Halbwelt (Eftos-Epos II) + Appendix

Das Königreich der Tausend (Eftos-Epos) Tunnel Sci-Fi Trilogie -II-


Ausarbeitung, 2013
167 Seiten, Note: 3

Leseprobe

(I) Gestatten, Theoplus Noktios

Prof. Dr. Theoplus Noktios ist aufgeregt. Ein Zustand der recht selten bei Ihm anzutreffen ist.

Drei Jahre sind vergangen. Generalmajor Pavel Rebelkov’s Proto-Operation, die erste Gehirntransplantation beim Menschen, steht unmittelbar bevor.

Dr. Septimus Kholdrust hat seine Splice-Technik an duzenden Bonobos getestet und perfektioniert. Gerade noch rechtzeitig, denn Rebelkov geht es schlecht.

Er benötigt mittlerweile ein Exo-Skellet um sich fortzubewegen und reinen Sauerstoff zum wachbleiben.

Trotzdem ist der treue General Ihrer Majestät, Königin Hypatia I, in Amt und Würde.

Seine Entscheidungen und der Führungsstil haben sich dabei an die Körperliche Verfassung angepasst. In allen Ecken des Reiches, innerhalb und außerhalb des Militärs, sind seine Launen gefürchtet.

Auch der persönliche Leibarzt Ihrer Majestät ist eine Kapazität. Fachlich unschlagbar. Er legt kaum noch selbst Hand an, aber in Rebelkov’s Fall wird er zusammen mit Kholdrust Höchstselbst aktiv.

Dr. Theoplus Noktios? Was ist er für ein Kandidat? Wenig ist über Ihn bekannt. Will man es entschlüsseln so ist eine Reise in die Vergangenheit von Nöten.

Seine Kindheit und Schulzeit sind dabei vernachlässigbar. Der Vater ist zwar früh verstorben aber dies hatte kaum Einfluss auf den jungen Theoplus.

Noktios‘ wahres Leben beginnt erst mit einem Fulminaten Ereignis, das sich damals an seiner Dissertationsfeier zugetragen hat.

Das Fest der königlichen Medizinischen Fakultät ist und war immer ein besonderes Ereignis. Er war im Zentrum des Geschehens anzutreffen, Bewunder um Ihn herum. Als Jahrgangsbester wurde er auch von den Professoren hofiert.

Es war eine gediegene Feier hochqualifizierter Mediziner, jetzt gehört auch er, Theoplus Noktios zu diesem erlesenen Kreis.

Unerwartet, beispielhaft jedoch, einfach so in den Raum, plötzlich, die Ansage einer zugegeben recht eleganten alten Dame. Sie hat sich anscheinend extra herausgeputzt.

„Ja, sehr schön Theo. Gut gemacht, Junge. Fachlich einwandfrei...“

Theoplus dreht sich zu seiner Mutter um. Diese fährt genüsslich fort: „Du würdest dich gescheiter um dein Privatleben kümmern. Eine Familie gründen...“

Lächelnd, ohne jedoch die Hauer zu zeigen geht daraufhin der junge Mediziner auf seine alte Dame zu.

Dann holt er aus und scheuert Ihr eine mit der flachen Hand, so fest er kann, mitten ins Gesicht.

Seine Ohrfeige ist so heftig, das Artoklavia Noktios aus den Socken fliegt. Sie stürzt auf den kalten Marmor und bleibt benommen liegen.

Auf dem Rückweg zu seinen Kollegen zeigt Noktios auf zwei Medizinisch-Technische Assistenten und spricht durch die Stille im Raum folgende Worte: „Entfernt den Abfall“.

Diese schlucken erst mal, machen Sich aber dann doch ohne Murren gleich an die Arbeit. Sie heben die schwer benommene alte Dame vorsichtig hoch und geleiten Sie in aller Stille raus.

Diese Szene bleibt Theoplus schon verborgen. Kein einziges Mal dreht er sich um.

Einige Professoren runzeln die Stirn und linsen sich an. Was war das eben? Einzelne unter Ihnen huschen schnell ans Buffet und beginnen eifrig zu tuscheln.

