Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Work, Education, Organisation

Einflussfaktoren der Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit

Eine Vignettenanalyse

Title: Einflussfaktoren der Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit

Diploma Thesis , 2012 , 83 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom-Sozialwissenschaftlerin Kira Kogan (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die wirtschaftliche Weltkrise der vergangenen Jahre hat weltweit zur Stagnation der Reallöhne geführt, was an eine Zunahme von Einkommensungleichheit geknüpft wurde (Busch 2009). Während sich die Wirtschaft mittlerweile schrittweise von der Depression erholt, bleibt die Frage der Einkommensverteilung und der relativen Einkommensgerechtigkeit in Deutschland so aktuell wie nie. Laut Ergebnissen der Studie von Hinz und Liebig (2010) bewerten 51,6 Prozent der Befragten die heutigen sozialen Ungleichheiten in Deutschland als „zu groß“ und 39,1 Prozent als „viel zu groß“ (Hinz und Liebig 2010, S. 5). Dabei bewerten mindestens 64 Prozent der Auskunftspersonen ihr eigenes Erwerbseinkommen als „ungerechterweise zu niedrig“ (Hinz und Liebig 2010, S. 9). Die Studienergebnisse von Liebig und Schupp aus den Jahren 2005 und 2007 zeigen, dass das subjektive Ungerechtigkeitsempfinden bezüglich des eigenen Netto-Erwerbseinkommens im Beobachtungszeitraum zugenommen hat. Während im Jahr 2005 insgesamt rund 26 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland ihr Erwerbseinkommen als ungerecht bewerteten, betrug 2007 der Anteil derjenigen, die ihr Einkommen als ungerecht einstuften bereits 35 Prozent (Liebig und Schupp 2008, S. 435).
Vor allem im mittleren und oberen Einkommensbereich wachsen die Ungerechtigkeitsgefühle bezüglich des eigenen Einkommens: 2005 waren 21 Prozent der Erwerbstätigen mit einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro mit ihrem Lohn unzufrieden, 2007 ist die Zahl der unzufriedenen Beschäftigten dieser Einkommensklasse auf 36 Prozent gestiegen. Die niedrigsten Schichten der Gehaltsskala zeigen hingegen kein wachsendes Gefühl, ungerecht entlohnt zu werden. Der Verfasser der DIW-Studie, Jürgen Schupp, äußert die Meinung, dass dies an den sich unter der Bevölkerung verbreitenden Eindruck gebunden werden kann, dass hoher Arbeitseinsatz nicht unbedingt gutes Einkommen sichert, was das Leistungsprinzip der gerechten Einkommensverteilung verletzt. (Liebig und Schupp 2008). Informationen über die wachsende Kluft zwischen den Einkommen, die mit der Einkommensunzufriedenheit der abhängig Beschäftigten korrespondiert, liefert auch der Armutsbericht der Bundesregierung:
„Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, die zwischen 1,1 % und 2,0 % variierte, gingen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer real zwischen 2002 und 2005 von durchschnittlich 24.873 Euro auf 23.684 Euro um 4,8 % zurück. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Theoretischer Teil

