ABSTRAKT
Hintergrund
Das Asthma bronchiale ist gegenwärtig die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Aufgrund einer rezidivierenden Entzündung der Atemwege durch eine Vielzahl von auslösenden Faktoren entstehen die typischen Symptome Husten und Atemnot. Neben der Medikation mit inhalativen Kortikoiden haben nichtmedikamentöse Behandlungsmaßnahmen das Ziel, die Atemnot, den Hustenreiz und die Angst zu reduzieren sowie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die Osteopathie sieht insbesondere in der medikamentfreien und sanften Behandlung von Kindern und Jugendlichen ihren Vorteil. Daher stellte sich die Frage, ob osteopathische Behandlungsmaßnahmen eine Verbesserung der Ausatmung zur Folge haben.
Methode
Für die Beantwortung der Frage wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Medline via PubMed, PEDro sowie Osteopathic Research durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine ausführliche Handsuche in dem Studienkatalog der Akademie für Osteopathie und in der amerikanischen Zeitschrift „The Journal of the American Osteopathic Association“. Mithilfe der Ein- und Ausschlusskriterien konnten für die Beantwortung der Frage drei relevanten Studien gefunden werden. Diese wurden hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit, Aussagekraft und Anwendbarkeit beurteilt.
Ergebnisse
Die Osteopathie zeigt in einer akuten Phase des Asthmas bronchiale keine bedeutsamen Effekte. Im Gegensatz dazu konnten osteopathische Behandlungsmaßnahmen in der langfristigen Behandlung insbesondere in der Verbesserung der Ausatmung, in der Reduktion der nächtlichen Symptomatik sowie in der Erhöhung der Lebensqualität signifikante Ergebnisse nachweisen.
Schussfolgerung
Aufgrund der Schwächen einzelner Studien kann keine allgemeingültige Aussage über osteopathischer Behandlungsmaßnahmen in der Asthma-Therapie bei Kindern und Jugendlichen getroffen werden. Dennoch besteht die Möglichkeit, die signifikanten Ergebnisse für Folgestudien zu nutzen, um die Osteopathie in den evidenzbasierten therapeutischen Entscheidungsprozess zu implementieren.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1 Komplementärmedizin
2.2 Asthma bronchiale
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Definition
2.2.3 Epidemiologie
2.2.4 Asthmaformen
2.2.5 Symptome
2.2.6 Diagnostik
2.2.7 Schweregrade
2.2.8 Therapie
2.3 Osteopathie
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Teilgebiet der Osteopathie
2.3.4 Prinzipien der Osteopathie
2.3.5 Grenzen der Osteopathie
2.3.6 Akzeptanz und Forschungsstand
2.3.7 Gesundheitsmodell der Osteopathie
3. FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESE
4. STUDIENDESIGN UND METHODE
4.1 Studiendesign
4.2 Recherchedurchführung
4.3 Studienauswertung
5. ERGEBNISSE
5.1 Ergebnisse der Literaturrecherche
5.2 Ergebnisse der Datenauswertung
5.3 Ergebnisse der Studien
6. DISKUSSION
6.1 Diskussion der Studienergebnisse
6.2 Diskussion der Methode
7. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit hat zum Ziel, durch eine systematische Literaturrecherche und eine kritische Analyse aktueller Studien zu beurteilen, ob osteopathische Behandlungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale zu einer messbaren Verbesserung der Ausatmung führen können.
- Klinische Wirksamkeit von Osteopathie bei pädiatrischen Asthma-Patienten
- Evaluation von Lungenfunktionswerten wie dem Peak-Expiratory-Flow (PEF)
- Vergleich von osteopathischen Interventionen mit Standardtherapien
- Analyse der Lebensqualität unter osteopathischer Behandlung
- Methodische Bewertung von Studien zur osteopathischen Praxis
Auszug aus dem Buch
2.3.4 Prinzipien der Osteopathie
Das Prinzip der Struktur geht davon aus, dass jede Struktur des menschlichen Organismus eine explizite Funktion erfüllt. Das heißt, dass die Struktur die Funktion bestimmt. Im Umkehrschluss bestimmt aber auch die Funktion die Struktur (vgl. Dobler & Liem, 2013, S. 8). Diese Wechselbeziehung wird an einem Beispiel verdeutlicht.
