In dieser Arbeit werden drei große Frauen der Bibel näher beschrieben und versucht ihnen in ihrem Wirken ein passendes Bild zu geben. Um diesem gerecht zu werden, werden sie in einem sogenannten Kurz-Porträt zunächst näher beschrieben.
Berücksichtigung finden hier ihre Abstammung, ihre Nachkommen, ihr Umfeld, der Mann an ihrer Seite und ihr Verhältnis zueinander sowie große Momente in ihrem Leben.
Da Namen meist sehr viel mehr über Person verraten, als zunächst angenommen, werden auch die Namen der Frauen in ihrer Bedeutung geklärt. Anschließend werden besondere Attribute aufgeführt, mit denen sie vor allem bildlich in Verbindung gebracht und ihnen zugesprochen werden. Durch diese Kennzeichen können die Frauen auch auf unbenannten Bildern/Gemälden/Repliken z.B. aus der Kunstwelt oder literarischen Texten identifizierbar gemacht werden. Die einzelnen Kennzeichen geben überdies hinaus Raum für eine weitere Interpretationsebene, welche die Frauen in ihrem Frauenbild in ein anderes Licht rücken lassen oder neue Facetten eröffnen.
Zuvor wird jedoch erklärt, wieso diese drei Frauen ausgesucht wurden und welche Fragen sich daraus bereits im Vorfeld ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 WAHL DER FRAUEN
1.2 STAMMBAUM (ÜBERSICHT)
2. KURZ -PORTRÄT
2.1 EVA
2.2 MIRJAM
2.3 MARIA (MUTTER JESU)
3. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE DER DREI FRAUEN
3.1 DIE STELLUNG DER FRAU NEBEN DEM MANN
3.2 WAHRE JUNGFRAUEN?
4. ÜBERBLICK DER ERGEBNISSE
5. FAZIT UND REFLEXION
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Rollen und das Wirken dreier bedeutender Frauen der Bibel – Eva, Mirjam und Maria – kritisch zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie diese Frauen in ihrem jeweiligen Kontext dargestellt werden, welche Rolle ihnen neben dem Mann zugeschrieben wird und inwiefern sich ein Wandel im Frauenbild innerhalb der biblischen Texte sowie deren Interpretation feststellen lässt.
- Analyse der individuellen Kurz-Porträts unter Berücksichtigung von Abstammung, Umfeld und Beziehung zu Männern.
- Untersuchung der biblischen Identität und der gesellschaftlichen Stellung der Frauen in ihren jeweiligen Epochen.
- Vergleichende Betrachtung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden hinsichtlich ihrer Funktion und emotionalen Darstellung.
- Diskussion der Thematik der "Jungfräulichkeit" als theologisches und moralisches Attribut.
- Reflexion über die Bedeutung dieser Frauen als eigenständige, starke Persönlichkeiten trotz patriarchaler Prägung der Texte.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Stellung der Frau neben dem Mann
Bei Paulsen finden wir über Eva, dass sie „keineswegs zweitrangig, sondern ebenbürtig dem Mann zugeordnet“8 sei. Weiter zitiert Paulsen Luther mit „‚Männ‘ heißt sie, ‚ein Wesen, das männlich große Dinge tun wird‘ “ und verteidigt zugleich die Zweitrangigkeit der Frau, welche das Rabbinat daraus zieht, da die Frau nicht aus erster Hand geformt wurde, wie der Mann.10 Paulsen hält ferner fest, dass „Mann und Frau nach Gottes Willen füreinander da“11 sind und geschaffen wurden, um sich in ihrer Verschiedenheit und ihrer Gegensätzlichkeit zu ergänzen. Nur zusammen können sie Gottes Auftrag erfüllen und sich die Welt zu Diensten machen und ihr Geschlecht bestehen lassen.12 Mit dem Sündenfall jedoch ändert sich dies und Gott unterwirft die Frau dem Mann, indem er über sie nun an herrrschen soll (Gen 3,17).
