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Nationale Interessen und Wirtschaftsinteressen und ihr Einfluß auf die Irakpolitk europäischer Staaten und der USA

Title: Nationale Interessen und Wirtschaftsinteressen und ihr Einfluß auf die Irakpolitk europäischer Staaten und der USA

Seminar Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tobias Senzig (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Summary Excerpt Details

Im Jahre 1980 umriß der damalige US-Präsident Jimmy Carter die Position der Vereinigten
Staaten wie folgt: „Jeder Versuch einer fremden Macht, die Kontrolle über den Persischen Golf zu
erlangen, wird als Angriff auf die lebenswichtigen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika
angesehen und mit allen erforderlichen Mitteln, einschließlich militärischen, abgewehrt werden.“1
Die irakische Bevölkerung hat - wie die des gesamten Mittleren Ostens - mit derartigen
Doktrinen seit 100 Jahren zu kämpfen. Anstatt ihr materiellen Reichtum und Frieden zu bringen, manövrieren
die enormen Bodenschätze die Region ständig in Konflikte mit Weltmächten und Kolonialherren
- gerade der Blick auf das aktuelle politische Geschehen macht dies wieder deutlich. Seit
Anfang des 20. Jahrhunderts ist dem Irak seine politische Eigenständigkeit nur aus rohstoffpolitischen
Gründen verwehrt worden. Erst das despotische Regime der Baath-Partei schaffte es, das Land dem
Einfluß der Kolonialherren und deren riesigen Ölgesellschaften zu entziehen.
Wie weit spielen sicherheitspolitische Erwägungen der Industriestaaten Westeuropas und
Nordamerikas eine Rolle im Mittleren Osten? Wie groß ist der Einfluß von Interessengruppen auf die
Außenpolitik dieser Länder? Können Wirtschaftsinteressen so relevant werden, daß deshalb Kriege
geführt werden? Ist der Einfluß von Interessengruppen noch mit den allgemeinen Funktionen von
Interessengruppen – Interessenartikulation, -aggregation, -selektion und politische Integration – vereinbar?
Am Beispiel des Iraks wird versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden.
An dieser Stelle sei noch anzumerken, daß es sich als sehr schwierig herausstellte, geeignete
statistische Daten über Ex- und Importe von Waren und Gütern in und aus dem Irak zu finden. Selbst
im zu Rate gezogenen ‚UNCTAD Handbook of Statistics’, daß eigentlich einen groben aber
kompletten Überblick über den Handel verschiedener Länder miteinander liefern soll, ist der Irak oft
mit einem ‚Sternchen’ versehen, daß auf fehlende Daten hinweist. So kam es, daß sämtliche in dieser
Arbeit angeführte wirtschaftliche Daten aus (angeführter) Sekundärliteratur entnommen wurde.

1 Zit. n. Woodward, Bob (1991): Die Befehlshaber, Köln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Irak

2.1 Geographischer, historischer und ökonomischer Überblick

2.1.1 Geographisches

2.1.2 Historisches

2.1.3 Politisches System

2.1.4 Ökonomisches

2.2 Ethnischer Überblick

3.2.1 Die sunnitische arabische Bevölkerung

3.2.2 Die schiitische persische Bevölkerung

3.2.3 Die kurdische Bevölkerung

3. Exogene Wirtschaftsinteressen im Irak seit 1903

3.1 Von der ‚Turkish Petroleum Company’ bis zur ‚Iraqi Petroleum Company’

3.2 Die Verstaatlichung des irakischen Erdölsektors

3.3 Waffenlieferungen während des Ersten Golfkriegs

3.4 Interessenbeeinflussung und Ölpolitik verschiedener Länder im Zweiten und Dritten Golfkrieg

3.4.1 Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien

3.4.2 Frankreich und Rußland

3.4.3 Deutschland

4. Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss nationaler Wirtschaftsinteressen auf die Irakpolitik westlicher Industriestaaten. Dabei steht insbesondere die Fragestellung im Fokus, inwieweit sicherheitspolitische Erwägungen und Interessen von Lobbygruppen die Außenpolitik beeinflussen und ob Wirtschaftsinteressen als Legitimation für militärische Konflikte herangezogen werden können.

  • Historische Entwicklung der irakischen Erdölindustrie und ausländische Konzessionspolitik.
  • Analyse des Einflusses von Öl- und Rüstungsinteressen auf die Politik der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Russlands und Deutschlands.
  • Untersuchung der Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft am Beispiel des Iraks.
  • Bewertung der sicherheitspolitischen Strategien vor dem Hintergrund des Zweiten und Dritten Golfkriegs.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien

Die Vereinigten Staaten sind der mit Abstand größte Ölverbraucher der Welt. Während in europäischen Ländern der Bedarf nach Erdöl seit den letzten 20 Jahren nur um 10% stieg, vergrößerte sich der schon vorher enorme amerikanische Bedarf nochmals um ein Viertel.

Kein Geheimnis ist, daß ein großer Teil der US-Administration aus Ölgesellschaften rekrutiert ist, oder vormals in Sekundärindustrien gearbeitet hat. So war beispielsweise Vizepräsident Dick Cheney von 1995 bis zu seinem Amtsantritt im Jahre 2000 Chef des US-Öl-Dienstleisters ‚Halliburton’, Handelsminister Donald Evans von 1979 bis 2000 Präsident der Erdgasgesellschaft ‚Tom Brown’, Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice von 1991 bis 2000 im Aufsichtsrat der Ölgesellschaft ‚Chevron’. Und auch Präsident George W. Bush selbst arbeitete 1978-1984 (‚Arbusto Exploration’) und 1986-1990 (‚Harken Energy’) in der Ölindustrie. Es ist offensichtlich, wie eng die Verflechtungen der Ölindustrie mit der amerikanischen Politik sind, und das sie über normale ‚Lobby-Tätigkeiten’ hinaus gehen könnten.

Es liegt wohl auch nicht fern, zu vermuten, daß sich die US-amerikanischen Ölgesellschaften von einem von Saddam Hussein befreiten Irak enormen Profit verhoffen. Aufgrund des militärischen Alleingangs der USA und Großbritanniens ist die Chance groß, daß ihnen, bei weiterem Stillhalten der restlichen Welt, Exklusivkonzessionen zugesprochen werden, oder ihnen zumindest ein erstes Zugriffsrecht bewilligt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Rolle von Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen bei der Außenpolitik der Industriestaaten im Mittleren Osten ein und erläutert die Schwierigkeiten bei der statistischen Datenerhebung.

2. Der Irak: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Geographie, Geschichte, das politische System und die ethnische Zusammensetzung des Landes als Basis für die weitere Analyse.

3. Exogene Wirtschaftsinteressen im Irak seit 1903: Hier werden die historischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Erdölkonzessionen, die Verstaatlichung des Sektors sowie die geopolitischen Interessen verschiedener Weltmächte detailliert beleuchtet.

4. Schluß: Das Fazit zieht eine Bilanz der politischen Umwälzungen im Irak und bewertet die Verknüpfung von ökonomischen Interessen mit militärischen Interventionen der USA und ihrer Verbündeten.

Schlüsselwörter

Irak, Außenpolitik, Wirtschaftsinteressen, Erdölindustrie, Vereinigte Staaten, Großbritannien, Frankreich, Russland, Deutschland, Golfkrieg, Sicherheitsinteressen, Lobbyismus, Konzessionen, Rüstungsexporte, Baath-Partei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss nationaler Wirtschaftsinteressen auf die Irakpolitik westlicher Staaten, insbesondere unter dem Aspekt, wie Ölinteressen und Rüstungspolitik die Außenpolitik beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Ölkonzessionspolitik, der Einfluss von Lobbygruppen in der US-Administration, Waffenlieferungen während der Golfkriege sowie die wirtschaftlichen Strategien der involvierten Nationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Wirtschaftsinteressen so relevant sind, dass sie Kriege auslösen können und inwieweit der Einfluss von Interessengruppen mit politischer Integration vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine politikwissenschaftliche Analyse durch, die auf Sekundärliteratur und einer Auswertung wirtschaftlicher sowie historischer Zusammenhänge basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Erdölinteressen im Irak, die Verstaatlichung des Sektors sowie die spezifische Außenpolitik der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Russlands und Deutschlands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Irak, Wirtschaftsinteressen, Erdölindustrie, Außenpolitik, Sicherheitsinteressen und die Rolle von Rüstungsexporten.

Welche Rolle spielten deutsche Rüstungskonzerne im Irak?

Der Text stellt dar, dass deutsche Unternehmen über verschlungene Wege, teils als deutsch-französische Gemeinschaftsproduktionen, Rüstungsgüter und Dual-Use-Technologien an das irakische Regime lieferten.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Öllobby auf die US-Regierung?

Der Autor zeigt auf, dass zahlreiche hochrangige US-Politiker, einschließlich des Präsidenten und des Vizepräsidenten, enge berufliche Verflechtungen mit der Öl- und Energieindustrie aufweisen, was auf eine über das normale Lobbying hinausgehende Einflussnahme hindeutet.

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Details

Title
Nationale Interessen und Wirtschaftsinteressen und ihr Einfluß auf die Irakpolitk europäischer Staaten und der USA
College
University of Trier  (Vergleichende Regierungslehre (westliche Regierungssysteme))
Grade
2,0
Author
Tobias Senzig (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V23112
ISBN (eBook)
9783638263009
Language
German
Tags
Nationale Interessen Wirtschaftsinteressen Einfluß Irakpolitk Staaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Senzig (Author), 2003, Nationale Interessen und Wirtschaftsinteressen und ihr Einfluß auf die Irakpolitk europäischer Staaten und der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23112
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