Noch heute zaubert es uns ein Lächeln auf das Gesicht, wenn wir den Namen Heinz Erhardt hören und dabei mit einem Schmunzeln an sein wohl bekanntestes Gedicht, "Die Made", denken. Doch bisher hat sich keine wissenschaftliche Arbeit mit diesem populären Werk interpretatorisch auseinandergesetzt, was aufgrund des humoristischen Nonsens-Inhaltes auch nicht weiter verwunderlich ist. Mit der vorliegenden Arbeit soll zumindest der Versuch gemacht werden, die "Made" auf rhetorisch und gestustheoretische Aspekte zu untersuchen. Wie ist dieses Gedicht auf der Bühne am besten vorzutragen? Was sind die entscheidenden Stellen, die zum Gelingen des Humors in diesem Werk entscheidend beitragen? Und was muss der Sprecher berücksichtigen, wenn er Erhardts Poem vor Publikum Leben einhaucht? Diesen Fragen will sich die vorliegende Arbeit widmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Gedicht Die Made – eine Analyse hinsichtlich formaler und rhetorisch-vortragender Aspekte
2. Das Gedicht Die Made – eine Analyse hinsichtlich diverser gestus-theoretischer Aspekte
3. Anhang I: Textfassung mit Staupausen, Atempausen und Haupt- sowie Nebenakzenten
4. Anhang II: Textfassung mit Melodieführung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist eine fundierte Analyse des Gedichts „Die Made“ von Heinz Erhardt unter Berücksichtigung formaler, rhetorischer und gestus-theoretischer Gesichtspunkte, um eine optimale Vortragsweise für das Werk zu erarbeiten.
- Formale Gestaltung (Metrik, Rhythmus, Reimschema)
- Rhetorische Aspekte der Vortragskunst (Tempo, Lautstärke, Dynamik)
- Gestus-Theorie nach Eva-Maria Krech
- Praktische Erarbeitung von Sprechfassungen (Pausen, Akzente, Melodie)
Auszug aus dem Buch
Das Gedicht Die Made – eine Analyse hinsichtlich formaler und rhetorisch-vortragender Aspekte
In der folgenden Abhandlung werde ich mich mit einem der populärsten Gedichte Heinz Erhardts auseinandersetzen – mit der „Made“, einem lakonischen Gedicht, das in launiger Weise das Verhältnis einer Madenmutter zu ihrem kleinen Kind beschreibt. Dabei werde ich zum Einen auf formal-gestalterische Elemente des Gedichts, wie zum Beispiel auf metrische und rhythmische Aspekte, zum Anderen aber auch auf die Gestus-Theorie nach Eva-Maria Krech eingehen, um eine möglichst detaillierte Betrachtung des Gedichts in all seinen wichtigen und bestimmend-wesenhaften Zügen gerecht zu werden.
Zunächst zu den rhythmischen Aspekten: Das Gedicht Die Made besteht, gemäß der mir vorliegenden Fassung, aus sechs Strophen, wobei die erste und die letzte Strophe jeweils zwei Verse, die vierte und die fünfte Strophe je drei Verse, die zweite Strophe vier und die dritte Strophe sechs Verse enthalten. Das zugrundeliegende Reimschema des Gedichts ist der Paarreim, also die Form aabbcc, wobei für die die erste und die sechste Strophe aufgrund ihrer Kürze selbstverständlich nur aa gilt (weitere Verteilung: zweite Strophe: aabb, dritte Strophe: aabbcc, vierte Strophe: aab, fünfte Strophe: bcc).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Gedicht Die Made – eine Analyse hinsichtlich formaler und rhetorisch-vortragender Aspekte: Dieses Kapitel untersucht die metrischen und rhythmischen Strukturen des Gedichts und leitet daraus konkrete rhetorische Handlungsanweisungen für den Vortrag ab.
2. Das Gedicht Die Made – eine Analyse hinsichtlich diverser gestus-theoretischer Aspekte: Hier wird der heiter-humorige Gestus des Werks anhand der Theorie von Eva-Maria Krech analysiert und durch eine W-Fragen-Analyse des Subtextes begründet.
3. Anhang I: Textfassung mit Staupausen, Atempausen und Haupt- sowie Nebenakzenten: Eine annotierte Textfassung, die dem Sprecher als praktische Vorlage für Pausensetzung und Akzentuierung dient.
4. Anhang II: Textfassung mit Melodieführung: Eine ergänzende graphische Aufbereitung des Gedichts, welche die notwendige Intonation und den Verlauf der Stimme beim Vortrag verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Heinz Erhardt, Die Made, Lyrikanalyse, Sprechwissenschaft, Gestus-Theorie, Eva-Maria Krech, Rezitation, Metrik, Pausensetzung, Vortragskunst, rhetorische Aspekte, Gedichtinterpretation, Stimmführung, Lautsprachliche Kommunikation, Humor in der Lyrik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer sprechkünstlerischen und formalen Analyse des Gedichts „Die Made“ von Heinz Erhardt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Analyse (Metrik, Reim), der rhetorischen Gestaltung (Aussprache, Pausen, Melodie) und der gestus-theoretischen Einordnung des Textes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine detaillierte Anleitung für einen rhetorisch und gestisch fundierten Vortrag des Gedichts zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Analyse stützt sich primär auf die sprechwissenschaftlichen Grundlagen von Eva-Maria Krech sowie auf allgemeine rhetorische und literaturwissenschaftliche Analysemethoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse des Textaufbaus und die gestus-theoretische Herleitung des heiter-humorigen Grundtons des Werkes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sprechwissenschaft, Rezitation, Gestus-Theorie, Heinz Erhardt und Gedichtanalyse beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Gestus des Nennens vom Gestus des Sich-Aussprechens im Kontext dieser Analyse?
Der Gestus des Nennens dient der neutralen Beschreibung der Ausgangssituation, während der Gestus des Sich-Aussprechens in Momenten eintritt, in denen das lyrische Ich subjektive Wertungen vornimmt, etwa beim kommentierenden „Schade!“ am Ende.
Warum spielt die Pausensetzung eine so große Rolle für den Vortrag?
Pausen sind entscheidend für die inhaltliche Strukturierung des Vortrags und helfen dabei, Haupt- von Nebensätzen zu trennen sowie dramatische Höhepunkte – wie den Tod der Made – entsprechend zu akzentuieren.
- Arbeit zitieren
- Kim Schlotmann (Autor:in), 2013, Eine Analyse des Gedichts "Die Made" von Heinz Erhardt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230556