Aber wer die Mediziner kennt weiß dass Sie ein

absonderlicher Menschenschlag sind. Warum soll man sich von dieser Banalität das Fest vermiesen lassen?

Das Ereignis eben trübt die Stimmung im Großen und Ganzen kaum. Im Gegenteil: Der eine oder andere klopft dem Primus sogar auf die Schulter.

Sie ist dann rasch gestorben, die alte Noktios. Ihr einziger Sohn Theoplus hat sich geweigert sie nochmal zu sehen, blieb der Einäscherung fern.

Danach ist er aufgeblüht, der junge Doktor, obwohl er einen Schritt einschlug den keiner seiner Kollegen verstehen konnte.

Anstatt in die Forschung zu gehen, wie für die hellsten der Branche üblich, machte er eine Allgemeinmedizinische Praxis im Süden Lyporos auf. Die Überraschung war groß, ebenso der Fehler.

Noktios hasst Banalität und Allerweltsmenschen. Außerdem spricht er ohne Rücksicht auf Verluste das aus, was er denkt.

Mit dem Eid des Hippokrates hat das wenig zu tun.

Jenes gipfelte, als eines Tages eine typische Mutter in seine Praxis kam und Ihm stolz das ganze Zentralwort vor die Nase hielt. Dieses Verbrechen als Lebensleistung lehnt der strebsame Mediziner ab. Noktios, verbal treffsicher, wenngleich ohne Empathie stellte folgendes klar:

„Jeder ist für immer tot. Deshalb ist der Hass auf die Mutter der stärkste überhaupt.“

Nun, verbale Aussagen haben eine einzige Eigenschaft: Unsere Gesamtsituation bleibt gleich. Dennoch mag man geteilter Meinung sein.

Die einen werden einen Funken Wahrheit erkennen, andere finden es verwerflich.

Wie dem auch sei, in unserem Fall rannte die so gescholtene Heulend aus der Praxis. Ein Ereignis das Folgen hatte. Auch die Obrigkeit bekam langsam von seinen Verbalen Eskapaden Wind. Nach langem Ringen musste er seine Praxis schließen.

Sein weiterer Weg ist bereits erzählt. Den Posten als Leiter des intensivmedizinischen Instituts ihrer Majestät hat er bis heute inne.

Theoplus Noktios ist kein Misanthrop. Sein Kredo ist, das jeder einzelne durch Fleiß und Disziplin größeres als das eigene unscheinbare Leben leisten kann. Er steht loyal zum Protokoll.

Ja, Noktios kann wenig mit Frauen anfangen. Sie langweilen Ihn. Ausnahmen bestätigen die Regel, als eines Tages die junge Nimoa Sopor in seine Praxis spaziert kam.

Traurig war sie, depressiv aber sarkastisch. Sie hatte bereits einen Sohn, Albiw, der diese Eigenschaften vererbt bekam, zumindest die ersten Zwei.

Das Kinde Albiw war ein Grübler. Untypisch, interessant. Ohne Freunde ging er als Hans Guck in die Luft durch sein kurzes Leben. Er starb bei einem Verkehrsunfall, unter mysteriösen Umständen. Der Fahrer gab zu Protokoll: „Der ist einfach auf die Straße getappt.“

Nimoa, am Boden zerstört suchte Rat beim jungen Noktios. Ob Sie eine Beziehung hatten weiß niemand genau, dagegen spricht das Nimoa weiterhin mit Ihrem Mann, einem Banker, zusammen lebte. Es ist schon seltsam, das eine so kreative, freie Pflanze mit so was Langweiligem Verheiratet ist. Noktios hat das nie verstanden.

Etwa ein Jahr nach dem tragischen Verlust bekam Sie eine Tochter, Rose, Ihr letztes Kind. Aber Nimoa war gezeichnet. Sie magerte Zusehens ab, verweigerte sich dem täglichen Leben. Der Banker verließ die beiden und keine zehn Jahre nach dem letzten Zusammentreffen mit Theoplus ist Sie gestorben.

