Bevölkerungsentwicklung - UV


Unterrichtsentwurf, 2003

26 Seiten, Note: Schein


Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Sachanalyse
I.1. Weltbevölkerung im Überblick
I.2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
I.3. Bevölkerungswachstum weltweit
I.3.1. China
I.3.2. Indien
I.4. Zukunftsperspektive: Überleben in der Einen Welt

II. Unterrichtsvorbereitung
II. 1. Sachanalyse
II. 2. Unterrichtssequenz und Einordnung
II. 3. Lernziele
II. 4. Didaktische Analyse
II. 5. Methodische Analyse
II. 6. Unterrichtsverlaufsskizze
II. 7. Folien

III. Anhang
III.1. weitere Abbildungen
III.2. Abbildungsverzeichnis
III.3. Literaturverzeichnis

I. Sachanalyse

I.1. Weltbevölkerung im Überblick

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerungszahl nahezu vervierfacht - im Sommer 2002 zeigte die Weltbevölkerungsuhr über 6,2 Milliarden Menschen[1]. Jede Minute steigt die Weltbevölkerung um mehr als 150 Weltbewohner und die Probleme wachsen im Gleichschritt mit: Immer mehr Menschen müssen mit immer weniger Land und sauberem Wasser auskommen.

Das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit denen sich die Menschheit scheinbar unaufhaltsam vermehrt, sind mehr als Besorgnis erregend. In immer kürzeren Zeitspannen gibt es immer größere Zuwächse. Im Jahr 1800 beherbergte unser Planet noch eine Milliarde Menschen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten bereits ca. 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde, bis zum Jahre 1925 waren es zwei Milliarden, 35 Jahre später schon drei Milliarden. 1974 wurden vier und schon 1987 fünf Milliarden Menschen gezählt, der bisher letzte Milliarden-Sprung wurde am 12. Oktober 1999 aus der bosnischen Hauptstadt Sarajevo vermeldet.

Und unser Verbreitungsdrang scheint keine Grenzen zu kennen: Momentan wächst die Weltbevölkerung etwa um 1,2 Prozent oder 77 Millionen Menschen jährlich, laut UN-Prognose werden im Jahr 2050 rund 9,3 Milliarden die Welt bevölkern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Das rasante Wachstum der Erdbevölkerung steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Beginn der industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Im Zeitalter der Entdeckungen und Erfindungen nahm die Kindersterblichkeit ab, die Lebenserwartung nahm zu. Ertragssteigerungen der Landwirtschaft, Fortschritte in der Medizin und allgemeinen Hygiene werden zumeist als Ursachen hierfür genannt. Zunächst ereignete sich die "Bevölkerungsexplosion" in den Industriestaaten, erst seit dem 20. Jahrhundert in den so genannten Entwicklungsländern, die heute bereits einen Anteil von 80 Prozent der Weltbevölkerung aufweisen. Nach UN-Berechnungen werden im Jahr 2050 in den Entwicklungsländern etwa 8,2 Milliarden Menschen leben, d.h. 90 Prozent der Weltbevölkerung. Der Anteil der afrikanischen Bevölkerung wird auf 21 Prozent ansteigen. Jeder Sechste wird in Indien leben[2].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

Thomas Robert Malthus (1766-1834) hat in seinem „Essay on the principle of population” die geometrische Progression des Bevölkerungswachstums völlig richtig erkannt[3] und die ersten Tragfähigkeitsprognosen vorgenommen, zu denen mittlerweile von verschiedenen anderen Theoretikern differente Position bezogen worden ist. Ihre Einschätzungen reichen dabei vom überzeugten Pessimisten bis zum Wachstumsenthusiasten[4].

I.2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Da in Deutschland seit Jahren weniger Kinder geboren werden, ist die langfristige Erhaltung der Bevölkerungszahl nicht mehr gegeben. Zwar wurden die 1978 gestellten Prognosen eines Bevölkerungsrückganges um knapp 10 Mio. Menschen nicht erfüllt[5], doch zeigt die Alterspyramide Deutschlands ein erschreckendes Bild. Bereits jetzt leben mehr 35jährige in Deutschland (etwa 1.600.000), als Neugeborene dazukommen (etwa 800.000). Sollte die Entwicklung gleichbleiben, so prognostiziert das statistische Bundesamt für das Jahr 2050 eine Geburtenrate von etwa 500.000 Kindern, denen die erschreckend große Zahl von über einer Million 65jährigen gegenübersteht (vgl. Abb.3).

