Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner (Lukas Kapitel 18, 9-14)

Exegese


Hausarbeit, 2010

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 Merkmale von Gleichnissen

2. Hauptteil
2.1 Kontextanalyse
2.2 Motiv-/Sachanalyse
2.3 Formanalyse

3. Reflexion
3.1 Reflexion

4. Quellenverzeichnis
4.1 Primärquellen
4.2 Sekundärquellen

1. Einleitung

Ich habe mich für das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner aus dem Lukasevangelium 18, 9-14 entschieden.

Ich finde dieses Gleichnis sehr interessant und anschaulich. Ich habe früher schon oft versucht mir dieses Beispiel bildlich auszumalen.
Hier entsteht ein klischeehaftes Bild der Pharisäer, da sie oft mit den Heuchlern gleich gesetzt werden. Dies kann man auch im Matthäusevangelium (23) sehen. Viele christliche Überlieferungen und Deutungen der Worte Jesu haben diese Vorurteile gegen die Juden ins Leben gerufen. Damit wir aber das Gleichnis verstehen können, müssen wir diese Vorurteile beiseite räumen.

Ich möchte in meiner Arbeit versuchen das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner zu analysieren.

Hierbei möchte ich zunächst auf die Merkmale eines Gleichnisses eingehen. Anschließend werde ich das Gleichnis abgrenzen und in einen Kontext einordnen. Danach werde ich die Motiv- und Sachanalyse anbringen, in der ich auch auf Zöllner und Pharisäer eingehe. Am Schluss werde ich mich noch mit der Formanalyse befassen.

1.1 Merkmale von Gleichnissen

Das griechische Wort Parabel („παραβολή“) entspricht dem deutschen Wort Gleichnis. Zwei Begriffe, ein abstrakter und ein alltäglicher Begriff, werden nebeneinander gestellt, um den abstrakter Begriff verständlich zu machen. Der abstrakter erste Begriff ist aus dem Bereich der Philosophie oder Ethik entnommen und ist nicht jedem direkt klar verständlich, deshalb wird er durch einen alltäglichen Begriff verdeutlicht.[1]

Eine besondere Art von Gleichnissen, die man nur bei Lukas findet, nennt man Beispielerzählungen. Sie gehören zu den Parabeln und kritisieren an einem Beispiel ein bestimmtes Verhalten. Sie versuchen dadurch den Leser zu einer Verhaltensänderung zu bewegen.

In Gleichnissen kann man Denkanstöße, Widersprüche, Ungewohntes, Schockwirkungen, Ärgernisse, Aufforderungen/Appelle, Symbole, versteckte Übertragungen finden, aber auch so manches Paradoxon. Es müssen jedoch nicht alle diese Variablen in einem Gleichnis enthalten sein.

Die Urgemeinde hat die Gleichnisse häufig allegorisch gedeutet, weshalb die Überlieferungen mit Allegorien gemischt sein können. Das heißt, die Urgemeinde hat die Verkündigung Jesu allegorisch verändert. Dies muss man bei der Deutung der Gleichnisse beachten. So, wie man die Gleichnisse der Bibel heute vorfindet, sind es keine Originaltexte Jesu, sondern Bearbeitungen und Deutungen der Urgemeinde und Veränderungen in der Überlieferung. Daher muss man die Elemente der Verkündigung Jesu von den Elementen der Urgemeinde unterscheiden.[2]

Wichtig für Jesus waren die „Basileia Tou Theou“ (Königsherrschaft Gottes) und „Metanoia“ (Umkehr zu Gott) in seinen Gleichnissen. Daher benutzt er häufig Gleichnisse, um vom Reich Gottes zu berichten und dieses seinen Zuhörern verständlich zu machen. Die Menschen kennen das Reich Gottes nicht und können sich nichts darunter vorstellen. Deshalb nutzt Jesus die sogenannte Bildrede als Vergleich zum Reich seines Vaters, um es seinen Zuhörern zu erklären und bildlich darzustellen.