1 Gerechtigkeitskriterien der Lohndifferenzierung und Arten der Lohngerechtigkeit

1.1 Leistungsprinzip und Leistungsgerechtigkeit

1.2 Anforderungsgerechtigkeit und Verhaltensgerechtigkeit

1.3 Leistungsprinzip und Marktgerechtigkeit

1.4 Bedarfsprinzip und Bedarfsgerechtigkeit

2 Theorien der Verteilungsgerechtigkeit

2.1 Gleichheitsprinzip und Theorie des sozialen Vergleichs

2.2 Gleichheitsprinzip und Einkommensgleichheit

2.3 Theorie des sozialen Vergleichs und Status-Value Theorie

2.4 Equity-Theorie und Leistungsgerechtigkeit

2.5 Humankapitaltheorie und Qualifikationsgerechtigkeit

3 Stand der Forschung

3.1 Faktoren, die die Wahl eines Verteilungsprinzips beeinflussen

3.2 Empirische Studien zur Lohngerechtigkeit

4 Hypothesen

4.1 Vignettenebene

4.1.1 Arbeitsbeitrag

4.1.2 Länge der Betriebszugehörigkeit und Bildungsgrad

4.1.3 Familienstand

4.2 Befragtenebene

4.2.1 Persönlichkeitsmerkmale

4.2.2 Arbeitstätigkeit

4.2.3 Unternehmenseigenschaften

4.2.4 Finanzielle Situation der Befragten

4.3 Interaktionseffekte

4.3.1 Effektstärke und Familienstand

4.3.2 Effektstärke und Bildungsgrad

4.3.3 Effektstärke und Alter

4.3.4 Effektstärke und Länge der Betriebszugehörigkeit

4.3.5 Effektstärke und Vorgesetztenfunktion

II Empirischer Teil

1 Daten- und Methodenvorstellung

1.1 Sekundäranalyse

1.2 Methode Faktorielle Survey

1.3 Datensatz

1.4 Operationalisierung

2 Ergebnisse

2.1 Deskriptive Ergebnisse

2.1.1 Korrelationskoeffizienten

2.1.2 Datenstruktur

2.2 Multivariate Ergebnisse

2.2.1 Vignettenebene

2.2.2 Befragtenebene

2.3 Interaktionseffekte

2.3.1 Effektstärke und Familienstand

2.3.2 Effektstärke und Bildungsgrad

2.3.3 Effektstärke und Alter

2.3.4 Effektstärke und Länge der Betriebszugehörigkeit

2.3.5 Effektstärke und Vorgesetztenfunktion

3 Zusammenfassung und Diskussion

3.1 Rangfolge der Gerechtigkeitskriterien auf unterschiedlichen Analyseebenen

3.1.1 Vignettenebene

3.1.2 Befragtenebene

3.1.3 Interaktionseffekte

3.2 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse

3.3 Grenzen und Entwicklungspotenzial dieser Studie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit bei Ingenieuren in der Schweiz. Das primäre Ziel ist es, mittels einer Vignettenanalyse zu ermitteln, welche Kriterien Arbeitnehmer bei der Beurteilung einer gerechten Entlohnung heranziehen und wie individuelle Merkmale diese Gerechtigkeitsurteile determinieren.

  • Analyse von Gerechtigkeitskriterien (Leistung, Qualifikation, Bedarf)
  • Einfluss soziodemografischer Merkmale auf das Gerechtigkeitsempfinden
  • Untersuchung von Interaktionseffekten zwischen Vignetten- und Befragtenebene
  • Anwendung der Vignettenanalyse (Faktorieller Survey) zur Messung von Gerechtigkeitsurteilen
  • Diskussion der Bedeutung von Leistungsgerechtigkeit versus Bedarfsgerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Leistungsprinzip und Leistungsgerechtigkeit

Die im Rahmen der Gerechtigkeitsforschung durchgeführten Untersuchungen zur Frage der individuellen Bewertung von Kriterien der Einkommensdifferenzierung haben gezeigt, dass zur Bemessung der gerechten Einkommen tendenziell Leistungs- und Bedarfskriterien herangezogen werden. Bei der leistungsorientierten Einschätzung der Lohngerechtigkeit werden folgende Aspekte berücksichtigt:

- Leistung: Personen, die mehr Ertrag einbringen, sollen ein höheres Einkommen beziehen.

- Qualifikation: Personen mit höherer Qualifikation sollen ein höheres Einkommen beziehen.

- Risiko: Personen, die ein Risiko tragen oder risikoreiche Tätigkeiten ausüben, sollen ein höheres Einkommen beziehen.

- Verantwortung: Personen, die Verantwortung tragen, sollen ein höheres Einkommen beziehen.

- Schädigung: Personen, die eine schädigende oder gesundheitsfährdende Tätigkeit ausüben, sollen ein höheres Einkommen beziehen (Norden 1985, S. 53).

Man kann sehen, dass das Leistungsprinzip die Eigenschaften der Leistungsgerechtigkeit, der Qualifikationsgerechtigkeit sowie der Anforderungsgerechtigkeit umfasst. Marktgerechtigkeit stellt eine weitere Art der Verteilungsgerechtigkeit dar, die in Zusammenhang mit dem Leistungsprinzip betrachtet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gerechtigkeitskriterien der Lohndifferenzierung und Arten der Lohngerechtigkeit: Erläutert die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Verteilungsprinzipien, wie Leistungs-, Anforderungs- und Bedarfsgerechtigkeit, die für Entlohnungssysteme relevant sind.

