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Die Einelternfamilie in Deutschland

Über individualisierte Mütter, Wahlmöglichkeiten und Armutslagen einer zunehmenden Familienform

Titel: Die Einelternfamilie in Deutschland

Hausarbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1

Autor:in: Bachelor of Arts Martin Willmann (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich im Kontext des familiären Wandels der letzten Jahrzehnte mit dem Thema Einelternfamilien in Deutschland. Dabei wurden zwei Schwerpunkte gelegt: Es wird der Versuch unternommen, deren steigende Anzahl mittels der Kernaussage der Individualisierungstheorie zu erklären. Ferner die häufig mit dieser Familienform in Verbindung gebrachte Armutslage anhand von Einkommen analysiert.
Der Hauptteil beginnt mit einer einleitenden Darstellung der Thematik. Hier wird der gegenwärtige Wandel der Familie skizziert und der vieldeutige Begriff ,Familie’ eingegrenzt, indem er dem Kontext der Arbeit entsprechend präzisiert wird. Im 2. Kapitel geht es um die Erläuterung des Begriffs ,Einelternfamilie’ und die empirische Darstellung dieser Familienform. Das 3. Kapitel hat das Kernstück der Arbeit zum Inhalt und bietet ihren theoretischen Anspruch. An der Stelle wird sich kritisch mit der in Deutschland verbreitetsten Form der Individualisierungsthese nach Beck (1986) auseinandergesetzt. Hierbei wird einerseits deren Kernaussage als Erklärungsansatz mit dem Thema Einelternfamilie verknüpft, andererseits deutliche Grenzen bezüglich der Aussage aufgezeigt. Im 4. Kapitel wird ein Blick in die derzeitige Armutsdiskussion geworfen, um Armut von Einelternfamilien als Paradoxon grob zu erarbeiten. Des Weiteren wird sich vorwiegend auf das Konzept der Einkommensarmut festgelegt, damit ein Armutsaspekt der vielschichtigen Armutslage von Einelternfamilien empirisch belegt und konkretisiert werden kann. Zudem legt das Kapitel wesentliche Probleme der Eltern und Kinder in dieser Lebenslage offen und macht auf entscheidende Herausforderungen der Politik aufmerksam. Anschließend widmet sich das 5. Kapitel einigen Überlegungen zu familienpolitischen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage. Dabei werden verschiedene Betrachtungsweisen dargestellt, die aufzeigen, dass nicht nur alleinerziehende Eltern am sozialen Phänomen ,Einelternfamilie’ teilhaben. Zum Abschluss der Arbeit werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassend formuliert und eine Verbindung der Aufgabenstellung zur Sozialen Arbeit hergestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Familie: eine gegenwartsbezogene Begriffsklärung

2. Einelternfamilien in Deutschland

2.1 Definition: Einelternfamilie/alleinerziehend

2.2 Demografische Eckdaten

2.3 Entstehungszusammenhänge

3. Individualisierte Mütter zwischen Selbst- und Fremdbestimmung einer Familienform: ein Erklärungsversuch

4. Einelternfamilien in Armutslagen

4.1 Armut: eine paradoxe Betrachtungsweise

4.1.1 Dynamik von Armut

4.1.2 Statik von Armut

4.2 Erwerbstätigkeit und relative Einkommensarmut

4.3 Erzieherische und finanzielle Hilfebedürftigkeit

4.4 Ungleiche Lebenschancen für Kinder

5. Überlegungen zur Verbesserung der Lage aus Sicht der Einelternfamilie

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den familiären Wandel in Deutschland mit Fokus auf Einelternfamilien, wobei insbesondere die Relevanz der Individualisierungstheorie sowie die mit dieser Familienform assoziierten Armutslagen analysiert werden.

  • Wandel der Familienstrukturen und Pluralisierung von Lebensformen
  • Kritische Analyse der Individualisierungsthese nach Ulrich Beck
  • Empirische Untersuchung von Armutsrisiken bei Einelternfamilien
  • Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Familienpolitische Handlungsbedarfe und Unterstützungsansätze

Auszug aus dem Buch

3. Individualisierte Mütter zwischen Selbst- und Fremdbestimmung einer Familienform: ein Erklärungsversuch

In ähnlicher Weise, wie schon beim Versuch Familie zu beschreiben, ist auch die Individualisierung ein sehr vielschichtiges Thema und dient als Begriff eher zur sprachlichen Erleichterung. Von daher ist es präzisier von einer Vielzahl von Individualisierungsprozessen und -diagnosen zu sprechen, denn die Entwicklung der Individualisierung ist weit in die Geschichte der Menschheit und der Soziologie zurückzuverfolgen.

Die These der Individualisierung, wie sie innerhalb Deutschlands im Moment in ihrer verbreitetsten Form von Ulrich Beck (1986) vertreten wird, lässt sich vor dem Hintergrund einer dreifachen Individualisierung auf folgende Kernaussage begrenzen: Das Individuum erhält im Zuge der Modernisierung wachsende individuelle Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten bezüglich der Lebensgestaltung bzw. diese werden erzwungen, weil schubweise traditionelle Vorgaben verfallen und gesellschaftliche Grundbedingungen (z.B. Arbeitsmarkt, Sozialstaat) diese Entwicklung begünstigen.

