Cloud-Computing hat sich vom Hype zur verbreiteten Lösung mit technologischer
Reife entwickelt. Im jährlich aktualisierten Gartner`s Hype Cycle for Emerging
Technologies wird Cloud-Computing als ganzes Phänomen betrachtet. Das Hype-
Cycle-Modell, das von dem Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Gartner
entwickelt wurde, stellt aus der nachfragebezogenen Sichtweise dar, wie sich Technologien
oder Anwendungen im zeitlichen Verlauf entwickeln. Die Erwartungen
bezüglich einer Innovation, das Interesse an einer Technologie oder der Grad der
öffentlichen Aufmerksamkeit werden dazu als abhängige Variable verwendet und als
Funktion der Zeit dargestellt. Hierbei wird angenommen, dass die menschlichen Reaktionen
auf neue Technologien nach regelmäßigen Mustern und die Ausbreitung
einer Technologie immer in den gleichen Phasen verläuft. Durch die gesamte Betrachtung
von Cloud-Computing kann die technologische Reife der einzelnen Ausprägungen
jedoch nicht aufgezeigt werden. Im neueren Gartner`s Hype Cycle for
Cloud Computing hingegen wird ersichtlich, in welchen Phasen sich die unter diesem
Begriff zusammengefassten Technologien befinden.[...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 MOTIVATION UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
1.2 DEFINITION BILDUNGSTRÄGER
1.3 VORGEHENSWEISE
2 ARBEITSMARKT- UND BILDUNGSDIENSTLEISTUNGEN
2.1 PRÜFUNGEN DER TRÄGER
2.1.1 Die Regionalen Einkaufszentren
2.1.2 Prüfdienst für Arbeitsmarktdienstleistungen
2.1.3 Verdingungsunterlagen
2.1.4 Die eigenen Konzepte
2.1.5 Erfahrungswerte aus Prüfungen
2.2 VERGABEVERFAHREN DER ARBEITSMARKTDIENSTLEISTUNGEN
2.2.1 Öffentliche Ausschreibungen
2.2.2 Freihändige Vergabe
2.2.3 Bildungsgutscheine
2.3 AMDL ZUSAMMENFASSUNG
2.4 SONSTIGE BILDUNGSDIENSTLEISTUNGEN
3 ANFORDERUNGEN AN DIE IT-INFRASTRUKTUREN
3.1 ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN
3.2 SPEZIELLE ANFORDERUNGEN BEI BILDUNGSTRÄGERN
4 ABHILFE DURCH CLOUD-COMPUTING?
4.1 ON-PREMISE
4.2 IT-OUTSOURCING
4.3 BASISTECHNOLOGIEN BZW. -KONZEPTE
4.4 CLOUD-COMPUTING
4.4.1 X-as-a-Service
4.4.2 Software-as-a-Service
4.4.3 Platform-as-a-Service
4.4.4 Infrastructure-as-a-Service
4.4.5 Software-plus-Service
4.4.6 Cloud-Klassen: Private-, Public- und Hybrid-Cloud
4.5 VOR- UND NACHTEILE
4.5.1 Vor- und Nachteile: Internes Private-Cloud-Computing
4.5.2 Vor- und Nachteile: Externes Private- oder Public-Cloud-Computing
4.5.3 Vor- und Nachteile: Software-as-a-Service
4.5.4 Vor- und Nachteile: Infrastructure-as-a-Service
4.6 MÖGLICHKEITEN, GRENZEN UND HERAUSFORDERUNGEN
5 LÖSUNG MIT UND OHNE CLOUD-COMPUTING
5.1 AUSWAHL VERSCHIEDENER LÖSUNGEN
5.1.1 Annahmen
5.1.2 Planung
5.1.2.1 On-Premise-Lösung
5.1.2.2 On-Demand-Lösung
5.2 KOSTEN-NUTZEN-BETRACHTUNG
5.2.1 Kosten
5.2.1.1 Kosten On-Premise-Lösung
5.2.1.2 Kosten On-Demand-Lösung
5.2.2 Nutzen
5.2.3 Ergebnis und kritische Würdigung
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Abschlussarbeit untersucht die Anforderungen von Bildungsträgern an ihre IT-Infrastruktur und bewertet, inwieweit Cloud-Computing eine geeignete Lösung zur Optimierung von Geschäftsprozessen und Kostensenkung unter Berücksichtigung spezifischer regulatorischer Rahmenbedingungen darstellt.
- Anforderungen an die IT-Infrastruktur bei Bildungsträgern
- Vergabeverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen für Arbeitsmarktdienstleistungen
- Vergleich von On-Premise- und On-Demand-Lösungen (Cloud)
- Kosten-Nutzen-Analyse und Nutzwertanalyse für IT-Szenarien
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Verdingungsunterlagen
Verdingungsunterlagen (VU) oder auch Vergabeunterlagen beinhalten wichtige Rahmenbedingungen für eine Ausschreibung und für die anschließende Vertragslaufzeit einer ausgeschriebenen Maßnahme. Diese Unterlagen stellen einen verbindlichen Vertragsbestandteil dar. Sie enthalten Regelungen zur telefonischen Erreichbarkeit und den vorzuhaltenden Räumlichkeiten. Es wird auf die PC-Arbeitsplätze und deren Beschaffenheit eingegangen, die in der Bildungseinrichtung vorhanden sein bzw. bei Zuschlag angeschafft werden müssen.
Die Anforderungen sind meist sehr vage formuliert, was anhand eines beispielhaften Auszugs verdeutlicht werden kann. In diesem Auszug sind IT-Vorgaben aus den Vergabeunterlagen einer sogenannten Maßnahmekombination „alles“ aus dem Jahre 2011 enthalten:
„PC-Arbeitsplätze (PC, Bildschirm, Software und Drucker), welche für Teilnehmer eingesetzt werden, müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Dies ist dann gegeben, wenn der PC mindestens mit Windows XP und einer marktüblichen Office- und Anwendersoftware (z.B. MS-Office, OpenOffice.org) ausgestattet ist, mindestens die vom Hersteller für das eingesetzte Betriebssystem und die eingesetzte Office- und Anwendersoftware empfohlenen Hardwarevoraussetzungen erfüllt und der Bildschirm eine Mindestgröße von 17 Zoll (bei Flachbildschirmen TFT 15 Zoll) hat. […]
• Mindestanforderungen Rechner: Pentium III (oder vergleichbar) mit mindestens 512 MB Arbeitsspeicher, mindestens Internet DSL 2000, aktuellste Browserversion (mindestens Internetexplorer oder Firefox).“
Wie dem Beispiel zu entnehmen ist, handelt es sich bei den in den Vergabeunterlagen geforderten Mindestanforderungen offensichtlich um halb aktualisierte Vertragstexte älterer Ausschreibungen. Die angegeben Minima Pentium III und 512 MB Arbeitsspeicher waren im Jahr 2011, in dem die Ausschreibung veröffentlicht wurde, bereits stark veraltet. Wegen dieser irreführenden Angaben könnte ein Träger falsch kalkulieren. Eine Bewerbung auf Grundlage dieser Kalkulation wiederum könnte durch einen sich daraus ergebenden sehr günstigen Preis den Zuschlag erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik Cloud-Computing bei Bildungsträgern, Definition der Zielgruppe und Erläuterung der Vorgehensweise.
2 ARBEITSMARKT- UND BILDUNGSDIENSTLEISTUNGEN: Analyse der Zertifizierungen (AZAV/AZWV), Vergabeverfahren und Prüfinstanzen wie REZ und Prüfdienst AMDL für Bildungsträger.
3 ANFORDERUNGEN AN DIE IT-INFRASTRUKTUREN: Darstellung allgemeiner und trägerspezifischer Anforderungen an die IT, inklusive notwendiger Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen.
4 ABHILFE DURCH CLOUD-COMPUTING?: Erläuterung technischer Cloud-Konzepte, Abgrenzung zu On-Premise und Outsourcing sowie kritische Diskussion der Vor- und Nachteile.
5 LÖSUNG MIT UND OHNE CLOUD-COMPUTING: Vergleich einer fiktiven On-Premise-Infrastruktur mit einer Cloud-basierten Lösung anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse und Nutzwertanalyse.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Kritische Würdigung der Marktsituation für Bildungsträger und abschließende Einschätzung zum Einsatz von Cloud-Lösungen.
Schlüsselwörter
Bildungsträger, IT-Infrastruktur, Cloud-Computing, On-Premise, On-Demand, Arbeitsmarktdienstleistungen, Verdingungsunterlagen, Kosten-Nutzen-Analyse, Nutzwertanalyse, Datenschutz, Datensicherheit, Virtualisierung, IT-Servicemanagement, Ausschreibung, Software-as-a-Service.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der IT-Infrastruktur von Bildungsträgern, die unter hohem Kostendruck und spezifischen regulatorischen Anforderungen (z.B. durch öffentliche Ausschreibungen) stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Anforderungen an IT-Umgebungen in der Weiterbildungsbranche, die Vergabepraxis für Arbeitsmarktdienstleistungen sowie die Eignung und Implementierung von Cloud-Computing-Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen eines Bildungsträgers an die IT-Infrastruktur aufzuzeigen und zu prüfen, ob Cloud-Computing-Modelle diese Anforderungen besser oder effizienter erfüllen können als klassische Ansätze.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu Cloud-Technologien mit einer fallstudienbasierten Untersuchung (Beispiel Träger GmbH), inklusive einer Kostenvergleichsrechnung (TCO) und einer Nutzwertanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Anforderungsanalyse, die Erläuterung von Cloud-Konzepten, Vor- und Nachteile verschiedener Cloud-Modelle sowie die Planung und Bewertung einer On-Premise- gegenüber einer On-Demand-Lösung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bildungsträger, IT-Infrastruktur, Cloud-Computing, Ausschreibungsverfahren, Kosten-Nutzen-Betrachtung, Datenschutz und Skalierbarkeit.
Warum sind Cloud-Lösungen für Bildungsträger oft rechtlich problematisch?
Aufgrund strenger Anforderungen zum Datenschutz und zur Datensicherheit in den Vergabeunterlagen sowie der notwendigen Zertifizierungen ist der Einsatz externer Cloud-Provider bei öffentlichen Ausschreibungen oft noch nicht zulässig oder nur mit hohem Aufwand realisierbar.
Welches Ergebnis liefert die Nutzwertanalyse für die beispielhafte Träger GmbH?
Die Analyse ergibt, dass eine interne Private-Cloud-Lösung (On-Demand) aufgrund höherer Flexibilität und vereinfachter Administration für das Unternehmen vorteilhafter ist als eine klassische On-Premise-Client-Server-Infrastruktur.
- Quote paper
- Britta Müller (Author), 2013, Nutzung von Cloud-Computing unter Beachtung der besonderen Anforderungen bei Bildungsträgern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231242