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Interessenkonflikte in der Selbsthilfe durch Pharma-Sponsoring

Titel: Interessenkonflikte in der Selbsthilfe durch Pharma-Sponsoring

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Johannes Müller (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Gesundheitsselbsthilfe ist heute eine wichtige Stütze des Gesundheitswesens in Deutschland. Millionen von Menschen sind Mitglied in einer Selbsthilfegruppe, um von dem dort konzentrierten Erfahrungswissen zu profitieren. In beratender Tätigkeit im Gemeinsamen Bundesausschuss haben Selbsthilfegruppen und -organisationen über Patientenorganisationen auch politischen Einfluss. Die Aufgaben der Selbsthilfeorganisationen sind vielfältig, die Erwartungen der Patienten anspruchsvoll. Zugleich haben Selbsthilfegruppen und -organisationen häufig nur wenig Geld und sind stets auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten ihrer Arbeit. Eine mögliche Finanzierungsquelle ist das Sponsoring durch ein pharmazeutisches Unternehmen. Eine solche Zusammenarbeit kann für beide Seiten vorteilhaft sein, birgt jedoch auch das Risiko von Interessenkonflikten. In Deutschland steht die Forschung zu Interessenkonflikten in Beziehungen zwischen Selbsthilfe und Pharma-Industrie bzw. zu Interessenkonflikten in der Medizin im Allgemeinen noch am Anfang. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit die Fragestellung bearbeitet werden: Kommt es zu Interessenkonflikten bzw. Einflussnahme in der Selbsthilfe durch Pharma-Sponsoring? Es wird untersucht ob, und wenn ja in welcher Form, Selbsthilfegruppen und –organisationen von Pharmakonzernen beeinflusst werden bzw. inwiefern Interessenkonflikte entstehen können.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut. Im ersten Teil werden theoretische Grundlagen geklärt. Dazu werden zunächst die Begriffe Selbsthilfe, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen definiert und die Selbsthilfe in aller Kürze im Dritten Sektor verortet. Anschließend werden die Begriffe Sponsoring und Interessenkonflikt definiert. Zuletzt wird kurz dargelegt wie Beeinflussung (psychologisch) funktioniert. Im zweiten Teil wird zuerst kurz auf den Anteil des Sponsorings an den Finanzierungsquellen der Selbsthilfegruppen und –organisationen eingegangen. Anschließend werden die Ziele betrachtet, die Pharmaunternehmen und Selbsthilfegruppen bzw. –organisationen mit einem Sponsoring verbinden und welche möglichen Vorteile beide Seiten daraus ziehen können. Danach wird auf die problematischen Aspekte des Sponsorings, also mögliche Einflussnahme der Unternehmen und Interessenkonflikte bei Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen eingegangen. Im abschließenden Teil wird ein Fazit gezogen und die Forschungsfrage beantwortet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definitionen: Selbsthilfe, Selbsthilfegruppe, Selbsthilfeorganisation

2.2 Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen als Teil des Dritten Sektors

2.3 Definition: Sponsoring

2.4 Definition: Interessenkonflikt

2.5 Beeinflussung aus psychologischer Sicht – Die Reziprozitätsregel

3. Interessenkonflikte durch Pharma-Sponsoring

3.1 Anteil des Sponsorings an den Finanzierungsquellen von Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfegruppen

3.2 Ziele und Vorteile des Sponsorings für Selbsthilfegruppen und –organisationen und pharmazeutische Unternehmen

3.2.1 Ziele und Vorteile der Selbsthilfegruppen und –organisationen

3.2.2 Ziele und Vorteile der Pharma-Unternehmen

3.3 Probleme und Gefahren des Sponsorings durch Pharma-Unternehmen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der finanziellen Unterstützung von Selbsthilfegruppen durch die Pharmaindustrie und dem Risiko potenzieller Interessenkonflikte, wobei insbesondere der Einflussnahme auf patientennahe Strukturen nachgegangen wird.

  • Grundlagen der Selbsthilfe und deren Verortung im Dritten Sektor
  • Mechanismen der psychologischen Beeinflussung durch die Reziprozitätsregel
  • Analyse der finanziellen Abhängigkeiten zwischen Pharma-Sponsoring und Selbsthilfeorganisationen
  • Untersuchung von Interessenkonflikten und deren Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Selbsthilfe

Auszug aus dem Buch

3.3 Probleme und Gefahren des Sponsorings durch Pharma-Unternehmen

Dass das Risiko besteht, dass die Zusammenarbeit (im Rahmen des Sponsorings) von Pharma-Unternehmen für die eigene Zwecke missbraucht wird und die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen (bzw. einzelne Mitglieder oder Vertreter) in Interessenkonflikte gebracht werden, wurde gezeigt. Dafür, dass es auch tatsächlich dazu kommt, gibt es ausreichend Belege, auf die nun eingegangen werden soll.

