Motivation zum Kupferstich von "Allerheiligen" von Dürer im Jahr 1903

Katholische Dogmen des 20.Jh, die sich im "Landauer Altar" von Albrecht Dürer wieder finden und somit eine Motivation des Nachdrucks darstellen


Hausarbeit, 2013

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Allerheiligen von Dürer als Bild 1903

2. Interesse an der Allerheiligendarstellung zur Zeit des Kupferstichs 1903
2.1 Allerheiligendarstellung generell
2.2 Allerheiligendarstellung Dürers speziell
2.3 Biographisch entscheidende Eckpunkte Dürers bei der Erstellung des Kunstwerks des Landauer Altars
2.4 Katechismus als Begründung
2.5 Katholisches Milieu und Milieustandard zur Entstehungszeit 1903

3. Fazit: Warum dieses Bild 1903 an die Wand hängen?

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung: Allerheiligen von Dürer als Bild 1903

Im Umfang meiner Hausarbeit möchte ich mich im Folgenden mit dem Bild „Allerheiligen (Landauer Altar)“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1511 beschäftigen. Das Bild ist im Englischen auch mit dem Titel „Throne of Mercy“ (dt.: Thron der Vergebung) betitelt. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht allerdings nicht das Original dieses Bildes, sondern der Druck eines Kupferstichs, aus dem Jahre 1903.

Um mich der eigentlichen Leitfrage dieser Arbeit anzunehmen, „Mit welcher Intention ist der Druck 1903 angefertigt worden bzw. warum hat sich ein durchschnittlicher Bürger, gerade zu dieser Zeit, für dieses Kunstwerk interessiert?“, möchte ich im Folgenden einen groben Umriss der Darstellung geben, auf die ich später im Einzelnen eingehen werde.

Das Bild selbst ist im Original farbig, im Druck allerdings Grau/Weiß. Zu sehen ist dort ein gekreuzigter Christus, thronend über Ihm, Gott in Gestalt eines weltlichen Kaisers und in oberster Instanz die Darstellung des heiligen Geistes als Taube. Somit die Darstellung der Dreifaltigkeit. Ringsherum um diese Darstellung befinden sich diverse weltliche Kleriker, Herrscher und Heilige.

2. Interesse an der Allerheiligendarstellung zur Zeit des Kupferstichs um 1903

2.1 Allerheiligendarstellung generell

Grundsätzlich beschäftigen sich Bilder zum Allerheiligenfest mit der Darstellung von eben Allerheiligenaltären bzw. -kirchen und dienen dem Anbeten dieser Heiligen. [1] Die Ursprünge des Fests reichen bis ins 4. Jh. nach Antiochia zurück, wo Johannes Chrysotomus am 1. Sonntag nach Pfingsten allen heiligen Märtyrern gedachte. Richtig etabliert wurde das Fest allerdings erst in Rom im 6. Jh., als Papst Bonifaz IV. das römische Pantheon von Kaiser Phokas geschenkt bekam und dieses in eine Kirche umwandelte, welche schließlich am 13. Mai, dem Tag des ersten Allerheiligenfestes, geweiht wurde. Unter Papst Gregor IV. wurde dieses für die gesamte römische Kirche auf den 1. November gelegt.

Im 9. Jh. wurde das Allerheiligenfest mit einer Vigil, einer besonderen Form des Stundengebets versehen, welche dem 5. und 7. Kapitel der Apokalypse entnommen ist.[2] Hier wird die Anbetung des Lammes durch die 24 Ältesten bzw. eine große Volksmenge beschrieben. Dies ist auch in dem Allerheiligenbild Dürers klar erkennbar. Eine große Volksmenge, bestehend aus Klerikern, Patriarchen und biblischen Propheten sowie Aposteln und Märtyrern ist um die Dreifaltigkeitsdarstellung aus einem Kruzifix, einer kaiserlichen Gottesdarstellung und der Taube, im Sinne des Heiligen Geistes, versammelt und betet diese an.

Hier lässt sich sogar eine Parallele zu der Vision des Küsters von St. Peter in Rom ziehen, welcher neben den, auch hier dargestellten, üblichen Heiligenchören aus Aposteln und Märtyrern, Bekennern und Jungfrauen auch einen weiteren Chor aus Patriarchen und Propheten sah.[3]

Im linken und rechten oberen Teil des Bildes treten eben diese weiblichen und männlichen Heiligen auf, die durch Maria und Johannes angeführt werden. Eine große Menge aus Patriarchen, wie z.B. Friedrich Barbarossa, sowie Propheten, z.B. Mose lassen sich hier auch erkennen, welche durch den hl. Petrus angeführt wird.

