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Kultur und Kritik. Simmels Kulturtheorie und Schillers ästhetische Briefe

Titel: Kultur und Kritik. Simmels Kulturtheorie und Schillers ästhetische Briefe

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Silkatz (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Im September 2012 entschied sich die SPD dafür einzutreten, dass Kultur als Staatsziel im deutschen Grundgesetz aufgenommen wird. Unabhängig von den darauf folgenden Diskussionen stellt dies einen Anlass dar, den Begriff „Kultur“ genauer zu analysieren. Dabei muss man sich bewusst machen, dass es Auffassungen von „Kultur“ gibt, die sehr stark divergieren, komplett Gegensätzliches beschreiben oder sich sogar gegenseitig ausschließen. Am nützlichsten erscheinen dabei noch Definitionen, die vom „engen“ und „weiten“ Kulturbegriff ausgehen. Dabei bezeichnet ersterer, von dem wohl die SPD bei ihrer Initiative ausgeht, vor allem die Abgrenzung der Hochkultur gegenüber dem Trivialen und letzterer die Unterscheidung des vom Menschen Geschaffenen gegenüber der Natur. Doch auch bei diesem Versuch der Beschreibung von „Kultur“ gibt es noch zahlreiche Diskussionen.
Ein Philosoph, der sich ebenfalls mit der Theorie der Kultur auseinandersetzte, war Georg Simmel. Dabei fällt bei der Auseinandersetzung mit seinen Schriften auf, dass viele Gedanken bereits von Friedrich Schiller in seinen Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen formuliert zu sein scheinen. Da Schiller mit seiner Abhandlung einer der Begründer der modernen Kulturkritik ist, dessen Bedeutung „man kaum überschätzen“ kann und dem jedoch in dieser Hinsicht kaum Aufmerksamkeit zu teil wurde, soll hier zumindest ein kleiner Abschnitt seiner Wirkungsgeschichte geschrieben werden.
Dabei wird gezeigt, dass sich Simmel bei seiner Analyse von Kultur und der daraus entstehenden modernen Tragödie zu weiten Teilen auf Schillers Briefe und dessen Kulturkritik bezieht. Des weiteren soll dargestellt werden, dass Simmel zugleich wesentliche Aspekte von Schillers Theorie, die nicht der Entfremdungstheorie zugehören, verwirft und nicht in seinen Betrachtungen aufnimmt.
Damit dies gelingt, wird zuerst der Kulturbegriff Georg Simmels sowie die daraus folgende Tragödie der Kultur dargestellt. Mit dem Ziel, die Bezüge Simmels zu Schiller aufzuzeigen, werden anschließend in einer textnahen Analyse die Parallelen von Simmels und Schillers Kulturkritik und anschließend die Gemeinsamkeiten, die darüber hinaus gehen, aufgezeigt. Um das Verhältnis von Simmel und Schiller eindeutig bestimmen zu können, werden zudem die wesentlichen Unterschiede in beiden Darstellungen herausgearbeitet. In einer Zusammenfassung wird die abschließende Bewertung der Ergebnisse vorgenommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Kultur“ bei Georg Simmel

2.1 Georg Simmels Kulturbegriff

2.2 Die Tragödie der Kultur

3. Georg Simmel und Friedrich Schiller

3.1 Gemeinsamkeiten

3.1.1 Die Kulturkritik

3.1.2 Simmels „Kultur“ und Schillers „Kunst“

3.2 Unterschiede

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der Kulturtheorie von Georg Simmel zu Friedrich Schillers Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, mit dem Ziel, die maßgeblichen Einflüsse Schillers auf Simmels Kultur- und Entfremdungskritik sowie die wesentlichen theoretischen Differenzen zwischen beiden Denkern herauszuarbeiten.

  • Analyse des Kulturbegriffs bei Georg Simmel
  • Untersuchung der Tragödie der Kultur
  • Vergleichende Analyse der Kulturkritik bei Simmel und Schiller
  • Identifikation von Parallelen in der Subjekt-Objekt-Problematik
  • Herausarbeitung der Unterschiede in der ästhetischen Theorie

Auszug aus dem Buch

Die Tragödie der Kultur

Obwohl die Kultur mit ihren dargestellten Leistungen positiv zu bewerten ist, sieht Georg Simmel in seinem Kulturbegriff das Potenzial zu einer Tragödie. Damit man seine Überlegungen dazu nachvollziehen kann, muss man sich jedoch zunächst vergegenwärtigen, was der Soziologe unter dem Begriff „Tragödie“ versteht.

