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Übergangsrituale in der Postmoderne. Definitionen und Beispiele

Title: Übergangsrituale in der Postmoderne. Definitionen und Beispiele

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sina Hofmeister (Author)

Cultural Studies - European Studies
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In dieser Arbeit werden im ersten Teil die Ideen und Konzeptionen Arnold van Genneps und Victor Turners aufgezeigt, die maßgeblich an der Prägung und Definition des Begriffs „Übergangsritual“ beteiligt waren. Anschließend wird im zweiten Teil der Arbeit die Struktur des van Gennepschen Übergangsrituals am Beispiel der historischen und modernen Äquatortaufe näher beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II Arnold van Genneps Definition des Übergangsrituals

II.1 Die Dreiphasenstruktur

II.2 Einordnung verschiedener Übergangsriten

II.3 Die magischen Kreise

III Victor Turners Erweiterung der Dreiphasenstruktur

III.1 Communitas

III.2 Anti-Struktur

IV Äquatortaufe: Damals und heute

IV.1 Die drei Phasen der Äquatortaufe

IV.2 Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Modulabschlussarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Übergangsritualen anhand der Modelle von Arnold van Gennep und Victor Turner. Das primäre Ziel ist es, diese ethnologischen Konzepte auf das historische und moderne Ritual der Äquatortaufe anzuwenden, um deren Wandel von einem Schutz- und Initiationsritus hin zur touristischen Unterhaltung zu analysieren.

  • Grundlegende Konzepte der Übergangsriten nach Arnold van Gennep.
  • Erweiterung der Dreiphasenstruktur durch Victor Turner (Communitas & Anti-Struktur).
  • Historische Entwicklung und Ursprünge der Äquatortaufe als Schutzritual.
  • Analyse der modernen Äquatortaufe auf Passagierschiffen mittels der Dreiphasenstruktur.
  • Diskussion über den Bedeutungswandel und heutige Ausformungen (z.B. bei der Bundeswehr).

Auszug aus dem Buch

II.1 Die Dreiphasenstruktur

Van Gennep teilt den Übergangsritus ganz allgemein in drei Phasen auf. Diese Struktur (siehe selbst erstellte Abbildung 1 unten) gilt für jeden Übergangsritus in jedem erdenklichen kulturellen Kontext mit jeweiliger Bedeutung. Die drei Phasen sind die Trennungsphase, die Übergangs-, oder Schwellenphase und die Angliederungsphase. Die Bezeichnung Übergangsphase wird bei einem Statuswechsel benutzt, die Bezeichnung als Schwellenphase bei Ortswechseln. Die erste Phase zeichnet sich durch die Trennung vom früheren Zustand aus, die oft von Reaktionen wie dem Kleidungswechsel oder auch der Mutilation von Körperteilen begleitet wird. Die zweite Phase kennzeichnet das Zwischendasein. In ihr befindet sich der Mensch nicht mehr in seinem früheren Status oder Umfeld, ist allerdings auch noch nicht in die neue Situation eingeführt worden. Diese Phase wird oft als gefährlich und instabil eingestuft, da der Mensch im sogenannten Zwischendasein von den alten und neuen gesellschaftlichen Strukturen, Ordnungen, Werten und Normen losgelöst und so dessen Zustand undefinierbar ist. In vielen Kulturen wird das Individuum dieser Phase als rituell tot betrachtet, bis es wieder in der dritten Phase in den neuen Zustand angegliedert wird. Während dieses rituellen Todes lebt die betroffene Person oft isoliert und abseits der früheren Gesellschaft. Entweder um in den Regeln und Geheimnissen der neuen Gesellschaft unterrichtet zu werden (speziell bei Initiationsriten) oder um den alten Status ganz zu vergessen und sich komplett losgelöst für den neuen Zustand neu formen lassen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Vielfalt menschlicher Übergänge ein und definiert Übergangsrituale als Mittel zur Strukturierung und Sicherung von Lebensabschnittswechseln.

II Arnold van Genneps Definition des Übergangsrituals: Dieses Kapitel erläutert van Genneps ethnologische Ansätze und die Bedeutung von Übergangsriten zur Bewältigung gesellschaftlicher Brüche.

II.1 Die Dreiphasenstruktur: Hier wird das Kernmodell der Trennungs-, Schwellen- und Angliederungsphase detailliert dargelegt.