Paulsen weist allerdings darauf hin, dass es sich hierbei „nicht um eine Ursetzung Gottes handelt, ein Gebot in diesem Sinne, sondern eine Anordnung, die als Gerichtswort zu sehen ist, ein Wort über die gefallene Menschheit und die Struktur ihres Lebens, die nicht mehr so ist wie Gott ursprünglich gemeint hat. In der gefallenen Welt wird der erste Platz dem Zuteil, der Stärkere ist und über die größere Macht verfügt. Im Verhältnis der Geschlechter zueinander hat der Mann den Vorrang; geschlechtlich gesehen, ist die Frau von ihm abhängig.“
Paulsen führt dies noch weiter, indem sie darauf hinweist, dass dies noch heute in den meisten Ehegesetzgebungen der Völker verankert sei, dies aber nicht dem ursprünglichen Willen Gottes entspräche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Aufgabenstellung ein, drei bedeutende Frauen der Bibel zu porträtieren und ihr Frauenbild sowie ihr Verhältnis zu den Männern an ihrer Seite zu untersuchen.
2. KURZ -PORTRÄT: Hier werden Eva, Mirjam und Maria einzeln betrachtet, wobei ihre Namensherkunft, Genealogie, Lebensmeilensteine und biblische Attribute dargestellt werden.
3. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE DER DREI FRAUEN: In diesem Kapitel werden die drei Frauen vergleichend analysiert, um ihre Stellung neben dem Mann sowie die Thematik der Jungfräulichkeit kritisch zu hinterfragen.
4. ÜBERBLICK DER ERGEBNISSE: Eine tabellarische Zusammenfassung führt die sozialen Rollen, Funktionen und die emotionale Identität der drei Frauen übersichtlich zusammen.
5. FAZIT UND REFLEXION: Das Kapitel schließt mit einer persönlichen Reflexion über die Schwierigkeiten der Materialsuche und fasst die Erkenntnisse über die Stärke der Frauenfiguren zusammen.
Schlüsselwörter
Bibel, Eva, Mirjam, Maria, Frauenbild, Patriachat, Jungfräulichkeit, Sündenfall, Prophetin, Gottesebenbildlichkeit, Exegese, biblische Frauen, Geschlechterrollen, Theologie, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und Bedeutung von drei zentralen Frauenfiguren der Bibel: Eva, Mirjam und Maria.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Porträts dieser Frauen, ihrem gesellschaftlichen und familiären Kontext sowie der Analyse ihres Frauenbildes und ihrer Funktion innerhalb biblischer Erzählungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die drei Frauen aus ihren oft als "Randfiguren" wahrgenommenen Rollen zu lösen und ihre Eigenständigkeit sowie ihr Wirken innerhalb der patriarchalen Strukturen der damaligen Zeit herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Analyse und Auseinandersetzung mit biblischen Texten sowie theologischer Sekundärliteratur zur Geschlechterexegese.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in individuelle Porträts der Frauen sowie einen vergleichenden Teil, der ihre Stellung neben Männern und die theologische Debatte um ihre Jungfräulichkeit beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bibel, Frauenbild, Geschlechterrollen, Exegese, Patriachat und die spezifischen Namen der Frauen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "Zweitrangigkeit" in der Diskussion um Eva?
Die Arbeit untersucht, wie Eva trotz der ihr zugeschriebenen Rolle als Verführerin und der späteren Unterordnung unter den Mann als ebenbürtiges Geschöpf Gottes verstanden werden kann.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Mirjam von der der Eva?
Während Eva stark über ihren Mann und den Sündenfall definiert wird, tritt Mirjam als eigenständige Prophetin und Anführerin des Volkes neben ihren Brüdern Mose und Aaron auf.
Welche besondere Stellung nimmt Maria ein?
Maria wird als "Mutter Jesu" und "Gottesgebärerin" analysiert, wobei ihr Weg von der jungen Frau zur Mutter Gottes und ihre tiefe, jedoch distanzierte Verbundenheit zu ihrem Sohn im Zentrum steht.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin im Fazit?
Die Autorin stellt fest, dass die Frauen trotz der oft männlich dominierten Überlieferung als starke und komplexe Persönlichkeiten erscheinen, deren Handeln weit über ihre Rolle als bloße Randfiguren hinausgeht.
- Arbeit zitieren
- Merle Willhöft (Autor:in), 2013, Große Frauen der Bibel - Jungfrauen die neben ihrem Mann stehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230094