Disziplin in der Erziehung

Eine Argumentation anhand Bernhard Buebs "Lob der Disziplin"


Hausarbeit, 2013

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Erläuterungen
2.1 Disziplin
2.2 Autorität

3. Das Buch „Lob der Disziplin“
3.1 Bernhard Bueb
3.2 Thesen und Gegenthesen
3.3 Schlussfolgerungen

4. Fazit und Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Disziplin und Erziehung erscheinen auf den ersten Blick nicht kompatibel im Kontext moderner Erziehung bzw. Bildung von Kindern sowie Jugendlichen zu sein. Wird doch aktuell oft von demokratischer und partizipierter Erziehung gesprochen.

Wenn man versucht sich mit dem Thema Disziplin in der Erziehung zu befassen, stößt man auf vielerlei negativer Kritiken im Bezug auf Autoren, welche sich damit bereits auseinander gesetzt haben. Teilweise wird von „schwarzer Pädagogik“ oder gar nationalsozialistischem Gedankengut gesprochen. Doch ist es wirklich so negativ zu beurteilen, in der Erziehung mehr Disziplin zu fordern? Bildet nicht Disziplin den Grundstein für ein erfolgreiches, selbstbestimmtes und erfülltes Leben?

Im aktuellen Bildungsdiskurs in Deutschland findet man recht viele Aufrufe zu mehr Disziplin in Bildung und Erziehung. Ursache dafür sind oft einprägsame Studien oder Berichte über orientierungslose Jugendliche, die aufgrund mangelnder Erziehung im Elternhaus und fehlender Bildung kriminell werden und unfähig sind, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Oft geraten dabei die Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Fokus der Diskussionen. Die Diskussion um das richtige Erziehungsmittel im Kindesalter sowie in der Pubertät ist womöglich so alt wie die Menschheit selbst. Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurde kontinuierlich versucht zu erörtern, welches die richtige Erziehungsmethode sei. Dabei war das Ziel immer dasselbe. Man wollte einen selbstbewussten, selbstständigen und moralisch korrekten Menschen erziehen, der den Anforderungen des Lebens gewachsen war.

Disziplin spielte historisch betrachtet eine, in ihrer Priorität für das jeweilige Erziehungsziel, unterschiedliche Rolle. Eines hatten hingegen alle Zeitalter der Menschheit im Bezug auf Disziplin in der Erziehung gemeinsam: Disziplin war immer vorhanden und gefordert, mal mehr, mal weniger.

In der folgenden Arbeit soll demnach untersucht werden, welchen Stellenwert Disziplin in der Erziehung haben sollte und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben. Dabei wird sich am Buch von Bernhard Bueb „Lob der Disziplin“ orientiert und gleichzeitig versucht einige seiner Thesen zu erläutern und kritisch zu beleuchten. Nach der Veröffentlichung von Buebs Buch wurde von einer Autorengruppe rund um Micha Brumlik ein „Gegenbuch“ veröffentlicht mit dem Titel „Vom Missbrauch der Disziplin“. Dieses Buch wird hier als Gegenpol zu den Aussagen Buebs dienen und soll die Neutralität dieser Arbeit wahren. Einführend sollen im ersten Teil der Ausführung Begrifflichkeiten erklärt werden, die für den weiteren Verlauf und das Verständnis der Ausarbeitung notwendig sind (1). Erläutert werden die Begriffe Disziplin (1.1) und Autorität (1.2).

Der Hauptteil beschäftigt sich mit dem Buch „Lob der Disziplin“ (2). Dieser Abschnitt beinhaltet die Angaben zum Autor sowie Thesen und Gegenthesen (2.2), um mit einer kurzen Schlussfolgerung (2.3) abzuschließen. Schlussendlich folgt ein Fazit (3) und eine detaillierte Angabe der verwendeten Quellen (4).

2. Begriffliche Erläuterungen

Im Folgenden wird etwas ausführlicher die Bedeutung einiger Begriffe darlegt, um ein besseres Verständnis für die nachfolgende Arbeit zu erlangen. Dabei werden verschiedene Definitionen aufgezeigt, wodurch der Inhalt der Begriffe klar umrissen wird, damit bei dem Leser ein grundlegendes Verständnis für die Problematik aufkommt.

