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Überwachung in der Deutschen Demokratischen Republik

Title: Überwachung in der Deutschen Demokratischen Republik

Seminar Paper , 2013 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Lins (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten im Jahre 1990 sieht sich die Geschichtswissenschaft einer abgeschlossenen, „historisch“ gewordenen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegenübergestellt. Mit welchem Ansatz die Geschichte dieses Staates und seiner Gesellschaft aufgearbeitet wird, richtet sich auch nach der Frage, worauf wir in unserer heutigen Gesellschaft Wert legen und worüber überhaupt Diskurse stattfinden.
Der Themenkomplex der Überwachung ist im 21. Jahrhundert aktuell wie selten zuvor. Aufgrund gestiegener technischer Möglichkeiten auf der einen Seite und konkreter Bedrohung durch Terrorismus auf der anderen Seite sehen wir uns einer rasanten Zunahme von Überwachung durch staatliche und private Einrichtungen ausgesetzt. Wie sich die gegenwärtige Gesellschaft dadurch verändert und wie damit umzugehen ist, wird in einem relativ neuen interdisziplinären Forschungsfeld untersucht, das sich zwischen Ingenieurswissenschaft, Soziologie, Geografie, Kulturwissenschaft und Rechtswissen¬schaft bewegt und versucht, diese Einzeldisziplinen zu bündeln: Den Surveillance Studies . Da diese meist gegenwartsorientiert und vor allem soziologisch geprägt sind, beschreiben sie Veränderungen „freier“ Gesellschaften in der westlichen Welt. Dennoch sollen die Impulse dieser noch jungen Disziplin in diese Hausarbeit einfließen und dazu dienen, einen abgeschlossenen historischen Sachverhalt näher zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretischer Ansatz: Machtausübung und Überwachung nach Foucault

2. Überwachung in der SBZ/DDR

2.1. Umgang mit politischen Gegnern in der Besatzungszeit

2.2. Aufbau und Phasen der Überwachungsmaschinerie

2.3. Methoden

2.4. Die besondere Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter

3. Auswirkungen der Überwachung auf die DDR-Gesellschaft

3.1. Alltag

3.2. Eine neue „Ersatzöffentlichkeit“ durch die Populärkultur?

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der staatlichen Überwachung auf die Gesellschaft der DDR. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche gesellschaftlichen Transformationsprozesse durch das MfS initiiert wurden und wie die permanente Überwachungssituation das Bewusstsein sowie die Alltagsgestaltung der Bürger nachhaltig veränderte.

  • Analyse von Machtausübung und Überwachung auf Basis theoretischer Foucault-Ansätze.
  • Untersuchung der institutionellen Entwicklung und personellen Struktur des MfS.
  • Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter als Instrument der gesellschaftlichen Durchdringung.
  • Einfluss der Überwachung auf das Alltagsverhalten und die Entstehung von Ersatzöffentlichkeiten.
  • Einbeziehung von Zeitzeugenberichten und populärkulturellen Zeugnissen als historische Quelle.

Auszug aus dem Buch

2.4. Die besondere Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter

Der Begriff der Inoffiziellen Mitarbeiter ist bereits an manchen Stellen angeklungen, doch wurden ihre Rolle und ihre Funktion noch nicht näher definiert und vorgestellt, was nun geschehen soll.

Betrachtet man die reine Anzahl Hauptamtlicher Mitarbeiter, so wäre es naheliegend, das MfS als arbeitsfähigen Geheimdienst anzusehen, der nur wenige externe Informanten benötigte, um seine Arbeit zu verrichten. Doch wie nötig externe Informanten wirklich waren, zeigen Aussagen wie „Ohne diese Atmungsorgane können wir nicht leben und nicht arbeiten“ oder die Bezeichnung der IM als „Hauptwaffe im Kampf gegen den Feind“.

Den IM sollte demnach nicht nur eine ergänzende, sondern eine zentrale Rolle in der Informationsbeschaffung zukommen. Sie wurden gezielt zur Weitergabe von persönlichen und oft intimen Informationen ausgewählt, da sie „dank ihren besonderen Verbindungen mit Personen, die eine feindliche Tätigkeit ausüben, in der Lage sind, den Organen des Ministeriums für Staatssicherheit besonders wertvolle Angaben über deren Spionage- und andere illegale, antidemokratische Tätigkeit zu beschaffen“.

