Gesellschaftskritik in der römischen Komödie: Die Mostellaria als gesellschaftskritisches Stück


Hausarbeit, 2010
5 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Sachbeitrag: Gesellschaftskritik in der römischen Komödie: Die Mostellaria als gesellschaftskritisches Stück

Zu Beginn sei angemerkt, dass es grundsätzlich wenig Referenzen in der wissenschaftlichen Literatur gibt, die sich explizit mit gesellschaftskritischen Aspekten der römischen Komödie auseinandersetzen. Es handelt sich eher um Randbemerkungen. Vor allem in deutschsprachigen Abhandlungen des vergangenen Jahrhunderts, wird die römische Komödie selten als eigenständig betrachtet, sondern stets im Zusammenhang mit griechischen Vorbildern. Die römische Komödie wurde demnach nicht als eigene Kategorie wertgeschätzt. Sie galt eher als qualitativ minderwertige Kopie der griechischen Originale.[1]

Um gesellschaftskritische Elemente zu untersuchen, muss man sich allerdings - zumindest partiell - von der Frage nach der Originalität der lateinischen Komödien lösen.

So werde ich zunächst einen allgemeinen Überblick über gesellschaftliche Anspielungen in Plautus` Komödien geben und einige Themen und Thesen der Forschung vorstellen. Danach folgt die konkrete Betrachtung gesellschaftskritischer Ansätze in Plautus` Mostellaria anhand ausgewählter Textpassagen. Den Schluss bildet ein Fazit über die Frage der Bedeutung gesellschaftlicher Anspielungen in römischen Komödien.

Gesellschaftliche Anspielungen in Plautus Komödien

Bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Aspekten der römischen Komödie muss die Person des Naevius Beachtung finden. Der Vorgänger des Plautus versuchte die Komödie als Instrument gesellschaftlicher Kritik einzuführen. Sein Vorstoß wurde allerdings vehement durch die einflussreiche Aristokratie unterbunden. Der offenen Kritik an dem Geschlecht der Meteller folgte die Festnahme. Freigelassen wurde er erst nach einiger Zeit durch die Volktribunen.[2]

Fuhrmann misst diesem Vorfall größte literaturgeschichtliche Bedeutung zu, denn das Beispiel des Naevius „schreckte die Nachfolger ab und die Komödie blieb auf immer eine überaus zahme, niemanden zu nahe tretende Gattung“.[3]

Diente die Komödie in Rom seit Naevius also lediglich dem Amüsement des Volkes und der Sicherung des Lebensunterhaltes der Dichter ohne wirkungsspezifischen Anspruch und Kritik an gesellschaftlich-moralischen Zuständen?

Die Komödie scheint allein durch ihre gewissermaßen unseriöse Form unfähig zu sein, sozialkritisch und moralisch- belehrend zu wirken.

Allerdings ist dieser Auffassung entgegenzuhalten, dass Plautus unmerklich und allem Anschein nach bewusst die griechische Vorlage bezüglich der römischen Verhältnisse hin bearbeitete. Ihm muss demnach daran gelegen haben, römische Verhältnisse zumindest abzubilden. So finden sich zahlreiche Abschnitte mit gesellschaftlichen und politischen Anspielungen. Allerdings werden diese oft durch volkstümliche Possen überdeckt.

[...]


[1] Körte, A.: Die römische Komödie. In: Lefevre, E.: Die römische Komödie: Plautus und Terenz, Darmstadt, 1973

[2] Fuhrmann, M.: Geschichte der römischen Literatur, Stuttgart 1999, S. 74-75.

[3] Fuhrmann, M.: Geschichte der römischen Literatur, Stuttgart 1999, S. 75- 76.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Gesellschaftskritik in der römischen Komödie: Die Mostellaria als gesellschaftskritisches Stück
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
5
Katalognummer
V230530
ISBN (eBook)
9783656466314
ISBN (Buch)
9783656466475
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesellschaftskritik, komödie, mostellaria, stück
Arbeit zitieren
Sören Witt (Autor), 2010, Gesellschaftskritik in der römischen Komödie: Die Mostellaria als gesellschaftskritisches Stück, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230530

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