Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der germanisch-nordischen Mythologie. Aufgrund des Umfanges, den dieses Thema hat, muß hier eine Einschränkung auf einen Teilbereich vorgenommen werden. Aus diesem Grund handelt diese Arbeit vom Elfenglauben.
Zunächst jedoch wird die ‚Heimat’ der Elfen, die Insel Island, als Ausgangspunkt in einer kurzen Übersicht dargestellt und zwar bezüglich geschichtlicher, geographischer und gesellschaftlicher Aspekte. Dies geschieht zur Einführung in die Thematik. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit richtet sich allerdings auf die Elfen. Bevor sie in einem weiteren Teil anhand ihrer ‚Welt’ eingeführt werden, wird die „Anderswelt“ skizziert, die nach heidnischem Glauben existiert und in der die Elfen, genauso wie die Menschen, ihr Zuhause haben. Darauf folgt eine Übersicht über Erscheinungsformen und Lebensraum der Elfen. Schließlich werden die beiden Welten (die der Elfen und die der Menschen) zusammengeführt und gemeinsam betrachtet, besonders im Hinblick auf den Umgang mit dem Elfen-Mythos in Island.
Die Arbeit soll Antworten liefern auf die Frage wie die Isländer heutzutage mit dem Glauben an Elfen und an all die anderen mystischen Wesen umgehen, ob sie zu ihrem Glauben stehen, oder unter dem Deckmantel des Christentums ‚heimlich’ ihrer eigenen ‚Religion’ folgen. Es wird deutlich, auf welche Art und Weise dieses Nebeneinander funktioniert und wie man sich diese Naturgeister zunutze machen kann. Darüberhinaus wurde überprüft, welches die Hintergründe für die Beschäftigung mit mythologischen Wesen sind und weshalb sie sich bis in die heutige hochmoderne Zeit erhalten konnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Island - Die sichtbare Welt
2.1. Geschichtlicher Überblick
2.2. Klima, Lage und Landschaft
2.3. Land und Bewohner
3. Die Welt der Elfen
3.1. Einführung in die „Anderswelt“ – Yggdrasil
3.2. Die Rasse der Elfen
3.2.1. Erscheinungsformen
3.2.2. Lebensraum und Formen des Zusammenlebens
4. Über den Umgang mit Elfen in Island
5. Schlußbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Diese Seminararbeit untersucht den Stellenwert des Elfenglaubens innerhalb der germanisch-nordischen Mythologie mit Fokus auf Island. Ziel ist es, das Fortbestehen dieser Mythen in der Moderne zu analysieren und aufzuzeigen, wie das Zusammenleben von Menschen und Naturgeistern in der isländischen Gesellschaft funktioniert.
- Historische, geographische und gesellschaftliche Einführung in den Lebensraum Island
- Struktur der „Anderswelt“ und des Weltbildes (Yggdrasil)
- Taxonomie und Eigenschaften der Elfen (Licht- und Schwarzelfen)
- Soziokultureller Umgang mit Mythen und Naturrespekt in Island
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Erscheinungsformen
Die Möglichkeiten, den Elfen im Geiste Form und Gestalt zu geben sind unbegrenzt, denn welchem menschlichen Wesen begegnet tatsächlich eine Elfe? So manifestierte sich eine ganze Reihe von Anschauungen. Einigkeit herrscht lediglich in der Frage der Zuordnung, denn die Elfen werden einheitlich dem Feenvolk zugeordnet. Ansonsten sind die Sichtweisen sehr verschieden, was das Aussehen oder die Eigenschaften dieser kleinen ‚Geister’ anbelangt. Einige Menschen sehen diese als Erd- oder Luftgeister, die häßlich sind und Unheil bringen, andere meinen, die Elfen gehörten alle dem „Freundlichen Volk“ an und es gäbe keine bösartigen Formen. Eine dritte Gruppe von Menschen hält an der Existenz beider Formen fest. In ihrem Äußeren ähneln sie stark den Menschen, nur besitzen sie Zauberkräfte und können Menschen darin unterrichten. Niemals geben sie große Dinge ihrer Magie preis, jedoch genügt es Menschenwesen, mit Hilfe kleiner ‚Tricks’, übermächtig zu werden.
Unterschieden wird an dieser Stelle nur in Licht- und Schwarzelfen, deren Eigenschaften genauer betrachtet werden sollen. Den Lichtelfen sagt man nach, sie wären schön, gutmütig und stets fröhlich und sie stünden sowohl den Menschen als auch den Göttern wohlgesinnt gegenüber. Sie sind wandlungsfähig, können zweckgemäß entscheiden, welche Größe, Gestalt und Eigenschaften sie annehmen wollen. Sie lieben Musik und Tanz, verlieben sich oft in Menschen und man sagt, sie zeigten sich nur von vorn, da sie hohle Körper hätten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Konzentration auf den Elfenglauben innerhalb der nordischen Mythologie.
2. Island - Die sichtbare Welt: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte, Geographie und gesellschaftliche Struktur Islands als Heimat der Elfen.
3. Die Welt der Elfen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der mythologischen Weltstruktur sowie eine detaillierte Betrachtung der Arten und Lebensweisen der Elfen.
4. Über den Umgang mit Elfen in Island: Dieses Kapitel beleuchtet den praktischen Aspekt, wie moderne Isländer im Alltag und bei Bauvorhaben mit der Präsenz übernatürlicher Wesen umgehen.
5. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und diskutiert, wie der Mythos zur Naturverbundenheit und Selbsterkenntnis beitragen kann.
Schlüsselwörter
Island, germanisch-nordische Mythologie, Elfenglauben, Yggdrasil, Huldúfolk, Naturgeister, Asatru, Lichtelfen, Schwarzelfen, Anderswelt, Umweltschutz, Isländische Kultur, Mythos, Naturverbundenheit, Magische Orte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Elfenglauben in Island als Teil der germanisch-nordischen Mythologie und untersucht, warum dieser bis in die moderne Zeit erhalten geblieben ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die isländische Geschichte und Landschaft, die Struktur der nordischen „Anderswelt“ (Yggdrasil), die Klassifizierung von Elfen sowie den soziokulturellen Umgang mit diesen Mythen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, wie die isländische Bevölkerung mit dem Glauben an mystische Wesen umgeht und ob das Nebeneinander von Moderne und Mythologie in der Praxis funktioniert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die mythologische Sagen, historische Aufzeichnungen und zeitgenössische journalistische Berichte über isländische Mythen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Landes Island, eine tiefgehende theoretische Einordnung der Elfenwesen in das Weltmodell Yggdrasil und eine empirische Betrachtung des Umgangs mit Elfen im heutigen Island.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Island, Elfenglauben, Yggdrasil, Huldúfolk, Anderswelt und Naturverbundenheit.
Welche Rolle spielt die Elfenbeauftragte in Island?
Erla Stefánsdottir fungiert als Vermittlerin, die beratend bei Bauprojekten tätig ist, um Orte zu schützen, an denen übernatürliche Bewohner vermutet werden.
Wie unterscheiden sich Licht- und Schwarzelfen?
Lichtelfen werden als schön, gutmütig und sonnennah beschrieben, während Schwarzelfen als Wesen der Nacht, kunstfertige Schmiede und körperlich eher abstoßend dargestellt werden.
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- Silke Hübner (Author), 2003, Wo die Elfen hausen - Mythologie in Island, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23086