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Martin Luthers Wirken

Folge oder Voraussetzung der Verfassung?

Titel: Martin Luthers Wirken

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Silkatz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Jahr 2003 ließ das ZDF seine Zuschauer für die Fernsehsendung „Unsere Besten“ die bedeutendsten Deutschen wählen. Im abschließenden Ranking belegten zahlreiche Politiker, Künstler und Gelehrte die vorderen Plätze. Obwohl über einige Entscheidungen diskutiert wurde, blieb die Wahl Martin Luthers, der nach Konrad Adenauer den zweiten Platz belegte, unumstritten; zu offensichtlich sind die Einflüsse seines Wirkens auf die deutsche Geschichte.
Dass der Protestantismus als gültige Lehre des Christentums anerkannt wurde, ist auf Luthers Wirken in der politischen Wirklichkeit zurück zuführen. Da Luther einerseits an die rechtlichen Realitäten gebunden war, andererseits die von ihm ausgehende Reformation die Gestaltung der Verfassung ebenfalls langfristig modifizierte, stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis Luther und sein Handeln in Beziehung zu dieser Verfassung stehen. In dieser Arbeit wird deshalb erörtert, inwiefern das Vorgehen und der Erfolg des Reformators an die politische Wirklichkeit gebunden waren und Luthers Wirken somit eine Folge der Verfassung war. Da die protestantische Bewegung jedoch auch die Gesetze des Reiches veränderte und letztlich festigte, wird ebenso erläutert, ob Luthers Wirken zugleich eine Voraussetzung für die Durchsetzung der Verfassung darstellte.
Dafür werden die Biografie Martin Luthers und die wichtigsten Aspekte seiner Theologie vorgestellt. Anschließend werden die wichtigen Geschehnisse chronologisch erläutert und dabei in Beziehung zur Fragestellung gesetzt. So wird als Grundlage für die Bewertung von Luthers Wirken die Verfassung des Reiches skizziert. Dafür werden Voraussetzungen und die verfassungsrechtlich fundamentalen Beschlüsse des Reichstags zu Worms 1495 sowie die weiteren Entwicklungen bis zu Luthers erstem Auftreten 1517 in je einem eigenem Kapitel dargestellt. Nachdem diese Grundlagen für das Agieren Luthers veranschaulicht wurden, konzentriert sich die Darstellung auf das Wirken des Reformators und den Verlauf der Reformation.
Nachdem Luthers Wirken und dessen Folgen mittels konkreter Ereignisse und Handlungen erörtert wurden, werden in einem eigenen Kapitel die langfristigen Entwicklungen für Kaiser und Reich in der Frühen Neuzeit übersichtlich zusammengefasst. Auf den bisherigen Darstellungen aufbauend, widmet sich eine Erörterung der Frage, inwiefern Luthers Wirken Folge oder Voraussetzung der Verfassung des Reiches war. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit in einer Zusammenfassung resümiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Martin Luther und seine Theologie

3. Die deutsche Verfassung vor dem Wirken Luthers

3.1 Die Situation vor dem Reichstag zu Worms 1495

3.2 Der Reichstag zu Worms 1495

3.3 Zwischen Worms 1495 und dem Thesenanschlag 1517

4. Martin Luthers Wirken

4.1 Vom Thesenanschlag 1517 bis zum Bann 1521

4.2 Vom Reichstag zu Worms 1521 bis zum Reichstag in Speyer 1529

5. Der weitere Verlauf der Reformation

5.1 Vom Reichstag zu Augsburg 1530 bis zu den Passauer Verträgen 1552

5.2 Der Augsburger Religionsfrieden 1555

6. Luthers Wirken und die langfristigen Entwicklungen für das Reich

7. Luther und die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem Wirken Martin Luthers und der Verfassung des Heiligen Römischen Reiches. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit das Handeln des Reformators als bloße Folge der bestehenden politischen Strukturen betrachtet werden kann oder ob sein Wirken selbst eine notwendige Voraussetzung für die verfassungsrechtliche Entwicklung des Reiches darstellte.

  • Die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Heiligen Römischen Reiches am Beginn der Frühen Neuzeit.
  • Die Analyse von Martin Luthers Wirken als Bindeglied zwischen theologischer Lehre und politischer Realität.
  • Die Rolle der Reichsstände und des Föderalismus bei der Etablierung der Reformation.
  • Die langfristigen Auswirkungen von Luthers Wirken auf die staatliche Struktur der Territorien und die Einheit des Reiches.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Reichstag zu Worms 1495

Die Bedeutung des Wormser Reichstag 1495 für die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches und damit für das Wirken Luthers ist auf zwei Motive zurückzuführen: Zum einen auf die neue Institution „Reichstag“ selbst, zum anderen auf die dort verabschiedeten Beschlüsse.

