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Das Kastenwesen im Hinduismus

Seine Auswirkungen auf das Leben in Indien

Titel: Das Kastenwesen im Hinduismus

Hausarbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Oliver Salewski (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Indien ist mit einer Gesamteinwohnerzahl von mindestens 1,24 Milliarden Einwohnern das zweit stärkst besiedelte Gebiet der Erde. Auf einer Landmasse von ca. 3,28 Millionen Km² treffen verschiedenste Kulturen, Religionen und Bedürfnisse aufeinander. 30% der Bevölkerung leben in den riesigen Ballungszentren und Großstädten wie z.B. Delhi, Kalkutta oder Mumbai. Die restlichen 70%, immerhin noch ca. 860 Millionen Menschen, leben in Dörfern und ländlichen Gemeinschaften zusammen. Die Lebensbedingung der Bevölkerungen reichen dabei von High-Speed DSL Internet und Sattelitengestütztem TV Empfang der reichen Städter bis hin zum Wunsch nach fließendem Frischwasser oder einem uneingeschränktem Brunnenzugang bei den Dörflern. Was hält dieses Land zusammen und wo sind seine Gemeinsamkeiten? Das eingangs von Bronger erwähnte Zitat gibt uns bei der Klärung dieser Frage einen Anhaltspunkt: Dass Kastenwesen. Es ist ein ausschließlich in Indien vorkommendes kulturelles Phänomen. Obwohl die indische Gesellschaft zum Großteil vom britischen Kolonialismus ab dem 17. Jahrhundert geprägt wurde, geht das Kastensystem auf eine über drei bis vier tausend Jahre alte Tradition und einen entsprechenden Entwicklungszeitraum und demnach tief verwurzeltes Kulturgut zurück.
In der Arbeit geht es darum, einen Überblick über das Kastenwesen zu geben und seine sozialen Auswirklungen auf das Leben der sich in ihm befindlichen Menschen aufzuzeigen. Neben der Darstellung des kulturellen Hintergrundes und der geschichtlichen Entwicklung spielen die Struktur, der Aufbau sowie die Organisation im täglichen Leben der indischen Bevölkerung eine Rolle.
Der Forschungsstand über Indien, die dort vorherrschenden Stände und sozialen Schichten ist sehr zahlreich und äußerst heterogen. Unzählige Publikationen sind zu diesem Thema erschienen. Um den Überblick nicht zu verlieren bezieht sich diese Arbeit maßgeblich auf die Forschung und Erkenntnisse von Dirk Bronger, Bernhard Kölver und Helmuth von Glasenapp. Bei der Analyse und Betrachtung der indischen Kultur wird versucht eine möglichst neutrale und wertfreie Position außerhalb des westlichen Moralverständnisses einzunehmen.
Ziel dieser Arbeit ist es also nicht, neue Erkenntnisse über das Kastenwesen zu gewinnen, sondern seine Entstehung und seine Auswirkungen unkommentiert aufzuzeigen. Die gegenwartsbezogenen Beispiele dienen dabei lediglich der Wiedergabe der aktuellen kulturellen Bewegung innerhalb des indischen Soziallsystems.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Hinduismus und des Kastenwesens

2.1. Entstehung des Hinduismus

2.2. Die Entstehung des Kastenwesens

3. Das Kastenwesen

3.1. Die Struktur des Kastenwesens

3.2. Die vier Varnas und die Dalit

3.3. Die Jatis im sozialen Leben

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das indische Kastenwesen, beleuchtet dessen historische Entstehung im Kontext des Hinduismus und untersucht die daraus resultierenden sozialen Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Menschen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Strukturierung des indischen Sozialgefüges und der Bedeutung von Traditionen in einem sich modernisierenden Land.

  • Historische Herleitung des Kastenwesens und des Hinduismus
  • Differenzierung zwischen Varna-System und Jati-Strukturen
  • Die gesellschaftliche Rolle und Lebensrealität der Dalits
  • Sozioökonomische Auswirkungen des Kastensystems im ländlichen vs. städtischen Raum
  • Spannungsfeld zwischen Tradition und Globalisierung

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Struktur des Kastenwesens

Während sich in den Großstädten die Unterschiede der Varnas und Jatis langsam lösen. ist es jedoch gerade in den ländlichen Gegenden Indiens für die Bevölkerung extrem wichtig sich innerhalb ihrer sozialen Strukturen, der Kasten, zu bewegen. Unser deutsches Wort „Kaste“ ist fast identisch mit dem spanischen Wort. Dieses bezieht sich laut Bronger auf das lat. Wort castus, welches man mit keusch übersetzen könnte. Im spanischen bedeutet „Casta“ „etwas nicht Vermischtes“. Es wurde wahrscheinlich Mitte des 15. Jahrhunderts von portugiesischen Seefahrern benutzt, als sie auf ihren Reisen auf die indische Gesellschaft trafen und versuchten deren Sozialgefüge daheim in Portugal zu beschreiben, welches ihnen sehr befremdlich vorgekommen sein muss. Im Laufe der Zeit wurde dann bis zum heutigem Tag das Wort Kaste für die Sanskritworte Varna und Jati benutzt. Zur besseren Unterscheidung werden daher im folgenden Text die Originalbezeichnungen verwendet.

Glasenapp definiert die einzelnen Jati und ihre Anhänger als „endogene Gruppen von Personen, die ihren Ursprung auf eine bestimmte menschliche oder göttliche Persönlichkeit zurückführen und durch feste, vererbte Pflichten und Rechte miteinander verbunden sind.“ Dies bedeutet also, dass man innerhalb einer Jati auf die Tradition seiner Ahnen zurückgreift und Teil dieser Erbfolge wird. Die Geburt des Hindu spielt dabei also die entscheidende Rolle, welcher Jati und dadurch vorgegeben auch welcher Varna man angehört. Am Anfang steht immer die Zugehörigkeit zu einer der Varna, diese gibt an, welche übergeordneten Gebote (Heirats-, Kleidungs-, Speisegebote etc.), Reinheitsvorschriften und Zeremonien man abzuleisten hat. Die Jatis beinhalten dann „Berufs“ spezifische Vorschriften. So dürfen zum Beispiel nur die Anhänger der oberen drei Varnas die Brahmanenschnur erhalten. Die damit verbundenen Feierlichkeiten gleichen einer Art Jugendweihe (dem sogenannten Ende des Brahmacarya Stadiums) und kennzeichnen die Träger als Zweimalgeborene. Dieser Ritus ist den Shudras, den unreinen, vorenthalten. Sie gelten in der indischen Gesellschaft lediglich als Einmalgeborene. Dieser Ausschluss geht auf die Zeit der arischen Einwanderer zurück und die damals vorherrschende Differenzierung zwischen reinen arischen und unreinen Dawiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Kastenwesen als kennzeichnendes Merkmal des indischen Kulturkreises ein und definiert den Rahmen sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Die Entstehung des Hinduismus und des Kastenwesens: Das Kapitel erläutert die polytheistischen Grundlagen des Hinduismus sowie zwei maßgebliche Theorien zur Entstehung des Kastenwesens.

3. Das Kastenwesen: Hier werden die Strukturen des Varna- und Jati-Systems, die Einordnung der Dalits und die Bedeutung des Kastenwesens für das soziale und berufliche Leben detailliert analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Tradition und das Spannungsfeld zwischen Kastendenken und dem Einfluss der Modernisierung in Indien zusammen.

Schlüsselwörter

Hinduismus, Kastenwesen, Indien, Varna, Jati, Dalit, Dharma, Karma, Reinkarnation, Tradition, Sozialstruktur, Reinheitsvorschriften, Modernisierung, Arier, Darwiden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem indischen Kastenwesen als historisch gewachsenem, tief in der indischen Gesellschaft verwurzeltem Sozialsystem.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die religiösen Grundlagen des Hinduismus, die historische Entstehung des Kastensystems sowie dessen Einfluss auf die soziale Organisation und den Alltag der indischen Bevölkerung ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen wertfreien Überblick über das Kastenwesen zu geben und seine Auswirkungen auf das Leben der Menschen sowie die aktuelle kulturelle Dynamik im indischen Sozialsystem aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der maßgebliche Forschungsergebnisse renommierter Experten wie Dirk Bronger, Bernhard Kölver und Helmuth von Glasenapp synthetisiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungstheorien (Arier/Darwiden-Hypothese vs. mythologisches Urwesen) sowie eine detaillierte Analyse der Kastenstrukturen, der verschiedenen Varnas und der besonderen Rolle der Jatis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Hinduismus, Kastenwesen, Varna, Jati, Dalit, Dharma sowie der Konflikt zwischen traditionellen Werten und der fortschreitenden Modernisierung Indiens.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Varnas und Jatis?

Während Varnas die übergeordnete vierstufige Hierarchie beschreiben, fungieren Jatis als endogene Unterkasten, die lokal organisiert sind und spezifische berufsbezogene Regeln sowie Reinheitsvorschriften festlegen.

Welche Rolle spielen die sogenannten "Dalits" im System?

Die Dalits, oft fälschlicherweise als "Kastenlose" bezeichnet, stehen außerhalb oder unterhalb des Varna-Systems und erfahren trotz rechtlicher Bemühungen um Gleichstellung in vielen ländlichen Gebieten weiterhin Diskriminierung.

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Details

Titel
Das Kastenwesen im Hinduismus
Untertitel
Seine Auswirkungen auf das Leben in Indien
Hochschule
Universität Hamburg  (Theologie)
Note
1,7
Autor
Oliver Salewski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V229998
ISBN (eBook)
9783656454267
ISBN (Buch)
9783656455066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kastenwesen hinduismus seine auswirkungen leben indien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Salewski (Autor:in), 2013, Das Kastenwesen im Hinduismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229998
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Leseprobe aus  18  Seiten
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