Thema dieser schriftlichen Hausarbeit ist das One over Many-Problem und die Frage, inwiefern der Ähnlichkeitsnominalismus und Armstrongs Universalientheorie eine geeignete Lösung dafür darstellen. Bei dem One over Many-Problem handelt es sich um die Frage, wie mehrere Einzeldinge von einem gemeinsamen Typus sein können.
Im Laufe der Zeit haben sich drei verschiedene Oppositionen gebildet, die sich jeweils von unterschiedlichen Ausgangspunkten der Thematik nähern. Der Realismus führt die Gleichheit des Typus darauf zurück, dass Universalien – also allgemeine Begriffe – tatsächlich in der Welt realisiert sind, während der Nominalismus der Auffassung ist, dass Einzeldinge entweder verschiedene Bestandteile einer übergeordneten Einheit sind, oder lediglich gemeinsame Eigenschaften aufweisen, aufgrund welcher sie sich zu bestimmten natürlichen Klassen zusammenfassen lassen. Der Konzeptualismus führt Universalien auf geistige Leistungen zurück.
Der Hauptteil der Ausarbeitung befasst sich mit dem Ähnlichkeitsnominalismus und der Universalientheorie, die zunächst erläutert, anschließend auf ihre Stichhaltigkeit geprüft und letztendlich hinsichtlich ihrer Qualität als Lösung des One over Many-Problems gegenübergestellt werden sollen. Beide Theorien stammen von dem australischen Philosophen David Malet Armstrong, der als eine der zentralen Figuren in der aktuellen Universaliendiskussion gilt.
Der Ähnlichkeitsnominalismus führt die Gleichheit des Typus verschiedener Einzeldinge auf Ähnlichkeiten zurück, die zwar beschrieben, nicht aber näher analysiert werden können. Daraus resultieren Probleme für die Theorie: Sie bildet zwar einen interessanten Lösungsansatz, versagt aber hinsichtlich ihrer Erklärungsmöglichkeiten verschiedener Phänomene.
Die Universalientheorie hingegen führt die Gleichheit des Typus auf gemeinsame Konstituenten von Einzeldingen zurück. Zwar gibt es auch hier ein zentrales Problem, nämlich die nicht-Identifizierbarkeit von Universalien, aufgrund welcher der Wahrheitsgehalt der Theorie nicht überprüft oder bewiesen werden kann, doch ist Armstrongs Universalientheorie stellt Alles in Allem einen in sich geschlossenen Lösungsvorschlag dar.
Es wird sich zeigen, dass die Universalientheorie gegenüber dem Ähnlichkeitsnominalismus deutlich im Vorteil ist, eine endgültige Lösung des One over Many-Problems aber trotzdem nicht bieten kann.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Fragestellung und Zielsetzung
2.0 Einführung
2.1 Das One over Many-Problem
2.2 Universalienstreit
2.3 David Malet Armstrong
3.0 Der Ähnlichkeitsnominalismus
3.1 Was ist Ähnlichkeit?
3.2 Axiome der Ähnlichkeit und gleichwertige Klassen
3.3 Spezifizierte Naturen
3.4 Ähnlichkeitsklassen
4.0 Die Universalientheorie
4.1 Eigenschaften von Universalien
4.2 Sachverhalte
4.3 Universalien in Sachverhalten
5.0 Die Theorien auf dem Prüfstand
5.1 Der Beziehungsrückschritt
5.2 Ähnlichkeitsbeziehungen
5.3 Übergeordnete Typen
6.0 Diskussion
6.1 Der ÄN als Lösung des One over Many-Problems
6.2 Die UT als Lösung des One over Many-Problems
7.0 Zusammenfassung und Fazit
8.0 Literaturangaben
8.1 Primärliteratur
8.2 Sekundärliteratur
Häufig gestellte Fragen
Was ist das „One over Many-Problem“ in der Philosophie?
Es ist die Frage, wie mehrere Einzeldinge (z.B. verschiedene rote Äpfel) einem gemeinsamen Typus (der Farbe Rot) angehören können.
Wie erklärt der Ähnlichkeitsnominalismus die Gleichheit von Dingen?
Er führt die Gleichheit auf Ähnlichkeiten zurück, die zwar beschrieben, aber nicht weiter analysiert werden können. Dinge gehören einer Klasse an, weil sie einander ähnlich sind.
Was besagt Armstrongs Universalientheorie?
Sie besagt, dass die Gleichheit des Typus auf gemeinsamen Konstituenten (Universalien) beruht, die tatsächlich in der Welt in Form von Sachverhalten realisiert sind.
Welche Theorie hält David Malet Armstrong für überlegen?
Obwohl beide Ansätze Probleme haben, gilt die Universalientheorie als geschlossenerer Lösungsvorschlag gegenüber dem Ähnlichkeitsnominalismus.
Was ist der Unterschied zwischen Realismus und Nominalismus?
Der Realismus glaubt, dass allgemeine Begriffe (Universalien) real existieren, während der Nominalismus davon ausgeht, dass nur Einzeldinge existieren und Universalien nur Namen oder Klassen sind.
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- Marco Merten (Author), 2013, Ähnlichkeitsnominalismus und Universalientheorie. Das over Many-Problem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230390