Beurteilung der Appeasement Politik

Unter Zuhilfenahme Winston Churchills Rede vom 5.10.1938 im Unterhaus


Referat / Aufsatz (Schule), 2012
8 Seiten, Note: 15

Leseprobe

Beurteilung der Appeasement Politik

Unter Zuhilfenahme Winston Chruchills Rede vom 5.10.1938 im Unterhaus

Die Appeasement Politik bezeichnet die insbesondere vom britischen Premier-minister Chamberlain geprägte Politik gegenüber dem Dritten Reich, die darauf abzielte durch Zugeständnisse an Hitler einen Krieg mit Deutschland zu verhindern und ihn es in ein kollektives Sicherheitssystem einzubinden.

Beurteilt man diese Politik allein unter der Zielsetzung, dass ihre Praktizierung einen Krieg verhindert oder zumindest um Jahrzehnte („Frieden für unsere Zeit[1]) hinauszuschieben sollte, so muss das Urteil negativ ausfallen. Der mit der Polen-Invasion seitens Deutschlands am 1. September 1939 begonnene Zweite Weltkrieg und die kurz darauf folgende Kriegserklärung von Frankreich und Großbritannien sind der Beweis für das Scheitern der Politik an diesem Anspruch.

Hier soll jedoch eine differenziertere Betrachtung dieser Politik stattfinden. Winston Churchill kritisiert in seiner Unterhausrede vom 5.10.1938 diese Politik scharf, macht sie dafür verantwortlich, dass Großbritannien eine „durch nichts gemilderte“ Niederlage erlitten hat. Er schlägt auch selbst eine alternative Handlungsweise vor. Im Folgenden soll die Appeasement Politik anhand einzelner Ereignisse überprüft werden, dabei soll vor allen Dingen, dass von Churchill heftig kritisierte Münchener Abkommen eingehend untersucht werden. Desweiteren sollen Alternativen zur Politik betrachtet werden und ihre Realisierbarkeit hinterfragt werden. Zuvorderst wird jedoch erst einmal die Situation der verschiedenen Großmächte in den 30er Jahren kurz vorgestellt.

Die Weltmacht Großbritannien ist in denkbar schlechter Verfassung. Durch den Ersten Weltkrieg ist man immer noch schwer angeschlagen, hat Probleme den Weltmachtstatus zu konservieren und sieht sich den Bestrebung aggressiver Mächte wie Japan Italien und Deutschland ausgesetzt. Dazu kommt eine kriegsmüde Bevölkerung, die jede Politik, die ein erhöhtes Kriegsrisiko nach sich zieht, oder gar auf einen Krieg hinarbeitet ablehnt und abwählt.

Frankreich ist außenpolitisch zu schwach um souverän zu agieren und stets auf die Unterstützung Großbritanniens angewiesen. Die innenpolitische Situation ist instabil und geprägt von häufigen Regierungswechseln. Das Land strebt danach den Versailler Vertrag zu erhalten, um sich durch die Reparationen wirtschaftlich erholen zu können und Deutschland als Bedrohung möglichst lange auszuschalten.

Italien als mit Abstand schwächste Großmacht strebt unter Mussolini nach der Errichtung eines neuen Imperium Romanum. Er ist auf außenpolitische Erfolge angewiesen, um seine Herrschaft zu legitimieren und dementsprechend nicht an einem starken Deutschland interessiert.

Churchills Alternativprogramm, das er schon lange vor dieser Rede vertrat agiert nach drei Grundsätzen. Erstens, die Einrichtung einer Luftwaffe, die denen anderer Nationen in Reichweite überlegen ist.

Zweitens, die Sammlung der Nationen mit ihrer geballten Kraft.

Drittens, die Etablierung eines Bündnissystems, dass ebenso die Kräfte bündelt und damit dem Aufstieg Hitlerdeutschlands entgegensteht.

Dieses Programm versucht einen Krieg nicht durch Zugeständnisse, sondern durch Abschreckung und Begrenzung des deutschen Einfluss zu verhindern. Weiterhin steht im Kriegsfall ein überlegenes Militär zur Verfügung, dass einen Krieg recht schnell beenden können sollte. Es ist zu bezweifeln, dass die britische Wirtschaft überhaupt imstande gewesen wäre eine derartige Aufrüstung zu stemmen, ohne vollends zu kollabieren. Die wirtschaftliche Regeneration hätte sich jedenfalls entschieden verlangsamt. Weiterhin dürfte das Risiko, dass es dennoch zu einem Krieg kommt sehr viel höher sein, als bei einer Politik der Zugeständnisse, wenn Hitler sich eingekreist, oder existentiell bedroht sieht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er einer solchen Situation kriegerisch zu entfliehen sucht. Dann ist es hoch wahrscheinlich, dass Großbritannien zu einem Moment gezwungen wäre einen Krieg zu führen, da es weder militärisch noch wirtschaftlich dazu imstande gewesen wäre. Selbst, wenn man dennoch in der Lage gewesen wäre die deutsche Aggression abzuwehren, die Stabilisierung des Empires wäre ungleich schwieriger geworden.
Da dieser Weg ein höheres Kriegsrisiko billigend in Kauf nimmt, ist es außerdem unwahrscheinlich, dass er politisch bei der kriegsmüden Bevölkerung durchsetzbar wäre. Insgesamt stellt dieses Konzept vor allen Dingen Anfang der 30er keine durchführbare Alternative dar.

[...]


[1] http://de.wikiquote.org/wiki/Frieden, Zugriff: 10.12.12

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Details

Titel
Beurteilung der Appeasement Politik
Untertitel
Unter Zuhilfenahme Winston Churchills Rede vom 5.10.1938 im Unterhaus
Note
15
Autor
Jahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V230899
ISBN (eBook)
9783656473657
ISBN (Buch)
9783656474180
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweiter Weltkrieg, Hitler, Adolf, Frieden, Chamberlain
Arbeit zitieren
David Kunze (Autor), 2012, Beurteilung der Appeasement Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230899

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