Da die Lebenserwartung wie bereits in den letzten Jahrzehnten (über 30 Jahre seit 1900) aufgrund der politisch stabilen Situation und des medizinischen Fortschritts gestiegen ist[6] und noch weiter steigt, wird es so zu einer Überalterung der Gesellschaft kommen, die zu vielfältigen Problemen führen wird, von denen nur das naheliegendste die Finanzierung der Renten ist. Während 1950 noch zwei Neugeborene für einen Rentner aufkommen mußte, so betrug dies 1999 nur noch ein Kind pro Rentner. Der Ausblick auf 2050 dreht die Situation bereits um und zeigt, dass ein Neugeborenes für zwei Rentner aufkommen muss[7].

Auf diese Probleme haben bisher nicht nur diverse Versicherungsanbieter reagiert, sondern in verstärktem Maße auch die „Spürnase“ der Nation, die Werbung. Sie hat die Überalterung der Gesellschaft erkannt und setzt auf die aktive Rentnergeneration als Zielpublikum (z.B. „Iglo – so ißt man heute“). Es liegt auf der Hand, welche gesellschaftlichen Entwicklungen sich aus dieser ersten Änderung des Zielpublikums ergeben. Die Masse regiert, und wenn diese „Masse“ die Älteren sind, wird auf die „jüngeren“ wenig Rücksicht genommen. Das bedeutet zwangsläufig, dass die Jugend verstärkt selbst die Initiative für ihre Belange ergreifen und folgerichtig an der Demokratie mitwirken muß.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3

Anhand der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland kann auch das Modell des demographischen Übergangs deutlich gemacht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4

Der demographische Übergang gliedert sich in vier Phasen[8]:

In der Phase 1 (in der derzeit nur noch ein geringer Teil der Entwicklungsländer angesiedelt werden muss) halten sich Geburten- und Sterberate auf einem sehr hohen Stand nahezu die Waage. Die Bevölkerung wächst sehr langsam und zeichnet sich aus durch eine hohe Sterberate an Kriegen, Seuchen und Hungersnöte.

In der Phase 2, der frühindustriellen Bevölkerung setzen die "Segnungen" der Zivilisation, bzw. der besseren medizinischen Versorgung ein. Die Kindersterblichkeit geht zurück, die Menschen werden älter. Die Sterberate sinkt, aber die Geburtenrate bleibt hoch, da sich das Fruchtbarkeitsverhalten der Menschen nur sehr langsam ändert. Das bedeutet einen steigenden Geburtenüberschuss und damit ein zunehmendes Bevölkerungswachstum.

In der Phase 3 sinkt die Sterberate weiter langsam ab. Allmählich sinkt jedoch auch als Folge eines höheren Lebensstandards die Geburtenrate, die Altersvorsorge wird nicht mehr allein durch Kinder bestimmt. Das Konsumverhalten ändert sich, Empfängnisverhütung wird praktiziert. Das Wachstum ist zwar noch hoch, zeigt jedoch schon sinkende Tendenz.

In der Phase 4 oder Spättransformationsphase, nähern sich Geburten- und Sterberate so weit, dass die Bevölkerungszahl konstant bleibt oder gar abnimmt. Ein hoher Lebensstandard, gepaart mit Maßnahmen der Familienplanung, ist die Ursache dieser Entwicklung.

I.3. Bevölkerungswachstum weltweit

I.3.1. China

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner (1996: China: 670 US $, Deutschland 28.730 US $, USA 27.680 US $), am Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (1990: 72,2 %) und an der Zahl der Arbeitslosen und Unterbeschäftigten (2000: etwa 170 Mio.) kann China zu den Entwicklungsländern gerechnet werden. China erhält so zinsgünstige ausländische Darlehen.

