Welche konkreten Auswirkungen hatte die Finanzmarktkrise – mit ihrem für einige deutsche Banken existenzbedrohenden Ausmaß – auf die am Markt gehandelten Genussscheine? Welche der genannten Möglichkeiten der Verlustbeteiligung wurden von den Emittenten in welcher Situation genutzt und wie reagierten die Genussscheinkurse auf verschiedene Ad-hoc-Mitteilungen der Emittenten? Darüber hinaus ist auch ein Blick auf die Investorenseite lohnenswert: Wer hält Genussscheine und welche Reaktionen zeigten Investoren auf die Beteiligung an Verlusten der Emittenten?
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Genussrechtsemissionen von Banken
2.1 Warum nutzen Banken Genussrechte?
2.2 Ausgestaltung von Genussrechtsemissionen
2.3 Bilanzierung der Genussrechte bei Banken
3. Genussrechtsemissionen von Banken in der Finanzmarktkrise
3.1 Die Finanzmarktkrise
3.2 Gerichtliche Auseinandersetzungen
3.2.1 Eurohypo-Genussscheine
3.2.2 OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 16.11.2011, Az. 19 U 12/11
3.3 Darstellung der Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Genussrechtsemissionen weiterer deutscher Banken
4. Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Genussrechtsemissionen deutscher Banken, analysiert die praktische Anwendung von Verlustbeteiligungsmechanismen und beleuchtet die Reaktionen von Investoren sowie die juristische Aufarbeitung bei institutionellen Emittenten.
- Theoretische Grundlagen und Ausgestaltung von Genussrechten bei Kreditinstituten
- Analyse der Verlustbeteiligung und Kurswirkung während der Finanzmarktkrise
- Untersuchung gerichtlicher Auseinandersetzungen am Beispiel der Eurohypo
- Vergleich der Geschäftsentwicklung und Genussrechtsbedienung bei verschiedenen deutschen Banken
- Ausblick auf die Bedeutung von Genussrechten im Rahmen zukünftiger Eigenkapitalvorschriften (Basel III)
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Finanzmarktkrise
Auslöser für die Finanzmarktkrise der vergangenen Jahre waren hohe Ausfallraten im Subprime-Kreditmarkt seit dem Frühjahr 2007. Als Subprime-Kredit wird ein Kredit eingestuft, dessen Kreditnehmer von schlechter Bonität ist und bspw. bereits einmal mit Kreditraten in Verzug war. Der Subprime-Krise war ein durch staatliche Förderprogramme und extrem niedrige Zinsen verursachter Boom des US-Immobilienmarktes vorangegangen. Diese Umstände ermöglichten es auch Kreditnehmern mit geringerer Bonität, eine Finanzierung zu erhalten.
Zu einem weltweiten Problem wurde die Subprime-Krise jedoch hauptsächlich durch die Verbriefungen der Subprime-Kredite – zunächst in MBS und in einem zweiten Schritt in CDO. So ist es gelungen, verschiedene Kredite in einem Wertpapier zusammenzufassen und an Investoren weltweit zu verkaufen. Aufgrund des sehr niedrigen Zinsniveaus investierten insbesondere institutionelle Investoren in diese höher rentierlichen Wertpapiere, die von den Ratingagenturen häufig mit der besten Bewertung ausgezeichnet waren. Darüber hinaus führten die Verbriefungen zu Anreizverzerrungen beim Kreditgeber, da ein umfangreiches Monitoring des Kreditnehmers durch die Veräußerung des Kredits nutzlos wurde. Als dann am 10.07.2007 zahlreiche MBS von S&P eine Downgrade-Warnung erhielten bzw. von Moody’s heruntergestuft wurden, platzte die Blase. Innerhalb kurzer Zeit wurden sämtliche Kapitalmarktsegmente von der Subprime-Krise erfasst, die sich damit in eine Banken- und Finanzmarktkrise wandelte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Einleitung in das Thema Genussrechte als Mezzanine-Kapital und Darstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen der Finanzkrise auf diese Instrumente.
2. Genussrechtsemissionen von Banken: Erläuterung der Vorteile von Genussrechten für Banken, ihrer Ausgestaltung gemäß § 10 KWG und der bilanzrechtlichen Behandlung.
3. Genussrechtsemissionen von Banken in der Finanzmarktkrise: Detaillierte Untersuchung der Krisenauswirkungen, inklusive einer Analyse der Eurohypo-Rechtsstreitigkeiten und der Entwicklung bei verschiedenen deutschen Instituten.
4. Thesenförmige Zusammenfassung: Zentrale Erkenntnisse der Arbeit in prägnanter Form.
Schlüsselwörter
Genussrechte, Finanzmarktkrise, Banken, Eigenkapital, Mezzanine-Finanzierung, Verlustbeteiligung, Subprime-Krise, Eurohypo, LBBW, Basel III, Bilanzierung, Genussscheine, Kapitalmarkt, Kreditwesen, Rendite
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Genussrechten als Finanzierungsinstrument deutscher Banken und deren Entwicklung sowie Performance während der globalen Finanzmarktkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung und regulatorische Einordnung von Genussrechten, die Verlustmechanismen bei Bankenkrisen sowie die juristische Bewertung durch Gerichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuklären, wie Banken Genussrechte während der Krise zur Verlustbeteiligung nutzten und wie sich dies auf die Kurse und die Anleger auswirkte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung von Marktdaten, Chartverläufen und relevanten Gerichtsurteilen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Basislegung, eine empirische Analyse der Krisenauswirkungen anhand von Fallbeispielen und die juristische Betrachtung von Rechtsstreitigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere geprägt durch Begriffe wie Genussrechte, Finanzmarktkrise, Eigenkapital, Mezzanine-Kapital und Verlustbeteiligung.
Welche Rolle spielten die Eurohypo-Genussscheine in der juristischen Aufarbeitung?
Sie dienten als zentrales Fallbeispiel für Rechtsstreitigkeiten, bei denen geklärt werden musste, ob bei einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag eine Bedienung der Genussscheine ungeachtet der Ertragslage erfolgen muss.
Welche Auswirkungen hat Basel III auf das untersuchte Finanzinstrument?
Aufgrund der neuen Anforderungen an das Eigenkapital verliert das Ergänzungskapital an Bedeutung, weshalb Genussrechte als Finanzierungsform für Banken voraussichtlich aussterben werden.
- Quote paper
- Christian Zaia (Author), 2013, Genussrechtsemissionen von Banken in der Finanzmarktkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230962