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Der Soldat als gesellschaftlicher Außenseiter in Georg Büchners Woyzeck und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür

Titel: Der Soldat als gesellschaftlicher Außenseiter in Georg Büchners Woyzeck und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür

Bachelorarbeit , 2013 , 36 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sören Witt (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der Figur des Woyzeck entwirft Georg Büchner Anfang des 19. Jahrhunderts einen radikal neuen Protagonisten. Als einfacher Soldat entstammt er der untersten Schicht gesellschaftlicher Rangordnung. Andere überlegene Mitmenschen nutzen ihn gnadenlos aus und behandeln ihn menschenunwürdig. Woyzeck kann sich diesem Verhalten nicht widersetzen und sein Leben ist gekennzeichnet durch seine Handlungsunfähigkeit. Determiniert durch diese sozialen Umstände kann er sich nicht wehren und wird zum Mörder der Mutter seines einzigen Kindes.
Georg Büchner hinterlässt mit seinem Fragment eine innovative Art von Literatur, die sich den strengen Vorschriften des klassischen Dramas widersetzt. Weder die literarische Gestaltung noch die Handlungsweise der Protagonisten orientieren sich am antiken Ideal. Es steht nicht mehr die moralische Überlegenheit eines Helden im Vordergrund, sondern das Alltagsleben der verarmten Unterschicht und die großen sozialen Unterschiede seiner Zeit. Der dort beschriebene Prototyp Woyzeck, der abseits der Gesellschaft lebt, weil er weder seine Lebensumstände beeinflussen noch sein eigenes Leben frei bestimmen kann, findet seither oft Einzug in die Literatur verschiedenster Epochen. Ein äußert prägnantes Beispiels sind die Außenseiterfiguren der Nachkriegsliteratur. Gerade in dieser literarischen wie historischen Epoche des Neuanfangs nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches tritt diese elende Außenseiterfigur wiederholt auf. Das Scheitern der vergangenen, nationalsozialistischen Ideologie, welche die Figur des (deutschen) Helden maßlos überhöhte, ruft literarische Gestalten hervor, die sich auffallend konträr zu diesem Ideal verhalten und keineswegs heroisch oder vorbildlich handeln. Exemplarisch soll hier die Figur des Beckmann in Borcherts Drama Draußen vor der Tür betrachtet werden: Der Kriegsheimkehrer, der seinen alten Platz in der Gesellschaft sucht, aber nicht mehr einnehmen kann, weil der unmenschliche Krieg zwischen ihn und die Gesellschaft gerückt ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Büchner: Woyzeck

1.1 Vorbemerkung zur Textgrundlage

1.2 Der gesellschaftliche Außenseiter Woyzeck

1.3 Der historische Entstehungskontext

1.4 Das Militär und die Figur des Woyzeck

2 Fazit und Überleitung

3 Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür

3.1 Die Figur des Beckmann

3.2 Der historische Entstehungskontext

4 Vergleich der Figuren

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für die gesellschaftliche Ausgrenzung der Protagonisten Woyzeck und Beckmann, wobei ein besonderer Fokus auf ihrem soldatischen Status und der jeweiligen historisch-sozialen Einbettung liegt. Es wird analysiert, wie diese Figuren als Grenzgänger fungieren, die zwar einerseits notwendige Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen, andererseits jedoch als unliebsame Randfiguren isoliert und durch materielle Not oder traumatische Kriegserfahrungen an den Rand der Existenz gedrängt werden.

  • Darstellung der Außenseiterrolle im Kontext militärischer Strukturen und Hierarchien
  • Sozialhistorische Einordnung der Protagonisten in das 19. Jahrhundert (Büchner) und die Nachkriegszeit (Borchert)
  • Analyse des Zusammenhanges zwischen persönlichem Schicksal und gesellschaftlicher Determiniertheit
  • Vergleich der Identitätsverluste und der Unfähigkeit zur gesellschaftlichen Reintegration
  • Reflektion über die Funktion der Literatur als Spiegel gesellschaftlicher Verdrängungsmechanismen

Auszug aus dem Buch

1.2 Der gesellschaftliche Außenseiter Woyzeck

Zur folgenden Manifestierung des Woyzeck als gesellschaftlicher Außenseiter werden vor allem jene Szenen betrachtet, in denen der Protagonist selbst handelt oder andere Personen von ihm sprechen. Dabei soll aus genannten Gründen die letzte überlieferte Handschrift H 4 im Vordergrund stehen. Um der Interpretation des Werkes als Zusammenstellung von Einzelszenen gerecht zu werden, soll die Charakterisierung des Woyzeck als gesellschaftlicher Außenseiter anhand einzelner Kriterien vorgenommen werden.