Der Reichstag 1495 war „die erste Reichsversammlung, zu der König Maximilian I. nach dem Tod seines Vaters und seiner eigenen Thronbesteigung 1493 einlud.“ Die „reichsgrundgesetzliche Fundierung erhielt der Reichstag in der Wormser 'Handhabung Friedens und Rechts' vom 07. August 1495, die ihn zum Teilhaber an der königlichen Herrschaft machte und die ihn erst eigentlich schuf.“

Dabei wurde zum ersten Mal der Begriff Reichstag für die Zusammenkunft der verschiedenen Stände mit dem Kaiser verwendet. Vorher existierten lediglich der Königliche Hoftag und der Kurfürstentag, auf denen unabhängig voneinander beraten und mit denen das bisherige Gegenüberstehen von Reichslehensherr und Lehensmännern symbolisiert wurde. Zum Wormser Reichstag 1495 jedoch kamen nahezu alle Ständegruppen zusammen, sodass eine neue Form der Herrschaftsausübung gebildet wurde. Der neue Reichstag verdeutlichte somit, dass sich hier das gesamte Reich versammelte und über das gesamte Reich bestimmte. Dies bot die Möglichkeit, die Mitglieder des Reiches eindeutiger festzulegen: Wer zum Reichstag erschien, zählte sich zum Reich dazu und konnte über dessen Gestaltung mitentscheiden. Im Gegensatz dazu waren die anwesenden Stände jedoch auch verpflichtet Beschlüsse mitzutragen und umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Problemstellung dargelegt, inwiefern Martin Luthers Wirken im Kontext der Reichsverfassung zu verstehen ist und welche methodische Vorgehensweise gewählt wurde.

2. Martin Luther und seine Theologie: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einführung und erläutert die für die politische Erörterung relevanten zentralen Lehren Luthers.

3. Die deutsche Verfassung vor dem Wirken Luthers: Es wird aufgezeigt, dass das Reich durch die Reichsreform und Beschlüsse wie den Ewigen Landfrieden in einer Phase des institutionellen Umbruchs steckte.

4. Martin Luthers Wirken: Eine chronologische Analyse der frühen Reformationsjahre, die Luthers Weg vom Thesenanschlag bis zum Bruch mit Rom und der Hinwendung an die Fürsten beschreibt.

5. Der weitere Verlauf der Reformation: Dieses Kapitel behandelt die politischen Entwicklungen zwischen dem Reichstag zu Augsburg 1530 und dem Augsburger Religionsfrieden 1555 als entscheidende Phase der Verfassungsgeschichte.

6. Luthers Wirken und die langfristigen Entwicklungen für das Reich: Hier werden die nachhaltigen Folgen von Luthers Wirken, insbesondere für die Staatlichkeit der Territorien, zusammenfassend bewertet.

7. Luther und die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches: Das Kapitel bietet eine abschließende Synthese, die das Wechselverhältnis zwischen Luthers Wirken und der Reichsverfassung resümiert.

8. Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen finalen Überblick über die erörterten Fragestellungen und die zentralen Ergebnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Reformation, Heiliges Römisches Reich, Reichsverfassung, Reichsreform, Reichstag zu Worms 1495, Zwei-Reiche-Lehre, Landesherren, Augsburger Religionsfrieden, Staatlichkeit, Fürstenreformation, Konfessionalisierung, territoriale Souveränität, Föderalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob das Wirken Martin Luthers eine notwendige Voraussetzung für die Veränderung der Reichsverfassung war oder ob sein Handeln lediglich durch die bereits gegebenen politischen Umstände ermöglicht wurde.

Welche Themenfelder sind zentral?

Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen theologischer Reformation und verfassungsrechtlichen Entwicklungen im Heiligen Römischen Reich zwischen 1495 und 1555.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verhältnis von Luthers Handeln und der politischen Struktur des Reiches zu klären und zu analysieren, wie Luther durch sein Wirken zur Stärkung der fürstlichen Territorien beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Untersuchung folgt einer chronologisch-analytischen Methode, bei der historische Ereignisse im Kontext der zeitgenössischen verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Situation vor der Reformation, die konkreten Phasen des Wirkens Luthers und die politische Stabilisierung der Reformation durch die Landesherren bis zum Augsburger Religionsfrieden.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Reichsreform, das ius reformandi, die Zwei-Reiche-Lehre sowie der Begriff des föderalen Systems des Reiches.

Welche Rolle spielten die Fürsten in Luthers Reformationsmodell?

Die Fürsten fungierten als „Notbischöfe“, die durch die Übernahme religiöser Belange die Reformation politisch absicherten und so die Staatlichkeit ihrer Territorien ausbauten.

Was bedeutet der „Augsburger Religionsfrieden“ in diesem Zusammenhang?

Er stellt den entscheidenden rechtlichen Abschluss dar, der die Konfessionen nach Territorien aufteilte und somit eine politische Einigung erzielte, die das Reich vor einer religiösen Spaltung bewahrte.

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Details

Titel
Martin Luthers Wirken
Untertitel
Folge oder Voraussetzung der Verfassung?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Frühe Neuzeit: Kaiser und Reich am Beginn der Neuzeit
Note
1,3
Autor
Sebastian Silkatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
35
Katalognummer
V231084
ISBN (eBook)
9783656470090
ISBN (Buch)
9783656470649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
martin luthers wirken folge voraussetzung verfassung mittelalter frühe neuzeit reich deutsch heilig römisch kaiser fürst 16. jahrhundert reformation konfession melanchton confessio augustana religion christ katholisch katholizismus evangelisch stadt nation beginn neuzeit theologie these worms reichstag 1495 speyer bann thesenanschlag 1521 augsburg passau 1529 1530 verträge passauer 1552 religionsfrieden frieden 1555 entwicklung entstehung verfestigung
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Arbeit zitieren
Sebastian Silkatz (Autor:in), 2012, Martin Luthers Wirken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231084
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Leseprobe aus  35  Seiten
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