Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, den Brotstreit in den „Promessi sposi“ ("Die Verlobten"/"Die Brautleute") von Alessandro Manzoni eingehend zu beleuchten und den Protagonist Renzo, sein Auftreten, seine Sprache, seinen Charakter und seine Funktion innerhalb des Geschehens darzustellen. Hierbei spielt vor allem der Erzähler und sein Einsatz der Sprache eine Rolle. Anschließend soll noch darauf eingegangen werden, in welchem Zusammenhang die Geschehnisse in Mailand zur gesamten Erzählung zu sehen sind.
Grundlage dieser Arbeit ist der italienische Originaltext von Alessandro Manzoni.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Renzo – Ein mittlerer Held
3. La provvidenza in den „Promessi sposi“
4. Il pane della provvidenza – Der Brotstreit
4.1. Das Geschehen
4.2. Die Funktion Renzos im Brotstreit
4.3. Der Brotstreit im Kontext – Bedeutung für die gesamte Erzählung
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten „Brotstreit“ in Alessandro Manzonis Roman „I promessi sposi“ und analysiert dabei die Rolle des Protagonisten Renzo Tramaglino, seinen Charakter und seine Funktion innerhalb des erzählerischen Gefüges, wobei insbesondere die sprachlichen Mittel und der Einfluss des Erzählers im Fokus stehen.
- Analyse der Erzählsituation in den Kapiteln 13 und 14
- Charakterisierung von Renzo als „mittlerem Helden“
- Bedeutung der göttlichen Vorsehung („La provvidenza“)
- Symbolik des Brotes im Kontext gesellschaftlicher Unterdrückung
- Darstellung der Mailänder Unruhen als Parallele zu Renzos eigenem Ringen um Gerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
4.2. Die Funktion Renzos im Brotstreit
Nicht nur Neugier, sondern die Absicht, eine gute Tat zu tun, führt Renzo ins Zentrum des Aufruhrs in Mailand. Für ihn ist die unbekannte Stadt ein Schlaraffenland, da es hier, wie es ihm scheint Lebensmittel im Überfluss gibt und das arme Volk sich traut, sich gegen die Mächtigen aufzulehnen. Dabei bringt Renzo sich selbst in Gefahr, denn er protestiert lautstark gegen die Ermordung des Vicario und appelliert an den christlichen Glauben der Aufrührer. Renzo meldet sich erstmals in diesem Tumult selbst zu Wort. Der Erzähler wählt hier die direkte Rede, um Renzos Auftreten hervorzuheben:
„«Vergogna! Vogliamo noi rubare il mestiere al boia? Assassinare un cristiano? Come volete che Dio ci dia pane, se facciamo di queste atrocità? Ci manderà de’ fulmini, e non del pane!»”
Bei den Tumulten auf der Straße beschränkt sich der Erzähler auf Beschreibungen und schildert die Ereignisse aus der Sicht Renzos. Der Erzähler läßt verschiedene Menschen zu Wort kommen, und macht so auf die Menge aufmerksam. Es sprechen also nicht mehr nur die Protagonisten, sondern auch bisher noch nicht genannte Personen. Renzo wird aufgrund seiner rügenden Worte von den Umstehenden als Verräter angesehen und sogar verdächtigt als Spion des Stadthalters unterwegs zu sein und muss sich böse Drohungen anhören. Diese werden ebenfalls in der direkten Rede ausgedrückt:
„«Ah, cane! Ah traditor della patira!» (…) «Aspetta, aspetta! È un servitore del vicario, travestito da contadino: è una spia: dalli, dalli!»”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Zielsetzung der Arbeit definiert, den Brotstreit und die Figur Renzos in Manzonis Roman zu analysieren und deren Bedeutung für die Gesamterzählung herauszuarbeiten.
2. Renzo – Ein mittlerer Held: Das Kapitel charakterisiert Renzo als einfachen, auf Gerechtigkeit bedachten Mann aus dem Volk, der durch äußere Umstände in stürmische und unüberlegte Handlungen getrieben wird.
