Innerhalb der Forschung gibt es eine breite Debatte über die Art der außenpolitischen Politik des Nationalsozialismus. Auf der einen Seite stehen die Strukturalisten, die die These vertreten, dass es keine klar zu erkennende außenpolitische Linie gab. Diese sind der Ansicht, dass sich das außenpolitische Streben Deutschlands planlos entwickelt habe und Begriffe wie „Lebensraum“ vor allem zu propagandistischen Zwecken genutzt wurden. Die radikale Entwicklung sei eine Folge der Eigendynamik und würde keinem konkreten Programm entspringen. Auf der anderen Seite gibt es die Richtung der Funktionalisten, die sich vor allem auf die Position von Adolf Hitler konzentrieren, sowie auf seine beiden Werke Mein Kampf und sein Zweites Buch. In diesen sehen sie einen Plan, der der späteren Politik zu Grunde lag.1
Um diese Debatte soll es innerhalb der Arbeit gehen. Zuerst wird der Aufstieg Adolf Hitlers und die Veränderung der Partei bis 1924 skizziert, um die Situation darzulegen, in welcher Adolf Hitler sich befand, als er Mein Kampf geschrieben hat. Daraufhin wird eine Quellenkritik von Mein Kampf vorgenommen. Daran anschließend wird die Entwicklung bis 1928 dargestellt, als Hitler sein Zweites Buch schrieb, welches ebenfalls einer Quellenkritik vorgenommen. In der Analyse werden diese beiden Schriften auf ihrer Aussagen bezüglich des Ostens hin untersucht. Die daraus entstehenden Sachzusammenhänge werden in die Forschungsdiskussion zwischen Funktionalisten und Strukturalisten eingebettet. Dabei geht es zum einen um die Frage, wie der Ostraum in Adolf Hitlers Schriften dargelegt wird. Zum anderen soll die Forschungsfrage erörtert werden, ob es sich bei Hitler um einen „ [...] ideologischen[n] Visionär mit einem aggressiven „Programm“ oder bloß ein[en] zutiefst „prinzipienlose[n] Opportunisten“ [...]“ handelte.2 Abschließend wird ein Fazit bezüglich der Darstellung des Ostraums und der beiden gegensätzlichen Thesen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Adolf Hitlers Eintritt in die Deutsche Arbeiter Partei (DAP)
3. Die Geschichte der DAP/NSDAP bis 1924
4. Adolf Hitlers Sicht auf den Osten
4.1 Die Entstehung von Mein Kampf und Weltanschauung Hitlers
5. Die Entwicklung bis 1928
5.1 Die Entstehung von Hitlers Zweitem Buch
6. Die Außenpolitik Adolf Hitlers in seinen Schriften und in der Forschung
7. Fazit
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
8.1 Quellen:
8.2 Literatur:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die außenpolitische Ideologie Adolf Hitlers anhand seiner zentralen Schriften „Mein Kampf“ und „Zweites Buch“, um die Debatte zwischen strukturalistischen und funktionalistischen Historikern zu beleuchten. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit ein geplantes, aggressives Programm zum „Ostraum“ existierte oder ob Hitlers Vorgehen eher opportunistisch geprägt war.
- Entwicklung von Hitlers politischem Aufstieg und Festigung der Macht bis 1928
- Quellenkritische Analyse von „Mein Kampf“ und „Zweitem Buch“
- Untersuchung der nationalsozialistischen Ideologie bezüglich Lebensraum und Rasse
- Einordnung der Forschungsdiskussion über Hitlers außenpolitische Zielsetzung
- Verknüpfung von Antisemitismus, Antibolschewismus und Expansionspolitik
Auszug aus dem Buch
4. Adolf Hitlers Sicht auf den Osten
Das bereits erwähnte 25-Punkte Programm ist eine der politischen Grundlagen der frühen NSDAP. Bauer schreibt über dieses, dass es „ganz dem Standardrepertoire der Völkischen Bewegung“ entsprungen, alles in allem aber „auffallend dürftig und fantasielos“ sei. Eine deutlichere Position nimmt hierbei die Schrift Adolf Hitlers ein. Hitler hatte sich als Führer der Partei etabliert. Er verfasste 1924 in Landsberg den ersten Teil von Mein Kampf, der 1925 veröffentlicht wurde, der zweite Teil wurde 1926 herausgegeben. Dadurch, dass dieses Zeugnis aus der Feder von Hitler selbst stammt, hat es einen großen Wert für die Forschung. Des Weiteren sieht Hitler sein Programm als richtig und damit auch als unabänderlich an, weshalb auch kaum etwas an den verschiedenen Ausgaben verändert wurde, was die Bedeutung noch weiter steigert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsdebatte zwischen Funktionalisten und Strukturalisten bezüglich der außenpolitischen Planung Hitlers.