Vereinfacht ermöglicht eine intakte pulmonale Struktur (Lungenflügel, Lungenlappen, Bronchien, Pleura, Pleurablätter, Alveolen) eine physiologische Atmung (Funktion). Bei einer Erkrankung der Lunge, wie zum Beispiel beim Asthma bronchiale, führt die Entzündung der Bronchialstruktur zu einer verminderten Ausatmung (Funktion). Die Folge einer langfristigen Ausatmungsstörung ist eine Überblähung der Lunge (Struktur) (vgl. Kleinmann, 2006, S. 96).
Das Prinzip der Bewegung besagt, dass jede Struktur im menschlichen Organismus, ob willkürlich oder unwillkürlich gesteuert, sich bewegt. Das heißt, dass die Funktionen der Struktur sich in Form von Bewegung zeigen und Funktionsstörungen zu einer Veränderung dieser Bewegung führen (vgl. Gillmont & Newinger, 2002, S. 24).
Der Osteopath bewertet das Ausmaß und die Qualität der Bewegung und analysiert die Bewegungseinschränkung. Mit einer geschulten Hand ertastet er den Bewegungsmangel, die veränderte Konsistenz der Gewebe, den eingeschränkten Rhythmus und behandelt wiederum durch Bewegung (vgl. Langer, 2013, S. 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Osteopathie als komplementärmedizinische Ergänzung bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale im Kindesalter.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Hier werden die Grundlagen der Komplementärmedizin, das Krankheitsbild Asthma bronchiale sowie die Konzepte, Prinzipien und Wirkungsweisen der Osteopathie detailliert dargestellt.
3. FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESE: Dieses Kapitel leitet aus der aktuellen Studienlage und dem PIKE-Schema die Forschungsfrage zur Wirksamkeit osteopathischer Techniken auf die Ausatmungsleistung ab.
4. STUDIENDESIGN UND METHODE: Es wird das Vorgehen der systematischen Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken sowie die Kriterien zur kritischen Studienauswertung beschrieben.
5. ERGEBNISSE: Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Literaturrecherche und stellt die drei für die Analyse relevanten Studien vor und gegenüber.
6. DISKUSSION: Hier werden die Studienergebnisse kritisch hinterfragt, methodische Limitationen aufgezeigt und die Übertragbarkeit der Erkenntnisse in die osteopathische Praxis bewertet.
7. FAZIT UND AUSBLICK: Das Kapitel fasst zusammen, dass Osteopathie bei Asthma bronchiale ergänzend sinnvoll sein kann, jedoch weitere qualitative Forschung für gesicherte Aussagen notwendig ist.
Schlüsselwörter
Osteopathie, Asthma bronchiale, pädiatrische Patienten, Komplementärmedizin, Ausatmung, Lungenfunktion, manuelle Therapie, Peak-Expiratory-Flow, Studienanalyse, Atemwegsobstruktion, Gesundheitsqualität, klinische Forschung, Evidenz, Kinderheilkunde, Behandlungseffekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit osteopathische Behandlungstechniken die Atemfunktion und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale beeinflussen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen klassischer Schulmedizin (Asthma-Behandlung) und komplementärmedizinischen Ansätzen, insbesondere der Osteopathie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Führen osteopathische Behandlungstechniken bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale zu einer Verbesserung der Ausatmung?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturübersicht (Systematic Review), in der bestehende Studien nach festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien identifiziert und kritisch bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen, die methodische Vorgehensweise der Literaturrecherche sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der gefundenen Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Osteopathie, Asthma bronchiale, Lungenfunktion, pädiatrische Patienten und evidenzbasierte Behandlung.
Zeigen die untersuchten Studien ein einheitliches Ergebnis zur Wirksamkeit?
Die Studien deuten zwar auf positive Effekte hin, sind jedoch methodisch unterschiedlich stark in ihrer Aussagekraft, weshalb keine allgemeingültige, abschließende Aussage zur Wirksamkeit in der Akutphase getroffen werden kann.
Welchen Stellenwert hat der Peak-Expiratory-Flow (PEF) in der Untersuchung?
Der PEF-Wert dient als zentrales, objektives Messinstrument zur Quantifizierung der Ausatmung, um die kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen der osteopathischen Intervention vergleichbar zu machen.
Wie unterscheidet sich die Studie von Schäfer von den anderen Arbeiten?
Die Studie von Schäfer fokussiert sich stärker auf das akute Stadium des Asthmaanfalls, während andere Studien eher langfristige Beobachtungszeiträume und Lebensqualität in den Vordergrund stellen.
- Arbeit zitieren
- Sylvia Walther (Autor:in), 2013, Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231138