Noktios nahm den Todesfall zur Kenntnis, nur er selbst weiß, wie. Wichtig ist jedoch, und überliefert, dass er Ihrer Tochter geholfen hat.

War Nimoa Sopor schon sehr speziell, so ist nun Rose, Ihre Tochter, dies im Quadrat. Apathisch, geistesabwesend, mit kahlrasiertem Kopf und Ritzen an den Unterarmen machte Sie Noktios unter einer Brücke im Obdachlosenbezirk Lyporos ausfindig.

Er lieferte Sie umgehend in die wichtigste Klinik solcher armen Existenzen, dem berühmten Bergsanatorium Altrosa, höchstpersönlich ein.

Bis zum heutigen Tage lebt Sie dort. Ihr Zustand hat sich verbessert. Mit der Ritzerei hat Sie aufgehört. Die Medikamente wirken. Verträumt streichelt Sie jetzt lieber den ganzen Tag die Rosen im Blumengarten des Sanatoriums.

(II) Gehirntransplantation

Selbst heute, drei Jahre nach der Retzlav-Katastrophe ist diese noch allen wach im Gedächtnis.

Dieser junge Major machte sich erst nach seinem Tod bezahlt. Sein mysteriöses Verschwinden dient bis heute als Abschreckung für Rebelkovs Untergebene und auch für die Medizin hat er mehr positive Auswirkungen als zunächst angenommen.

Retzlavs Todeskampf und seine finale Propofol-Betäubung waren Lehrreich. Heute nun, da Rebelkovs Klon an der Reihe ist, um es kurz zu machen: Bei Ihm wurde anders vorgegangen.

Keine Intravenöse Betäubung mehr, keine ‚Kontrolluntersuchung‘. Nein. Neidhard Palmgren wurde sanft und friedlich schlafend, mitten in der Nacht durch eine Inhalationsanästhesie einer umgebauten Klimaanlage betäubt.

Gleich Danach wurde er vom Bergsanatorium hierher, runter nach Lyporo verbracht.

Es ist 7:00h früh. Noktios schleicht durch die Gänge des intensivmedizinischen Instituts. Auf dem Weg zum Operationssaal reicht Ihm eine Doktorandin ein Datapad.

Zwei Türen weiter steht Septimus Kholdrust im Rahmen.

Chefarzt und Assistenz nicken sich kurz ab, dann reiht sich Dr. Kholdrust hinter Noktios ein.

Bald ist die Desinfektionskammer erreicht. Prof. Theoplus Noktios öffnet diese mittels Pad-Steuerbefehl.

Danach machen sich beide keimfrei in den Sterilen Raum dahinter, den eigentlichen Transplantationssaal.

Es ist angerichtet: Zwei Bahren. Links, aufgedunsen und alt der Original Rebelkov. Mit Kahlrasiertem Kopf liegt er da, eine Sauerstoffmaske über der Nase.

Rechts, 18 Jahre jung, Neidhard Palmgren, sein aus 100% Eigenzellmaterial hergestellter IPS-Klon. Sein Schädel wurde ebenfalls frisch rasiert.

Beide befinden sich im Tiefschlaf. Um sie herum die kompliziertesten Medizinischen Apparaturen. Eine davon, in doppelter Ausführung, ist der multispektrale GehirnschneideLaser neuester Generation, Kholdrusts Meisterstück.

Millimetergenau werden die Köpfe der Probanden justiert. Danach machen Sich die Mediziner parallel ans Werk und öffnen die Schädel. Zwei lebende Gehirne liegen vor Ihnen.

Kholdrust beblinzelt seinen Comm. Die zwei Oberflächensensitiven Multi-Spektral Schneidelaser scannen die Topologie der Gehirne.

Kurz darauf sind alle Koordinaten gesammelt. Kholdrust nickt Noktios an. Dieser gibt das Startsignal.

Damit es beim Durchtrennen der großen Blutgefäße unterhalb des Großhirns keine Sauerei gibt wird zuerst der Kreislauf der Patienten mittels Stromschlag zum Erliegen gebracht.

Nun schalen die zwei Laser absolut synchron die beiden Gehirne an der Großhirnperipherie entlang aus.

Zeitgleich werden diese final vom jeweiligen Körper gelöst. Sofort fahren zwei Transportvorrichtungen in Position. Zeit die Gehirne zu vertauschen. Beide werden angesaugt. Die ausgehölten Schädel sind deutlich sichtbar. Eine weitere Apparatur spritzt Neurozellstimulatoren auf die Schnittfläche des alten Hirns und Palmgrens Stammhirn.

Jetzt wird Rebelkovs altes Hirn Mikrometer genau in seinen neuen, jungen Kopf eingepasst. Das 18-Jährige Hirn seines Klons Palmgren landet derweil unspektakulär im Abfall. Neidhards Leben inklusive aller Erinnerungen ist somit beendet.

Ganz anders jedoch ergeht es seinem bisherigen Körper. Multispektrales intrazelluläres Splicen ist im Gange. Die Oberflächenmoleküle der zellgenauen Schnittflächen verweben planmäßig. Per Stromschlag wird der Herzschlag wieder aktiviert.

Die Urfunktion eines jeden Hirns, der Selfish-Brain Effekt, umgangssprachlich Egoismus genannt, setzt schlagartig ein. Die Zellen sind verwoben, es wird bereits Energie aus dem neuen jungen Wirt gesaugt.

„Kreislauf stabil“ murmelt Noktios. „Dann lass uns mal wieder zumachen.“

„Gehirnaktivität normal“ antwortet Kholdrust. „Wie bei den Versuchstieren. Die fast 50 OPs an Ihnen haben sich gelohnt. Schaut gut aus.“

Anerkennend nickt Ihm Noktios zu. „Jetzt braucht er erst mal viel Ruhe. Ich schick die Assistenten rein.“ Meint Kholdrust anschließend.

Kurz darauf stehen tatsächlich zwei Assis auf der Matte, es sind dieselben wie bei Retzlav vor drei Jahren. Ihr fleißiges, umsichtiges Handeln damals hat Ihnen den Job bis heute gesichert.

Schmunzelnd begrüßt Sie Ihr Chef, Noktios. „Zuerst bringen Sie bitte den neuen Rebelkov rüber in die

Intensivmedizinische Betreuung.“ Pflichtgemäß nicken beide.

„Danach verfüttern Sie bitte rückstandsfrei diesen Abfall hier.“ Er zeigt auf Rebelkovs aufgedunsene Leiche.

„Da hinten in der Rundablage befindet sich zudem noch ein Leckerli. Das verteilt Ihr an die Affen. Die sind ganz scharf auf junges Hirn.“ Beide bejahen dies mit selbstverständlichem Gesichtsausdruck.

„Wie immer Bericht zu mir und 100 Prozentige Abwicklung.“ Das war’s schon. Die schlauen Assistenten haben verstanden und machen sich sogleich ans Werk.

Noktios und Kohldrust schütteln sich die Hand, der Assistent Dr. Septimus Kholdrust verbleibt im Raume, kontrolliert gleich die Operationsdaten seines Lasers.

Chefarzt Prof. Dr. Theoplus Noktios verlässt den Ort des Geschehens ohne einen Blick zurück.

(III) Rebelkov der Neue

„Ups, was für ein Traum ist das denn?“ Fragt sich Generalmajor Pavel Rebelkov nach dem Aufwachen.

Tatsächlich ist er aus einem künstlichen Koma erwacht, hat 14 Tage geschlafen.

Er sieht an sich runter in scharfer Vision. Als nächstes öffnet und schließt er seine neue junge Hand. Er wedelt mit den schlanken Fingern.

Zeit aufzustehen. Wups, das geht aber flott von der Hand. Auch die Luft schmeckt frischer als sonst. Aha, da hinten an der Wand ist ein Spiegel. Zeit reinzuschauen, wie wir heute wieder aussehen.

Leichtfüßig tänzelt der neue alte Rebelkov rüber. Was er dann darin sieht verschlägt Ihm die Sprache: Sein eigenes junges strahlendes Ich blickt Ihm frisch entgegen. „Wie ist das nur möglich?“ denkt er sich.

Schon bald kehrt die Erinnerung zurück: „Noktios, Gehirntransplantation“ murmelt er. Dann jubiliert er lauthals: „Endlich eine Schönheits-OP die funktioniert hat!“ Er stutzt.

Ok, seine Stimme hat an Autorität verloren, klingt wie die eines Teenagers. Egal! Im Innern ist er noch der Alte. Das werden seine Untergebenen eben nun mit Fieps-Stimme um die Ohren geblasen bekommen.

Irgendwie zuckt es Ihm jetzt ein Bisschen im Gesicht und er reibt sich das linke Bein, das noch etwas Pelzig zu sein scheint... Zack es ist verflogen, alles wieder OK.

Die Tür Öffnet sich. Noktios, flankiert von Kholdrust betritt das Krankenzimmer. „Aha, Rebelkov ist wieder munter“ strahlt der Chefarzt. „Wie geht es Ihnen?“

Zur Antwort macht der neue alte ein paar leichtgängige Kniebeugen. Er antwortet mit frischer singenden Stimme: „Ein Wunder ist geschehen, hervorragend.“

Noktios nickt, bohrt aber sofort nach: „Dann erzählen Sie mir doch mal wie und wann wir uns kennengelernt haben.“

„Das ist ganz einfach“ gibt der neue, euphorisch zum Besten: „Vor etwa 18 Monaten, ich meine Jahren, Sachen gibt‘s, haben Sie gemeint, Sie hätten da was für mich. Einen IPSKlon. Meinen neuen Wirt.“

Kholdrust beblinzelt seinen Comm, macht eifrig Notizen. Noktios antwortet: „Genauso war‘s, mein lieber Rebelkov. Trotzdem hier ein Wort der Mahnung: Lassen Sie es langsam angehen. Ich empfehle in der ersten Zeit keine Termine. Sagen Sie alles ab.“

Rebelkov nickt, hört aber nur halbherzig zu. Sein neuer Körper, insbesondere dessen junges Stammhirn, rattert schneller als sein altes Großhirn. Wie ein Teenager ist er voller Tatendrang. Noktios hat seinen Job erledigt, ist für Ihn bereits Geschichte. Er ist Generalmajor Pavel Rebelkov der Neue und will sich gleich allen beweisen.

Der Prof. tätschelt Ihm die Schulter und meint: „Kommen Sie mit rüber in die Kantine. Es ist Essenszeit. Sie müssen einen Mordshunger haben.“

So geschieht es, das zwei ältere Männer und ein Teenie sich aufmachen zum Essenfassen.

Rebelkov ignoriert den Rat des Mediziners, will möglichst Bald zurück ins Büro. Selbst seiner persönlichen Assistentin hat der alte General nur mitgeteilt er begebe sich auf Kur. Mal sehen wie Sie reagiert.

Das Verteidigungsministerium Ihrer Majestät ist eine Hochsicherheitszone. Diplomaten und Militärs geben sich hier die Klinke in die Hand.

So fällt der junge korrekt gekleidete Rebelkov wenig auf als er am nächsten Tag das Ministerium betritt. Die Biometrischen Scans erkennen Ihn ebenfalls als Pavel Rebelkov. Die Türen öffnen sich, alles beim Alten.

In seinem eigenen Vorzimmer sitzt eine streng Aussehende Mitt-Fünfzigerin mit kurzgeschorenen roten Stoppelhaaren.

Sie Sieht den jungen Mann interessiert an. Wie kommt er ohne Anmeldung bloß hier herein?

„Sie wünschen?“ Fragt Sie mit verschränkten Armen.

Überlegen lächelt der neue Rebelkov zurück: „Der Hausherr ist zurückgekehrt, Helga. Ja, ich bin es.“

Diese Ansage ist selbst für eine vom Schlage Helga Rottweil ein Novum. Sie hat keine Ahnung was der junge Mann von Ihr will. Sie antwortet barsch: „Was wollen Sie hier? Identifizieren Sie sich oder ich rufe den Sicherheitsdienst.“

Ihr junges Gegenüber schmunzelt genüsslich, reibt sich das Kinn, dann plärrt er los: „Rottweil! Aufwachen! Sie müssen doch Ihren eigenen Chef erkennen! Wenn Sie auch nur daran Denken den Knopf zum Sicherheitsdienst hin zu drücken verabschieden Sie sich automatisch aufs Altenteil.“

Helga erschrickt. Ist das möglich? Rebelkov fährt fort: „Sie haben doch in Ihrer Schublade da hinten ein Bild meiner Beförderung zum Generalmajor. Rausholen, aber schnell!“

Die Sekretärin stutzt, macht aber dann doch wie Ihr geheißen. Sie kramt das alte Bild hervor. Dann wandert Ihr Blick zwischen dem alten Foto und dem jungen Besucher hin und her. Sie stammelt:

„Sehr geehrter Herr Generalmajor. Wie ist dies nur möglich?“ Sie ist nun der Verzweiflung nahe.

Rebelkov beendet die Vorstellung: „Ja, Helga, ich bin es. Ich habe eine Transplantation auf mein eigenes 18-jähriges Ich erhalten. Und ich fühle mich prächtig!“

Kleinlaut gibt Frau Rottweil zurück: „Mein Lieber General, selbstverständlich, wunderbar das Sie zurück sind. Meine aufrichtigsten Glückwünsche. Ich stehe zu Ihrer vollsten uneingeschränkten Verfügung.“

„Sehr gut“ murmelt Rebelkov. „Als erstes berufen Sie eine Taktikbesprechung des geheimen zu Westerburg Stabes ein. Mal gespannt wie die Trottel reagieren. Außerdem wird es Zeit, das wir dort endlich zu Potte kommen.“

„Danach arrangieren Sie ein Treffen mit der Königin. Ich brenne darauf mich so vorzustellen.“ Staunend, pflichtgemäß antwortet seine treue Sekretärin: „Sehr wohl Herr Generalmajor, wird umgehend erledigt.“

Am Nächsten Tag. Der Runde Tisch. Geheimbesprechung Projekt „Indi“ - Durchsetzung einer neuen Ordnung. Leiter: Rebelkov. Geladen: Chefs der Zellen.

Rebeklov der Junge sitzt bereits da, die Militärs trudeln ein. Der ein oder andere dreht den Kopf in seine Richtung. Schon wieder ein neuer Agent? Der nächste Aufpasser? Was denkt sich der alte Sack nun wieder aus.

Direkt neben Ihm nehmen zwei altgediente Generäle Platz. Sie sind anscheinend Kommandieren gewohnt. Einer richtet sich an den jungen Rebelkov: „Du, Milchgesicht! Was suchst du hier? Wenn du ein Aufpasser sein sollst, reiß ich dir den Kopf ab.“ Rebelkov hebt zum Schein die Hände abwehrend nach oben.

Die beiden wiegen sich nun in Sicherheit. Sein Companion meint: „Was will er denn diesmal wieder, der alte Sack? Zeit den Löffel abzugeben, wenn du mich fragst.“

„Der Hängt doch schon an der Flasche! Keine Sorge das Problem löst sich bald von allein. Blödsinn, diese ganze Aktion. Rebelkovs ‚neue Ordnung‘ Was soll das?“ meint der andere. Beide nicken sich an.

Der Saal füllt sich, bald sind alle versammelt. Dann passiert was Neues. Rottweil erscheint und drückt den Knopf. Die Screen in Blickrichtung wird lebendig. Live und in 3D strahlt genüsslich der neue Rebelkov in die Kamera.

Die beiden Generäle reißen die Köpfe rum und betrachten Ihren Nachbar. Die Vorstellung beginnt. Rebelkov erklärt seinen neuen Status, einige der Zuhörer schlucken. Andere glotzen wie junge Welpen in das Gesicht Ihres neuen Chefs.