Dieser Kernaussage entsprechend erleben Frauen und Mütter eine Freisetzung aus den traditionellen Abhängigkeitsverhältnis und der Rollenverteilung, wodurch sie unabhängiger agieren. „Wesentliche Einschnitte haben in den vergangenen Jahrzehnten […] die Frauen ein Stück weit aus den traditionalen Weiblichkeitszuweisungen freigesetzt.“ (Beck/Beck-Gernsheim 1990: 44) Besonders Frauen haben neue Möglichkeiten am Bildungs- und Arbeitsmarkt gewonnen und schließlich mehr Option bezüglich ihrer Lebensgestaltung erschlossen. Gleichzeitig ist unter dem Motto ,Flexibilität’ das „Marktsubjekt […] in letzter Konsequenz das alleinstehende, nicht partnerschafts-, ehe- oder familien ,behinderte’ Individuum.“ (Beck 1986: 191) Daraus lässt sich der Erklärungsansatz formulieren, dass sich die Zahl der Mutter-Familien erhöht, weil wahrscheinlich mehr Wahlmöglichkeiten unabhängig vom Ehe- oder Lebenspartner entstehen und Frauen sich zunehmend „als Planungsbüro in bezug auf [ihren] eigenen Lebenslauf, [ihre] Fähigkeiten, Orientierungen, Partnerschaften usw.“ (ebd.: 217). begreifen müssen. Deswegen nehmen Frauen ihre Bindungen nicht mehr so unhinterfragt hin, sondern können bzw. müssen abwägen und gegebenenfalls auswechseln.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas, der methodischen Schwerpunkte und der Zielsetzung im Kontext des familiären Wandels.

1. Die Familie: eine gegenwartsbezogene Begriffsklärung: Skizzierung des Wandels des Familienbegriffs und der historischen Entwicklung weg vom traditionellen Familienbild.

2. Einelternfamilien in Deutschland: Definition der Einelternfamilie, Darstellung demografischer Eckdaten und Analyse der Entstehungsursachen.

3. Individualisierte Mütter zwischen Selbst- und Fremdbestimmung einer Familienform: ein Erklärungsversuch: Kritische Auseinandersetzung mit der Individualisierungsthese von Ulrich Beck und deren Grenzen bei der Erklärung von Einelternfamilien.

4. Einelternfamilien in Armutslagen: Empirische Betrachtung von Armutsrisiken, Einkommensarmut und den daraus resultierenden Belastungen für Eltern und Kinder.

5. Überlegungen zur Verbesserung der Lage aus Sicht der Einelternfamilie: Diskussion familienpolitischer Maßnahmen und Forderungen der Betroffenen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung von Impulsen für die Soziale Arbeit und Familienpolitik.

Schlüsselwörter

Einelternfamilien, Individualisierung, Armut, Familiensoziologie, Sozialer Wandel, Alleinerziehende, Einkommensarmut, Familienpolitik, Erwerbstätigkeit, Lebensformen, Vereinbarkeit, Soziale Arbeit, Wahlmöglichkeiten, Modernisierung, Benachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von Familienstrukturen in Deutschland mit einem Fokus auf die Lebenssituation von Einelternfamilien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziologische Theorie der Individualisierung, die empirische Analyse von Armutslagen bei Alleinerziehenden sowie familienpolitische Lösungsansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die steigende Anzahl von Einelternfamilien mittels der Individualisierungstheorie zu erklären und die häufig damit verbundene Armutsproblematik kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten (z.B. Mikrozensus, SOEP) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Begriffsdefinition von Familie, prüft die Gültigkeit der Individualisierungsthese, beleuchtet Armutsaspekte (Dynamik vs. Statik) und diskutiert Unterstützungsbedarfe aus Sicht der Betroffenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Einelternfamilien, Individualisierung, Armutsrisiko, soziale Ungleichheit und familienpolitische Interventionen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen dynamischer und statischer Armut?

Dynamische Armut wird als Lebensphasen-begleitendes, oft temporäres Phänomen verstanden, während die statische Betrachtung eine verfestigte Armut in spezifischen sozialen Schichten und deren Aufstiegsblockaden hervorhebt.

Welche Rolle spielt die Individualisierungsthese für Alleinerziehende?

Die Arbeit zeigt, dass die These der Individualisierung als Zuwachs an Wahlmöglichkeiten die Realität vieler Alleinerziehender nur unzureichend erklärt, da bei vielen Betroffenen statt freier Wahl eher soziale Zwänge die Lebensform bestimmen.

Welche konkreten Forderungen werden aus Sicht der Einelternfamilien angeführt?

Es werden insbesondere eine bessere Betreuungsinfrastruktur (auch außerhalb üblicher Öffnungszeiten), steuerliche Entlastungen sowie gezielte Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg gefordert.

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Details

Titel
Die Einelternfamilie in Deutschland
Untertitel
Über individualisierte Mütter, Wahlmöglichkeiten und Armutslagen einer zunehmenden Familienform
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Familienpolitik in Europa
Note
1
Autor
Bachelor of Arts Martin Willmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V231320
ISBN (eBook)
9783656475699
ISBN (Buch)
9783656476726
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einelternfamilie deutschland über mütter wahlmöglichkeiten armutslagen familienform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Martin Willmann (Autor:in), 2011, Die Einelternfamilie in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231320
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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