Somit kann zwar nicht klar von einer Darstellung der Vision des St. Petersküsters gesprochen werden, allerdings ist hier eine Anspielung nicht verkennbar. Die Heiligen und die gesamte Volksmenge unterhalb der Dreifaltigkeitsdarstellung sind hier nur in zweiter Instanz als Vorbildscharaktere zu sehen und stehen durch ihre Darstellung in Anbetung der Dreifaltigkeit in erster Linie für das Wirken Jesu durch sie. Vorallem Bildnisse des Allerheiligenfestes, welche im 15./16. Jh. entstanden sind, orientieren sich oft an der Civitas-Dei-Darstellung, „Himmlischen Hof“, welche auf Augustinus zurück geht und eine ähnliche Volksmenge und Ansammlung von Heiligen, Jungfrauen und Klerikern darstellt, wie in Dürers Bild zu erkennen.[4]

2.2 Allerheiligendarstellung Dürers speziell

Dürer ist in seiner Allerheiligendarstellung als Altarbild für die Dreifaltigkeit und allen Heiligen gewidmete Kirche des Zwölfbruderhauses in Nürnberg sehr durch Augustinus beeinflusst und stellt die Dreifaltigkeit hier mit dem klassischen Civitas-Dei-Schema dar.[5] Die Dreifaltigkeit wird in zwei Zonen eingeteilt. Alle Heiligen, somit der „Himmlische Hof“, befinden sich am oberen Bildrand, unter der Führung von Maria und Johannes, außerdem Protagonisten des Alten Testaments. In der unteren Hälfte befindet sich somit die Gemeinschaft der Christen in Kleriker und Laien (teils Patriarchen) aufgeteilt. Diese Darstellung Dürers ist allerdings nicht nur in dem alleinigen Gedenken der heiligen und Märtyrer intendiert, sondern beschäftigt sich auch besonders mit der Vision eines Zustands nach dem jüngsten Gericht.

Hierdurch entsteht auch der englische Titel „Throne of Mercy“, Thron der Vergebung. Die durch Maria, Johannes und Petrus angeführten Jungfrauen, Heiligen und Engel, sowie die Protagonisten des Alten Testaments und schließlich auch Jesus Christus, die Taube als Heiliger Geist und Gott in Gestalt eines weltlichen Kaisers, stellen die bereits in den Himmel auf genommenen dar.

Darunter in zwei Gruppen aufgeteilt, die noch bittenden weltlichen Kleriker und Patriarchen. Ergänzt wird diese Darstellung durch die von Dürer entworfenen Kirchenfenster die zeigen, wie diese hier den „Himmlischen Hof“ um Aufnahme in den Himmel anflehen.[6]

2.3 Biographisch entscheidende Eckpunkte Dürers bei der Erstellung des Kunstwerks des Landauer Altars

Nach seiner zweiten Reise nach Italien fertigt Dürer seinen letzten Flügelaltar an und stellt diesen im Jahr 1509 fertig. Es handelt sich hier um die Krönung Mariae.

[...]


[1] Vgl. zum ganzen Abschnitt: Aurenhammer, H., Allerheiligenbild in Lexikon für christliche Ikonographie 1, 91f.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Vgl. zum ganzen Abschnitt: Aurenhammer, H., Allerheiligenbild in Lexikon für christliche Ikonographie 1, 92f.

[6] Vgl. Eberlein, J. K. (2003), Albrecht Dürer, Hamburg, 100-102.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Motivation zum Kupferstich von "Allerheiligen" von Dürer im Jahr 1903
Untertitel
Katholische Dogmen des 20.Jh, die sich im "Landauer Altar" von Albrecht Dürer wieder finden und somit eine Motivation des Nachdrucks darstellen
Hochschule
Universität zu Köln  (Katholische Theologie)
Veranstaltung
Einführung in die Kirchengeschichte
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V230827
ISBN (eBook)
9783656472483
ISBN (Buch)
9783656472759
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivation, kupferstich, allerheiligen, dürer, jahr, katholische, dogmen, landauer, altar, albrecht, nachdrucks
Arbeit zitieren
Maximilian Möhring (Autor), 2013, Motivation zum Kupferstich von "Allerheiligen" von Dürer im Jahr 1903, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230827

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