3. La provvidenza in den „Promessi sposi“: Hier wird die Rolle der göttlichen Vorsehung erläutert, an die die Protagonisten fest glauben, während sie gleichzeitig die Notwendigkeit menschlichen Handelns reflektieren.
4. Il pane della provvidenza – Der Brotstreit: Dieses Hauptkapitel untersucht die Symbolik des Brotes und die Dynamik der Mailänder Unruhen, wobei Renzos direktes Eingreifen als zentrales erzählerisches Element hervorgehoben wird.
4.1. Das Geschehen: Analyse der wechselnden Erzählperspektiven in den Kapiteln 13 und 14, die den historischen Kontext der Brotknappheit in Mailand schildern.
4.2. Die Funktion Renzos im Brotstreit: Untersuchung von Renzos Auftreten im Tumult, bei dem er durch sein rügendes Verhalten ungewollt die Aufmerksamkeit der Menge auf sich zieht und in Bedrängnis gerät.
4.3. Der Brotstreit im Kontext – Bedeutung für die gesamte Erzählung: Zusammenfassende Betrachtung, wie der Brotstreit als Spiegel für Renzos Kampf um seine Hochzeit und sein persönliches Recht fungiert.
5. Zusammenfassung: Resümee über die erzähltechnischen Mittel Manzonis, der geschickt zwischen verschiedenen Haltungen wechselt, um die Figur Renzo als Identifikations- und Reibungsfläche darzustellen.
Schlüsselwörter
Alessandro Manzoni, I promessi sposi, Renzo Tramaglino, Brotstreit, Mailand, göttliche Vorsehung, Erzähltechnik, auktorialer Erzähler, Protagonist, Gerechtigkeit, soziale Unruhen, Literaturanalyse, Jansenismus, 17. Jahrhundert, italienische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beleuchtet den sogenannten Brotstreit in Alessandro Manzonis Roman „I promessi sposi“ und untersucht dabei Renzos Rolle, seine Sprache und sein Verhalten im Kontext des Mailänder Aufruhrs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Kernbereichen gehören die Erzählstrategien des Autors, die Figur des Protagonisten als „mittlerer Held“ und die symbolische Bedeutung des Brotes in Verbindung mit der göttlichen Vorsehung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Protagonisten Renzo Tramaglino durch seine Handlungen im Brotstreit zu charakterisieren und aufzuzeigen, wie diese Ereignisse eine Parallele zu seinem persönlichen Streben nach einer Hochzeit mit Lucia bilden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine textanalytische Methode, bei der lange Passagen aus der direkten Rede und die Erzählperspektiven des Romans untersucht werden, um Manzonis erzähltechnisches Geschick zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem konkreten Geschehen in Mailand während der Brotknappheit, der Funktion Renzos als moralisch Handelnder und der Bedeutung der unterschiedlichen Erzählstile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Wichtige Begriffe sind Alessandro Manzoni, I promessi sposi, Renzo, Brotstreit, Vorsehung, Gerechtigkeit, Erzählperspektive und soziale Unterdrückung.
Inwiefern beeinflusst Renzos Herkunft sein Handeln im Roman?
Als einfacher Mann vom Land versteht Renzo die komplizierten Machtverhältnisse in der Stadt nicht, was ihn naiv und leichtgläubig agieren lässt, während er gleichzeitig versucht, seine Rechte mit unvernünftigen Plänen durchzusetzen.
Warum wird Renzo in der Arbeit als eine „komische Figur“ bezeichnet?
Renzo wird als komisch wahrgenommen, da er als Ortsfremder in Mailand versucht, seine Meinung über Justiz und Mächtige lautstark kundzutun, obwohl niemand ihn kennt und er sich damit letztlich selbst in große Schwierigkeiten bringt.
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- M.A. Raika Woköck (Author), 2002, Alessandro Manzoni : "I promessi sposi". Renzo in Mailand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23137