Bald ist der Film Geschichte, der Rebelkov II erhebt sich. Die beiden Generäle wischen sich die Stirn.

Rebelkov triumphiert: „Ja, ich bin es. Und ich garantiere, das wir unsere Aktionen ab nun mit neuer Dynamik durchführen werden...“ Er wird unterbrochen, die meisten seiner Drohnen fangen an zu klatschen.

Rebelkov genießt den Zuspruch doch beschwichtigt rasch. Er deutet allen an zu Verstummen. „Ganz genau, wir werden die Erbmonarchie erneut implementieren. Schluss ist’s mit den Tausend, zuerst jedoch...“

Er nimmt seine beiden Nachbarn ins Visier, gleichzeitig murmelt er was in seinen Comm. Drei Sicherheitsbeamte erscheinen in der Tür.

„Werde ich diesen beiden verfluchten Deppen hier“ er zeigt auf die beiden traurigen Gestallten „eine Lektion erteilen!“

Rebelkov ist außer sich: „Hinter meinem Rücken! Was fällt Ihnen ein! Das ist Hochverrat! Ich zeig euch jetzt wie mit Verrätern umgegangen wird.“

Mit diesen Worten winkt er die Sicherheitsleute her. Dann deutet er auf das Elend vor Ihm und spricht: „Vex Grave!“

Beide gehen zu Boden, falten die Hände und flehen den Teenager an Ihnen zu vergeben. Ungerührt verrichtet derweil die Security den Dienst, Handschellen klicken, Sie werden abgeführt.

Rebelkov spricht erneut zur Runde: „Wünscht sich hier noch irgendjemand in die Zeit des Leerlaufs zurück?“ Jeder einzelne der Anwesenden schüttelt den Kopf und schaut vor sich auf die Tischplatte.

Nachdem die neue Person der Belegschaft vorgestellt wurde, ist nun heute ein Tag später, er selbst an der Reihe anzutanzen.

Königin Hypatia I gewährt Ihm Audienz. Der General ist überglücklich.

Es ist Immer was Besonderes im Königspalast zu wandeln, speziell für den jungen Körper des alten Rebelkov.

Um der Regentin den Schock zu ersparen wurde Sie im Vorfeld über Rebelkov’s neue Erscheinung aufgeklärt.

Gespannt erwartet Sie nun seinen Auftritt. Rebelkov schreitet in den Saal. Da hinten thront auch Sie: Seine Königin.

Schmunzelnd sieht Sie in seine Richtung. Militärisch korrekt schlägt Rebeklov die Hacken zusammen und verkündet: „Meine Königin, ich melde mich zum Rapport.“

Die Regentin des Raah-Indi-Systems, Hypatia I, bricht in Gelächter aus: „Rebelkov, besser Rebelkovchen, was ist denn das für eine Fieps-Stimme? Hahaha, Sehr erheiternd, “ kichert Sie: „So ein Milchgesicht! Das ist wirklich köstlich.“

Rebelkov fällt die Kinnlade nach unten, er lässt die Schultern hängen. Wie ein begossener Pudel steht der Teenager vor der Imperialen Krone.

Ja, Hypatia die Erste stellt mehr da. In Askese ist Sie gealtert- wenn man überhaupt so sagen kann. Königlich sieht sie aus, auch jetzt noch, ende Vierzig kann man von Attraktivität sprechen.

Der bisherige Rebelkov dagegen ging im körperlichen Verfall durch die Zeit. Aufgedunsen und Abgewirtschaftet war er zum Schluss. Diesen Milchbubi nun vor Ihr zu sehen sorgt deshalb für Erheiterung.

„Meine Königin, ich versichere Ihnen...“ quakt der neue General hilflos hervor. Hypatia unterbricht Ihn: „Aber Rebeklov. Das weiß ich doch. Es ist nur...“ Sie schüttelt wieder schmunzelnd den Kopf. „Schauen wir mal wie es weitergeht. Technisch bleibt alles erst mal beim Alten. Ich erwarte regelmäßigen Bericht. Sonst noch was?“

„Selbstverständlich meine Königin! Nein, Majestät!“ Rebelkov salutiert, verneigt sich, dreht sich auf dem Absatz um und trollt sich.

