden, stark frequentierten Portalen beispielsweise durch thematische Ausrichtungen eine Rolle. Eine Ausnahme stellt LovelyBooks dar: Die Lesercommunity führte 2009 eine erste Leserunde durch und hat zwischen dem 1. März und 1. September 2010 bereits 33 Leserunden verzeichnen können. Dieser schnelle Erfolg lässt sich darauf zurückführen, dass LovelyBooks dank seiner ursprünglichen Gründung 2006 bereits auf eine starke Nutzerbasis aufbauen konnte und über eine für Leserunden-Portale ungewöhnlich direkte Verankerung und Verknüpfung mit der Verlagsbranche verfügt. Mit Holtzbrinck steht hinter dem sozialen Netzwerk eine Marktmacht, die über entsprechende Marketing- und Werbebudgets auch im Online-Bereich verfügt und bei der andere Verlage Testleserunden einkaufen können. So ist es naheliegend, dass dieses bereits etablierte und in der Buchbranche verwurzelte Portal schneller ein breites Leserunden-Angebot umsetzen konnte als kleinere private Initiativen.

Alle untersuchten Online-Leserunden können ohne Anmeldung gelesen werden. Möchten sich Internetnutzer jedoch aktiv beteiligen, ist meist eine Registrierung auf dem jeweiligen Portal notwendig. Dafür genügen in der Mehrheit (bei 25 Portalen) eine E-Mail-Adresse, ein Nickname und ein Passwort. Fünf Portale verlangen zusätzlich eine Angabe wie das bevorzugte Genre, den Geburtstag, das Geschlecht oder eine Angabe dazu, wie der Nutzer das Portal gefunden hat. In vier Fällen genügen E-Mail-Adresse und Nickname, ein Passwort wird gegebenenfalls automatisch vergeben. Um sich bei den Foren von Literaturschock und Lübbe anzumelden, müssen der reale Name, ein Nick, die E-Mail-Adresse, die Postadresse bzw. eine Telefonnummer sowie ein Passwort bei der Registrierung eingetragen werden.[102] Die Freischaltung des Nutzeraccounts erfolgt bei 34 der untersuchten Websites automatisch; bei den drei Blogs ist keine Freischaltung nötig, um Beiträge zu verfassen. Durch einen Administrator freigegeben werden muss das Nutzerkonto beim Klassikerforum, bei Leserunden.de, Literaturschock und beim Romance-Forum. Diese kontrollierte Zulassung soll Spammer fernhalten, die die Foren stören oder mit Werbung verstopfen würden. Ein negativer Einfluss auf die Anzahl der registrierten Nutzer ist nicht feststellbar. Mindestens ein Portal, Nethas Schmökerkiste, meldet inaktive Nutzer automatisch ab und weist per E-Mail[103] auf diese Deaktivierung hin. Einige Nutzerzahlen in Tabelle 2 zeigen deutlich, dass andere Portale ähnlich verfahren, der Nutzer wird jedoch nur in den Forenregeln darüber informiert, dass sein Account nach längerer Inaktivität gelöscht wird: Leserunden.de weist zum Beispiel 931 registrierte Nutzer auf und macht in den »Allgemeinen Foren-FAQ« auf die mögliche Deaktivierung aufmerksam:

Solltest Du also nach ca. 3 Monaten keinen einzigen Beitrag geschrieben haben, so wirst Du ohne Rückfrage gelöscht, da wir annehmen, dass von Deiner Seite aus sowieso kein Interesse besteht. Das Mitlesen ist nach wie vor kein Problem - dafür muss man sich auch nicht anmelden.[104]

Der Vergleich mit ähnlich etablierten Portalen wie Büchertreff oder Büchereule, die Nutzerzahlen von 9290 bzw. 7451 angeben, macht die Diskrepanz deutlich, die zwischen aktiv beitragenden Usern und virtuellen Karteileichen besteht.[105]

Die Anzahl der registrierten Nutzer ist von Bedeutung, da sie Aufschluss darüber geben kann, in welchem Bereich eine für Online-Leserunden relevante kritische Masse zu vermuten ist. Nach Höflich »[lassen sich] Kommunikationsabsichten [...] erst dann adäquat realisieren und führen zu medienbezogenen Gratifikationen, wenn eine bestimmte Anzahl [...] von Nutzern erreichbar ist.«[106] Nur eine kritische Masse sorgt für eine ausreichende Menge an kommunikativen Rückbezügen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 – Portale nach Anzahl der registrierten Nutzer

Diese sind notwendig, um das Funktionieren einer virtuellen Gemeinschaft, wie sie auch Leserunden darstellen, zu ermöglichen. Denn ohne Antworten von anderen Nutzern fühlt sich auf die Dauer kaum jemand motiviert, weiterhin in einem Online-Forum aktiv zu werden. Die Höhe der notwendigen Rückkoppelungsquote ist jedoch nicht bekannt, sie dürfte je nach den spezifischen Voraussetzungen einer Gemeinschaft variieren.[107] Eine detaillierte Aufstellung der Portale nach Anzahl der registrierten Nutzer zeigt ebenfalls Tabelle 2. Die zuoberst stehenden sechs Websites machen keine Angaben zu den registrierten Nutzern, es ist jedoch davon auszugehen, dass sowohl LovelyBooks, die drei Couches als auch Piper eine sehr hohe Nutzerzahl aufweisen. Einen Anhaltspunkt mag das Lübbe-Forum bieten.

Unter den elf Portalen, die weniger als 100 registrierte Nutzer verzeichnen, schaffen es die 63 User von Nethas Schmökerkiste innerhalb eines halben Jahres zehn Bücher zu diskutieren. Drei dieser kleineren Websites[108] vermögen es jedoch nicht, die Leserunden-Idee am Leben zu erhalten. Vier Portale[109] führten im Untersuchungszeitraum nur eine Leserunde durch, zwei weitere[110] vier und eines – Monalous Bücherforum – sieben Leserunden. Mit verhältnismäßig wenigen Nutzern lässt sich also ein lebendiges, wenn auch nicht außerordentlich reges, Leserunden-Forum unterhalten. Auf Steffis Bücherkiste und dem Buchcouch-Forum diskutieren 169 bzw. 159 Personen nahezu ebenso häufig in Leserunden wie die 900, 931 und 1.297 Nutzer von Literaturschock, Leserunden.de und Lies und Lausch. Allerdings erhöht eine große Nutzerzahl, die laufend durch Neuzugänge erweitert wird, um den Verlust von Aussteigern auszugleichen, tendenziell die Langlebigkeit und Nutzungsintensität eines Portals.

