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Die Aufnahme von Displaced Persons, Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg am Ende des Zweiten Weltkrieges

Title: Die Aufnahme von Displaced Persons, Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg am Ende des Zweiten Weltkrieges

Examination Thesis , 2007 , 86 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Gunnar Norda (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit zeigt in einem kurzen Überblick, inwieweit die Fehnstadt und seine Einwohner mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in Verbindung standen. Danach werden die Ereignisse des Kriegsendes in Papenburg und die Ausgangslage (Zerstörungen, Wohnraumsituation etc.) in der Fehnstadt dargestellt. Um die sogenannten "Displaced Persons (DPs)" geht es schließlich im ersten Hauptteil der Arbeit. Nachdem geklärt wurde, warum sich überhaupt so viele polnische DPs im Emsland aufhielten, soll deren Aufnahme in Papenburg näher beleuchtet werden (Evakuierung und Besetzung von Lagern und Siedlungen, Versorgung und Verwaltung, Wohnungsnot, "DP-Kriminalität", Schulwesen und kulturelle Aspekte etc.).
Der zweite Hauptteil beschäftigt sich mit den zahlreichen Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, die auch schon vor Kriegsende nach Papenburg kamen. Anfangs wird rekonstruiert, wie und warum Reichs- und Volksdeutsche überhaupt in den Westen Niedersachsens kamen, obwohl der Osten des Landes prinzipiell weitaus beliebter war und demgemäß viel stärker von Flüchtlingen und Vertriebenen aufgesucht wurde. Nachfolgend wird deren Unterbringung in Papenburg thematisiert, die hauptsächlich in vorhandenem Wohnraum bei Einheimischen erfolgte. Aufgrund der beengten Wohnsituation waren Konflikte, die über Jahre Bestand haben sollten, vorprogrammiert. Ein kleinerer Teil der Flüchtlinge und Vertriebenen wurde auch in Lagern untergebracht, von denen es vier in Papenburg gab. Im Anschluss daran soll Auskunft darüber gegeben werden, wer für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig war und in welcher Form deren (politischen) Interessen vertreten werden konnten. Für die Papenburger Schulen war die zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingskindern eine besondere Herausforderung. Auch die Kirchenlandschaft der katholischen Fehnstadt änderte sich nachhaltig, da die Mehrzahl der aufgenommenen Flüchtlinge evangelischer Konfession war. Neben diesen Aspekten soll wie bei den Displaced Persons besondere Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zu den Einheimischen gelegt werden.
Insgesamt versucht die Arbeit, bisher Veröffentlichtes und thematisch Relevantes über Papenburg am Ende des Zweiten Weltkrieges und der frühen Nachkriegszeit zusammenzutragen und durch archivisches Material ,gedruckte Quellen, Zeitungen und Chroniken so weit zu ergänzen, dass ein noch umfassenderes und authentischeres Bild Papenburgs der unmittelbaren Nachkriegszeit gewonnen werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus

2. Das Kriegsende: Befreiung und Besatzung

2.1 Herbrum, Aschendorf, Lager Aschendorfermoor, Tunxdorf und Nenndorf

2.2 Papenburg

3. Die Aufnahme von Displaced Persons

3.1 Begriffsbestimmung

3.2 Die politische Ausgangslage: Papenburg unter britischer Militärregierung

3.3 (Erst-)Betreuung und Repatriierung der westlichen Displaced Persons

3.4 Evakuierung und Besetzung von Lagern und Siedlungen

3.4.1 Bokel und Tunxdorf

3.4.2 „Splitting I und II“

3.5 Versorgung und Verwaltung

3.5.1 (Gesundheits-)Versorgung

3.5.2 United Nations Relief and Rehabilitation Administration

3.6 Wohnungsnot

3.7 „DP-Kriminalität“ und deutsche Wahrnehmung

3.8 Schulwesen und kulturelle Aspekte

3.9 Auflösung der Lager: Repatriierung, Resettlement oder „heimatloser Ausländer“

4. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen

4.1 Begriffsbestimmungen

4.2 Ankunft und Unterbringung im Westen

4.2.1 Die „Verteilung“ in Niedersachsen

4.2.2 Unterbringung in Papenburg und die Wohnungsnot

4.2.2.1 Verteilung auf den Wohnraum

4.2.2.2 Lagerunterbringung

4.3 Versorgung, Betreuung und Interessenvertretung

4.4 Folgen für Schulen und Kirchen

Schlussbemerkungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Situation in Papenburg am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit dem Fokus auf der Aufnahme und Integration von Displaced Persons (DPs) sowie von Flüchtlingen und Vertriebenen. Dabei wird analysiert, wie die Stadtverwaltung, die Bevölkerung und die alliierten Besatzungskräfte mit den Herausforderungen von Wohnungsnot, Versorgung und gesellschaftlichem Wandel umgingen.

  • Die politische Rolle Papenburgs während des Nationalsozialismus und der Einfluss der Emslandlager.
  • Die Aufnahme, Verwaltung und Versorgung von Displaced Persons unter polnischer und britischer Besatzung.
  • Die Ankunft und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten.
  • Die sozialen und wirtschaftlichen Konflikte zwischen Einheimischen und den neu aufgenommenen Personengruppen.
  • Die Auswirkungen auf Schulen und Kirchen sowie die kulturelle Entwicklung nach 1945.

