Braunkohletagebau am Beispiel des rheinischen Braunkohlereviers


Unterrichtsentwurf, 2013
21 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Padagogische-soziale Voraussetzungen
1.2 Stofflich-Methodische Voraussetzungen
1.3 Raumliche Voraussetzungen
1.4 Materielle Voraussetzungen
1.5 Leitbild der Schule

2. Sachanalyse
2.1 Die Entstehung von Kohle
2.2 Ressourcen und Bedeutung von Braunkohle als Energietrager in Deutschland
2.3 Braunkohletageabbau im rheinischen Braunkohlerevier
2.4 Folgen und Gesamtauswirkungen des Braunkohletageabbaus

3. Einbindung in die Unterrichtsreihe

4. Didaktische Analyse
4.1 Gegenwartsbedeutung
4.2 Zukunftsbedeutung
4.3 Exemplaritat
4.4 Struktur
4.5 Zuganglichkeit

5. Anbindung in den Lehrplan

6. Kompetenzen und Lernziele

7. Medien und Methoden

8. Unterrichtsverlaufsplanung

Literaturverzeichnis

1. Bedingungsanalyse

1.1 Padagogische-soziale Voraussetzungen

Der Grundkurs Erdkunde der 11. Klasse des Geschwister-Scholl Gymnasiums in Mulheim befindet sich im 1. Quartal des Schuljahres. Das Gymnasium umfasst 622 SuS, von denen 421 deutscher Herkunft sind, sowie 201 SuS mit Migrationshin- tergrund. Die Zusammensetzung der Schulerschaft fordert auf der einen Seite die kulturelle Heterogenitat, fuhrt aber teils auch zu sprachlichen Barrieren und erfor- dert die Forderung der Integration. Die Klasse selbst hat 18 SuS, davon 30 % SuS mit Migrationshintergrund. AuBerdem befinden sich 8 Madchen und 10 Jungen in der Klasse. Die Schulerinnen und Schuler (im Folgenden SuS) befinden sich ge- rade zu Beginn der Qualifikationsphase in einem neuen Grundkurs. Keiner der SuS hat einen sonderpadagogischen Forderbedarf. Die Stundenzeit betragt 90 Mi- nuten, sie ist im Stundenplan in der dritten und vierten Stunde verortet. Die vorher- gehenden Stunden waren die SuS im Sportunterricht. Durch die bisherigen Erfah- rungen ist davon auszugehen, dass die SuS anfangs unruhig sind, was durch ei­nen motivierenden und gezielten Einstieg genutzt werden kann. Die Klasse weist eine sehr heterogene Struktur auf, dies erfordert eine „gezielte Differenzierung, Individualisierung und Flexibilisierung des Unterrichts" (Haubrich 2006, S. 254). Die Heterogenitat bezieht sich auf die Lernbedurfnisse, die Lernfahigkeit und die Lernbereitschaft der Schuler, so gibt es hochmotivierte, aber auch zu motivie- rende SuS.

Da ich die Stufe bereits langer unterrichte, habe ich umfangreiche Kenntnisse zu ihren Lernvoraussetzungen sammeln konnen, was z.B. Lernmotivation, Lernstand, Lerntempo, methodisches Wissen etc. betrifft. Die Verortung der Schule in Koln hat dabei sowohl Vor-, als auch Nachteile. Die SuS haben bereits ein schulisches Vorwissen zu dem Thema der Rohstoffforderung, welches durch ihre Lebenswelt erganzt wird. Dies ist allerdings auch davon vorgepragt, dass Elternteile ihre Arbeit im Bereich des Braunkohletagebaus haben. Des Weiteren ist die Schulerschaft stark differenzierten Sozialisationsbedingungen unterworfen und ist multikulturell gepragt. Dies erfordert Feingefuhl bei der Vorgehensweise, aber auch bei der in- haltlichen Zielrichtung des Unterrichts, um keinen SuS auszuschlieBen, sondern zu integrieren. Trotz der starken Disparitaten der Schulerschaft ist in der Klasse ein angenehmes Klima vorhanden. Vor allem bei fur SuS interessanten Themen ergeben sich immer wieder intensive Diskussionen.

Bis auf die BegruBung gibt es in der Klasse keine festen Rituale, was auch mit dem Alter der SuS zusammenhangt. Des Weiteren gibt es zwei gewahlte Schu- lervertreter. Der Kontakt zu den Eltern findet in der Regel am Elternsprechtag statt, zudem gibt es die Moglichkeit auch wahrend des Schuljahres in eine Sprechstunde zu kommen.