II.2 Einordnung verschiedener Übergangsriten: Die Klassifizierung von Riten in acht Kategorien (u.a. animistisch, dynamistisch, sympathisch, kontagiös) wird theoretisch erläutert.

II.3 Die magischen Kreise: Dieses Kapitel beschreibt die Verschiebung sakraler und profaner Rollen des Individuums innerhalb der Gesellschaft.

III Victor Turners Erweiterung der Dreiphasenstruktur: Es werden Turners Weiterentwicklungen vorgestellt, insbesondere der Fokus auf die liminale Phase.

III.1 Communitas: Das Konzept der Communitas als Gruppe der Neophyten, die sich im Zustand der Gleichheit und Solidarität während der Schwellenphase befinden, wird diskutiert.

III.2 Anti-Struktur: Dieser Abschnitt behandelt die kreative und gesellschaftskritische Kraft der liminalen Phase, die als Gegenpol zur festen Struktur fungiert.

IV Äquatortaufe: Damals und heute: Eine historische Analyse der Äquatortaufe, die von religiöser Schutzfunktion zu brutalem Brauchtum und schließlich zur Folklore übergeht.

IV.1 Die drei Phasen der Äquatortaufe: Anwendung des van Gennepschen Modells auf die moderne Durchführung der Äquatortaufe auf Passagierschiffen.

IV.2 Resümee: Das Resümee fasst den Wandel des Rituals zusammen und kritisiert die Reduktion tiefergreifender Riten auf bloßen Klamauk.

Schlüsselwörter

Übergangsriten, Arnold van Gennep, Victor Turner, Dreiphasenstruktur, Äquatortaufe, Liminalität, Communitas, Anti-Struktur, Initiationsritus, Schwellenphase, Seefahrt, Kulturanthropologie, ritueller Tod, Statuswechsel, Folklore.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der ethnologischen Theorie der Übergangsrituale und deren praktischer Anwendung auf das spezifische Beispiel der Äquatortaufe.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die Konzepte der Trennungs-, Schwellen- und Angliederungsphase sowie der historische und funktionale Wandel von Riten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Struktur von Übergangsriten historisch verändert hat und wie sich die Äquatortaufe von einem notwendigen Schutzritual zu einem Unterhaltungsbrauch entwickelt hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der ethnologische Modelle auf ein konkretes, historisches Fallbeispiel angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (van Gennep und Turner) und die praktische Analyse der Äquatortaufe inklusive deren dreiphasigen Ablaufs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liminalität, Communitas, Anti-Struktur, Übergangsritus und der Wandel der Äquatortaufe.

Warum ist die Unterscheidung zwischen liminalen und liminoiden Phänomenen wichtig?

Diese Unterscheidung verdeutlicht, ob ein Ritus im Kontext einer gesellschaftlichen Pflicht (liminal) oder als freiwilliges Spiel (liminoid) stattfindet, was für das Verständnis der modernen Äquatortaufe entscheidend ist.

Wie unterscheidet sich die heutige Äquatortaufe von der historischen Form?

Historisch diente sie als Schutzritual und Beweis für Mut und Gläubigkeit; heute ist sie größtenteils ein Folklore-Event auf Kreuzfahrtschiffen oder ein umstrittenes Mutproben-Ritual beim Militär.

Welche Bedeutung hat das Konzept der Anti-Struktur für die Arbeit?

Turner beschreibt damit das Potenzial zur gesellschaftlichen Veränderung durch die kreative, regellose Phase des Zwischendaseins – ein Aspekt, der bei den derben Auswüchsen der Äquatortaufe teils kritisch reflektiert wird.

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Details

Title
Übergangsrituale in der Postmoderne. Definitionen und Beispiele
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Sina Hofmeister (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V230951
ISBN (eBook)
9783656471868
ISBN (Book)
9783656472032
Language
German
Tags
Ritual Übergangsritual Arnold van Gennep Gennep Victor Turner Anthropologie Ethnologie Soziologie Äquatortaufe Ritus Riten Übergangsritus Initiation Initiationsritus Dreiphasenstruktur Äquator Taufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Hofmeister (Author), 2011, Übergangsrituale in der Postmoderne. Definitionen und Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230951
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