In den Jahren 1933 bis 1941 war die Außenpolitik der USA von der isolationistischen Stimmung in der Bevölkerung und im Kongress bestimmt. Das selbst auferlegte Neutralitätsgebot führte dazu, dass sich das Land auf sich selbst beschränkte und sich aus jeglichen kriegerischen Handlungen heraushalten wollte. Dies führte dazu, dass Amerika zu einem „Zaungast“ in der internationalen Außenpolitik wurde. Roosevelt konnte dieser Rolle nichts abgewinnen, da er selbst Internationalist war und von einer „unteilbaren“ Welt ausging. Der aufkommende Konflikt in Europa und Asien in den Jahren zwischen 1937 und 1941 führte dazu, dass Roosevelt dieses Neutralitätsgebot nach und nach außer Kraft setzte und auf eine Beteiligung Amerikas hinarbeitete.
Die vorliegende Hausarbeit setzt an diesem Punkt an und beleuchtet Roosevelts innenpolitischen Kampf näher. Um diesen Sachverhalt darzustellen, wird zunächst die außenpoliti-sche Position der USA zwischen 1937 und 1941 bestimmt. In diesem Zusammengang wird die Neutralität der USA behandelt und die Haltung von Roosevelt zu diesem politischen Kurs. Die herausgearbeiteten Rahmenbedingungen führen zur Leitfrage der Hausarbeit und ermöglichen somit einen inhaltlichen Zugang zu dem aufgeworfenen Konflikt: „Welche handlungspolitischen Maßnahmen machte sich Roosevelt zu eigen, um die isolationistische Haltung seines Landes in den Jahren 1937–1941 zu überwinden?“ Um diese Fragestellung beantworten zu können, werden im Kapitel 3 „Roosevelts Weg in den Zweiten Weltkrieg“ Maßnahmen dargelegt, die aufzeigen, welche Handlungsspielräume sich Roosevelt zu eigen machte, um die isolationistische Haltung seines Landes zu überwinden. Darüber hinaus wird die vorliegende Hausarbeit auch aufzeigen, wie der Präsident seine Handlungen gegenüber der amerikanischen Bevölkerung legitimiert hat und wie das isolationistische Lager im Kongress darauf reagierte.
Auf die politischen sowie militärischen Konflikte Amerikas mit Japan und den daraus re-sultierenden Folgen wird in dieser Hausarbeit bewusst nicht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Außenpolitische Positionsbestimmungen der USA zwischen 1937 und 1941
2.1 Die Neutralität der USA
2.2 Das Dilemma des Internationalisten Franklin D. Roosevelt
3 Roosevelts Weg in den Zweiten Weltkrieg
3.1 Die „Quarantänerede“
3.2 Das „cash-and-carry“ Abkommen
3.3 Das „lend-and-lease“ Gesetz
4 Resümme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die handlungspolitischen Maßnahmen, mit denen Präsident Franklin D. Roosevelt versuchte, die tief verwurzelte isolationistische Haltung der US-amerikanischen Bevölkerung und des Kongresses zwischen 1937 und 1941 zu überwinden, um das Land auf eine aktive Rolle im internationalen Geschehen vorzubereiten.
- Die Analyse der amerikanischen Neutralitätspolitik und ihrer gesetzlichen Rahmenbedingungen.
- Die Untersuchung der „doppelten Politik“ Roosevelts im Umgang mit der öffentlichen Meinung.
- Die Bewertung von Schlüsselereignissen wie der „Quarantänerede“ und den Neutralitätsgesetzen.
- Der Übergang von isolationistischer Zurückhaltung zur aktiven Unterstützung der Alliierten durch „cash-and-carry“ und „lend-and-lease“.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die „Quarantänerede“
Roosevelts Rede vom 05. Oktober 1937 in Chicago, die in die Geschichte als „Quarantänerede“ einging, erregte weltweites Aufsehen, weil sie dem Isolationismus und den damit verbundenen unparteiischen Neutralitätsgesetzen völlig widersprach. In ihrem Kern schien die Rede eine aktive Mitwirkung der USA bei der Eindämmung der „gegenwärtigen Schreckensherrschaft und internationalen Gesetzlosigkeit“ (Junker 1988, S. 79) anzukündigen. In dieser Rede beklagte Roosevelt den japanischen Angriff auf China, ohne den Gemeinten direkt zu nennen und das fremde Eingreifen in den spanischen Bürgerkrieg (vgl. Sautter 2006, S. 418). Weiterhin betonte Roosevelt, dass die Grundlagen der Zivilisation bedroht seien und dass unschuldige Völker und Nationen geopfert würden, um die Gier nach Macht und Vorherrschaft zu befriedigen. Diese Tatsache wollte er untermauern, indem er versuchte, den Zuhören in Chicago zu erklären, dass die „eine“ Welt ökonomisch, militärisch, rechtlich und moralisch als eine Einheit zu betrachten sei.
Was sollte die Welt, was sollte die USA angesichts dieser sich ausbreitenden „Epidemie“ und der damit verbundenen weltweiten Gesetzlosigkeit tun? Als Reaktion auf diese „Epidemie der Gesetzlosigkeit“ empfahl Roosevelt die Quarantäne, die durch die „gemeinsame Anstrengung“ friedliebender Nationen anzustreben sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die isolationistische Grundstimmung der USA vor 1941 dar und definiert die Leitfrage hinsichtlich Roosevelts politischer Maßnahmen zur Überwindung dieser Haltung.
2 Außenpolitische Positionsbestimmungen der USA zwischen 1937 und 1941: Das Kapitel analysiert die innenpolitischen Zwänge, wie die Weltwirtschaftskrise, und die daraus resultierenden Neutralitätsgesetze, die Roosevelts Handlungsspielraum zunächst stark einschränkten.
2.1 Die Neutralität der USA: Hier werden die historischen Wurzeln des Isolationismus beleuchtet und die spezifischen gesetzlichen Verbote des dritten Neutralitätsgesetzes von 1937 erläutert.
2.2 Das Dilemma des Internationalisten Franklin D. Roosevelt: Dieses Kapitel beschreibt den persönlichen Konflikt Roosevelts, der als Internationalist die Welt nicht als geteilt betrachtete, sich aber der isolationistischen Mehrheitsmeinung anpassen musste.
3 Roosevelts Weg in den Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel untersucht die konkreten politischen Schritte, mit denen der Präsident die Bevölkerung schrittweise auf eine Abkehr von der strikten Neutralität vorbereitete.
3.1 Die „Quarantänerede“: Untersuchung der Rede von 1937 als Versuch Roosevelts, das Volk durch die Metapher einer „Epidemie“ für die internationale Bedrohung zu sensibilisieren.
3.2 Das „cash-and-carry“ Abkommen: Analyse der politischen Instrumentalisierung internationaler Konflikte, um nach 1939 erste Ausnahmeregelungen für Waffenlieferungen an die Westmächte zu erreichen.
3.3 Das „lend-and-lease“ Gesetz: Beschreibung des radikalen Schrittes zur uneingeschränkten Hilfeleistung für Großbritannien, um die nationale Sicherheit der USA mit der internationalen Sicherheit zu verknüpfen.
4 Resümme: Zusammenfassung der Ergebnisse, wobei besonders Roosevelts „doppelte Politik“ als Mittel zur schrittweisen Führung der Nation in den Zweiten Weltkrieg hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Franklin D. Roosevelt, Isolationismus, Neutralität, Zweiter Weltkrieg, Außenpolitik, Quarantänerede, cash-and-carry, lend-and-lease, USA, Internationale Beziehungen, Strategie, Kriegsvermeidung, Demokratie, Gesetzgebung, Achsenmächte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die politische Strategie von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, um zwischen 1937 und 1941 die isolationistische Einstellung der amerikanischen Öffentlichkeit und des Kongresses zu verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die US-Außenpolitik, die Neutralitätsgesetzgebung der 1930er Jahre, die Dynamik zwischen Isolationismus und Internationalismus sowie die öffentliche Meinungsbildung durch den Präsidenten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die konkreten handlungspolitischen Maßnahmen darzulegen, durch die Roosevelt den Weg der USA vom passiven „Zaungast“ hin zur aktiven Unterstützung der Alliierten ebnete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen und historischen Analyse von Quellen, Reden und zeitgenössischen Gesetzesentwürfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der außenpolitischen Ausgangslage und die Untersuchung dreier Schlüsselmaßnahmen: die Quarantänerede, das „cash-and-carry“-Abkommen und das „lend-and-lease“-Gesetz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Roosevelt, Isolationismus, Neutralität, lend-and-lease und die doppelte Politik sind die prägenden Begriffe dieser historischen Analyse.
Warum wird die „Quarantänerede“ als „Versuchsballon“ bezeichnet?
Weil Roosevelt mit ihr die Reaktion der Öffentlichkeit testete, sich aber nach heftigem Widerstand der Isolationisten vorerst öffentlich zurückzog, um seine politische Basis nicht zu gefährden.
Was bedeutet Roosevelts „doppelte Politik“?
Sie beschreibt sein Vorgehen, einerseits die Bevölkerung vor den Gefahren durch totalitäre Aggressoren zu warnen, während er gleichzeitig versicherte, die USA aus kriegerischen Verwicklungen herauszuhalten.
Wie legitimierte Roosevelt das „lend-and-lease“-Gesetz gegenüber dem Volk?
Er nutzte anschauliche Vergleiche, etwa den eines Nachbarn, dem man den Gartenschlauch bei einem Brand leiht, um die Unterstützung als Akt der Selbstverteidigung darzustellen.
- Quote paper
- Sabina Babic (Author), 2013, Roosevelts Maßnahmen zur Überwindung der isolationistischen Haltung seines Landes in den Jahren 1937 - 1941, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231314