Besonders betont wurde dabei stets der konspirative Charakter der Zusammenarbeit, der die Grundlage für den Erfolg der jeweiligen Maßnahme darstellte. Die Aufgaben der IM bestanden im Wesentlichen darin, das MfS bei der „Feindbekämpfung“ zu unterstützen und auf gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema der Überwachung im 21. Jahrhundert und begründet die historische Untersuchung der DDR als Fallbeispiel für eine intensiv überwachte Gesellschaft.

1. Theoretischer Ansatz: Machtausübung und Überwachung nach Foucault: Dieses Kapitel erörtert Foucaults Konzepte zur Machtausübung und Überwachung, insbesondere das Panopticon, und prüft deren Übertragbarkeit auf das DDR-System.

2. Überwachung in der SBZ/DDR: Das Kapitel analysiert die historische Genese des DDR-Überwachungsapparates, dessen Methoden und die zentrale Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter.

3. Auswirkungen der Überwachung auf die DDR-Gesellschaft: Hier werden die konkreten Folgen der Überwachung auf den Alltag der Bürger sowie die Suche nach Freiräumen durch eine „Ersatzöffentlichkeit“ in der Populärkultur untersucht.

Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die prägende Wirkung des Überwachungsstaates auf das individuelle Bewusstsein und identifiziert weitere Forschungsfelder.

Schlüsselwörter

DDR, MfS, Überwachung, Inoffizielle Mitarbeiter, Foucault, Machtausübung, Alltag, Staatssicherheit, Gesellschaft, Unterdrückung, Widerstand, Ersatzöffentlichkeit, Überwachungsmaschinerie, Selbstüberwachung, Zeitzeuge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die staatliche Überwachung in der Deutschen Demokratischen Republik und deren tiefgreifende Auswirkungen auf die ostdeutsche Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des Ministeriums für Staatssicherheit, der methodischen Umsetzung von Überwachung und der psychologischen sowie alltäglichen Reaktion der Bürger darauf.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die permanente Überwachungssituation als Machtinstrument fungierte und das soziale Leben sowie das Bewusstsein der Menschen in der DDR nachhaltig prägte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung kombiniert historisch-analytische Ansätze mit soziologischen Theorien (insb. Foucault) und ergänzt diese durch die Auswertung von Zeitzeugeninterviews sowie populärkulturellen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Genese und Hierarchie des Überwachungsapparates, die Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter und die vielfältigen Auswirkungen auf das tägliche Leben der Menschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen MfS, Überwachung, Inoffizielle Mitarbeiter, Selbstüberwachung und durchherrschte Gesellschaft.

Wie definiert die Arbeit die Rolle der Inoffiziellen Mitarbeiter?

Die Inoffiziellen Mitarbeiter werden als „Hauptwaffe“ des MfS bezeichnet, die aufgrund ihrer tiefen Einbettung in die Gesellschaft in der Lage waren, Stimmungsbilder zu erfassen und gezielt Einfluss zu nehmen.

Welche Bedeutung hat die Populärkultur in dieser Untersuchung?

Die Populärkultur dient als Quelle für eine „Ersatzöffentlichkeit“, da Künstler durch ironische Auseinandersetzungen in Liedtexten gesellschaftliche Stimmungen und Kritik artikulieren konnten, die im staatlich kontrollierten Rahmen nicht möglich waren.

Warum wird Michel Foucault für diese Analyse herangezogen?

Foucaults Thesen zur „Machtausübung“ und zum „Panopticon“ bieten ein theoretisches Gerüst, um die Effektivität von Überwachung und die Entstehung von Selbstüberwachung bei den betroffenen Akteuren zu erklären.

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Details

Title
Überwachung in der Deutschen Demokratischen Republik
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Course
Der kontrollierende Blick: Geschichte der Videoüberwachung
Grade
1,7
Author
Andreas Lins (Author)
Publication Year
2013
Pages
38
Catalog Number
V231054
ISBN (eBook)
9783656474913
Language
German
Tags
Überwachung Surveillance Studies Staatssicherheit MfS Stasi Mielke Ulbricht Honecker DDR Deutsche Demokratische Republik Selbstüberwachung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lins (Author), 2013, Überwachung in der Deutschen Demokratischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231054
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