Für die Beispielerzählungen ein wichtiger Aspekt ist ebenfalls der Erzählcharakter und ihre Frage wie Erzählungen oder Geschichten zu einem Gleichnis werden. Gleichnisse sind meistens im Präsens verfasst und der Vergleichsbereich im Text ist konkretisiert. Die Beispielerzählung spiegelt jedoch nur das sprachliche Bild in einer didaktischen Form. Sie zeigen einen Sachverhalt auf, welcher in einen realen Bezug überführt werden kann.

2. Hauptteil

Im Hauptteil werde ich zunächst die Kontextanalyse , anschließend die Motiv-und Sachanalyse und schließlich die Formanalyse anbringen.

2.1 Kontextanalyse

Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner ist Teil des Lukasevangeliums, welches von ihm bewusst gestaltet wurde (Redaktionsarbeit). Es findet sich gegen Ende des Evangeliums kurz vor der Passionsgeschichte. Jesus hat im Gesamttext sehr häufig mit den Pharisäern Kontakt gehabt und sich für gesellschaftliche Außenseiter (Zöllner, Kranke…) eingesetzt. Dieses Gleichnis wirkt, wie eine letzte Erinnerung an diese Auseinandersetzungen und das Einsetzen für Außenseiter. Nach weiteren Gleichnissen und Wunderheilungen folgen die letzten Tage in Jerusalem und somit der Einzug in Jerusalem und die Zerstörung des Tempels.

Lukas hat das Gleichnis absichtsvoll an diese Stelle im Kontext platziert, um vor der Passion das Umfeld Jesu zu schildern. Es kann eine Erklärung geben, warum Jesus hingerichtet wurde und die Menschen ihm nicht wohlgesonnen waren.

Das Gleichnis ist eingebettet in eine größere Anzahl von Gleichnissen. Wir finden in der näheren Umgebung weitere Erzählungen mit Pharisäern und Zöllnern

Lk 14, 1-16 Jesus zu Besuch bei einem Pharisäer

Lk 15, 1-2 Jesus empört die Pharisäer, als er sich mit Zöllnern und

Sündern abgibt

Lk 16, 14 f das Urteil Jesu über die Pharisäer

Lk 17, 20f über das Reich Gottes

Lk 19, 1-10 Jesus bei Zachäus, dem Zöllner,

sodass Pharisäer und Zöllner in diesem Gleichnis nicht zum ersten Mal erscheinen. Der Zöllner ist Vorbote für Zachäus, der im nachfolgenden Kapitel mit Jesus Kontakt hat. Jesus isst mit ihm, was den Pharisäern nicht gefällt und das Streitgespräch entfacht.

Im Anschluss an das Gleichnis ist die Segnung der Kinder vorzufinden. Hier geht es um den Zutritt zum Reich Gottes, den nur der bekommt, der so ist wie ein Kind.

Es wird deutlich, dass Jesus bei Lukas als der Heilbringende, der Heiland, der Außenseiter (der Zöllner, der Sünder, der Kranken…) bezeichnet wird, denn er unterhält sich mit ihnen, was nicht gern gesehen wurde. Außerdem stehen in dem Kapitel vorher Jesu Worte über die Pflicht zur Vergebung der Sünden.

Im Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner wird den Menschen gezeigt, wie gütig Gott ist: er vergibt den Reumütigen die Sünden.

[...]


[1] vgl. LThK, Bd.4 S.958: Gleichnis

[2] vgl. Joachim Jeremias, S.15

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner (Lukas Kapitel 18, 9-14)
Untertitel
Exegese
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V231293
ISBN (eBook)
9783656477952
ISBN (Buch)
9783656479413
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gleichnis, pharisäer, zöllner, lukas, kapitel, exegese
Arbeit zitieren
Christina Schnee (Autor:in), 2010, Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner (Lukas Kapitel 18, 9-14), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231293

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