Hunde sind nach den Katzen das zweitbeliebteste Haustier der Deutschen. So zeigt eine Statistik des Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. , dass 2011 insgesamt 5,4 Millionen Hunde in 13,2 % der deutschen Haushalte lebten.
Immer wieder zeigen Untersuchungen, dass Hunde die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflussen. Doch wie bringt man die Betreuung des vierbeinigen Freundes mit den eigenen Arbeitszeiten und
-anforderungen in Einklang? Vor diesem Problem stehen sowohl Hundebesitzer als auch Menschen, die gerne einen Hund halten würden – und entscheiden sich laut einer Studie nicht selten genau aus diesem Grund gegen die Anschaffung.
In den letzten Jahren entstand daher der Trend, den Hund mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. Verschiedene Studien und Hundefreunde unterstellen dem besten Freund des Menschen auch im Arbeitsalltag positive Effekte. Für Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, in das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu investieren. Viele Firmen berücksichtigen dies bereits und kommen den Mitarbeitern mit Maßnahmen wie flexibler Arbeitszeitgestaltung, Kinderbetreuung etc. entgegen, um sie durch solche Bekundungen der Wertschätzung zu motivieren und an das Unternehmen zu binden.
Der positive Effekt, den das Mitbringen von Hunden zur Arbeit für die Hundehalter dadurch hat, dass sie den Job und die Betreuung des Vierbeiners besser vereinbaren können, liegt auf der Hand. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob Hunde im Büro darüber hinaus auch direkte (nicht zuletzt wirtschaftliche) Vorteile für die Unternehmen mit sich bringen, indem sie sich positiv auf das Arbeitsklima, die Motivation der Mitarbeiter sowie die Leistung von Teams auswirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Methodik
2 Voraussetzungen für die Hundehaltung am Arbeitsplatz
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Kriterien bezüglich des Arbeitsumfelds
2.3 Kriterien bezüglich der Hundeeignung
3 Definitionen und thematische Abgrenzung der Arbeit
3.1 Psychologische Dimensionen
3.1.1 Arbeitsklima
3.1.2 Mitarbeitermotivation
3.1.3 Teambildung
3.2 Betriebswirtschaftliche Bedeutung und Zusammenhänge
4 Studienergebnisse und Umsetzung in der Praxis
4.1 Studienergebnisse
4.1.1 Eastern Kentucky University (2001)
4.1.2 Eastern Kentucky University (2006)
4.1.3 State University of New York/University of California (2002)
4.1.4 Swedish University of Agricultural Sciences (2010)
4.1.5 Virginia Commonwealth University (2012)
4.1.6 Central Michigan University (2010)
4.1.7 Zusammenfassung der Studienergebnisse
4.2 Beispiele aus der Unternehmenspraxis
4.2.1 USA
4.2.2 Deutschland
5 Weitere Beispiele für den Einsatz von Hunden in Unternehmen
5.1 Personalgewinnung
5.2 Business Coaching mit Hunden
6 Schlussfolgerung: Hunde im Büro – ja oder nein?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Hundehaltung am Arbeitsplatz als betriebswirtschaftliche Maßnahme und analysiert, inwieweit diese Praxis positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima, die Mitarbeitermotivation und die Teambildung entfalten kann.
- Rechtliche und organisatorische Voraussetzungen für Bürohunde
- Psychologische Auswirkungen der Hundeanwesenheit auf Mitarbeiter
- Analyse internationaler Studien zur Wirksamkeit von Bürohunden
- Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der Personalgewinnung und -bindung
- Praxisbeispiele aus den USA und Deutschland
Auszug aus dem Buch
4.1.5 Virginia Commonwealth University (2012)
Eine Forschergruppe der Virginia Commonwealth University untersuchte in einer Studie, wie sich die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz u.a. auf den Stress der Mitarbeiter, die Einsatzbereitschaft im Unternehmen und die Arbeitszufriedenheit auswirkte. Die 2012 veröffentlichte Untersuchung wurde in einem Zeitraum von einer Woche bei einem großen amerikanischen Keramikwaren-Handelsunternehmen mit ca. 550 Angestellten durchgeführt, bei dem täglich zwischen 20 und 30 Hunden von den Mitarbeitern mitgebracht werden. Dazu wurden die Mitarbeiter in drei Gruppen eingeteilt. Die DOGS-Gruppe umfasste die Mitarbeiter, die ihren Hund an den Arbeitsplatz mitbringen, die NODOGS-Gruppe diejenigen, die einen Hund besitzen, diesen jedoch nicht mitbringen, und die NOPETS-Gruppe die Mitarbeiter ohne Hund. Anhand von Speichelproben und Umfragen wurden der Level des Stresshormons Cortisol bzw. die subjektiv empfundene Arbeitszufriedenheit dieser drei Gruppen im Tagesverlauf verglichen.
Bei der Messung des Stress-Levels am Morgen stellten die Forscher keine merkbaren Unterschiede zwischen den drei Mitarbeitergruppen fest. Im Tagesverlauf nahm der wahrgenommene Stress bei den Mitarbeitern der DOGS-Gruppe ab, während er in beiden Kontrollgruppen anstieg. Vor allem bei den Hundehaltern war der empfundene Stress an Tagen, an denen der eigene Hund zuhause blieb, erheblich höher als an Tagen, an denen er anwesend war. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Anwesenheit von Hunden im Betrieb den arbeitsbedingten Stress der Hundehalter reduzierte und dadurch deren Arbeitszufriedenheit steigerte. Auch andere Mitarbeiter, die mit den Hunden in Kontakt kamen, erwiesen sich als zufriedener und die Arbeitszufriedenheit in der Firma lag insgesamt über dem Branchendurchschnitt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Hundehaltung am Arbeitsplatz ein, verdeutlicht die Relevanz für moderne Unternehmen und formuliert die zentralen Fragestellungen der Bachelorarbeit.
2 Voraussetzungen für die Hundehaltung am Arbeitsplatz: Das Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Anforderungen an Arbeitsumgebung sowie die Eignung des Tieres für den Büroalltag.
3 Definitionen und thematische Abgrenzung der Arbeit: Es werden die zentralen psychologischen Konzepte Arbeitsklima, Mitarbeitermotivation und Teambildung definiert sowie deren betriebswirtschaftliche Bedeutung erläutert.
4 Studienergebnisse und Umsetzung in der Praxis: Dieser Abschnitt analysiert internationale Forschungsergebnisse zur Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz und illustriert die Umsetzung anhand von Unternehmensbeispielen in den USA und Deutschland.
5 Weitere Beispiele für den Einsatz von Hunden in Unternehmen: Es wird untersucht, wie Unternehmen Hunde gezielt zur Steigerung ihrer Attraktivität im Wettbewerb um Talente (Employer Branding) sowie in innovativen Coaching-Formaten einsetzen können.
6 Schlussfolgerung: Hunde im Büro – ja oder nein?: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse und diskutiert das Potenzial sowie die Herausforderungen der Hundehaltung am Arbeitsplatz in der betrieblichen Praxis.
Schlüsselwörter
Hunde im Büro, Bürohund, Arbeitsklima, Mitarbeitermotivation, Teambildung, Arbeitszufriedenheit, Stressreduktion, Personalbindung, Personalgewinnung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Tiergestützte Intervention, Unternehmenskultur, Employee Relations, Organisationspsychologie, Arbeitsplatzgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz als betriebswirtschaftliches Instrument genutzt werden kann, um positive Effekte für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu erzielen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Wirkung von Hunden am Arbeitsplatz, den rechtlichen Voraussetzungen für deren Haltung und dem strategischen Einsatz von Hunden im Personalmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Hunde im Büro direkte und wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen bieten, insbesondere im Hinblick auf das Arbeitsklima, die Mitarbeitermotivation und die Leistung von Teams.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter psychologischer und betriebswirtschaftlicher Theorien, der Auswertung internationaler empirischer Studien sowie einer eigenen Unternehmensbefragung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Analyse internationaler Studienergebnisse und einem Überblick über die Anwendung des Konzepts "Bürohund" in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsklima, Mitarbeitermotivation, Teambildung, Stressreduktion, Personalgewinnung und betriebliche Gesundheitsförderung.
Gibt es spezifische Herausforderungen bei der Haltung von Bürohunden?
Ja, laut Arbeit spielen Hygieneregeln, mögliche Allergien von Mitarbeitern, Hundephobien bei Kollegen oder Kunden sowie die Anforderungen an das Tier (Sauberkeit, Sozialverträglichkeit) eine entscheidende Rolle für die Umsetzbarkeit.
Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von der in den USA?
Während Haustiere am Arbeitsplatz in den USA bereits weithin etabliert sind und teilweise fester Bestandteil der Unternehmenskultur sind, steckt die Praxis in Deutschland noch in den Anfängen, gewinnt jedoch bei innovativen Unternehmen zunehmend an Bedeutung.
Welche Rolle spielen Hunde bei der Personalgewinnung?
Ein hundefreundliches Arbeitsumfeld kann als attraktives Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Point) dienen, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden.
- Arbeit zitieren
- Maria Kohl (Autor:in), 2013, Strategien zur Mitarbeitermotivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230078