2.1 Disziplin

Was bedeutet eigentlich Disziplin? Das Wort Disziplin dürfte fast jedem Menschen geläufig sein. Oft wird es in Verbindung mit Unterwerfung und militärischen oder sportlichem Drill gebracht. Disziplin kann ebenso als Synonym für einen Teilbereich eines bestimmten Gebietes gelten, wie zum Beispiel einer Sportart oder einer Wissenschaft. Hier soll sich jedoch lediglich auf die Bedeutung des Wortes Disziplin im Hinblick auf eine menschliche Eigenschaft bezogen werden. Disziplin kommt aus dem Lateinischen und steht für Unterweisung, Zucht und Ordnung. Als Disziplin bezeichnet man das Befolgen von Vorschriften oder Regeln. Selbstbeherrschung wird als Selbstdisziplin bezeichnet (Brockhaus, 1988, S. 553). Weiterhin findet man in der Literatur: Disziplin ist „ein vom Willen gesteuertes Verhalten gemäß der Regeln und Werte, die für menschliches Zusammenleben konstitutiv sind. [...] Das Organisationsgefüge der Schule ist ohne D. undenkbar“ (Arnold, Eysencken & Meili, 1996, S. 386). „Der Begriff Disziplin versteht unter anderem die gesamte Willens- und Charakterbildung, somit das Ganze der Erziehung im spezifischen Sinn, sofern ihr Endzweck der selbst verantwortlich handelnde, sittliche Mensch ist“ (Röhrs, 1968, S. 14). Den Begriff Disziplin findet man in nahezu allen Nachschlagewerken. In fast allen Quellen wird zuerst darauf hingewiesen, dass Disziplin vom lateinischen Wort disciplina (zu dt.: „Zucht“ oder „Ordnung) stammt. Weiterhin findet man die Verbindungen von Disziplin mit Schule, Sport und der Selbstdisziplin vor. Dass Disziplin die Einhaltung von Regeln und Vorschriften bedeutet, findet sich in dieser Deutlichkeit nicht in allen der bearbeiteten Quellen. Bei den Internet Quellen ist diese Aussage nur in versteckter Form vorhanden. Nur in einem Nachschlagewerk wird auf die Begriffe Schul-Disziplin, Heeres-Disziplin und Betriebs-Disziplin hingewiesen. Ein anderes Werk geht auf eine historische Definition ein, in welcher innerhalb der Antike Disziplin und Schule dasselbe war. In einigen Quellen jedoch wird darauf hingewiesen, dass ohne Disziplin nichts funktionieren könne (vgl. Arnold, Eysencken & Meili, 1996, S. 386).

2.2 Autorität

Eine Möglichkeit der Definition von Autorität ist folgende:

„Autorität ist das Ansehen, die Machtbefugnis bei Personen aufgrund äußerer Befugnis und innerer Überlegenheit. Autorität bedeutet eine menschliche Möglichkeit auf andere Menschen positiv einzuwirken. Man kann aber auch sagen: Sozialer Einfluss, der entsteht, indem Personen, Gruppen oder Institutionen von anderen Personen in irgendeiner Hinsicht eine Überlegenheit zugesprochen wird und diese auch Anerkennung findet“ (Schulz, 2002)

Weiterhin lässt sich Autorität folgendermaßen definieren:

„Autorität ist das maßgebende Ansehen einer Persönlichkeit, deren Charakter, persönliche Lebensführung und Leistung über jeden Zweifel erhaben sind und daher allgemein als Vorbild und Beispiel anerkannt werden“ (Zorn, 1960, S. 37).

Türk beschreibt Autorität wie folgt:

„Autorität […] soll hier verstanden werden als wirksame Einflussnahme einer Person auf andere, wobei es zunächst offen bleibt, ob dieser Einfluss auf Eigenschaften oder Fähigkeiten oder Funktion dieser Person beruht oder in dem Amt begründet ist, dass eine Person evtl. innehat“ (Türk, 1973, S. 12).