Dabei hat China jedoch in einigen Bereichen Industriestaaten-Niveau erreicht. Produkte des normalen Konsumgüterbereichs (Textilien, Schuhe, Maschinen) sind international konkurrenzfähig. China besitzt die Atombombe und Möglichkeiten, sie einzusetzen, sowie ein Raumfahrtprogramm mit Forschung und Entwicklung.

Die zukünftige Entwicklung Chinas gibt Anlass zu Spekulationen. So kann man sich China als Weltmacht und starken Gegenpol zu den Industrienationen genauso vorstellen, wie einen Absturz Chinas ins Chaos. Dieser könnte einerseits durch den Liberalisierungsdrang (Shanghai, Taiwan) erfolgen, andererseits durch einen Misserfolg der politischen Strategie[9].

Aufgrund des hohen Anteils an 15-24jährigen in der Bevölkerung Chinas, also einer hohen Zahl zukünftiger Eltern (etwa 16,8 % der Bevölkerung, das entspricht etwa 220 Mio. Menschen) im Zusammenhang mit dem exponentiellen Bevölkerungswachstum gilt die Bevölkerungsentwicklung Chinas als dramatisch, was auch durch die Betrachtung der bisherigen Entwicklung verdeutlicht werden kann.

Zwar beträgt die Wachstumsrate nur 1,3, doch aufgrund der hohen Bevölkerungszahl hat sich die Zahl im Laufe der vergangenen 50 Jahre verdoppelt.

Die wachsende Bevölkerungszahl gekoppelt mit der gestiegenen Lebenserwartung führt zu großen Problemen, vor allem auch deswegen, weil die Fläche und Beschaffenheit Chinas sich nicht ändert. Jeder neue Mensch braucht 0,08 ha Land zum Leben, allein bezogen auf Wohnraum, Infrastruktur, Schul- oder Arbeitsplatz. Dazu kommen noch 0,4 ha Land um eine ausgewogene Ernährung zu sichern[10].

Dabei wird die Ackerbaufläche durch geographische und klimatische Gegebenheiten auf 10 % der Staatsfläche eingeschränkt. Somit stehen jedem Einwohner nur 0,08 ha an Ackerland zur Verfügung. Diesem Defizit begegnet China nicht allein durch Gentechnik, sondern auch durch Bewässerung und Düngung, damit drei Ernten im Jahr möglich sind. Doch Überweidung, Übernutzung, Verwüstung und Desertifikation sind damit vorprogrammiert.

Dazu kommt die durch die höhere Bevölkerungszahl und durch das gestiegene Einkommen vergrößerte Umweltverschmutzung durch Müll, die Luftverschmutzung durch Kohleenergie oder Auto- und Fabrikabgase (2,65 t CO2-Emision pro Kopf) und die Wasserverschmutzung durch ungeklärtes Trinkwasser[11].

[...]


[1] http://ilsebill.biologie.uni-freiburg.de/cgi-bin/worldpop

[2] United Nations, Concise report on world population monitoring: population, environment and development, New York 2001

[3] Sander, S. 50 f.

[4] ebd.

[5] Sander, S.8

[6] vgl. Abb. III.1.1

[7] vgl. Abb.III.1.3

[8] Kuls, 144 ff.

[9] SARS hat aufgrund der Geheimhaltung der chinesischen Regierung über die Verbreitung des SARS-Virus bereits zu ersten Unruhen und einer kritischen Haltung der Regierung gegenüber geführt

[10] United Nations: World Population Prospects: The 2000 Revision, New York 2001

[11] Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: Weltbevölkerung und Umwelt, 2001

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Bevölkerungsentwicklung - UV
Hochschule
Universität Bayreuth  (Didaktik der Geographie)
Veranstaltung
Hauptseminar Didaktik der Erdkunde
Note
Schein
Autor
Jahr
2003
Seiten
26
Katalognummer
V23002
ISBN (eBook)
9783638262125
Dateigröße
949 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Komplette UV, mit Sachanalyse, Didaktische Analyse und Materialien - später zur Zulassungsarbeit aufgepustet...
Schlagworte
Bevölkerungsentwicklung, Hauptseminar, Didaktik, Erdkunde
Arbeit zitieren
Alexandra Meier (Autor), 2003, Bevölkerungsentwicklung - UV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23002

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