Die Häufigkeit von Leserunden rangiert zwischen dreizehn Portalen mit nur einer Leserunde pro halbem Jahr und Spitzenwerten von 77 bzw. 80 Diskussionen. Sieben bzw. 20 Prozent der analysierten Websites führten im Untersuchungszeitraum mehr als 20 Leserunden durch: Lies und Lausch, Steffis Bücherkiste, Literaturschock, Leserunden.de, LovelyBooks, Büchereule und Büchertreff. Die genaue Anzahl an Leserunden kann ebenfalls Tabelle 2 entnommen werden. Mehr als die Hälfte der Leserunden durchführenden Websites verfügen jedoch nur über ein kleines Angebot an Leserunden. Da viele Online-Leserunden innerhalb bereits existierender Foren entstehen, sind sie zuweilen einmalige Versuche einzelner Nutzer, diese spezifische Art der Buchdiskussion zu etablieren. Unter Umständen scheitert dieser Versuch, sodass eine zweite Leserunde ausbleibt, oder sie war von vornherein als einmaliges Projekt gedacht. Oder aber der Abstimmungs- und Vorlaufprozess gestaltet sich als verhältnismäßig langwierig und eine zweite Leserunde erfolgt mit größerem zeitlichem Abstand. Möglicherweise besitzt das Portal auch insgesamt zu wenige Nutzer, die an einer Leserunde teilnehmen wollen. Im Falle von Lübbe und Piper liefen die Leserunden erfolgreich ab; die Lübbe-Community startete am 5. September eine zweite. Da das Webangebot dieser Verlage bereits viele Features bietet, mag die Etablierung eines weiteren von speziellen Anlässen abhängen, sodass Leserunden nicht unbedingt zu einer regelmäßigen Einrichtung werden. Ähnliches trifft vermutlich auf andere mittelgroße Literaturportale wie Leselust oder Literatur-Community zu. Eine geringe Anzahl von Leserunden ließe sich auch durch den generellen Abstieg eines Portals, das heißt sinkendes Interesse der Nutzer und damit abebbende Aktivitäten, erklären – so geschehen bei Libriamici: Das Forum wurde einige Tage, nachdem es für diese Untersuchung analysiert wurde, geschlossen. Die Besitzerin begründet dies mit einer an null grenzenden Beitragshäufigkeit.[111]

Abbildung 1 macht deutlich, mit welch überwiegender Mehrheit kleinere Online-Leserunden-Portale die Auswahleinheit bestimmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 – Häufigkeit einer bestimmten Leserundananzahl;

Lesebeispiel: 9% der Portale haben sechs bis zehn Leserunden durchgeführt.

Da die letzten Jahre jedoch kontinuierliche Neugründungen erlebt haben, ist dies kein zwingender Hinweis auf mangelndes Interesse oder die Unmöglichkeit der Übertragung des Reading Group-Prinzips in die Online-Welt. Denn die sehr gut funktionierenden und rege besuchten Portale sowie die vereinzelt stattfindenden, aber aktiv genutzten Diskussionen bei Piper und Lübbe sowie die kleineren Diskussionsforen belegen deutlich die Attraktivität dieser Diskussionsform für buchaffine Internetnutzer.

Diese Bestandsaufnahme verdeutlicht, dass deutschsprachige Online-Leserunden als eine Form der aktiven Leserdiskussion in ihrer Vielgestaltigkeit ein lebendiges und beachtenswertes Phänomen darstellen, das nicht nur in Nischenangeboten rege Teilnahme findet, sondern ebenso in einige der wichtigen Literaturplattformen vorgedrungen ist.

3.2 Organisationsmodi des gemeinsamen Lesens

3.2.1 Die Entstehung von Online-Leserunden

Insgesamt liegen die Ursprünge von Online-Leserunden im Dunkeln, da sich kaum Informationen über die Entstehung eines Portals und die Motive seiner Betreiber ausfindig machen lassen. Allerdings finden sich Hinweise innerhalb bestehender Diskussionen aus welchen Anlässen einzelne Leserunden gestartet wurden, bzw. wie es dazu kam, dass auf einem bestimmten Portal eine erste Leserunde organisiert wurde. Ebenso ist bei einigen Portalen zumindest ansatzweise erkenntlich wie Bücher für Diskussionen ausgewählt werden. Da diese Fragen durch die Inhaltsanalyse nicht erhoben wurden, werden im Folgenden einige Schlaglichter gesetzt. Eine systematische Auswertung steht aus.

Ähnlich wie Reading Groups vielfältige Strategien zur Buchauswahl verfolgen,[112] kommen spezifische Online-Leserunden auf ganz verschiedene Art und Weise zu Stande. Dabei werden ebenfalls mehr nutzerorientierte, demokratische Ansätze, wie auch stärker angebotszentrierte Mechanismen verfolgt. Letzteres gilt beispielsweise für die sogenannten ›Testleserunden‹ auf LovelyBooks: Ein interessierter Verlag kann eine solche Leserunde bei LovelyBooks als Werbemittel für 3.500 € einkaufen. Er erhält ein Rundumpaket, das einen Beitrag im LovelyBooks-Blog, die Ankündigung und Bewerbung der Leserunde sowie die Bereitstellung und Moderation der Diskussion umfasst.[113] Hier orientiert sich die Buchauswahl nicht am Interesse der schon aktiven Nutzer, sondern ein Außenstehender – der Verlag – tritt mit seinem Angebot an die Community heran. Da Testleserunden meist mit der Verlosung von Leseexemplaren verknüpft sind, erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Inwiefern den Nutzern bewusst ist, dass es sich um eine reine Werbemaßnahme handelt, ist unklar. Testleserunden sind im Gegensatz zu vielen privaten Leserunden auf LovelyBooks offen einsehbar, was zentral für den Werbeeffekt ist. Weitere Beispiele, die mit der Einrichtung einer Leserunde ein ähnlich eindeutig kommerzielles Interesse verfolgen, finden sich auf den zwei Verlagswebsites von Lübbe und Piper: So keimte der Wunsch nach einer ersten Leserunde in der Lübbe-Community selbst, wurde jedoch von Verlagsseite aufgegriffen und auf ein anderes als das von der Community mittels Abstimmung gewählte Buch angewandt. Mit folgenden Worten schaltete sich der Administrator in die laufende Abstimmung ein und schlug eine Leserunde zu einer anstehenden Neuerscheinung vor:

Hallo zusammen,

wir haben schon vor einigen Tagen entdeckt, was hier tolles geplant wird und hätten ebenfalls einen Vorschlag: Wir würden gerne allen, die hier bislang für die Gemeinsam-lesen-Runde abgestimmt haben und fünf weiteren Personen Anfang August (also ca. einen Monat vor Erscheinen des Buches) ein Exemplar von »Die Saat« von Fran Ray zur Verfügung stellen und hier auch ein entsprechendes Forum anlegen, damit alle mitdiskutieren können.

Bislang haben wir auch noch überhaupt keine Erfahrungen mit Leserunden gemacht und würden gerne, wenn Interesse besteht, mit euch gemeinsam diesen Versuch starten :-)[114]

Die Leserunde zu »Die Saat« fand statt, im Anschluss daran diskutierten die Nutzer in Eigenregie das vorher ausgewählte Buch. Im Piper-Forum startet ausschließlich der Verlag Leserunden zu von ihm ausgewählten Büchern meist in Verbindung mit Verlosungen und Autorenbegleitung.[115] Einer Ankündigung nach zu schließen, geht der Impuls unter Umständen auch vom Autor aus: »Karl-Heinz Witzko möchte gern mit den Piper-Fantasy-Fans eine Leserunde starten.«[116] Inwieweit diese Formulierung wörtlich zu verstehen ist, bleibt unklar.

Die von nicht-buchbranchenbezogenen Betreibern geführten Online-Leserunden verfolgen in der Mehrheit einen demokratischeren Ansatz. Büchertreff beispielsweise setzt eine mehrgleisige Strategie um: Die Buchwahl für ›Große Leserunden‹ erfolgt durch Abstimmungen, Angebote von Autoren, die ihr Buch vorstellen möchten oder durch eine Auswahl der Administratoren. ›Mini-Leserunden‹ dagegen entstehen ganz aus dem individuellen Interesse der Nutzer: Interessiert sich ein User dafür, ein Buch in einer Leserunde zu besprechen, kann er in einem sogenannten »Verabredungs-Thread« nach Mitlesern suchen. Sollte sich mindestens eine weitere Person finden, sprechen die Mini-Leserunden-Teilnehmer einen Starttermin ab, eröffnen einen eigenen Thread im Mini-Leserunden-Bereich und diskutieren das von ihnen gewählte Buch.[117] Diese Möglichkeit wird äußerst rege in Anspruch genommen. Das gleiche Grundprinzip haben die Betreiber von Büchereule eingeführt.[118] Ähnlich wird auch auf dem Buchcouch-Forum verfahren: Jeder registrierte Nutzer kann Vorschläge entweder für Mini-Leserunden, für Leserunden mit Autoren oder für die monatliche Leserunde einbringen. Das Buch für Letztere muss einigen Anforderungen genügen – überall erhältliche Taschenbuchausgabe, kein Fortsetzungsband einer Reihe – ausgewählt wird dann per Abstimmung.[119] Nach einem etwas geschlosseneren Prinzip verfährt Leserunden.de: »Ursprung ist ein Leserundenwunsch von euch oder ein offizieller Buchvorschlag vom Leserunden-Team. Das Team stellt den Kontakt zu den Autoren her.«[120] Den Grund für die stärkere Reglementierung liefert das vorhergehende Zitat: Da auf Leserunden.de ausschließlich Leserunden mit Autorenbegleitung stattfinden, legen die Betreiber Wert auf ein offizielleres Auftreten gegenüber den Autoren. Bei Literaturschock, der Schwester von Leserunden.de, welche nur Leserunden ohne Autorenbegleitung durchführt, im Klassikerforum sowie bei Steffis Bücherkiste kann jedes registrierte Mitglied einen Buchvorschlag für eine Leserunde einbringen.[121]

Dieser Einblick in die Praktiken der Buchauswahl bei Online-Leserunden kann weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Repräsentativität erheben; er zeigt dennoch, dass ein sehr egalitäres Sentiment vorherrscht, das meist nur im Sinne einer angemessenen Kommunikation mit den Autoren eingeschränkt wird. Die User nutzen ihre überwiegend große Freiheit, um eine breite Vielfalt an Titeln für die gemeinsame Diskussion auszuwählen.

3.2.2 Struktur und Aufbau von Online-Leserunden

Reading Groups bedürfen einer besonderen Organisation, sowohl um alle Mitglieder nach der Lektüre des gleichen Buches zum gleichen Zeitpunkt zusammenzubringen als auch um die Diskussion selbst zu strukturieren. Ersteres erfuhr eine starke Erleichterung durch die heute nahezu universelle Verbreitung von E-Mail und Internet sowie des Online-Buchhandels, der die Beschaffung von Lektürestoff für jeden zu einer leicht zu bewältigenden Aufgabe machte und auch die möglichen Lektürestoffe erweiterte. Reading Group-Teilnehmer verfolgen auf Ebene der direkten Interaktion in den einzelnen Treffen ebenso viele verschiedene Strategien wie während des Prozesses der Buchauswahl.[122] Online-Leserunden sind durch die Wahl des Mediums bereits an gewisse Vorbedingungen gebunden: Eine Diskussionsplattform, meist ein Forum mit Ordnerstruktur, muss eingerichtet sein und inhaltlich Raum für Leserunden bieten. Ein Nutzer oder Administrator muss Threads, Themen oder einen Blogeintrag anlegen. Die Kommunikation erfolgt immer schriftlich, Gleichzeitigkeit von Beiträgen und damit die eventuelle Doppelungen von Inhalten lassen sich nicht ausschließen. Um das Gelingen der Kommunikation sicherzustellen, wird teils explizit, teils implizit auf Kommunikationsregeln Bezug genommen, z.B. auf eine ›Netiquette‹ oder auch auf weniger ausdrücklich verhandelte, als angemessen akzeptierte Operandi. Innerhalb dieser Grenzen entwickelt sich dennoch eine Vielfalt, die auch den Ton und die Eigenschaften der Diskussionen innerhalb eines Portals maßgeblich bestimmen können.

Alle Portale bis auf fünf – die drei Blogs sowie Lübbe und LovelyBooks – ermöglichen den Zugriff auf Leserunden über eine Übersichtsseite mit dem Thema ›Leserunden‹; sie entspricht der Analyseeinheit Leserunden-Seite. Einen Überblick über aktuell oder kürzlich gelaufene Leserunden bieten 40 Portale auf ihren Leserunden-Seiten, 21 richten ein Thema für Vorschläge und Wünsche bezüglich zukünftiger Leserunden ein. Ein Leserunden-Archiv wurde für 19 Websites erfasst, 18 bieten mittels eines Threads zu Allgemeinen Regeln, FAQ, Tipps und Hinweisen Orientierung für neue oder unsichere Nutzer. Die sechsmalige Codierung der Kategorie ›Sonstiges‹ setzt sich wie folgt zusammen: Zwei der Portale haben kein aktuelles Leserundenangebot (Villa Kunterbunt und Lesbenforen), im Liebesromanforum gliedern sich die Leserunden-, Leserunden­ mit Autoren- und Leserunden-Archiv-Themen unter der Rubrik »Rund um das Buch« ein. Es finden sich dort weitere Themen wie »Leselisten«, »Buchspiele« oder »Lieblingsautoren/innen.«[123] Die Nutzer der Phantastik-Couch wollen im Leserunden-Thread auch »Wanderbücher« tauschen,[124] im Klassikerforum ist die Bereitstellung von »Materialien« wie Links oder Informationen zum diskutierten Buch oder seinem Autor angedacht[125] und bei Literatur-Schock werden auf der Leserunden-Seite zusätzliche »Lesenächte« geplant.[126] Einige Kombinationen von Themen zur Organisation der Leserunden-Seite sind häufiger anzutreffen. Abbildung 2 zeigt diese Kombinationen und die Häufigkeit, mit der sie eingesetzt werden.[127]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 – Häufigkeit bestimmter Organisationsarten der Leserunden-Seite

Am beliebtesten ist eine sehr schlanke Lösung, die lediglich eine Übersicht über stattfindende und stattgefundene Leserunden sowie einen Vorschlags bzw. Wünsche-Thread umfasst. Portale mit dieser Organisation sind beispielsweise das Leser-Welt-Forum mit acht Leserunden pro halbem Jahr sowie die Histo- und Krimi-Couch mit zwei bzw. fünf Leserunden. Den zweithäufigsten Aufbau, bestehend aus einer Übersicht, einem Archiv, einem Wunsch- sowie einem Regel- bzw. Allgemeine Hinweise-Thema, besitzen unter anderen drei der erfolgreichsten Leserunden-Portale: Büchereule, Leserunden.de und Steffis Bücherkiste. Die Zusammenstellung dieser Elemente ermöglicht dem Nutzer eine schnelle Orientierung und bietet eine hohe Übersichtlichkeit, wobei die wesentlichen Aspekte ohne zusätzlichen Ballast enthalten sind. Keines der Portale, das nur eine oder keine Leserunde im Untersuchungszeitraum durchführten, strukturiert die Leserunden-Seite auf diese Weise. Dieser Aufbau bietet einerseits für die Nutzer Vorzüge und erweist sich somit als positiv für die Entwicklung und Belebung des Portals. Andererseits resultiert er aber auch erst aus einer regen Nutzerbeteiligung. Denn ein Archiv macht für gewöhnlich erst dann Sinn, wenn es etwas zu archivieren gibt und ein Regel-Thema mag erst dann eingerichtet werden, wenn oft neue Nutzer dazu stoßen, sodass nicht ständig erklärt werden muss, worum es sich bei Leserunden handelt und wie sie funktionieren. Zudem erleichtert dieser Regel-Thread die Selbstkontrolle der Forennutzer, da alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich zu informieren, welche portalseigenen Regeln sie beim Verfassen ihrer Beiträge beachten sollten, um sich dem etablierten Umgangston anzupassen. Diese im Vergleich zu ausschließlicher Selbstregulierung explizitere Art der Forcierung von regelkonformem Verhalten ist ebenfalls typisch für größere Diskussionsplattformen.[128]

Von den fünf Portalen, die nur eine Leserunden-Übersicht eingerichtet haben, lassen sich drei bezüglich der Leserunden-Aktivität als tot charakterisieren, zwei weitere führten eine Leserunde durch, wobei hier eine sehr erfolgreiche Leserunde des Piper-Portals inbegriffen ist. Bei Piper startete denn auch am 4.10.2010 eine nächste Leserunde.[129] Diese Form der Leserbeteiligung hat sich somit für Piper etabliert und wird gezielt vorrangig für Neuerscheinungen eingesetzt. Neben Piper haben auch Lübbe, Bellas Wonderworld sowie das Kettenleser-Forum kurz nach Ende des Untersuchungszeitraums eine weitere Leserunde gestartet. Dies zeigt, dass auch bei den Portalen, die mit nur einer Leserunde pro halbem Jahr ein sehr bescheidenes Leserunden-Angebot haben, andauerndes Interesse besteht, wodurch die Aktivitäten fortgeführt werden.

Neben der Organisation der Leserunden-Seite charakterisiert der Aufbau der einzelnen Diskussionen eine Online-Leserunde. Die grundlegende Einteilung erfolgt bei 27 Portalen bzw. 63 Prozent durch die Einrichtung mehrerer Threads, die die Diskussionen nach Seiten- oder Kapitelzahl gliedern.[130] Üblicherweise werden zwischen drei und sechs Abschnitte angelegt. Daneben führen elf Portale bzw. 25 Prozent die gesamte Diskussion ausschließlich in einem Thema. In zwei Portalen – Literaturforum und Büchertreff – werden einige Leserunden nur in einem Thread, andere mit einer Kapitel-Unterteilung durchgeführt.[131] Die zweigleisige Leserunden-Strategie, die im Büchertreff verfolgt wird, gestaltet sich wie folgt: ›Große Leserunden‹ finden meist nur einmal pro Monat statt, oft organisiert durch Administratoren, mit Begleitung des Autors und einer Teilnehmerzahl von sieben bis fünfzehn Nutzern. ›Mini-Leserunden‹ dagegen entstehen, indem »sich meist nur zwei bis drei Mitglieder [verabreden], sich selbstständig und völlig frei [organisieren].«[132] Für sie wurde ein eigenes Thema eingerichtet und sie finden mit weniger Teilnehmern und weitaus häufiger als Große Leserunden statt.[133] Die Großen Leserunden werden für die Diskussion nach Kapiteln- bzw. Seitenzahlen unterteilt, die Mini-Leserunden nicht. Im Büchertreff-Portal sind beide Formen der Leserunde sehr beliebt und erfreuen sich reger Teilnahme.