2. Adolf Hitlers Eintritt in die Deutsche Arbeiter Partei (DAP): Darstellung der frühen politischen Anfänge Hitlers nach dem Ersten Weltkrieg und seinem Beitritt zur DAP im Jahr 1919.
3. Die Geschichte der DAP/NSDAP bis 1924: Schilderung der Parteientwicklung, der Radikalisierung sowie des gescheiterten Putsches 1923.
4. Adolf Hitlers Sicht auf den Osten: Analyse der ideologischen Grundlagen, insbesondere der Rolle von „Mein Kampf“ für die Ausformulierung von Rassegedanken und Lebensraum.
4.1 Die Entstehung von Mein Kampf und Weltanschauung Hitlers: Untersuchung der Entstehungsbedingungen von „Mein Kampf“ und der zentralen rassistischen Weltanschauung.
5. Die Entwicklung bis 1928: Überblick über die innerparteiliche Umgestaltung der NSDAP nach dem Verbot und der Haftzeit.
5.1 Die Entstehung von Hitlers Zweitem Buch: Hintergrund zum unveröffentlichten Manuskript von 1928 und dessen Bedeutung als ergänzende Quelle zur Außenpolitik.
6. Die Außenpolitik Adolf Hitlers in seinen Schriften und in der Forschung: Zusammenführung der Aussagen aus den Schriften mit der wissenschaftlichen Forschungsdebatte.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die Hitlers Rolle als ideologischer Visionär mit langfristigem Plan bestätigt.
8. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
8.1 Quellen:: Verzeichnis der Primärtexte.
8.2 Literatur:: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Werke.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Nationalsozialismus, Außenpolitik, Mein Kampf, Zweites Buch, Lebensraum, Ostraum, Rassenideologie, Antisemitismus, Funktionalismus, Strukturalismus, NSDAP, Ideologie, Weltanschauung, Expansion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die außenpolitische Ideologie von Adolf Hitler und prüft, ob seine Politik auf einem festen, langfristigen Plan oder auf bloßem Opportunismus basierte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Parteigeschichte der NSDAP, die Entstehung der Schriften „Mein Kampf“ und „Zweites Buch“ sowie die Verknüpfung von Rassenideologie und Lebensraumpolitik.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Hitler ein ideologischer Visionär mit einem aggressiven Programm war oder ein prinzipienloser Opportunist, der nur auf aktuelle Gegebenheiten reagierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der Schriften Hitlers und setzt diese in den Kontext der bestehenden historischen Forschungsdiskussion.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Aufstieg Hitlers, die Analyse seiner Schriften bezüglich des Ostraums sowie die Einbettung seiner Denkmuster in die Debatte zwischen Funktionalisten und Strukturalisten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Lebensraum, Rassenideologie, Mein Kampf, Antisemitismus und die historische Forschung zum NS-Staat.
Warum wurde Hitlers „Zweites Buch“ erst 1961 veröffentlicht?
Das Dokument blieb 1928 aus vermutlich wirtschaftlichen Gründen unveröffentlicht, da die Verkaufszahlen von „Mein Kampf“ nicht den erhofften Erfolg brachten.
Wie veränderte sich Hitlers Sicht auf den Osten im Zeitverlauf?
Während in „Mein Kampf“ primär ökonomische Argumente zur Ernährung des Volkes dominierten, verknüpfte Hitler im „Zweiten Buch“ die Ostraum-Ideologie explizit mit Antisemitismus und Antibolschewismus.
- Quote paper
- Christoph Kohls (Author), 2013, Der Lebensraum im Osten in den Schriften von Adolf Hitler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230005