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Georg Simmels Kulturbegriff

„Der Weg von der geschlossenen Einheit durch die entfaltete Vielfalt zur entfalteten Einheit.“

Titel: Georg Simmels Kulturbegriff

Hausarbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Silkatz (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Möchte man nun unter der Vielzahl von Darstellungen eine konkrete Definition von „Kultur“, so scheint die Philosophie der einzige Ausweg zu sein. Schließlich ist sie die Wissenschaft, in der das genaue Definieren von Begriffen den höchsten Stellenwert besitzt. Doch wird bei einem Blick in verschiedene philosophische Wörterbücher schnell deutlich, dass auch diese Disziplin sich schwer tut, eine eindeutige Begriffsbeschreibung zu liefern. So braucht zum Beispiel die „Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften“ zwölf Seiten um „Kultur“ zu umschreiben, ein „Historisches Wörterbuch für Philosophie“ nutzt dafür sogar fünfzehn. Lediglich das „Lexikon der philosophischen Begriffe“ begnügt sich mit zwei Seiten. Allerdings wird bei der Lektüre sehr schnell deutlich, dass damit keine umfassende Darstellung des Begriffs „Kultur“ möglich ist.
Trotz dieses anscheinenden Unvermögens eine alleingültige Definition von „Kultur“ zu liefern, gibt die Philosophie viele Möglichkeiten, sich mit dem Ausdruck auseinanderzusetzen. Zahlreiche Denker haben ihre Überlegungen und ihr Verständnis zum Begriff dargestellt.
Einer der Philosophen, die „Kultur“ definiert haben, ist Georg Simmel. Der Gelehrte hat in zahlreichen Texten sein Verständnis des Begriffes dargelegt und ihn somit zu einem Zentralbegriff seines Schaffens gemacht. Dabei beschreibt Simmel zahlreiche Aspekte von „Kultur“, stellt verschiedene Nuancen dar und stellt damit ein umfassendes Gesamtkonzept auf. Dabei besitzt bei Simmel die Darlegung seines Verständnisses des Begriffs einen ebenso hohen Stellenwert wie die Tragödie, die sich daraus ergibt. Daher sollen hier Simmels Definition von „Kultur“ sowie die daraus folgende „Tragödie der Kultur“ dargestellt werden. Dabei wird vor allem Wert darauf gelegt, das Gesamtkonzept des Philosophen deutlich werden zu lassen. Weitere Aspekte und ihre Einflüsse werden zwar zusätzlich erwähnt, können aber aufgrund des Umfangs der Arbeit nicht ebenso ausführlich dargestellt werden. Im Anschluss an die Darstellung von Simmels Auffassung von „Kultur“ und deren Tragödie wird mit einem Fazit die Darstellung über Georg Simmel Kulturbegriff abgeschlossen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Georg Simmels Kulturbegriff

3. Die Tragödie der Kultur

4. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, Georg Simmels Kulturbegriff sowie das damit eng verknüpfte Konzept der „Tragödie der Kultur“ systematisch darzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Mensch das Spannungsfeld zwischen subjektiver Entfaltung und objektiven kulturellen Gebilden bewältigt und warum dieses Verhältnis in der Moderne als tragisch empfunden wird.

  • Der dualistische Ursprung der Kultur: Mensch vs. Natur
  • Die Vermittlerfunktion der Kultur zwischen Subjekt und Objekt
  • Ursachen und Auswirkungen der „Tragödie der Kultur“
  • Die Rolle der Arbeitsteilung und Spezialisierung in der modernen Kultur
  • Die Aktualität von Simmels soziologisch-philosophischer Analyse

Auszug aus dem Buch

2. Georg Simmels Kulturbegriff

Ausgangspunkt bei Georg Simmels Überlegungen zum Kulturbegriff ist die Tatsache, dass er dem Menschen im Gegensatz zum Tier die Fähigkeit einräumt, sich einer fraglosen Einordnung in die Natur zu widersetzen. Dabei ringt der Mensch um ein selbstbestimmtes, selbstverwirklichtes Leben und erhebt sich gegen natürliche Begrenzungen. Daher, so Simmel, steht am Beginn der Kultivierung des Menschen der große Dualismus Mensch – Natur. Diesem Dualismus wiederum entspringt der „endlose Prozeß zwischen dem Subjekt und dem Objekt.“ Indem also der Mensch versucht, sich einer widerstandslosen Eingliederung in die Natur entgegenzustellen, schafft er als neuen Konflikt den Antagonismus zwischen dem Subjekt und dem Objekt.

Simmel fasst dabei mit dem Begriff „Subjekt“ die Eigenschaften zusammen, die dem Individuum angehören. So zum Beispiel der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben, die eigene Entwicklung, die Ausbildung einer Persönlichkeit und der Seele. Dieses subjektive Leben beschreibt Simmel als rastlos, veränderlich und endlich.

Im Gegensatz dazu steht das „Objekt“. Es ist unbeweglich, unveränderlich und zeitlos. Ein Objekt ist dabei ein Produkt, das vom subjektiven Geist geschaffen wurde. Dies impliziert nicht nur Gegenstände ebenso wie Institutionen, sondern all die vom Menschen geschaffenen Dinge, mit deren Hilfe er sich von der Natur emanzipieren will.

Obwohl also das starre Objekt aus dem subjektiven Geist erschaffen wurde, steht es dem lebendigen Subjekt doch als Kontrast gegenüber. Beide sind aufgrund ihrer verschiedenen Eigenschaften nicht miteinander vereinbar. Als Ergebnis dieser Überlegungen setzt Simmel also den Dualismus Subjekt – Objekt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Kultur ein und positioniert Georg Simmels Werk als zentralen Ansatz zur philosophischen Erschließung des Kulturbegriffs.

2. Georg Simmels Kulturbegriff: Das Kapitel erläutert den Dualismus von Subjekt und Objekt und beschreibt Kultur als notwendige Synthese, die zur Vervollkommnung der Seele und Entfaltung menschlicher Potentiale dient.

3. Die Tragödie der Kultur: Hier wird der Prozess beschrieben, in dem objektive Kulturgebilde sich verselbstständigen und das Subjekt in seiner Entwicklung durch Arbeitsteilung und Entfremdung behindern.

4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die bis heute bestehende Aktualität von Simmels Analyse in Bezug auf den modernen Umgang mit kulturellen Gütern.

Schlüsselwörter

Georg Simmel, Kulturbegriff, Tragödie der Kultur, Subjekt-Objekt-Dualismus, Kulturphilosophie, Moderne, Entfremdung, Arbeitsteilung, Geistige Entwicklung, Philosophie des Geldes, Kulturelle Synthese, Soziologie, Innerlichkeit, Objektivierung, Selbstverwirklichung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung von Georg Simmels Kulturbegriff und der daraus resultierenden Theorie der „Tragödie der Kultur“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Spannungsverhältnis zwischen dem subjektiven menschlichen Geist und den von ihm geschaffenen objektiven Kulturgebilden, sowie die historischen und soziologischen Faktoren dieser Krise.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen individuellem Streben nach Selbstverwirklichung und der als tragisch empfundenen Verselbstständigung kultureller Objekte verständlich darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literaturanalyse, die primär auf den theoretischen Schriften Georg Simmels basiert und durch aktuelle sekundärwissenschaftliche Einordnungen ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Simmels grundlegendem Kulturbegriff sowie eine detaillierte Analyse der Ursachen, die zur „Tragödie der Kultur“ führen, insbesondere im Kontext der Arbeitsteilung und Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kulturbegriff, Subjekt-Objekt-Dualismus, Moderne, Entfremdung und geistige Vervollkommnung beschreiben.

Warum bezeichnet Simmel das Verhältnis als „tragisch“?

Die Tragödie besteht darin, dass die Kultur, die eigentlich zur Entfaltung des Menschen dienen soll, durch ihre eigene innere Logik zu einer Übermacht wird, die das Individuum eher erdrückt als fördert.

Welche Rolle spielt die Arbeitsteilung bei Simmel?

Die Arbeitsteilung trägt zur Tragödie bei, da sie verhindert, dass der Mensch seine subjektiven Intentionen vollständig in das Objekt einbringen kann, wodurch der Sinn der Kultivierung verloren geht.

Ist Simmels Theorie nur auf die industrielle Moderne begrenzt?

Obwohl Simmel seine Beobachtungen am Beginn des 20. Jahrhunderts macht, sieht er in der Tragödie ein allgemeines Verhängnis, das in unterschiedlicher Ausprägung auch in anderen Epochen präsent sein kann.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Georg Simmels Kulturbegriff
Untertitel
„Der Weg von der geschlossenen Einheit durch die entfaltete Vielfalt zur entfalteten Einheit.“
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Einführung in die praktische Philosophie
Note
1,3
Autor
Sebastian Silkatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V230986
ISBN (eBook)
9783656465713
ISBN (Buch)
9783656467410
Sprache
Deutsch
Schlagworte
georg simmels kulturbegriff einheit vielfalt Kultur Weg entfaltet philosophie praktische tragödie eng weit soziologie simmel modern moderne geld geldes großstädte geistesleben begriff krisis weiblich konflikt subjekt objekt geist seele objektiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Silkatz (Autor:in), 2010, Georg Simmels Kulturbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230986
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Leseprobe aus  18  Seiten
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