Zu den Schwierigkeiten, die die Unterteilung des Buches in Abschnitte für die Diskussion mit sich bringen kann, äußert sich ein Moderator im Buchcouch-Forum, nachdem einige Nutzer bemerkten, dass die Einteilung an einer inhaltlichen Stelle erfolgte, die aufgrund des Spannungsbogens das Einlegen einer Lesepause, um sich im Forum auszutauschen, sehr erschwerte:

Mir ist es tatsächlich lieber wenn die Abschnitte in etwa gleich groß sind[134] und manchmal klappt das halt nicht mit den Kapiteleinteilungen. [...].[135]

Dennoch verbinden sich mit der Unterteilung der Diskussion nach Kapiteln gewisse Vorzüge: Spoiler[136] können sehr leicht vermieden werden, indem die Regel gilt, dass in dem jeweiligen Thema bis zu den angegebenen Seiten bzw. Kapiteln über das Buch geschrieben werden darf. So können User nur die Themen lesen, die ihrem aktuellen Lesestand entsprechen, wenn sie nicht gespoilert werden möchten. Absprachen bezüglich des Lesetempos – die in den Mini-Leserunden individuell getroffen werden und in anderen nicht unterteilten Leserunden viele Beiträge benötigen – werden somit nahezu hinfällig. Die Teilnahme von Lesern, die nach dem offiziellen Starttermin einsteigen, wird durch diese Aufteilung ebenfalls erleichtert. Generell fördert die Leserunden-Unterteilung eine lebhaftere Diskussion, da keine Rücksicht auf langsamer lesende Teilnehmer genommen werden muss und die Einteilung dazu anregt, nach den jeweiligen Abschnitten seine Eindrücke zu äußern anstatt nur ein Fazit nach der Lektüre des gesamten Buches zu verfassen. Für Informationssuchende, die die Leserunde eventuell nach ihrem Stattfinden nachverfolgen, ermöglicht die Einteilung der Diskussion eine bessere Orientierung. Für wenige Teilnehmer, die sich leichter absprechen können, funktioniert allerdings auch die Ein-Themen-Diskussion gut, wie viele sehr intensiv geführte Mini-Leserunden im Büchertreff-Forum beweisen.

[...]


[1] Cecilia Konchar Farr: Reading Oprah. How Oprah‘s Book Club changed the way America reads. Albany, NY: State University of New York Press 2005, S. 60.

[2] Wie in der Magisterarbeit von Yvonne Schindler: Reading Groups in den USA, Großbritannien und Deutschland. Kollektives Lesen zwischen Privatinitiative, Leseförderung und Marketing (Magisterarbeit der Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz). Mainz 2007.

[3] So auch Elizabeth Long mit Bezug auf die Situation in den USA, wo äußert zahlreich Reading Groups aufzufinden sind: Reading Groups seien für Außenstehende nahezu unzugänglich, »except through informal networks or through voluntary responses to more formal methods of outreach.« Elizabeth Long: Book Clubs. Women and the uses of reading in everyday life. Chicago, Ill.: Univ. of Chicago Press 2003, S. xii.

[4] DeNel Rehberg Sedo: Readers in Reading Groups. An Online Survey of Face-to-Face and Virtual Book Clubs. In: Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologies 9 (2003) Nr. 1, S. 66.

[5] Vgl. Sedo: Readers in Reading Groups, S. 60.

[6] Vgl. Jenny Hartley: The Reading Groups Book. 2002-2003 Edition. Oxford, New York: Oxford University Press 2001.

[7] Vgl. Hartley: The Reading Groups Book, S. 4.

[8] Vgl. Elizabeth Long: Book Clubs. Women and the uses of reading in everyday life. Chicago, Ill.: Univ. of Chicago Press 2003.

[9] Vgl. Long: Book Clubs, S. 82–87.

[10] Vgl. Long: Book Clubs, S. 222f.

[11] Vgl. Long: Book Clubs, S. 215f.

[12] Vgl. Sedo: Readers in Reading Groups, S. 86.

[13] Julia Novak: Gemeinsam lesen. Die Buchgruppe als soziales Phänomen und ökonomische Triebkraft (Literatursoziologie 1). Berlin: Lit 2007.

[14] Vgl. Novak: Gemeinsam lesen, S. 99.

[15] Vgl. Gesine Boesken: Literarisches Handeln im Internet. Schreib- und Leseräume auf Literaturplattformen. Diss., Köln 2009. Erschienen Konstanz: UVK Verl.-Ges. 2010.

[16] Vgl. Boesken: Literarisches Handeln im Internet, S. 14, 243.

[17] Long: Book Clubs, S. xii.

[18] Vgl. Novak: Gemeinsam lesen, S. 87.

[19] Novak: Gemeinsam lesen, S. 15.

[20] Über mich. In: Website »Lesekreis«. URL: http://lesekreis.org/uber-mich/ [17.12.2010].

[21] Vgl. Leserunde. In: Wikipedia. Zuletzt geändert am 21.06.2009. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Leserunde [12.11.2010]. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt auf der online durchgeführten Diskussion, sodass unklar ist, ob sich die Bezeichnung auch zur deutschen Benennung von klassischen Reading Groups eignet.

[22] Ähnlich verfährt Elizabeth Long in ihren knappen Ausführungen zu Online-Reading Groups, siehe Long: Book Clubs, S. 206–218.

[23] Vgl. Hartley: The Reading Groups Book, S. 3.

[24] Hartley: The Reading Groups Book, S. 4.

[25] Vgl. Katri Lietsala u. Esa Sirkkunen: Social Media. Introduction to the tools and processes of participatory economy. Tampere: Tampere University Press 2008. Online-Ressource. URL: http://urn.fi/urn:isbn:978-951-44-7320-3 [03.06.2013], S. 14.

[26] So die Beschreibung von Social Software nach Tom Alby: Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien. 3., überarb. Aufl. München: Hanser 2008, S. 89.

[27] Vgl. Anja Ebersbach, Markus Glaser u. Richard Heigl: Social Web (UTB Medien- und Kommunikations-wissenschaft, Soziologie, Pädagogik, Informatik 3065). Konstanz: UVK Verl.-Ges. 2008, S. 29–31.

