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Antikenrezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels im 15. Jahrhundert

Titel: Antikenrezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels im 15. Jahrhundert

Bachelorarbeit , 2011 , 43 Seiten

Autor:in: Charlotte Kempf (Autor:in)

Buchwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Charlotte Kempf widmet sich in dieser Arbeit der Rezeption von antiker Literatur in der Epoche der Renaissance. Dabei wird untersucht, welche Auswirkungen die Erfindung Gutenbergs, der Druck mit beweglichen Lettern, auf die Antikenrezeption im 15. Jahrhundert hatte und wie sich die Wahrnehmung antiker Literatur dadurch änderte.
Der Wandel der Schriftkultur in der Renaissance führte zu einer Verbreitung, Bewahrung und teilweise auch Wiederentdeckung antiker Literatur, die ohne den Buchdruck nicht möglich gewesen wäre.
Diese Untersuchungen führt Kempf exemplarisch an der Literatur des antiken Autors Plinius dem Jüngeren durch, dessen „Epistulae“ vor dem Hintergrund des Medienwechsels im 15. und frühen 16. Jahrhundert zum ersten Mal einem größeren Publikum in seiner Gesamtheit bekannt wurde, da der Buchdruck eine weite Verbreitung des kompletten Werks in Europa erlaubte. Zu dieser Verbreitung von antiker Literatur trug vor allem auch die 1508 von Aldus Manutius gedruckte Ausgabe der „Epistulae“ bei, die in mehreren Auflagen bis weit in das 16. Jahrhundert hinein nachgedruckt wurde.

Charlotte Kempf studierte an der Johannes Gutenberg- Universität in Mainz Buchwissenschaft und Lateinische Philologie, seit 2011 widmet sie sich ihrem Masterstudium in Mittelalter- und Renaissancestudien an der Albert- Ludwigs- Universität Freiburg.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Thema, Forschungsumfeld und Fragestellung der Untersuchung

2 Antikenrezeption und medienhistorischer Kontext

2.1 Antikenrezeption in der Epoche der Renaissance

2.2 Der Medienwechsel von der Handschrift zum gedruckten Buch

3 Die „Epistulae“ des Plinius und ihre Rezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels

3.1 Handschriftenüberlieferung und Übergang zum Buchdruck bei Plinius

3.2 Buchausgaben und Verbreitung der „Epistulae“

3.3 Überlieferungsgeschichtliche Auswirkungen des Medienwechsels

4 Die Bedeutung des Medienwechsels für die Rezeption der „Epistulae“ von Plinius – ein Fazit

5 Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Forschungsliteratur

5.3 Elektronische Ressourcen

6 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch am Werk des Plinius minor die Auswirkungen des durch Gutenberg eingeleiteten Medienwechsels von der Handschrift zum gedruckten Buch auf die Antikenrezeption in der Frühen Neuzeit, wobei insbesondere druckgeschichtliche Fragen der Überlieferung und Textwahrnehmung im Zentrum stehen.

  • Wandel der Antikenrezeption vom Mittelalter zur Renaissance
  • Einfluss des Buchdrucks auf die Textüberlieferung und -verfügbarkeit
  • Druckgeschichte der „Epistulae“ des Plinius im 15. und 16. Jahrhundert
  • Zusammenführung antiker Textzeugnisse durch neue Medientechniken

Auszug aus dem Buch

3.2 Buchausgaben und Verbreitung der „Epistulae“

Mit dem Buchdruck trat die Rezeption von Plinius in eine neue Phase ein. Nicht mehr das eklektische literarische Zitat, sondern die Textgestalt insgesamt war es nun, die den Schwerpunkt der Rezeption bildete. Kurz gefasst könnte man sagen, dem Zitat folgte die Philologie. Die Gestalt des Textes spielte nun eine Rolle, die in den vorangegangenen Epochen kaum von Bedeutung schien. Dieser Wahrnehmungswechsel in der Renaissance vollzog sich in dem Sinne, dass mit dem Medium des gedruckten Buches zusätzlich Kommentare und Übersetzungen erschienen sind, sowie das Ziel verfolgt wurde, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Textes zu gewährleisten. Dieser Prozess der Wahrnehmung antiker Autoren kann nachverfolgt werden, wenn man Druckausgaben der „Epistulae“ im Detail betrachtet.