Zusammenfassend lässt sich folglich sagen, dass Autorität in Verbindung mit Macht steht und dass durch Autorität eine Einflussnahme auf eine andere Person stattfindet. Wobei der Einfluss wirksam sein muss, um autoritär zu sein. Erlangen kann man Autorität durch Wissen und Leistungen oder durch die Ausübung eines Amtes. Der Grund für die Thematisierung von Autorität ist, dass Autorität eine Bedingung für das Einfordern von Disziplin ist. Nur wenn der Erziehende ein autpritäres Auftreten vorweisen kann, hat er das Recht Disziplin von den Edukanten einzufordern.

3. Das Buch „Lob der Disziplin“

Im folgenden Analyseteil der Arbeit soll die Streitschrift „Lob der Disziplin vorgestellt werden. Hierbei werden ausgewählte Thesen des Buches thematisiert und hinsichtlich ihrer inhaltlichen und wissenschaftlichen Fundierung untersucht. Als Hauptquelle wird dabei das Buch „vom Missbrauch der Disziplin verwenden, welches als Folge der Veröffentlichung der Streitschrift von Autoren der Erziehungswissenschaft und der Neurobiologie verfasst wurde. Zusätzlich werden bei einigen Thesen weitere literarische Quellen heran gezogen. Das Ziel dieser Analyse soll sein, in wie fern die im ersten Abschnitt der Arbeit bearbeiteten Begriffe Autorität und Disziplin in der Erziehung eine Rollen spielen sollten. Im Beginn des Abschnittes der vorliegenden Ausarbeitung wird der Autor Bernhard Bueb kurz vorgestellt. Den Abschluss werden einige Erkenntnisse und Zusammenhänge bilden.

3.1 Der Autor

Bernhard Bueb wurde am 24. Oktober 1938 in Moshi (Tansania) geboren.[1] Als neunjähriger kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Er erlangte das Abitur am Internat Kolleg St. Blasien. Danach leistete er seinen Wehrdienst, um anschließend Philosophie und katholische Theologie in München sowie Saarbrücken zu studieren. 1968 promovierte Bueb an der Universität Saarbrücken mit dem Thema: „Nietzsches Kritik der praktischen Vernunft.“ Nach einer Assistentszeit bei Hentig wurde er sowohl Erzieher als auch Lehrer an der privaten Odenwaldschule. Von 1974-2005 leitete er das renommierte Internat Salem am Bodensee, das der letzte kaiserliche Reichskanzler Max Prinz von Baden und sein damaliger Privatsekretär Kurt Hahn 1920 gegründet hatten. 2006 fasste er in dem Bestseller "Lob der Disziplin" seine Erkenntnisse als Pädagoge zusammen und löste mit seinen Ansichten heftige Diskussionen aus. Angesichts vieler Missverständnisse bekannte Bueb, "heute manche Kapitel anders [zu] schreiben" (vgl. Interview in Stuttgarter Zeitung 3.8.2007).

3.2 Thesen und Gegenthesen

Im Jahre 2006 veröffentlichte der langjährige Leiter der Eliteschule Schloss Salem, Bernhard Bueb, seine Streitschrift „Lob der Disziplin“. Seine provokanten Thesen stießen nicht nur auf Zustimmung. Einige führende Vertreter der Erziehungswissenschaft brandmarkten Buebs Methoden als „Schwarze Pädagogik“ oder sahen gar Übereinstimmungen mit rechtsextremen Bildungsidealen (Schwäb. Zeit. online, erschienen: 07.06.2010 18:15).

[...]


[1] der folgende Abschnitt wurde auf Grundlage folgender Internetquelle verfasst: http://www.munzinger.de/search/portrait/Bernhard+Bueb/0/28024.html

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Details

Titel
Disziplin in der Erziehung
Untertitel
Eine Argumentation anhand Bernhard Buebs "Lob der Disziplin"
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Pädagogik)
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V231336
ISBN (eBook)
9783656478485
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
disziplin, erziehung, eine, argumentation, bernhard, buebs
Arbeit zitieren
Lukas Rex (Autor), 2013, Disziplin in der Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231336

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