Im Folgenden wird das Gedicht bezüglich pragmatischer, semantischer und syntaktisch-phonologischer Aspekte analysiert. Anschließend wird das Werk in den historischen Kontext und in das Gesamtwerk des Autors eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse von Luis de Góngoras „Mientras por competir con tu cabello”
2.1 Pragmatische Ebene
2.2 Semantische Ebene
2.3 Syntaktische/ Phonologische Ebene
2.4 Einordnung in den historischen Kontext
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich einer detaillierten lyrischen Analyse des Barock-Sonetts „Mientras por competir con tu cabello“ von Luis de Góngora. Das primäre Ziel ist es, das Gedicht durch eine strukturierte Untersuchung auf pragmatischer, semantischer sowie syntaktisch-phonologischer Ebene zu erschließen und die zentrale Thematik der Vergänglichkeit menschlicher Schönheit in den historischen Kontext des spanischen Siglo de Oro einzuordnen.
- Strukturelle Analyse der Sprechsituation und Personaldeixis.
- Untersuchung semantischer Isotopien und barocker Motive wie „Carpe Diem“ und „Vanitas“.
- Analyse rhetorischer Stilmittel wie Hyperbeln, Epitheta und Akkumulationen.
- Literarhistorische Verortung im Kontext des Culteranismo.
- Untersuchung der metrischen Besonderheiten im klassischen Sonett.
Auszug aus dem Buch
2.2 Semantische Ebene
Auf inhaltlicher Ebene ist folgendes Thema von Bedeutung: Das Gedicht handelt von der jugendlichen Schönheit und ihrer Vergänglichkeit.
In den ersten beiden Quartetten steht jeweils die Jugend und Schönheit im Mittelpunkt. Die Verbindung des Textes unter semantischem Aspekt lässt sich unter anderem durch die Isotopien zeigen. Die Isotopien, die im Gedicht vorzufinden sind, stellen einen Zusammenhang her zwischen der Schönheit der Frau mit der Natur. An erster Stelle seien hier die Blumen Lilie und Nelke zu erwähnen, die man mit den Farben Weiß und Rot verbindet. Diese werden in Beziehung zu den vier Körperteilen gestellt: „cabello“ (V.1), „frente“ (V.4), „labio“ (V.5), „cuello“ (V.8). Diese Körperteile werden wiederum verglichen mit den Naturelementen Feld und Sonne.
Im ersten Terzett werden diese Elemente nochmals aufsummiert und es wird ein Vergleich gezogen zwischen den Naturelementen und den vier Körperteilen. Anhanddessen kann man eine Argumentationsstrategie erkennen: Der Sprecher fordert nun das lyrische Du auf, ihre Jugend zu genießen: „goza cuello, cabello, labio y frente“ (V.9). Hier wird das von Horaz geprägte Konzept des „carpe diem” verinnerlicht (vgl. Strosetzki 2003: 77).
In der Schlussstrophe, das sogenannte Decrescendo, werden diese Elemente wieder aufgenommen und in Bezug zu den Vergänglichkeitsymbolen „tierra […] humo […] polvo […] sombro“ (V. 14) gesetzt. Hier ist ein weiteres barockes Konzept vorzufinden, nämlich das Vanitas-Motiv.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, verortet das Werk im literarischen Kontext des Barock und stellt die methodische Vorgehensweise der Analyse vor.
2. Analyse von Luis de Góngoras „Mientras por competir con tu cabello”: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, der das Gedicht in inhaltliche, sprachliche und formale Ebenen gliedert und die künstlerischen Stilmittel des Autors untersucht.
2.1 Pragmatische Ebene: Hier wird die Sprechsituation untersucht, wobei insbesondere die Rolle des lyrischen Ichs, die direkte Ansprache des lyrischen Du und die gnomische Funktion der Temporaldeixis im Fokus stehen.
2.2 Semantische Ebene: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Deutung, den zentralen Isotopien (Natur und Körper) sowie den barocken Leitmotiven wie Vanitas und Carpe Diem.
2.3 Syntaktische/ Phonologische Ebene: Diese Sektion analysiert die rhetorische Gestaltung durch Stilmittel wie Hyperbaton, Anapher, Homoioteleuton und Akkumulation sowie deren Wirkung auf den Leser.
2.4 Einordnung in den historischen Kontext: Hier wird das Gedicht in die Epoche des Siglo de Oro eingeordnet und das Wirken Góngoras im Spannungsfeld zwischen volkstümlicher Lyrik und dem „culteranismo“ beleuchtet.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung Góngoras als kunstreichen, aber komplexen Dichter zusammen und würdigt die ästhetische Leistung des analysierten Sonetts.
Schlüsselwörter
Luis de Góngora, Barock, Siglo de Oro, Sonett, Culteranismo, Vanitas, Carpe Diem, Lyrikanalyse, Vergänglichkeit, Metaphorik, Sprechsituation, Stilmittel, spanische Literatur, Schönheit, Memento Mori.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten literaturwissenschaftlichen Analyse des berühmten Barock-Sonetts „Mientras por competir con tu cabello“ des spanischen Dichters Luis de Góngora.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder umfassen die barocke Ästhetik, die Darstellung von weiblicher Schönheit sowie die philosophischen Konzepte von Vergänglichkeit (Vanitas) und Lebensgenuss (Carpe Diem).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die sprachlichen Strukturen und rhetorischen Strategien des Gedichts offenzulegen, um zu verstehen, wie Góngora die barocke Dichtkunst und sein spezielles Stilmittel des „culteranismo“ in diesem Werk umsetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine strukturierte Textanalyse, die das Gedicht in pragmatische, semantische und syntaktisch-phonologische Analyseebenen unterteilt, ergänzt durch eine historisch-kontextuelle Einordnung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Sprechsituation, der inhaltlichen Isotopien, der rhetorischen Figuren sowie der Einordnung in den historischen Kontext der spanischen Barockliteratur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Culteranismo, Vanitas, Sonett, barocke Lyrik, Góngora und die Analyse von rhetorischen Stilmitteln wie Metaphern und Epitheta.
Inwiefern beeinflusst das „Decrescendo“ der letzten Strophe die Gesamtaussage des Sonetts?
Die letzte Strophe bildet einen Kontrast zum Rest des Gedichts, indem sie die vorangegangene Idealisierung der Schönheit radikal beendet und durch die Aufzählung von Vergänglichkeitssymbolen das Vanitas-Motiv auf seinen Höhepunkt treibt.
Warum wird das klassische Sonett-Schema in diesem speziellen Gedicht bewusst gesprengt?
Durch die Verlängerung der letzten Strophe um das Wort „nada“ bricht Góngora die metrische Strenge des Sonetts, um inhaltlich das „Nichts“ und die absolute Vergänglichkeit nachdrücklich zu unterstreichen.
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- Christine Martin (Author), 2013, Lyrikanalyse von Luis de Góngoras „Mientras por competir con tu cabello”, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230953