In dieser Arbeit soll das Triumphbogenmosaik von Santa Maria Maggiore in Rom analysiert. werden. Zunächst werde ich mich der Entstehungsgeschichte der Basilika zuwenden. Neben dem Mosaik leitet sich eine andere Besonderheit bereits von dem Namen der Kirche ab. Denn Santa Maria Maggiore ist die erste der Mutter Gottes geweihte monumentale Kirche. Vergegenwärtigt man sich deren Erbauungsdatum von 432 – 440, kommt dieser Kirche eine Vorreiterrolle im aufkommenden Marienkult zu. Wobei damals das Christentum selbst noch in den „Kinderstuben“ war, wenn man es so formulieren will. Darauf folgend widme ich mich der Architektur und Innenausstattung der Kirche. Dabei komme ich auf die Mosaiken zu sprechen, die im Langhaus alttestamentliche Bildthemen behandeln und am Triumphbogen mit neutestamentlichen Motiven gestaltet sind. In dieser Arbeit werde ich mich jedoch ausschließlich auf das Triumphbogenmosaik konzentrieren, wobei zunächst eine kleine Beschreibung der Technik an Stelle tritt. Ausführlicher folgt dann die Bildbeschreibung. Dabei spreche ich sowohl ikonografische Aspekte an, als auch den Erhaltungszustand, wobei dieser vor allem auf kolorierte Zeichnungen Wilperts basieren. Daraufhin erfolgt eine Analyse des Stils. Trotz relativ guter Kenntnis der dargestellten Szenen, gibt es auch einige Streitpunkte. Nachdem zunächst das Bildprogramm ausgeführt wird, auch im Hinblick auf unterschiedliche Interpretation dessen, soll es auch Raum für aktuelle Hypothesen zum Triumphbogenmosaik geben. Dabei werden sowohl Für- als auch Gegenpunkte erwidert. Als begleitende Fragestellung begegnet uns in dieser Arbeit inwieweit das römische Reich in der biblischen Geschichte der Mosaikbilder wiederzufinden ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeines
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Architektur und Ausstattung
2.3 Technik
3 Bildbeschreibung, Erhaltungszustand und Ikonografie
3.1 Erste Zone
3.1.1 Die Verkündigung an die Jungfrau
3.1.2 Die Aufklärung der Zweifel Josephs
3.1.3 Hetoimasia
3.1.4 Darbringung im Tempel
3.1.5 Aufforderung Josephs zur Flucht nach Ägypten
3.2. Zweite Zone
3.2.1 Anbetung der Magier
3.2.2 Die heilige Familie vor Aphrodisius
3.3 Dritte Zone
3.3.1 Kindermord
3.3.2 Die Magier und die Schriftgelehrten bei Herodes
3.4 Vierte Zone
3.4.1 Jerusalem
3.4.2 Bethlehem
4 Stil
5 Interpretationen
5.1 Bildprogramm
5.2 Weitere Kontroversen
5.2.1 Darbringung im Tempel
5.2.2 Anbetung der Magier
5.2.3 Die Heilige Familie vor Aphrodisius
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Triumphbogenmosaik der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom, um dessen ikonografische Bedeutung, den Erhaltungszustand und die künstlerische Gestaltung im Kontext der frühchristlichen Mosaikkunst zu beleuchten, wobei insbesondere die Fragestellung verfolgt wird, inwieweit das Römische Reich in der biblischen Geschichte der Mosaikbilder repräsentiert ist.
- Analyse der Entstehungsgeschichte und der baulichen Voraussetzungen von Santa Maria Maggiore.
- Detaillierte Bildbeschreibung der vier Zonen des Triumphbogenmosaiks.
- Untersuchung technischer Aspekte und des Erhaltungszustands der Mosaikflächen.
- Diskussion interpretatorischer Kontroversen zur Identifikation zentraler Figuren.
- Einordnung des Mosaikprogramms in den heilsgeschichtlichen Kontext und die Christianisierung Roms.
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Darbringung im Tempel
Rechts von Hetoimasia-Motiv befindet sich die die Darbringung im Tempel, wo zu sehen ist wie der neue Weltherrscher Jesus Christus „durch die Prophetin Anna, durch Simeon und die Priesterschaft des Tempels in Jerusalem“ anerkannt wird (Weckers 1973: 297). Ja, auch haben wir einen sehr guten Erhaltungszustand. Leichte Fehlstellen sind hier in der oberen Arkadenzone, im linken Tempelhintergrund und am Kapitell rechts außen.
Die Szene setzt sich aus 16 Personen zusammen und ist damit die größte in Santa Maria Maggiore. Links sehen wir zwei Engel, Maria und den kleinen Jesus – alle nach rechts blickend. Die anderen Figuren schauen Richtung Maria und Jesuskind. Bei diesen übrigen Figuren handelt es sich rechts der Maria um Joseph, einem Engel und eine Frau in brauner Kleidung, welche als die Prophetin Hanna aufgefasst wird. Deichmann zufolge deutet diese Dreiergruppe auf die Dreieinigkeit hin (vgl. Deichmann 1948: 67). Rechts davon sehen wir einen weißhaarigen Mann mit Bart, der als Simeon identifiziert wird und die Priesterschaft des Tempels anführt. Das Jesuskind wirkt mit seiner Handhaltung genau wie auch die Engel zur linken Marias in einer Sprechgestushaltung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Analyse des Triumphbogenmosaiks von Santa Maria Maggiore.
2 Allgemeines: Übersicht zur historischen Entstehung der Basilika, ihrer Architektur und der verwendeten Mosaiktechnik.
3 Bildbeschreibung, Erhaltungszustand und Ikonografie: Detaillierte Analyse der vier Zonen des Mosaiks mit Fokus auf Ikonografie und Restaurierungsgeschichte.
4 Stil: Untersuchung der künstlerischen Merkmale, der Kompaktheit der Figuren und der handwerklichen Qualität im Vergleich zum Langhaus.
5 Interpretationen: Diskussion über das Bildprogramm und verschiedene wissenschaftliche Kontroversen zur Identifikation der dargestellten Figuren.
6 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der heilsgeschichtlichen Aussage des Mosaiks und dessen Einbettung in die frühchristliche Symbolwelt.
Schlüsselwörter
Santa Maria Maggiore, Triumphbogenmosaik, frühchristliche Mosaikkunst, Ikonografie, Sixtus III., Jesuskind, Marienkult, Heilsgeschichte, Architektur, Restaurierung, Aphrodisius, Rom, Bibelzyklus, Liturgie, Bildprogramm.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Triumphbogenmosaik der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, ein bedeutendes Werk der frühchristlichen Kunst aus dem 5. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung deckt die Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Bildbeschreibung der vier Zonen, die verwendete Technik, den Erhaltungszustand sowie verschiedene ikonografische Interpretationsansätze ab.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?
Ziel ist es, das Bildprogramm des Triumphbogens zu entschlüsseln und zu untersuchen, wie biblische Erzählungen mit römischen Repräsentationsformen verknüpft wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine kunsthistorische Bildanalyse, zieht restauratorische Dokumentationen (wie die Zeichnungen von Wilpert) heran und diskutiert aktuelle Forschungspositionen der Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung und Analyse der Mosaikszenen (unterteilt in vier Zonen) sowie eine stilistische Bewertung und eine kritische Auseinandersetzung mit Interpretationsstreitpunkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Triumphbogenmosaik, Ikonografie, Heilsgeschichte, Santa Maria Maggiore und frühchristliche Kunst.
Warum wird in der Arbeit die Figur der unbekannten Frau bei der Magierhuldigung diskutiert?
Diese Figur ist Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen; verschiedene Forscher identifizieren sie unter anderem als Rahel, Sibylle oder Personifizierung der Heiden.
Welche Rolle spielt die Interpretation der Aphrodisius-Szene?
Die Deutung dieser Szene ist essenziell für die Beantwortung der Frage, inwieweit das Römische Reich als Repräsentant in die heilsgeschichtlichen Mosaike eingebunden ist; hier werden Identifizierungen wie Kaiser Augustus vs. Gouverneur Aphrodisius gegenübergestellt.
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- Aron Kraft (Author), 2013, Die Mosaiken des Triumphbogens Santa Maria Maggiore in Rom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230395