Simmel bezieht sich mit der Verwendung dieses Begriffs nicht auf die literarische Gattung, die womöglich im Sprachgebrauch geläufiger ist, sondern er definiert eine Begebenheit als tragisch, wenn in deren Wesen bereits die Tragödie angelegt ist. Am deutlichsten beschreibt Simmel sein Verständnis von Tragödie mit folgenden Worten:

„als ein tragisches Verhängnis – im Unterscheid gegen ein trauriges oder von außen her zerstörendes – bezeichnen wir doch wohl dies: daß die gegen ein Wesen gerichteten vernichtenden Kräfte aus den tiefsten Schichten eben dieses Wesens selbst entspringen; daß sich mit seiner Zerstörung ein Schicksal vollzieht, das in ihm selbst angelegt und sozusagen die logische Entwicklung der Struktur ist, mit der das Wesen seine eigene Positivität aufgebaut hat.“

Simmels Verständnis nach ist auch in der Kultur die Anlange für eine Tragödie vorhanden. Daher besteht die Gefahr, dass sie einen Zustand erreicht, in dem sie ihre Aufgabe und positive Wirkung nicht mehr erfüllen kann und sich selbst zerstört. Nach Simmels Verständnis findet dieser Prozess vor allem in der Moderne statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Kulturbegriffs ein und umreißt die Absicht, Simmels Kulturtheorie unter Berücksichtigung von Schillers Einfluss zu analysieren.

2. „Kultur“ bei Georg Simmel: Dieses Kapitel erläutert Simmels Kulturbegriff als Synthese von Subjekt und Objekt sowie das Konzept der Tragödie der Kultur in der Moderne.

3. Georg Simmel und Friedrich Schiller: Der Hauptteil vergleicht die Ansätze beider Denker, wobei Gemeinsamkeiten in der Kulturkritik sowie Unterschiede in der ästhetischen Theorie und Zielsetzung aufgezeigt werden.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse und bestätigt den starken Einfluss Schillers auf Simmels Kultur- und Entfremdungskritik.

Schlüsselwörter

Georg Simmel, Friedrich Schiller, Kultur, Kulturkritik, Tragödie der Kultur, Subjekt, Objekt, Entfremdung, Zivilisation, ästhetische Erziehung, Moderne, Individuum, Gesellschaft, Philosophie, Vermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Verbindungen zwischen der Kulturtheorie von Georg Simmel und Friedrich Schillers Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Kulturkritik, der Prozess der Entfremdung sowie die philosophische Bestimmung des Verhältnisses zwischen dem Subjekt und den von ihm geschaffenen Objekten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Schillers Überlegungen auf Simmels Analyse der Moderne aufzuzeigen und die wesentlichen Übereinstimmungen und Differenzen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textnahe, komparative Analyse der Primärtexte von Simmel und Schiller durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Simmels Kulturbegriff und dessen Tragik sowie die direkten Parallelen und Kontraste zu Schillers Kultur- und Kunstverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Kultur, Tragödie, Entfremdung, Subjekt-Objekt-Dualismus und ästhetische Theorie.

Wie definiert Simmel das Verhältnis von Subjekt und Objekt?

Simmel beschreibt dieses Verhältnis als einen dualistischen Konflikt, da das rastlose Subjekt durch die Schaffung starrer Objekte zwar Kultur erzeugt, aber zugleich von deren Eigendynamik entfremdet wird.

Warum sieht Simmel die Kultur in der Moderne als tragisch an?

Die Tragödie besteht darin, dass die Kultur ihre Funktion als Mittel zur Vervollkommnung der Seele verliert, da die enorme Menge und Verselbstständigung der Objekte den Menschen überfordern und seine Entfaltung behindern.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kultur und Kritik. Simmels Kulturtheorie und Schillers ästhetische Briefe
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Neuere Deutsche Literatur: Klassik, Romantik, Revolution
Note
1,0
Autor
Sebastian Silkatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V231046
ISBN (eBook)
9783656472872
ISBN (Buch)
9783656473251
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kultur kritik simmels kulturtheorie schillers briefe georg friedrich schiller simmel theorie ästhetisch ästhetik brief über die ästhetisch erziehung des menschen mensch erziehung klassik romantik revolution karl marx tragödie kunst gemeinsamkeiten unterschiede geld großstädte geistesleben begriff krisis modern moderne objekt subjekt geist seel ibjektiv subjektiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Silkatz (Autor:in), 2013, Kultur und Kritik. Simmels Kulturtheorie und Schillers ästhetische Briefe , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231046
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Leseprobe aus  25  Seiten
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