2 Theorien der Verteilungsgerechtigkeit: Diskutiert soziologische und ökonomische Theorien, darunter die Theorie des sozialen Vergleichs, die Status-Value-Theorie, die Equity-Theorie sowie die Humankapitaltheorie, um Gerechtigkeitsurteile zu erklären.

3 Stand der Forschung: Fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Einflussfaktoren auf Verteilungspräferenzen zusammen und stellt zentrale empirische Studien vor, die sich mit der Lohngerechtigkeit auseinandersetzen.

4 Hypothesen: Formuliert konkrete Forschungsannahmen für die Vignetten- und Befragtenebene, basierend auf den theoretischen Erkenntnissen und dem Stand der Forschung.

1 Daten- und Methodenvorstellung: Beschreibt das methodische Design der Sekundäranalyse auf Basis der Lohnumfrage bei Ingenieuren und die Anwendung der Vignettenanalyse.

2 Ergebnisse: Präsentiert die deskriptiven Daten und die multivariaten Regressionsanalysen, die den Einfluss der verschiedenen Variablen auf das Gerechtigkeitsurteil quantifizieren.

3 Zusammenfassung und Diskussion: Synthetisiert die empirischen Befunde, bewertet die Rangfolge der Gerechtigkeitskriterien und reflektiert die Grenzen sowie das Entwicklungspotenzial der vorliegenden Studie.

Schlüsselwörter

Lohngerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Vignettenanalyse, Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Qualifikationsgerechtigkeit, Humankapitaltheorie, Equity-Theorie, Soziale Gerechtigkeit, Einkommenszufriedenheit, Ingenieure, Arbeitsmarktsoziologie, Sekundäranalyse, Mehrebenenanalyse, Gerechtigkeitskriterien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung der Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit, insbesondere bei Ingenieuren, und analysiert die subjektiven Faktoren, die zur Einschätzung der Gerechtigkeit der eigenen Entlohnung führen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen Verteilungsgerechtigkeitsprinzipien, den Einfluss von Bildungsgrad und Betriebszugehörigkeit auf die Lohnwahrnehmung sowie die Anwendung methodischer Ansätze wie des Faktoriellen Surveys.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine Vignettenanalyse herauszufinden, welchen Einflussdimensionen (wie Arbeitsbeitrag oder Familienstand) die Befragten bei der Beurteilung der gerechten Lohnverteilung die größte Bedeutung beimessen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Vignettenanalyse (einen Faktoriellen Survey) sowie statistische Verfahren wie die logistische Regression (bzw. das Proportional-Odds-Modell) zur Auswertung der Sekundärdaten einer Lohnumfrage.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im theoretischen Teil werden Verteilungsprinzipien und Gerechtigkeitstheorien diskutiert, während der empirische Teil die Daten operationalisiert, Hypothesen testet und die Ergebnisse mittels multivariater Analysen darstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Lohngerechtigkeit, Vignettenanalyse, Leistungsgerechtigkeit, Humankapitaltheorie und Verteilungsgerechtigkeit.

Warum spielt die Betriebszugehörigkeit eine so große Rolle bei der Wahrnehmung?

Die Studie zeigt, dass Betriebszugehörigkeit häufig als Indikator für Berufserfahrung und betriebsspezifisches Humankapital gewertet wird und bei der Einschätzung der Entlohnung eine entscheidende Rolle für die als gerecht empfundene Lohnstruktur spielt.

Wie unterscheidet sich die Bewertung zwischen Leistung und Bedarf?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Leistungsgerechtigkeit für die meisten Ingenieure das zentralste Kriterium darstellt, während Bedarfskriterien wie der Familienstand einen deutlich geringeren Einfluss auf die Gerechtigkeitsbewertung ausüben.

Excerpt out of 83 pages  - scroll top

Details

Title
Einflussfaktoren der Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit
Subtitle
Eine Vignettenanalyse
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Soziologie und Empirische Sozialforschung – Schwerpunkt Arbeitsmarktsoziologie)
Course
Empirische Soziologie
Grade
1,7
Author
Diplom-Sozialwissenschaftlerin Kira Kogan (Author)
Publication Year
2012
Pages
83
Catalog Number
V231215
ISBN (eBook)
9783656467496
ISBN (Book)
9783656468172
Language
German
Tags
einflussfaktoren wahrnehmung lohngerechtigkeit eine vignettenanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Sozialwissenschaftlerin Kira Kogan (Author), 2012, Einflussfaktoren der Wahrnehmung relativer Lohngerechtigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231215
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  83  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint