Das vorliegende Heft 4 der Reihe Hurri-Mittani-Hanigalbat enthält die in Heft 3 (Die Palastarchive von Nuzi - Die peripheren Archive I-Getreideproduktion und Getreidedistribution) ausgewerteten Texte.
Inhaltsverzeichnis
Konkordanzliste
Vorwort
Zur inneren Chronologie der Texte
Texte
Nachträge
Corrigenda
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der systematischen Edition und wissenschaftlichen Kommentierung ausgewählter Keilschrifttexte aus den peripheren Palastarchiven von Nuzi. Ziel der Publikation ist es, die in den Archivbeständen C und D enthaltenen Texte zu erschließen, ihre chronologische Einordnung innerhalb der Nuzi-Texte zu diskutieren und die ökonomischen sowie administrativen Hintergründe – insbesondere im Bereich der Saatgutverwaltung und Gerstendistribution – transparent zu machen.
- Edition und philologische Analyse der Texte aus den Archiven C 19, D 3, D 6 und weiteren
- Rekonstruktion der Saatgutverwaltung und deren Rolle in der landwirtschaftlichen Organisation
- Untersuchung von Rechtsformen und sozialen Institutionen wie der sogenannten "Pseudo-Adoption"
- Klärung prosopographischer Zusammenhänge und genealogischer Reihen von Schreibern und Beamten
- Analyse der Versorgungsprioritäten innerhalb der gesellschaftlichen Klassen von Arrapha
Auszug aus dem Buch
Zur inneren Chronologie der Texte
Anders als im Falle des kontemporären Archivs des Šilwa-Teššup gestattet es das Fehlen entsprechender Rationenlisten im vorliegenden Fall nicht aufgrund geschlechts- und altersspezifischer Rationenmengen Kriterien für eine relative Chronologie der Texte zu erarbeiten. Immerhin erlaubt die Nennung eines Schreibernamens in einem Text aus D 6 eine mutmaßliche relative Einordnung der innerhalb des Gesamtkomplexes der Nuzi-Texte.
Der Text, +EN 9/1 Nr. 405 (SMN 3388) nennt als Schreiber einen gewissen Ḫašip-Tilla. Ein Schreiber gleichen Namens mit der Filiationsangabe mār Ennapali firmiert AASOR 16,64:29. Auch Ennapali ist demnach als Schreiber anzusprechen. Ein Ennapali mār Ḫanatu (ohne Berufsbezeichnung) ist seinerseits HSS V 88:32 belegt. Identifizierte man diesen Ḫanatu mit dem gleichnamigen Schreiber der 4. Generation (mār Nabû-ila), so ließe sich eine mutmaßliche genealogische Reihe Ḫašip-Tilla mār Ennapali mār Ḫanatu aufstellen, die für eine zeitliche Einordnung des D-Archivs in die 6. (Schreiber)Generation spräche.
Insgesamt zehnmal erscheint der sukallu Akija in den Texten des C- und D-Archivs, nur zweimal ein gewisser Akiptašenni in gleicher Funktion. Letzterer findet sich zudem HSS XV 34 gemeinsam mit Akija, sowie XV 36 (beide aus anderem Archivzusammenhang). Der letztgenannte Text nennt als Schreiber einen gewissen Akija, der der 4. Schreibergeneration angehört.
Zusammenfassung der Kapitel
Konkordanzliste: Stellt die Verbindung zwischen den alten Publikationsnummern und den neuen laufenden Nummern der edierten Texte her.
Vorwort: Erläutert den Ursprung der Arbeit aus einem Promotionsvorhaben und gibt Hinweise zur verwendeten Forschungsliteratur.
Zur inneren Chronologie der Texte: Analysiert Schreibernamen und genealogische Hinweise, um die Texte in die 4. bis 6. Schreibergeneration einzuordnen.
Texte: Der Hauptteil der Arbeit, der die Transkription und philologische Kommentierung der 216 edierten Keilschrifttexte enthält.
Nachträge: Ergänzt die Edition um weitere relevante Texte, die in die laufende Zählung der Textgruppe fallen.
Corrigenda: Korrigiert Fehler aus früheren Bänden der Reihe, insbesondere in Bezug auf Zahlenangaben und Interpretationen einzelner Begriffe.
Schlüsselwörter
Nuzi-Texte, Keilschrift, Hurriter, Mittani, Saatgut, Gerstendistribution, Pseudo-Adoption, Archiv C, Archiv D, Arrapha, Prosopographie, Keilschriftedition, Landwirtschaft, Agrargeschichte, Tontafeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit ediert und kommentiert ein Korpus von Keilschrifttexten aus den Archiven von Nuzi, die primär administrativen Charakter haben und Aufschluss über die antike Wirtschaftsverwaltung geben.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die Agrarverwaltung, die Verteilung von Gerstenrationen und Saatgut, die soziale Schichtung der Gesellschaft sowie die Einordnung von Beamten und Schreibern in eine zeitliche Abfolge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bereitstellung einer verlässlichen Textbasis sowie die Rekonstruktion wirtschaftlicher Abläufe im Königreich Arrapha durch die Analyse der vorliegenden Verwaltungsurkunden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philologische Edition, ergänzt durch prosopographische Vergleiche und chronologische Analysen auf Basis bekannter Genealogien und bekannter Datierungen aus dem Archivwesen von Nuzi.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil enthält die zeichengenaue Wiedergabe (Transkription) der Keilschrifttexte sowie detaillierte philologische und historische Kommentare zu den einzelnen Dokumenten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben den geografischen und historischen Begriffen wie Nuzi, Mittani und Arrapha sind Begriffe wie Saatgutverwaltung, Rationenlisten, Schreibergenerationen und die sogenannte "Pseudo-Adoption" zentral.
Was besagt die Theorie zur "Pseudo-Adoption"?
Der Autor argumentiert, dass die sogenannten Pseudo-Adoptionen in Nuzi eigentlich private Darlehnsverträge waren, bei denen das Nutzungsrecht an Feldern als Sicherheit für Kredite diente.
Welche Bedeutung haben die in den Texten genannten Rationen?
Die Rationen zeigen, dass die Versorgung in Arrapha einem Prioritätsprinzip unterlag und die Menge der verteilten Güter direkt von der Erntekapazität und der jeweiligen gesellschaftlichen Klasse der Empfänger abhing.
- Arbeit zitieren
- M.A. Michael Klein (Autor:in), 2013, Hurri-Mittani-Hanigalbat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230080