Das vordergründigste Merkmal seiner gesellschaftlichen Außenseiterrolle ist seine Herkunft aus der niedrigsten sozialen Schicht. Zwar definiert diese Woyzeck im Grunde als Teil einer Gesellschaft. Seine Außenseiterrolle manifestiert sich jedoch schon dadurch, dass er zwar seinen gesellschaftlichen Pflichten nachkommen muss, aber keinerlei Vorteile durch die Gesellschaft erfährt, weil er ausschließlich damit beschäftigt ist, sein eigenes und das Überleben seiner Familie zu sichern. Er ist aus diesem Grund von dem gesellschaftlich-sozialen Leben ausgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Außenseiterrollen von Woyzeck und Beckmann als Soldaten in ihren jeweiligen geschichtlichen Kontexten.

1 Büchner: Woyzeck: Detaillierte Analyse der Figur Woyzeck, seiner sozialen Herkunft, seiner psychischen Isolation und der Rolle der militärischen Strukturen in Büchners Fragment.

1.1 Vorbemerkung zur Textgrundlage: Erläuterung zur Wahl der Studienausgabe und der Bedeutung des Fragmentcharakters des Dramas.

1.2 Der gesellschaftliche Außenseiter Woyzeck: Untersuchung der sozialen Faktoren, die Woyzeck zur Randfigur innerhalb der Gesellschaft machen.

1.3 Der historische Entstehungskontext: Einordnung der politischen Verhältnisse des Vormärz und Büchners Position in der literarischen Bewegung.

1.4 Das Militär und die Figur des Woyzeck: Betrachtung des militärischen Milieus als Verstärker der Entmenschlichung und sozialen Ausgrenzung.

2 Fazit und Überleitung: Zusammenfassung der Ergebnisse zu Woyzeck und Herleitung der Relevanz für den Vergleich mit Borcherts Werk.

3 Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür: Analyse der Beckmann-Figur als Kriegsheimkehrer, der an den gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen der Nachkriegszeit scheitert.

3.1 Die Figur des Beckmann: Untersuchung von Beckmanns Isolation, seinem Identitätsverlust und dem Scheitern seiner Reintegrationsversuche.

3.2 Der historische Entstehungskontext: Betrachtung der Nachkriegsgesellschaft, der Rolle des kommunikativen Beschweigens und Borcherts literarischem Neuanfang.

4 Vergleich der Figuren: Gegenüberstellung von Woyzeck und Beckmann hinsichtlich ihrer sozialen Situation, ihrer Schuldverstrickung und ihrer Funktion als Außenseiter.

5 Fazit: Resümee der gemeinsamen Motive und der unterschiedlichen Ausgestaltung der Außenseiterproblematik in den beiden literarischen Epochen.

Schlüsselwörter

Woyzeck, Beckmann, Georg Büchner, Wolfgang Borchert, gesellschaftlicher Außenseiter, Militär, Nachkriegsliteratur, soziale Isolation, Verelendung, Schuld, Trauma, Vormärz, Dramentradition, Determiniertheit, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung von Soldaten als gesellschaftliche Außenseiter, wobei die Dramen "Woyzeck" von Georg Büchner und "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert im Zentrum stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Ausgrenzung, der Einfluss militärischer Hierarchien, die Auswirkungen von Armut und Kriegstraumata sowie die Frage, warum diese Protagonisten nicht in ihre Gesellschaft integriert werden können.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Gründe für den Status der Protagonisten als Außenseiter aufzuzeigen und zu analysieren, welche sozialen oder politischen Faktoren diese Identitäten in den jeweiligen historischen Kontexten prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die sowohl den historischen Entstehungskontext der Werke als auch die Charakterisierung der Figuren anhand ausgewählter Merkmale (wie Sprache, Stellung zum Militär und soziales Umfeld) untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Figuren Woyzeck und Beckmann in separaten Kapiteln analysiert, bevor eine abschließende vergleichende Analyse erfolgt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Isolierung darzulegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Außenseiter, Militär, soziale Isolation, Verelendung, Schuld, Traumata und der gesellschaftliche Kontext von Vormärz und Nachkriegszeit.

Warum wird Woyzeck als "Vorläufer" für Beckmann betrachtet?

Der Autor zeigt auf, dass beide Figuren durch ähnliche Mechanismen der gesellschaftlichen Ausgrenzung isoliert werden, wobei Woyzeck als frühes Beispiel für die Darstellung des subbürgerlichen Individuums fungiert, an das Borcherts Nachkriegsdrama anknüpft.

Welche Rolle spielt das Militär für das Scheitern der Figuren?

Das Militär dient in beiden Dramen als System, das den Einzelnen mechanisiert und entmenschlicht, wodurch er nach dem Verlassen oder Ausscheiden aus dem Dienst nicht mehr in die zivile Gesellschaft zurückfinden kann.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Soldat als gesellschaftlicher Außenseiter in Georg Büchners Woyzeck und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Sören Witt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
36
Katalognummer
V230524
ISBN (eBook)
9783656466345
ISBN (Buch)
9783656466604
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soldat außenseiter georg büchners woyzeck wolfgang borcherts draußen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sören Witt (Autor:in), 2013, Der Soldat als gesellschaftlicher Außenseiter in Georg Büchners Woyzeck und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230524
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Leseprobe aus  36  Seiten
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