Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Das Nachtmotiv in der romantischen Lyrik

Am Beispiel ausgewählter Gedichte von Novalis, Brentano und Eichendorff

Titel: Das Nachtmotiv in der romantischen Lyrik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Tanja Röhrig (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gemeinhin bezeichnet man als Nacht den Teil eines Tages zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, also den Zeitraum zwischen Einbruch der Dunkelheit und Beginn der Morgendämmerung. Die wichtigste Eigenschaft der Nacht ist die Dunkelheit und damit zusammenhängende naturbedingte Vorgänge wie Nachtruhe, Stille und die Einschränkung des menschlichen Sehens. Die Nacht ist im Volksglauben von alters her Symbol für alles Chaotische, Ungeordnete und Unbekannte sowie die Zeit der dunklen Mächte, die zwischen Mitternacht und Morgengrauen ihr Unwesen treiben. Sie ist der Raum, aus dem alles entstand. Es befassen sich zahlreiche Wissenschaften mit der Nacht, etwa die Astronomie, Physik, Psychologie. In der bildenden Kunst stellt die Nacht ein bedeutendes Motiv der Dichtung und der Musik dar. Es stehen „diverse Lieblingsstoffe der romantischen Literatur im Zeichen des Interesses am Finsteren: Wunderbares und Magisches, Schauerliches und Abnormes – Traum und Wahnsinn, psychische Ausnahmezustände, die Begegnungen mit Dämonen, Geistern, Revenants – und mit Doubles des eigenen Ichs.“ Nach Wacker ist die Nacht eines der wichtigsten Motive der Romantik. Alleinig sie schafft es, das Irrationale hervorzuheben und darüber die Rätselhaftigkeit des Seins zu erschließen. In ihrer Funktion verleiht die Nacht der romantischen Epoche eine mystische und magische Weihe und erhebt sie zum Medium der neu entdeckten Transzendenz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturtheoretischer Hintergrund

3. Aspekte des Nachtmotivs in ausgewählten Gedichten

3.1 Novalis’ Hymnen an die Nacht

3.2 Brentanos Der Spinnerin Nachtlied

3.3 Eichendorffs Mondnacht

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Nachtmotiv als zentrales Element der romantischen Lyrik. Ziel ist es, die Aufwertung der Nacht als Projektionsraum für Transzendenz, Fantasie und religiöse Erfahrungen sowie deren dialektisches Verhältnis zur Welt des Lichts und der Vernunft anhand exemplarischer Werke von Novalis, Brentano und Eichendorff herauszuarbeiten.

  • Die literaturtheoretische Einordnung der Romantik als Abkehr vom rationalen Vernunftdenken der Aufklärung.
  • Analyse des Nachtmotivs in Novalis’ "Hymnen an die Nacht" als Ort der religiösen Transzendenz.
  • Untersuchung von Brentanos "Der Spinnerin Nachtlied" hinsichtlich der Verknüpfung von Trauer, Erinnerung und romantischem Lebensgefühl.
  • Betrachtung von Eichendorffs "Mondnacht" als Ausdruck der Sehnsucht nach Harmonie und göttlicher Einheit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Novalis’ Hymnen an die Nacht

Die Hymnen an die Nacht gelten als bedeutende Dichtung der Frühromantik und als Höhepunkt des lyrischen Schaffens Novalis. Es ist die einzige Dichtung, die Novalis abschließt und zu seinen Lebzeiten in zwei verschiedenen Fassungen veröffentlicht. In der handschriftlichen Fassung hat er die Hymnen an die Nacht, die 1800 in der von Friedrich Wilhelm Schlegel herausgegebenen Zeitschrift Athenäum erscheinen, hauptsächlich als Versfassung angelegt. Die Druckfassung wird ein Jahr später vollendet und ist in rhythmischer Prosa geschrieben, mit Ausnahme von einigen Verseinschüben.

Die Hymnen beinhalten autobiografische Elemente und können als Ausdruck der Lebensereignisse und persönlichen Entwicklung des Autors zwischen 1797 und 1800 gewertet werden. Unter anderem zählen hierzu: der Tod Sophie von Kühns, die Studienzeit an der Freiberger Bergakademie, gedankliche Auseinandersetzungen mit den Zusammenhängen zwischen Geist und Natur sowie zahlreiche Überlegungen über die Natur. Folglich sind seine Hymnen an die Nacht von Aufzeichnungen zur Geschichte, Politik, Philosophie, Religion, Ästhetik und Naturwissenschaft beeinflusst worden. Werkprägend war das Erlebnis des frühen Todes seiner ersten Verlobten, Sophie. Die tiefe Bestürzung über ihr Ableben, der persönliche Schmerz und die eigene empfundene Todessehnsucht finden in den Hymnen an die Nacht poetischen Ausdruck. Der Gedichtzyklus ist eine romantische Deutung von Leben und Tod, der durch die in der Poesie gestaltete Liebe überwunden werden kann. Mittels der Erkenntnis vom Vorhandensein eines höheren Raumes – einer transzendenten Sphäre – erscheint der Tod nicht mehr als das schaudervolle Ende, vielmehr als Beginn einer höheren Daseinsform. Für diese höhere Sphäre wählt Novalis das poetische Bild der Nacht. Die Nacht erscheint als Ort der Liebeserfüllung und metaphysischen Geborgenheit, sie wird zum Ausgangspunkt für die religiöse Erfahrung einer transzendenten Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Nacht als literarisches Motiv und führt in die romantische Faszination für das Irrationale sowie die Themenstellung der Arbeit ein.

2. Literaturtheoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Romantik als Gegenbewegung zum rationalen Denken der Aufklärung und beleuchtet die Bedeutung der Nacht als Projektionsraum für das Unbestimmte und die All-Einheit.

3. Aspekte des Nachtmotivs in ausgewählten Gedichten: Der Hauptteil analysiert detailliert die Funktion der Nacht in den Werken von Novalis, Brentano und Eichendorff als Ort der Transzendenz, der Trauerbewältigung und der Naturmystik.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Mehrdeutigkeit der romantischen Nacht zwischen paradiesischer Heimat und schauerlichem Abgrund hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Romantik, Nachtmotiv, Lyrik, Novalis, Brentano, Eichendorff, Transzendenz, All-Einheit, Sehnsucht, Aufklärung, Metaphorik, Traum, Naturerfahrung, Poetisierung, Weltflucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Nacht in der Literatur der Romantik und wie dieses von verschiedenen Autoren genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Abkehr vom Vernunftdenken der Aufklärung, das Streben nach Harmonie von Mensch und Natur sowie die spirituelle und emotionale Bedeutung der Nacht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die "hellen" und schwärmerischen Facetten der romantischen Nacht in ausgewählten Gedichten zu analysieren und deren philosophische Bedeutung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten im historischen Kontext der Epoche unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Interpretation konkreter Gedichte, nämlich den "Hymnen an die Nacht" von Novalis, dem "Spinnerin Nachtlied" von Brentano und Eichendorffs "Mondnacht".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Nachtmotiv, Transzendenz, Sehnsucht und die Poetisierung der Welt charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Tod in Novalis' "Hymnen an die Nacht"?

Für Novalis ist der Tod in seinen Hymnen kein schauderhaftes Ende, sondern ein Übergang in eine höhere, transzendente Daseinsform, in der die Liebenden vereint sind.

Wie unterscheidet sich Eichendorffs "Mondnacht" von anderen Texten?

Eichendorffs Werk zeichnet sich besonders durch die stimmungshafte Beschreibung einer "göttlichen Natur" aus, die zur Überwindung von Gegensätzen und zur Heimkehr der Seele einlädt.

Warum wird das Spinnrad in Brentanos Gedicht als Symbol genutzt?

Das Spinnrad steht symbolisch für die Monotonie der Arbeit und das endlose Kreisen der Gedanken der Sängerin um den Verlust ihres Geliebten.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Nachtmotiv in der romantischen Lyrik
Untertitel
Am Beispiel ausgewählter Gedichte von Novalis, Brentano und Eichendorff
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,7
Autor
Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Tanja Röhrig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V230098
ISBN (eBook)
9783656461302
ISBN (Buch)
9783656463122
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nacht Nachtmotiv Eichendorff Brentano Novalis Lyrik Romantik Der Spinnerin Nachtlied Mondnacht Hymnen an die Nacht Aufklärung Licht Hell Dunkel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Tanja Röhrig (Autor:in), 2012, Das Nachtmotiv in der romantischen Lyrik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230098
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum