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Prostitution auf Kuba

Title: Prostitution auf Kuba

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Patricia Aguilar (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Prostitution war im vorrevolutionären Kuba, also vor 1959, eine weit verbreitete Erscheinung. Jedoch wurde das Thema Prostitution von der Geschichtsschreibung und den Sozialhistorikern lange Zeit vergessen. Des Weiteren hat man über viele Jahre hinweg die Prostitution als ein Tabuthema bezeichnet.

In dieser Hausarbeit über die Prostitution auf Kuba zwischen 1850 und 1950 geht es um Frauengeschichte und darum, auf Alltagsgeschichte einzugehen.

Hierbei werden alternative Forschungsansätze benutzt, vor allem die Oral History, welche Sachverhalte und Einstellungen erschließt, die aus schriftlichen Quellen allein nicht zu erkennen sind. Vorwiegend werden hier zwei Zeugenberichte zitiert: zum einen „Ich, Reyita“, das auch Gegenstand des Seminars war, zum anderen die mündlichen Quellen aus „Historias de mujeres públicas“ von Tomás Fernández Robaina, in dem Erlebnisse und Meinungen von Prostituierten zur Zeit der Republik widergespiegelt werden.

In der folgenden Hausarbeit werden mündliche Quellen in den Rang einer Auskunftsquelle erhoben. Oral History ist sowohl ein Werkzeug der Rekonstruktion von Lebensgeschichte, wie ein Mittel, die Funktionsweise von Erinnerung zu erhellen; der Begriff schließt jedoch auch Unschärfe und Verirrung ein.

Die Schwerpunkte dieser Seminararbeit liegen in der Kontrolle und Regelung des Prostitutionsgewerbes unter moralischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten, ausgehend von der Mentalität der Bürger dieser Epoche. Überdies werden die Prostituierten definiert und klassifiziert und ihre Herkunft nachgezeichnet. Anschließend wird der Versuch angestellt, die Gründe für den Eintritt in das „bestbezahlte Gewerbe“ zu erläutern. Zum Schluss soll die Frage beantwortet werden, ob es sich auf Kuba bei der Prostitution im 19. Jahrhundert um eine Profession oder eine Oppression handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kubanische Prostituierte im 19. Jahrhundert

2.1 Klassifikation der Prostituierten

2.2 Die Herkunft der Prostituierten

3 Gründe für den Eintritt in die Welt der Prostitution

4 Das Milieu der Mätressen

5 Die Regelung des Gewerbes

5.1 Kontrolle der Mätressen

5.2 Die Bordelle Havannas

5.3 Die Hygiene – Reglementierung

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Prostitution auf Kuba im Zeitraum von 1850 bis 1920 aus einer geschlechtergeschichtlichen und alltagshistorischen Perspektive. Ziel ist es, die sozioökonomischen Hintergründe, die Kontrolle durch den Staat und die gelebte Realität der betroffenen Frauen unter Anwendung von Ansätzen der Oral History zu analysieren.

  • Reglementierung und staatliche Kontrolle der Prostitution im 19. Jahrhundert
  • Soziale Klassifizierung und Herkunft der Sexarbeiterinnen
  • Die Rolle von Mätressen, Zuhältern und Bordellstrukturen
  • Sozioökonomische Faktoren und Bildungskrise als Ursachen für den Eintritt in das Gewerbe
  • Die Auswirkungen von Rassismus und Diskriminierung auf schwarze Frauen und Mulattinnen

Auszug aus dem Buch

2.1 Klassifikation der Prostituierten

Innerhalb der geregelten Prostitution lassen sich vier verschiedene Gruppen feststellen: Die Abhängigen (span.: Dependientes), die unter der Aufsicht einer Bordell-Mätresse lebten und arbeiteten, die Unabhängigen (span.: Independientes), die alleine lebten und ein Domizil hatten, in dem sie normalerweise ihren Beruf ausübten, die Selbstständigen (span.: Ambulantes), die ihren Beruf außerhalb ihrer Wohnung ausübten und zuletzt die Mätressen, die in den academias de baile arbeiteten, eine Art „Tanz-Akademien“, wo Prostitution auf verdeckte Art ausgeübt wurde. Auch Reyita äußert sich zu den verschiedenen Klassen der Prostituierten: „ Die Prostituierten hatten ihre Schichtung, ihre Kategorien … Je nach ihrer Kategorie verdienten sie auch und führten ein mehr oder weniger karges Leben. Aber alle waren sie Unglückliche, Ausgegrenzte, Diskriminierte.“

Reyita verdeutlicht hier nicht nur die verschiedenen Arten, die Prostitution auszuüben, sondern auch den sozialen Stand der Mätressen. Man stufte die Prostituierte in eine soziale Kategorie ein, welche mit einem entehrenden Charakter behaftet war und auch die Mätresse selbst kannte ihre soziale Stellung in der kubanischen Gesellschaft, wie sich Consuelo la Charmé, eine Prostituierte während der Republik Kubas, ausdrückt: „Nosotras estábamos en el punto más bajo … Nadie se salvaba de esa pirámide.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Vernachlässigung des Themas Prostitution in der Geschichtsschreibung und führt in die methodische Nutzung von Oral History ein.