Auszug aus dem Buch

Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus

Wirft man einen Blick auf die politische Einstellung der Papenburger zur Zeit der Weimarer Republik, so lässt sich grundsätzlich konstatieren, dass es Gruppen mit rechter Gesinnung nicht leicht fiel, deren Macht in der Fehnstadt auf- und/oder auszubauen. Dies trifft im Besonderen auch auf die Nationalsozialisten zu. Der Großteil der überwiegend katholischen Bevölkerung war, auch konfessionell bedingt, Anhänger der Zentrumspartei. Entsprechend konnte der Vorläufer der CDU/CSU in Papenburg alle Wahlen zwischen 1919 und 1933 für sich entscheiden. Sie hatte somit unbestritten die politische Vormachtstellung inne, während in benachbarten ostfriesischen Kreisen und den meisten Oldenburger Kreisen schon 1928 Hochburgen des Nationalsozialismus entstanden waren.

Die NSDAP spielte bis 1930 als politische Kraft in Papenburg keinerlei Rolle, auch eine eigene Papenburger Organisation aufzubauen war den Nazis bis dahin nicht gelungen. In Aschendorf gab es bis 1931 keine nationalsozialistische Verbindungen. Die nationalsozialistische Keimzelle in Papenburg bestand im Sommer 1930 gerade mal aus zwei Mitgliedern. Beim Aufbau einer Parteiorganisation bedurfte es der Hilfe aus dem ostfriesischen Weener, das Papenburg zur Durchführung von NS-Versammlungen immer wieder personell unterstützte. Der Papenburger „Stützpunkt“, eine Vorstufe der NS-Ortsgruppe und erstmals im September 1930 aktenkundig, wurde bezeichnenderweise von der NS-Ortsgruppe Weener in Papenburg unterhalten. Gemäß der Entwicklung der NSDAP im übrigen Reich mehrten sich die Parteieintritte aber schließlich derartig, dass aus dem „Stützpunkt“ eine Ortsgruppe geworden war, die im Oktober 1931 zum ersten Mal polizeibekannt wurde und im November des gleichen Jahres bereits aus 120 Mitgliedern bestand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Stadt Papenburg und der Nationalsozialismus: Analyse der politischen Verhältnisse in Papenburg während der Weimarer Republik und der Aufstieg der NSDAP bis 1935, inklusive der Rolle der Emslandlager.

2. Das Kriegsende: Befreiung und Besatzung: Darstellung der militärischen Ereignisse in Papenburg und Umgebung im April 1945 sowie der unmittelbaren Auswirkungen der Besatzung durch alliierte Truppen.

3. Die Aufnahme von Displaced Persons: Detaillierte Untersuchung der Unterbringung, Versorgung und Verwaltung von DPs in Papenburg unter polnischer und britischer Aufsicht sowie durch die UNRRA.

4. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen: Analyse der Integration von Reichs- und Volksdeutschen Flüchtlingen, der damit verbundenen Wohnungsnot und der sozialen Herausforderungen für die Stadtbevölkerung.

Schlüsselwörter

Papenburg, Nationalsozialismus, Displaced Persons, Flüchtlinge, Vertriebene, Emslandlager, Alliierte Besatzung, UNRRA, Wohnungsnot, Integration, Nachkriegsgeschichte, Zwangsarbeiter, Kriminalität, Schulwesen, politische Verwaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Aufnahme und Integration von Displaced Persons sowie von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle der Stadt während des Nationalsozialismus, die Unterbringung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die Wohnungsnot, die Rolle der Militärregierung sowie die sozialen Spannungen in der frühen Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Situation in Papenburg authentisch abzubilden, indem archivisches Material, zeitgenössische Quellen und Literatur zusammengetragen werden, um ein umfassendes Bild der Nachkriegsgeschichte zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine zeithistorische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Archivbeständen (z.B. Staatsarchiv Osnabrück, Kreisarchiv Emsland), zeitgenössischen Zeitungsartikeln und bestehender Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden schwerpunktmäßig die Ankunft, Unterbringung, Verwaltung und Versorgung der verschiedenen Personengruppen sowie deren Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung thematisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Papenburg, Displaced Persons, Flüchtlinge, Vertriebene, Nachkriegsgeschichte, Wohnungsnot, Integration und Besatzungsherrschaft.

Warum spielt die UNRRA eine zentrale Rolle in der Stadt?

Die UNRRA übernahm nach Kriegsende die Betreuung, Versorgung und Verwaltung der Displaced Persons in Papenburg, was zu Konflikten mit der Stadtverwaltung bezüglich der Freigabe von beschlagnahmtem Wohnraum führte.

Welche Rolle spielten die polnischen Besatzungstruppen?

Polnische Einheiten waren für die Betreuung von DPs zuständig und beeinflussten durch die Errichtung von Lagern und die Beschlagnahme von Wohnraum das Leben in Papenburg maßgeblich.

Wie wirkte sich die Situation auf das Schulwesen aus?

Die Requirierung von Schulgebäuden für DPs und die Unterbringung von Flüchtlingskindern in stark überfüllten Klassen erschwerten den Schulbetrieb, wobei dennoch ein starker Wille zur zügigen Wiederaufnahme des Unterrichts bestand.

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Details

Title
Die Aufnahme von Displaced Persons, Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg am Ende des Zweiten Weltkrieges
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,5
Author
Gunnar Norda (Author)
Publication Year
2007
Pages
86
Catalog Number
V230435
ISBN (eBook)
9783656465379
ISBN (Book)
9783656466802
Language
German
Tags
Herbrum Aschendorf Lager Aschendorfermoor Tunxdorf nenndorf polnische Besatzungstruppen polnische Kolonie im Emsland Bokel Splitting I und II UNRRA Repatriierung Resettlement heimatloser Ausländer Vertreibung Wohnungsnot
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gunnar Norda (Author), 2007, Die Aufnahme von Displaced Persons, Flüchtlingen und Vertriebenen in der Stadt Papenburg am Ende des Zweiten Weltkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230435
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