1.2 Stofflich-Methodische Voraussetzungen

Der Kurs befindet sich zu Beginn der Qualifikationsphase. Ziel ist es, die wahrend der Sekundarstufe I erworbenen Kompetenzen zu vertiefen, auszubauen und die SuS auf das Zentralabitur vorzubereiten.

Das Thema des Kurses befindet sich inhaltlich im Komplex des Mensch-Umwelt Systems. Die SuS wurden bereits im Verlauf der Sekundarstufe I mit diesem Thema konfrontiert und besitzen grundsatzliche Vorerfahrungen. Des Weiteren sind sie mit den gangigen Unterrichtsmethoden des Faches Geographie vertraut, diese werden im Verlauf der Qualifikationsphase diversifizierter und differenzierter, dies betrifft auch den Umgang mit den Kompetenzen.

1.3 Raumliche Voraussetzungen

Der Kursraum befindet sich im 1. OG und ist auf den Pausenhof ausgerichtet. Der Unterricht wird nicht durch Bauarbeiten oder ahnliches von auBen gestort werden. In den Nebenraumen befinden sich weitere Kursraume der Oberstufe, so dass auch von diesen Raumen keine Storungen zu erwarten sind.

1.4 Materielle Voraussetzungen

Die materiellen Voraussetzungen an der Schule sind gut. Vor allem die jeweiligen Kursraume sind sehr gut ausgestattet mit Whiteboards, umfangreicher Schulbuch- und Atlassammlung, und einem Computer. Zudem verfugt der Raum uber einen Beamer, so dass Anschauungsmaterial auch uber den Computer genutzt werden kann. Overheadprojektoren sind nicht in jedem Raum vorhanden, sie konnen nach Absprache verwendet und genutzt werden. AuBerdem ist ein Globus im Erdkun- dekursraum vorhanden. Die Schule verfugt uber einen Kartenraum und uber eine Schuler- und Lehrerbibliothek. Weitere Unterrichtsmaterialen (bis auf Kopien) mus- sen vom Lehrer eingebracht werden.

1.5 Leitbild der Schule

Das Gymnasium ist eine der altesten Schulen in Muhlheim und ist eng verbunden mit Koln und seiner Geschichte. Des Weiteren wurde in den letzten Jahren ein neues Leitbild unter dem Motto „Arts and Sciences" eingefuhrt. Die SuS konnen ab der siebten Klasse Wahlkurse wahlen, die durch Workshops, Arbeitsgruppen etc. erganzt werden. Dabei wird eng mit der Universitat Koln zusammengearbeitet. Das Gymnasium sieht es als Lehrauftrag, die Schuler optimal auf ein spateres Stu- dium vorzubereiten. In diesem Zusammenhang wurde das Leitbild entwickelt und soll den Schulern einen ersten Einblick in ein mogliches Studium eroffnen soll. Arts & Sciences soll den Schulern fruhzeitig helfen, einen Studienwunsch zu definieren und somit nicht nur die Hochschulreife zu erreichen, sondern sich auch erste Ge- danken uber einen spateren Studienwunsch zu machen.

2. Sachanalyse

2.1 Die Entstehung von Kohle

Kohle geht in der Regel aus Torf hervor. Torf ist die haufigste Ablagerung von Mooren und entsteht vor allem in Deltaregionen grower Flusse in den subtropisch- tropischen Klimaregionen, z.B. der Mundungsbereich des Orinco in Venezuela. Es entsteht aus organischem Material, z.B. von Baumen, Grasern, Strauchern, das sich in den Mooren sammelt. Der Begriff der Inkohlung beschreibt die physikali- schen und chemischen Prozesse, bei denen unter Anreicherung von Kohlenstoff Kohle entsteht. Die Inkohlung beginnt nach der Uberlagerung mit verschiedenen Sedimenten und dem luftdichten Verschluss. Sie wird in zwei Phasen untergliedert, die geochemischen Phase und die biochemischen Phase. In der ersten Phase werden Lignin und zellulose Pilze und Bakterien in Huminstoffe umgewandelt. In der geochemischen Phase bilden sich durch die Erdwarme Mineralstoffe aus den organischen Substanzen und Kohle entsteht (Bahlburg/Breitkreuz 2008, S. 173 f.). Am Ende der Mineralienbildung setzt sich Kohle wie folgt zusammen:

- 55-75 % Kohlenstoff
- 21-36 % Sauerstoff
- 4-8 % Wasserstoff
- Das Wassergehalt schwankt zwischen 20 und 50 %
- Der Rest besteht aus Stickstoff und Schwefel

Das Hauptentstehungszeitalter ist das Tertiar (ca. 65-2,6 Mio. Jahre vor heute). Das rheinische Braunkohlerevier im Speziellen entstand ausgehend vom Tertiar. Zu dieser Zeit war die niederrheinische Bucht noch nicht eingesunken. Im Mittel- oligozan (ca. 33-23 Mio. Jahre vor heute) sank die Bucht ein und das Meer weitete sich bis in den Bereich Koln/Bonn aus. Durch das Vor- und Zuruckweichen des Meeres entstand ein Netz mit maandrierenden Flusssystemen, die wiederum weit- reichende Deltamundungen besaBen. Im Miozan (ca. 23-5 Mio. Jahre vor heute) zog sich die Nordsee zuruck und unter dem Einfluss des subtropischen Klimas entstanden machtige Torfablagerungen, aus denen die heutigen Kohlefloze des rheinischen Braunkohletageabbaus hervorgegangen sind (Stadt Monchenglad- bach 1987, S. 8-12).

2.2 Ressourcen und Bedeutung von Braunkohle als Energietra- ger in Deutschland

Die weltweit bekannten und verwendbaren Vorkommen von Braunkohle belaufen sich auf 275,5 Milliarden Tonnen. Davon befinden sich 33,2 % in Russland, 14,7 % in Deutschland, 13,5 % in Australien und 11,2 % in den USA. In Deutschland und in Polen sind die groBten Vor­kommen Europas verortet und so wurden 2011 176,3 Millionen Tonnen Braunkohle gefordert. Dies entspricht fast 40 % der Primarenergiege- winnung Deutschlands. 90 % der gewonnen Menge wurden in Kraftwerken zu Sekundarenergie umgewandelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bruttostromerzeugung 2011 in Deutsch­land (Quelle: Vattenfall 2013.

Der Energiegehalt der Braunkohle steht in Abhangigkeit zu ihrer Zusammenset- zung. Die in Deutschland geforderte Braunkohle hat im Durchschnitt einen Ener­giegehalt von 9.000 Kilojoule pro Kilogramm. Dies entspricht in etwa einer Kilo- wattstunde, was wiederum 7 Stunden „Fernseher gucken" bedeutet. Vor allem die Bedeutung fur Deutschland ist nicht zu unterschatzen, da fast jede vierte ver- brauchte Kilowattstunde aus Braunkohlehervorgeht (Abb. 1). Die hohe Bedeutung der Braunkohle wird durch die lokale Verfugbarkeit verstarkt, da nicht nur Energie gewonnen wird, sondern auch viele Arbeitsplatze im Braunkohletageabbau entste- hen (Vattenfall 2012, S. 6f.).

2.3 Braunkohletageabbau im rheinischen Braunkohlerevier

In der rheinischen Bucht (Abb. 3), wurden 55 Milliarden Tonnen Braunkohle nachgewiesen, da- von sind 35 Milliarden Tonnen forderbar. Die vorhandenen Ressourcen werden fast aus- schlie&lich im Tagebau gefor- dert, da es durch technische Neuerungen moglich ist, bis zu 700 Meter unter Flur zu fordern falen [2004]). (Grabert 1998, S. 227-230). Momentan werden in den drei Abbaugebieten des rheinischen Braunkohlereviers, Garzweiler, Hambach und Inden 100 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr abgebaut. Die oberen Sedimentschichten werden ab- getragen und, im Zuge der Sumpfung wird der Grundwasserspiegel gesenkt (ebd.). Um die Braunkohle zu gewinnen, muss das Abbaugebiet bis unter den tiefs- ten Floz trockengelegt werden (Abb. 2).

2.4 Folgen und Gesamtauswirkungen des Braunkohletageabbaus

Die Auswirkungen des Braunkohletageabbaus betreffen sowohl die Menschen, die in der jeweiligen Region leben, als auch den Naturraum auf verschiedene Art und Weise.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Braunkohletagebau am Beispiel des rheinischen Braunkohlereviers
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V230245
ISBN (eBook)
9783656463528
ISBN (Buch)
9783656466772
Dateigröße
1446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
braunkohletagebau, beispiel, braunkohlereviers
Arbeit zitieren
Vincent Nikolai (Autor), 2013, Braunkohletagebau am Beispiel des rheinischen Braunkohlereviers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230245

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