2 Kubanische Prostituierte im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel definiert die damalige gesellschaftliche Moralvorstellung und unterscheidet zwischen legalen und illegalen Formen der Prostitution.

2.1 Klassifikation der Prostituierten: Es werden vier spezifische Gruppen von Prostituierten sowie deren soziale Stigmatisierung und Hierarchien innerhalb des Gewerbes beschrieben.

2.2 Die Herkunft der Prostituierten: Basierend auf statistischen Daten wird die geographische Herkunft und ethnische Zusammensetzung der in Havanna registrierten Frauen analysiert.

3 Gründe für den Eintritt in die Welt der Prostitution: Das Kapitel beleuchtet wirtschaftliche Not, soziale Ausgrenzung und die Folgen von Krieg und Arbeitslosigkeit als Hauptursachen.

4 Das Milieu der Mätressen: Hier wird der Machtapparat innerhalb der Bordelle sowie die Rolle der Matronen und Zuhälter bei der Ausbeutung der Frauen untersucht.

5 Die Regelung des Gewerbes: Dieser Abschnitt behandelt die staatlichen Reglementierungsversuche und die medizinische Überwachung als Instrumente der Macht.

5.1 Kontrolle der Mätressen: Fokus auf die polizeilichen Verordnungen und den steigenden Druck auf die Frauen im Alltag.

5.2 Die Bordelle Havannas: Beschreibung der strukturellen und räumlichen Vorgaben für die als "casas toleradas" bekannten Etablissements.

5.3 Die Hygiene – Reglementierung: Die Einführung medizinischer Kontrollen im "Hospital de Higiene" wird als Instrument der sozialen Disziplinierung analysiert.

6 Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass Prostitution auf Kuba primär als systemisches Problem von Armut und Unterdrückung zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Prostitution, Kuba, 19. Jahrhundert, Frauengeschichte, Oral History, Reglementierung, Mätressen, Sexarbeiterinnen, soziale Marginalisierung, Rassismus, Bordelle, Havanna, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, Unterdrückung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation der Prostituierten auf Kuba zwischen 1850 und 1920 unter Berücksichtigung sozioökonomischer und politischer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Reglementierung des Gewerbes, die soziale Klassifizierung der Frauen, die Rolle der Bordell-Strukturen und die Ursachen für den Eintritt in die Prostitution.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die historische Prostitution nicht nur als Randerscheinung, sondern als Teil der kubanischen Alltagsgeschichte zu rekonstruieren und zu prüfen, ob es sich um eine Form von Profession oder Unterdrückung handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt primär alternative Forschungsansätze, insbesondere die Oral History, um mündliche Zeitzeugenberichte auszuwerten, die durch schriftliche Quellen ergänzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Klassifizierung der Frauen, die Ursachenforschung, die Darstellung des Bordell-Milieus und die detaillierte Analyse der staatlichen Kontrollmechanismen und Hygiene-Reglementierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Prostitution, Kuba, Frauengeschichte, soziale Diskriminierung, Reglementierung und sozioökonomische Strukturen.

Welche Rolle spielten die "academias de baile"?

Diese Einrichtungen fungierten als eine Art Tanz-Akademien, in denen Prostitution auf verdeckte Weise ausgeübt wurde, um sich der direkten öffentlichen Wahrnehmung zu entziehen.

Wie beeinflusste die Hautfarbe die Situation der Frauen?

Die Arbeit zeigt, dass die Hautfarbe ein entscheidender Faktor für Diskriminierung war; insbesondere schwarze Frauen und Mulattinnen waren oft doppelt marginalisiert und wurden in einer sozialen Hierarchie auf die unterste Stufe gestellt.

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Details

Title
Prostitution auf Kuba
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Kubanische Geschichte
Grade
2,3
Author
Patricia Aguilar (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V23125
ISBN (eBook)
9783638263122
ISBN (Book)
9783638759779
Language
German
Tags
Prostitution Kuba Kubanische Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Aguilar (Author), 2003, Prostitution auf Kuba, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23125
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