Um die Fragestellung zu beantworten, ob die Toleranz zum Existieren Grenzen braucht, wird Notker Schneiders Vortrag „Über Toleranz und ihre Grenzen“ als Basislektüre verwendet. Zunächst stelle ich verschiedene Definitionen der Toleranz vor. Des Weiteren werde ich Schneiders Idee von Toleranz näher beleuchten um darauf folgend die Fragestellung zu beantworten und mein Fazit zu ziehen.
Einsteigend wird die Geschichte der Toleranz näher von mir betrachtet um einen Überblick über den Begriff der Toleranz und seine evtl. zeitspezifischen Auslegungen zu gewinnen
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Geschichte der Toleranz
2.1 Toleranz in der Antike/ Mittelalter
2.2 Toleranz im Reformationszeitalter
2.3 Toleranz im modernen Verfassungsstaat
3. Perspektiven der Toleranz
3.1 Toleranzbegriff in der Biologie
3.2 Toleranz im Religiösen Verständnis
3.3 Toleranz bei John Locke
4. Notker Schneiders Idee über Toleranz und ihre Grenzen
4.1 Einleitung
4.2 Kennzeichnung der interkulturellen Haltung inkl. Toleranzkonzept
4.3 Grenzen der Toleranz
4.4 Folgerungen für ein Konzept der Toleranz aus interkultureller Perspektive
4.5 Schlusswort von Notker Schneider
5. Beantwortung der Fragestellung / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis des Vortrags von Notker Schneider die zentrale Forschungsfrage, ob Toleranz zum Existieren zwingend Grenzen benötigt. Dabei wird analysiert, wie sich der Toleranzbegriff historisch gewandelt hat, welche Perspektiven existieren und wie eine interkulturelle Haltung zu einem aktiven, positiven Toleranzverständnis führen kann.
- Historische Entwicklung der Toleranz von der Antike bis zum modernen Verfassungsstaat
- Vergleich unterschiedlicher Toleranzdefinitionen aus Biologie, Religion und Philosophie
- Kritische Auseinandersetzung mit John Lockes Toleranzverständnis
- Erarbeitung eines interkulturellen Konzepts aktiver Toleranz
- Bestimmung der notwendigen Grenzen von Toleranz zur Wahrung gegenseitiger Anerkennung
Auszug aus dem Buch
4.2 Kennzeichnung der interkulturellen Haltung inkl. Toleranzkonzept
Beginnend stellt Schneider drei Merkmale auf, die die Interkulturalität definieren und die signifizieren worauf ein Toleranzkonzept ausgerichtet sein muss, wenn es auf „Interkulturalität“ übertragen werden soll.
1. Andersheit: Voraussetzung ist eine so eklatante Differenz, die einem das Verstehen des Anderen schier unmöglich macht. Erkennen muss man, laut Schneider, das nicht zwangsläufig ein bestimmtes System verschiedene Organismen automatisch verbindet, sondern das eben diese Verbindungen zuerst erkundet oder gar ausfindig gemacht werden müssen.
2. Pluralität: Man soll mit komplett neuen Auffassungen rechnen, die weder linear noch logisch zu erklären sind, „(..) die sich also auch nicht als bloße Ausdifferenzierung einer <
3. Anerkennung: Schneider setzt Anerkennung mit Akzeptanz gleich und erläutert, dass es bei der Akzeptanz und Anerkennung des vielfältig Anderen weit über die negative Toleranz (im Sinne des laissez faire) hinausgeht; es bedarf einer „aktiven Toleranz“ also einer Anerkennung in seiner positiven Form.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in die Fragestellung unter Verwendung von Notker Schneiders Vortrag als Basislektüre und kurzer Überblick über das methodische Vorgehen.
2. Geschichte der Toleranz: Historische Nachzeichnung der Begriffsentwicklung von der spätantiken tolerantia über das Reformationszeitalter bis hin zum modernen Verfassungsstaat.
3. Perspektiven der Toleranz: Darstellung des Toleranzbegriffs aus biologischer, religiöser und philosophischer Sicht, insbesondere unter Berücksichtigung von John Locke.
4. Notker Schneiders Idee über Toleranz und ihre Grenzen: Detaillierte Analyse von Schneiders Theorie, die interkulturelle Haltung, Grenzziehungen und die Notwendigkeit eines positiven Toleranzkonzepts umfasst.
5. Beantwortung der Fragestellung / Fazit: Synthese der Erkenntnisse mit dem Ergebnis, dass Toleranz Grenzen benötigt, um die gegenseitige Anerkennung als fundamentale Voraussetzung nicht zu gefährden.
Schlüsselwörter
Toleranz, Interkulturalität, John Locke, Notker Schneider, Toleranzkonzept, Positive Toleranz, Negative Toleranz, Religionsfreiheit, Pluralität, Anerkennung, Menschenrechte, Rechtsstaat, Ethik, Grenzziehung, Gerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der Toleranz und der Frage, ob ein Konzept der Toleranz innerhalb einer globalisierten Welt zwangsläufig Grenzen benötigt, um seine Funktion zu erfüllen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Toleranz, ihre unterschiedlichen Interpretationen in verschiedenen Wissenschaften sowie die interkulturelle Perspektive auf ein aktives Toleranzverständnis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu beantworten, ob Toleranz zum Existieren Grenzen braucht, indem die Thesen von Notker Schneider kritisch reflektiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit philosophischen Quellen sowie dem Vortrag von Notker Schneider basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese des Begriffs, die Analyse verschiedener Fachperspektiven (Biologie, Religion, Philosophie) und die vertiefte Auseinandersetzung mit dem interkulturellen Toleranzkonzept Schneiders.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Toleranz, Interkulturalität, Anerkennung, John Locke, Grenzziehung und die Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Toleranz.
Wie unterscheidet sich Schneiders Konzept der „aktiven Toleranz“ vom klassischen Verständnis?
Im Gegensatz zur negativen Toleranz, die oft nur ein bloßes „Laissez-faire“ oder Erdulden meint, fordert Schneider eine aktive Form der Anerkennung des Anderen als Voraussetzung für eine interkulturelle Philosophie.
Warum spielt John Locke eine zentrale Rolle in der Untersuchung der Toleranzgrenzen?
Locke dient Schneider als Beispiel, um aufzuzeigen, wie ein Toleranzkonzept an seine Grenzen stößt, wenn es als Mittel zur Erhaltung eines staatlichen Zustands eingesetzt wird, anstatt ein prinzipielles Recht auf Freiheit zu garantieren.
Wie bewertet die Autorin die deutsch-türkische bzw. christlich-muslimische Problematik?
Die Autorin stützt Schneiders Auffassung, dass Toleranz dort ihre Grenze findet, wo sie die Aufhebung der gegenseitigen Anerkennung zur Folge hätte, und plädiert für klare Festlegungen dessen, was nicht tolerierbar ist, um die Toleranz selbst zu schützen.
- Arbeit zitieren
- Marten Leissing (Autor:in), 2011, Grundprobleme interkultureller Ethiken. Die Grenzen der Toleranz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230410