[28] Eigene Aufzeichnungen zur Tagung, Vgl. Stephanie Kurschus und Anke Vogel: Die Digitale Bibliothek – Auf der Suche nach einem Phantom. Jahrestagung der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft 2010. In: 11. IBG-Jahrestagung. Website der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft. URL: http://www.buchwiss.de/index.php?article_id=29 [14.01.2011].

[29] Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch. Hrsg. von Ursula Rautenberg. Berlin: de Gruyter Saur 2010.

[30] Ulrich Saxer: Buchwissenschaft als Medienwissenschaft. In: Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch. Hrsg. von Ursula Rautenberg. Berlin: de Gruyter Saur 2010, S. 72.

[31] Saxer: Buchwissenschaft als Medienwissenschaft, S. 69.

[32] Vgl. Ebd. S. 94f.

[33] Ebd. S. 68.

[34] Ebd. S. 97.

[35] Vgl. Philipp Mayring: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (Beltz Pädagogik). 10., neu ausgestattete Aufl., Weinheim: Beltz 2008, S. 11–13.

[36] Werner Früh: Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis (UTB Medien- und Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Soziologie 2501). 6., überarb. Aufl. Konstanz: UVK Verl.-Ges. 2007, S. 27.

[37] Vgl. Patrick Rössler: Inhaltsanalyse (UTB basics 2671). Konstanz: UVK Verl.-Ges. 2005, S. 16f sowie Früh: Inhaltsanalyse, S. 64.

[38] Die Kategorienentwicklung kann theorie- oder empiriegeleitet erfolgen. Früh plädiert für eine Verknüpfung von induktivem und deduktivem Vorgehen. Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 73f.

[39] Vgl. auch für eine detailliertere Beschreibung des Forschungsprozesses Früh: Inhaltsanalyse, S. 78–112 sowie Rössler: Inhaltsanalyse, S. 34–182.

[40] Vgl. Klaus Merten: Inhaltsanalyse. Einführung in Theorie, Methode und Praxis. 2., verb. Aufl. Opladen: Westdt. Verl. 1995, S. 50.

[41] Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 29–33.

[42] Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 67f.

[43] Vgl. Mayring: Qualitative Inhaltsanalyse, S. 19f.

[44] Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 71.

[45] Vgl. Martin Welker, u. a.: Die Online-Inhaltsanalyse: methodische Herausforderung, aber ohne Alternative. In: Die Online-Inhaltsanalyse. Forschungsobjekt Internet. Hrsg. von Martin Welker u. Carsten Wünsch. Köln: von Halem 2010, S. 9–15.

[46] Vgl. Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 11, 24.

[47] Vgl. Codebuch im Anhang.

[48] Vgl. Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 24.

[49] Vgl. Nicola Döring: Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen (Internet und Psychologie 2). 2., vollst. überarb. und erw. Aufl. Göttingen: Hogrefe 2003, S. 236–238.

[50] Vgl. Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 11.

[51] Vgl. Ebd.

[52] Vgl. Ebd. S. 11f.

[53] Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 12.

[54] Vgl. Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 12.

[55] Monika Taddicken u. Kerstin Bund: Ich kommentiere, also bin ich. Community Research am Beispiel des Diskussionsforums »ZEIT Online«. In: Die Online-Inhaltsanalyse. Forschungsobjekt Internet. Hrsg. von Martin Welker u. Carsten Wünsch. Köln: von Halem 2010, S. 167.

[56] Vgl. Taddicken u. Bund: Ich kommentiere, also bin ich, S. 167f.

[57] Vgl. auch für genauere Ausführungen Welker: Die Online-Inhaltsanalyse, S. 18–25.

[58] Vgl. Rössler: Inhaltsanalyse, S. 183–189.

[59] Klaus Merten: Inhaltsanalyse, S. 319f.

[60] Vgl. Merten: Inhaltsanalyse, S. 319f sowie Rössler: Inhaltsanalyse, S. 87–95.

[61] Für eine Auflistung der untersuchten Websites siehe Tabelle i im Anhang.

[62] Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 73f sowie Dorette Wesemann u. Martin Grunwald: Inhaltsanalyse von Online-Diskussionsforen für Betroffene von Essstörungen. In: Die Online-Inhaltsanalyse. Forschungs-objekt Internet. Hrsg. von Martin Welker u. Carsten Wünsch. Köln: von Halem 2010, S. 395.

[63] Vgl. insbesondere Hartley: The Reading Groups Book sowie David Laskin u. Holly Hughes: The Reading Group Book. The complete guide to starting and sustaining a reading group, with annotated lists of 250 titles for provocative discussion. New York N.Y.: Plume 1995.

[64] Vgl. Novak: Gemeinsam lesen sowie Long: Book Clubs.

[65] Vgl. Gesine Boesken: Literarisches Handeln im Internet.

[66] Vgl. Rössler: Inhaltsanalyse, S. 183–196.

[67] Vgl. Ebd. S. 104–115.

[68] Rössler: Inhaltsanalyse, S. 121.

[69] Vgl. Ebd. S. 120–128.

[70] Vgl. Ebd. S. 145–154.

[71] Vgl. Weblog. In: ITWissen. Das große Online-Lexikon für Informationstechnologie. URL: http://www.it- wissen.info/definition/lexikon/weblog-Blog-Weblog.html [15.8.2010] sowie Alexander Stocker u. Klaus Tochtermann: Anwendungen und Technologien des Web 2.0. Ein Überblick. In: Social Semantic Web. Web 2.0 – Was nun? Hrsg. von Andreas Blumauer u. Tassilo Pellegrini. Berlin: Springer 2009, S. 65f und Tom Alby: Web 2.0, S. 21f.

[72] Für ein Beispiel siehe Abbildung i im Anhang.

[73] Vgl. Stefan Münz: Foren und Boards. In: SELFHTML. URL: http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/gedanken/foren-boards/ [14.8.2010].

[74] Vgl. Münz: Foren und Boards sowie Dietmar Strauch u. Margarete Rehm: Lexikon Buch, Bibliothek, neue Medien. 2., aktualisierte und erw. Ausg. München: Saur 2007, S. 74.

[75] Vgl. Döring: Sozialpsychologie des Internet, S. 71.

[76] Vgl. Münz: Foren und Boards.

[77] Michael Bächle: Social Software. In: Informatik Spektrum 29 (2006) Nr. 2, S. 122.

[78] Vgl. Antony Mayfield: What is Social Media? In: Our Research. iCrossing-Website. URL: http://www. icrossing.com/research/what-is-social-media.php [28.8.2010], S. 6, 23.

[79] Vgl. Jan Schmidt: Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0 (=Kommunikationswissenschaft). Konstanz: UVK-Verl.-Ges. 2009, S. 37.

[80] Der Begriff des Sprechaktes kennzeichnet, dass jede sprachliche Äußerung zugleich eine Handlung darstellt. Vgl. Jürgen Pafel: Pragmatik. In: Einführung in die germanistische Linguistik. Hrsg. von Jörg Meibauer, Ulrike Demske u. a. Stuttgart: Metzler 2002, S. 231.

[81] Vgl. Früh: Inhaltsanalyse, S. 111–120.

[82] Vgl. Rössler: Inhaltsanalyse, S. 21.

[83] Vgl. Taddicken u. Bund: Ich kommentiere, also bin ich, S. 174.

[84] Ein weiteres in der Recherche ermitteltes Portal wurde zum Erhebungszeitpunkt nicht mehr aufgefunden. Es handelte sich um ein Forum zu Historischen Romanen; der Link leitet nun zum entsprechenden Themenschwerpunkt des Droemer Knaur-Verlags weiter. Eine Auflistung der erfassten Portale findet sich in Tabelle 2 sowie in Tabelle i im Anhang.

[85] Vgl. Leserunden-Blog zu David Foster Wallace Unendlicher Spaß. URL: http://www.unendlicherspass.de/ [19.12.2010].

[86] Vgl. Impressum. In: Website von LovelyBooks. URL: http://www.lovelybooks.de/info/impressum/;jsessionid=FED540FAA755A1E0EA2E7A275B2829B7 [03.06.2013].

[87] Vgl. Unsere Literaturportale. In: Website der LiteraturCouch. URL: http://www.literatur-couch.de/unsere-literatur-portale.html [20.11.2010] sowie die jeweiligen Impressen. Mittlerweile gibt es auch die Kinder- und Kochbuchcouch.

[88] Vgl. Leserunden-Forum. In: Website von Petra Schier. URL: http://forum.petra-schier.de/ [20.11.2010].

[89] Hartley: The Reading Groups Book, S. 156.

[90] Vgl. Novak: Gemeinsam lesen, S. 20.

[91] Vgl. Thomas Kilian, Berthold H. Hass u. Gianfranco Walsh: Grundlagen des Web 2.0. In: Web 2.0. Neue Perspektiven für Marketing und Medien. Hrsg. von Berthold H. Hass, Gianfranco Walsh u. Thomas Kilian. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2008, S. 8f.

[92] Vgl. Long: Book Clubs, S. 19.

[93] Für eine Aufstellung der Portale mit Zuordnung aller Daten aus diesem Kapitel siehe Tabelle ii im Anhang.

[94] Mit Ausnahme des KiWi-Blogs zu Unendlicher Spaß, welches jedoch einen Sonderfall darstellt, da es außerhalb des Erhebungszeitraums liegt.

[95] Vgl. Alby: Web 2.0, S. 22.

[96] Eine komplette Aufschlüsselung der Einbindungs-Kategorien je Portal finde sich in Tabelle iii im Anhang.

[97] Tinkerbells Buchsalon. URL: http://www.buchsalon.net/index.php?page=Index [27.01.2011].

[98] Nethas Schmökerkiste. URL: http://www.nethas-schmoekerkiste.de/ [27.01.2011].

[99] Literaturforum. URL: http://www.literaturforum.de/forum/ [27.01.2011].

[100] Vgl. Rössler: Inhaltsanalyse, S. 195.

[101] Auf den Begriff der kritischen Masse wird weiter unten näher eingegangen, vgl. auch Joachim R. Höflich: Technisch vermittelte interpersonale Kommunikation. Grundlagen, organisatorische Medienverwendung, Konstitution »elektronischer Gemeinschaften« (=Studien zur Kommunikationswissenschaft 8). Opladen: Westdt. Verl. 1996, S. 239–241.

[102] Einige weitere, nur einmal vorkommende Kombinationen sowie eine vollständige Auflistung der benötigten Registrierungsdaten pro Portal sind im Anhang in Tabelle ii zu finden.

[103] Der Text lautet wie folgt: »Hallo Snoodge, du hast dich vor 4 Tagen im Forum angemeldet und bisher noch nicht ein Wort geschrieben. Selbst auf die Begrüßung der User hast du nicht reagiert. Laut Punkt vier der Forenregeln wirst du deshalb jetzt gelöscht. Liebe Grüße vom Schmökerkisten Team«.

[104] Leserunden.de - FAQ. In: Leserunden.de. URL: http://www.leserunden.de/index.php/topic,22.0.html [21.11.2010]. Anmerkung: Ohne einen gültigen Account ist diese Seite nicht einsehbar

[105] Vergleiche dazu auch die Angaben zu aktiven und registrierten Nutzern der Literatur- und Fantasy-Foren in Tabelle 2.

[106] Höflich: Technisch vermittelte interpersonale Kommunikation, S. 239.

[107] Vgl. Joachim R. Höflich: Mensch, Computer und Kommunikation. Theoretische Verortungen und empirische Befunde. Frankfurt am Main: Lang 2003, S.191, 197f.

[108] Lesezeichenforum, Toms Krimitreff und Villa Kunterbunt.

[109] Die Edelstein-Trilogie Fanseite, ichlesehaltgern, Bellas Wonderworld und Tinkerbells Buchsalon.

[110] Herzgedanke und Petra Schier.

[111] Mitteilung aus dem September 2010. In: Libriamici. URL: http://www.libriamici.de/geschlossen.htm [22.11.2010]. Diese Seite existiert nicht mehr. [03.06.13]

[112] Die Möglichkeiten reichen von der Auswahl per Abstimmung oder per Kommitee, über die Wahl durch einzelne Mitglieder im Wechsel bis hin zum Engagement von externen Beratern. Die einzelnen Strategien sind nicht nur zentral für die Ausrichtung der Reading Group, sondern auch für das Ausmaß ihres demokratischen Charakters. Vgl. Long: Book Clubs, S. 97–105.

[113] Vgl. LovelyBooks Mediadaten (PDF-Dokument). Verfügbar über: Werben auf LovelyBooks. In: Lovely-Books-Website. URL: http://www.lovelybooks.de/info/werben/ [27.11.2010], S. 10.

[114] Beitrag 146 im Thema Gemeinsam lesen?. In: Lübbe-Forum. URL: http://www.luebbe.de/forum/show-thread.php?t=448&page=17 [27.11.2010]. Die gesamte Diskussion zum Start einer Leserunde ist nachzuverfolgen unter: http://www.luebbe.de/forum/showthread.php?p=33074&mode=linear#post33074 [27.11.2010].

[115] Zwei Beispiele: Karl May goes Quentin Tarantino. In: Piper-Forum. URL: http://www.piper-fantasy.de/ forum/karl-may-goes-quentin-tarantino [28.11.2010] sowie Leserunde zu »Die Zombies« von Thomas Plischke. In: Piper-Forum. URL: http://www.piper-fantasy.de/forum/leserunde-zu-die-zombies-von-thomas-plischke [28.11.2010].

[116] Ankündigung Leserunde Witzko und Sneak: Die Geisterseherin. In: Piper-Forum. URL: http://www.piper-fantasy.de/node/44517 [03.06.2013].

[117] Vgl. Info und Anleitung zu Mini-Leserunden. In: Forum des Büchertreffs. URL: http://www.buechertreff. de/mini-leserunden/53165-infos-anleitung-mini-leserunden/?s=4e76cf6bad3519b84c1ec19e73623e09 b953e4af [28.11.2010].

[118] Vgl. Ablauf von Leserunden! In: Büchereule-Forum. URL: http://www.buechereule.de/wbb2/thread. php?threadid=15444 [28.11.2010].

[119] Vgl. Regelung zur monatlichen Leserunde. In: Buchcouch-Forum. URL: http://buchcouch-forum.de/ forum/index.php/topic,4567.0.html sowie Was ist eine Leserunde und wie läuft sie ab? In: Buchcouch-Forum. URL: http://buchcouch-forum.de/forum/index.php/topic,2710.0.html [28.11.2010].

[120] Wie läuft so eine Leserunde ab? In: Leserunden.de-Website. URL: http://www.leserunden.de/index.php/topic,4002.0.html [28.11.2010]. Diese Seite ist nur für angemeldete Nutzer sichtbar.

[121] Vgl. Buchvorschläge - FAQ. In: Literaturschock-Forum. URL: http://www.literaturschock.de/literaturfo-rum/index.php/topic,2181.0.html, Allgemeine Regeln zum Forum und zu den Leserunden. In: Steffis Bücherkiste-Forum. URL: http://www.steffis-buecherkiste.de/lrf/index.php?topic=2.0 sowie Allgemeines zur Benutzung dieses Forums. In: Klassikerforum. URL: http://www.klassikerforum.de/index.php/ topic,329.0.html [alle 28.11.2010].

[122] Vgl. Long: Book Clubs, S. 94–109.

[123] Rund um das Buch. In: Liebesromanforum. URL: http://www.vampire-multigaming.de/forum/index.php?c=8&sid=ca7352ca796f0327cb1bcb7062656f86 [25.11.2010].

[124] Leserunden. In: Phantastik-Couch-Forum. URL: http://forum.phantastik-couch.de/board-9-startAt-0.html [25.01.2011].

[125] Klassikerforum. URL: http://www.klassikerforum.de/ [25.01.2011].

[126] Literaturschock-Forum. URL: http://www.literaturschock.de/lsf/ [25.01.2011].

[127] Siehe Tabelle iii im Anhang für eine detaillierte Aufstellung.

[128] Vgl. Boesken: Literarisches Handeln im Internet. S. 226.

[129] Leserunden. In: Fantasy-Bereich der Piper-Verlagswebsite. URL: http://www.piper-fantasy.de/forum/8-archiv [03.06.2013].

[130] Basierend auf allen untersuchten Portalen, darunter auch tote Portale sowie Blogs, bei denen diese Kategorie nicht erhoben wurde (vgl. Codebuch).

[131] Die gesamte Auflistung des Diskussionsaufbaus je nach Portal findet sich in Tabelle iii im Anhang.

[132] Anleitung: Leserunde - So funktioniert‘s! [Stand: 16.09.2009]. In: Forum des Büchertreffs. URl: http:// www.buechertreff.de/leserunden/4401-anleitung-leserunde-so-funktioniert-s-st/?s=543513db8e0d01 ae8a5b4ac90eb8c519c7943de4 [25.11.2010].

[133] Vgl. Ebd.

[134] Sie legt, wie sie in einem vorherigen Beitrag erklärte, bei der Einteilung für die Leserunde besonderen Wert auf Abschnitte mit einer ungefähr gleichen Seitenzahl, was bei dem in dieser Leserunde besprochenem Buch in keinster Weise mit den Kapiteleinteilungen überein stimmte.

[135] Buchcouch-D4-6,* Beitrag 89, Leserunde: Christine Anlauff Katzengold: Serrano ermittelt. In: Buchcouch-Forum. URL: http://buchcouch-forum.de/forum/index.php?PHPSESSID=01783dac465f36d3dfb 4ee03c7d2e309&topic=7347.0 [03.12.2010]. *Die Nachweise für die Beiträge aus erfassten Diskussionen folgenden entsprechend den Codierregeln festgelegten Schlüsselcodes. Lesebeispiel: Diskussion 4 des Buchcouch-Forums, Thema 6. Die Schlüsselcodes der einzelnen Portale finden sich sowohl im Quellenverzeichnis, als auch in Tabelle i im Anhang.

[136] Spoiler sind Informationen über die noch folgende Handlung, die den Spannungsbogen auflösen könnten.

Ende der Leseprobe aus 204 Seiten

Details

Titel
Gemeinschaftliche Lektüre im Social Web
Untertitel
Untersuchungen zum Potenzial von Online-Leserunden für die Buchbranche
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Jahr
2011
Seiten
204
Katalognummer
V229974
ISBN (eBook)
9783656449447
ISBN (Buch)
9783656450801
Dateigröße
12268 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gemeinschaftliche, lektüre, social, untersuchungen, potenzial, online-leserunden, buchbranche
Arbeit zitieren
Katharina Liehr (Autor:in), 2011, Gemeinschaftliche Lektüre im Social Web, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229974

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