Eine Studie von Consumers International aus dem Jahr 2006 kommt zu dem Schluss, dass Pharma-Unternehmen Patientengruppen nutzen, um auf das Verschreibungsverhalten der Ärzte Einfluss zu nehmen. Das Unternehmen verfolgt letztlich nur das Ziel, dass der Patient das eigene Produkt von seinem Arzt fordern soll. Dabei wird, so die Studie, als unternehmerische gesellschaftliche Verantwortung getarntes sanftes Marketing (im Original: „‘nice-and-friendly‘ marketing“) betrieben. Dazu werden z.B. Internet-Chat-Gruppen und Produktinformations-Webseiten genutzt, aber auch mithilfe von Magazinen oder Broschüren Krankheitsinformationen zur Verfügung gestellt, ohne tatsächlich direkt für ein bestimmtes Produkt zu werben. Es zeigte sich, dass dieses Vorgehen bei den Patienten ein subtiles Bedürfnis nach den entsprechenden Medikamenten auslöste und sie zugleich Vertrauen zu den Pharma-Unternehmen fassen ließ. Der rationale Medikamentengebrauch des Konsumenten wird hier also gerade nicht begünstigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung der Selbsthilfe im deutschen Gesundheitswesen und stellt die Forschungsfrage nach Interessenkonflikten durch Pharma-Sponsoring.

2. Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Selbsthilfe, Sponsoring und Interessenkonflikt definiert sowie die Reziprozitätsregel als psychologischer Einflussfaktor erläutert.

3. Interessenkonflikte durch Pharma-Sponsoring: Dieser Hauptteil analysiert den Anteil von Sponsoring an den Finanzen, beleuchtet die wechselseitigen Ziele von Selbsthilfe und Pharmaindustrie und diskutiert die Gefahren der Einflussnahme.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt die Existenz von Interessenkonflikten und fordert stärkere Vorkehrungen, Transparenz und eine gesicherte Finanzierung der Selbsthilfe zur Wahrung der Unabhängigkeit.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Studien.

Schlüsselwörter

Selbsthilfe, Interessenkonflikt, Pharma-Sponsoring, Soziosponsoring, Reziprozitätsregel, Gesundheitswesen, Patientenorganisationen, Einflussnahme, Glaubwürdigkeit, Finanzierungsquellen, Unabhängigkeit, Pharmaindustrie, Arzneimittelwerbung, Patientenwohl, Unternehmensverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Pharma-Unternehmen Selbsthilfegruppen durch Sponsoring unterstützen und welche Risiken für Interessenkonflikte und eine ungebührliche Einflussnahme auf die Patientenarbeit dabei entstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Selbsthilfe, die ökonomischen Motive des Sponsorings, die psychologische Wirksamkeit von Geschenken (Reziprozitätsregel) sowie die konkrete Gefahr der Agenda-Übernahme durch Pharmakonzerne.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob es durch Pharma-Sponsoring zu Interessenkonflikten oder einer Einflussnahme in der Selbsthilfe kommt und in welcher Form sich diese manifestiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Auswertung bestehender Studien, Fachliteratur und Berichten zu Interessenkonflikten im Gesundheitssektor basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Finanzierungsstrukturen, die gegenseitigen Interessen von Sponsoren und Selbsthilfe sowie konkrete Strategien der Pharmaindustrie, wie beispielsweise "sanftes Marketing" oder die Nutzung von Selbsthilfegruppen für das Prämarketing von Medikamenten.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Selbsthilfeorganisationen, Interessenkonflikte, Pharma-Sponsoring, Reziprozitätsregel und die Unabhängigkeit der Patientenvertretungen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Reziprozitätsregel?

Die Reziprozitätsregel wird als psychologischer Mechanismus identifiziert, der dazu führt, dass sich Menschen durch erhaltene Zuwendungen in einer Bringschuld fühlen, was die objektive Entscheidungsfindung der Selbsthilfegruppen gefährdet.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Unabhängigkeit?

Der Autor schließt, dass volle Unabhängigkeit nur durch eine gesicherte Finanzierung (z.B. durch öffentliche Mittel oder Krankenkassen) erreicht werden kann, um Abhängigkeiten von der Industrie zu minimieren.

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Details

Titel
Interessenkonflikte in der Selbsthilfe durch Pharma-Sponsoring
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)
Veranstaltung
Seminar für Sozialpolitik
Note
1,0
Autor
Bachelor of Arts Johannes Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V230885
ISBN (eBook)
9783656473244
ISBN (Buch)
9783656473381
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbsthilfe Interessenkonflikt Pharma-Sponsoring
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Johannes Müller (Autor:in), 2013, Interessenkonflikte in der Selbsthilfe durch Pharma-Sponsoring, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230885
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Leseprobe aus  18  Seiten
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