Nach meinen Recherchen im Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW),80 dem Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) sowie dem französischen und italienischen Pendant (Sudoc81 beziehungsweise Edit1682) unter dem Stichwort Pline le Jeune beziehungsweise Plinius Caecilius Secundus, Gaius, kann man heute annähernd 60 Druckausgaben von Plinius‘ Werk „Epistulae“ aus dem 15. und 16. Jahrhundert nachweisen.83

Zusammenfassung der Kapitel

1 Thema, Forschungsumfeld und Fragestellung der Untersuchung: Einführung in das Thema der Antikenrezeption in der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung des Autors Plinius minor und der medienhistorischen Rahmenbedingungen.

2 Antikenrezeption und medienhistorischer Kontext: Erläuterung der kulturellen Bewegung der Renaissance und der bedeutenden technologischen Zäsur durch die Erfindung des Buchdrucks für die Überlieferung antiker Texte.

3 Die „Epistulae“ des Plinius und ihre Rezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels: Detaillierte Untersuchung der handschriftlichen Tradition sowie der Verbreitung der Briefe durch gedruckte Ausgaben und deren auswirkungsgeschichtliche Analyse.

4 Die Bedeutung des Medienwechsels für die Rezeption der „Epistulae“ von Plinius – ein Fazit: Zusammenführende Betrachtung, wie der Buchdruck die Rezeption des Plinius durch materielle Präsenz und verbesserte Verfügbarkeit nachhaltig transformierte.

5 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, Forschungsliteratur sowie der genutzten elektronischen Datenbanken.

6 Anhang: Tabellarische Aufstellung der identifizierten Druckausgaben der „Epistulae“ zwischen 1471 und 1600.

Schlüsselwörter

Plinius minor, Epistulae, Antikenrezeption, Renaissance, Medienwechsel, Buchdruck, Inkunabeln, Textüberlieferung, Philologie, Humanismus, Überlieferungsgeschichte, Buchwissenschaft, Textkritik, Frühe Neuzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss des Medienwechsels von der Handschrift zum gedruckten Buch auf die Rezeption und Überlieferung der „Epistulae“ des antiken Autors Plinius in der Renaissance.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Antikenrezeption, den Transformationsprozessen in der Buchproduktion und der Philologie sowie der materiellen Tradition antiker Texte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Leitfrage zielt darauf ab, wie Gutenbergs Erfindung die Wahrnehmung antiker Werke veränderte und ob dadurch eine neue, dauerhafte Form der Sicherung und Verbreitung antiker Literatur erreicht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine fachwissenschaftliche Analyse der Überlieferungsgeschichte, ergänzt durch eine Auswertung bibliographischer Datenbanken (GW, VD 16, Sudoc, Edit 16) zur Rekonstruktion der Druckgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Kontext, der spezifischen Rezeption des Plinius im Mittelalter versus Renaissance sowie der druckgeschichtlichen Analyse der Inkunabeln und späterer Ausgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Antikenrezeption, Medienwechsel, Buchdruck, Überlieferungsgeschichte und Plinius minor.

Welche Bedeutung kommt dem 10. Buch der „Epistulae“ zu?

Das 10. Buch nimmt eine Sonderstellung ein, da es in den mittelalterlichen Handschriften kaum tradiert wurde und erst durch die Druckausgaben der Renaissance in seiner Gesamtheit als Teil des Werkes zusammengeführt wurde.

Warum wird Plinius als „Autor der zweiten Reihe“ bezeichnet?

Im Vergleich zu Cicero, der in der Rezeptionsgeschichte eine wesentlich dominantere Rolle als Vorbild für Humanisten einnahm, stand Plinius in der Bedeutung für das Mittelalter und die frühe Neuzeit zunächst zurück.

Welche Entdeckung wird im Anhang thematisiert?

Die Autorin identifizierte eine bisher in der Standardforschung und im Gesamtkatalog der Wiegendrucke nicht gelistete Inkunabel aus dem Jahr 1478, die von Johannes Schurener in Rom gedruckt wurde.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antikenrezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels im 15. Jahrhundert
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Charlotte Kempf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
43
Katalognummer
V230056
ISBN (eBook)
9783656450528
ISBN (Buch)
9783656450986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
antikenrezeption hintergrund medienwechsels jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Charlotte Kempf (Autor:in), 2011, Antikenrezeption vor dem Hintergrund des Medienwechsels im 15. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230056
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Leseprobe aus  43  Seiten
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