(IV) Margots fieser Plan

Die persönliche Assistentin Frau Helga Rottweil ist eine graue Person die Ihr Heil in der Arbeit sucht.

Auch wenn Ihr neuer alter Chef zum Großteil heuer erst 18 geworden ist, so ist sie schon seit 20 Jahren im Dienste des Generalmajors tätig.

Bis vor zwei Jahren lebte Sie in Ihrer eigenen Zelle, will heißen einer blankpolierten Mietskaserne im 19. Distrikt Lyporos. Ja, die Wohnung war sauber obwohl sie Alpha-Mech Tecs reinigten.

Am Anfang hatte Sie es mit Ruba-Reinigungskräften versucht, doch Helga Rottweil ist privat so unerträglich, dass die normalerweise zuverlässigen Angestellten bei Ihrem bloßen Anblick in Ohnmacht gefallen sind.

Der Druck der Hausherrin war so groß dass die fleißigen Bediensteten Fehler am laufenden Band produzierten. Sie ließen Porzellan fallen, zerdepperten Spiegel und als Sie abgewatscht werden sollten fielen Sie um wie Strohsäcke.

Irgendwann wurde der guten Helga das zu bunt, sie hat alle gefeuert und ist auf Bots umgestiegen, mit allen Problemen: Ihre Ansprachen blieben seit da ohne jede Wirkung und die ständigen Selbstabschaltungen gingen Ihr auch auf den Geist.

Neben Ihrem Posten als Empfangsdame im Verteidigungsministerium verbrachte die korrekte Helga mit der Zeit deshalb mehr und mehr Zeit an der noblen Privatadresse Ihres Chefs. Als dieser Ihr vor zwei Jahren ein Nebengebäude zum Wohnen anbot war Sie überglücklich. Die neue Zusatzaufgabe ‚Überwachung des Personals‘ nahm Sie gerne an.

Bei Rebelkov verkneift Sie sich einen allzu bissigen Umgangston. Die Ruba versehen Ihren Dienst recht normal, die wenigen Service-Bots bereiten auch nur die üblichen kleinen Problemchen.

Ja, Helga ist zufrieden. Ihre Wohnsituation hat sich deutlich verbessert.

Heute, an diesem herrlichen Frühlingstage nun ein weiteres freudiges Ereignis. Die einsame Helga bekommt Besuch.

Die junge Margot Rottweil, Tochter Ihres Bruders und somit eine der wenigen Verwandten überhaupt, hat sich angekündigt.

Sie hätte da was zu besprechen hat Sie gesagt. Ihr einen Vorschlag zu machen.

Gerne ging Helga darauf ein, wartet nun gespannt. Da klingelt es schon, Helga Rottweil öffnet die Tür.

Davor steht Sie also, Margot Rottweil, mittlerweile zarte 15 und eine Mischung aus Klos und Kampfbulle.

Margot Rottweil ist über all die Jahre immer noch im Dunstkreis Prinz Herolds von Westarp, Hypatias einzigem Sohn anzutreffen. Dies ist eine beachtliche Leistung, bei der Optik.

Oder es spricht für Herold, aber bei dem weiß niemand so ganz genau wie und wo er dran ist. Sagen wir‘s mal blumig: Geöffnet hat sich der in den letzten Jahren kaum. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Tatsächlich, Margot steht da auf der Matte in voller Pracht.

Ihre stark gegeelten kurzen roten Stoppelhaare glänzen in der Abendsonne. Sie ist Ihres Zeichens immer noch Intimfeindin einer Mitschülerin am Alanis, genannt Patchara Petch-a-boon, inklusive deren Anhang und das seit Tag eins. Was sie jetzt wohl zu besprechen hat?

„Hallo liebe Margot! Du siehst umwerfend aus. Jedesmal wenn ich dich sehe bist du noch hübscher geworden.“ Strahlt Sie Ihre Tante zur Begrüßung an.

„Oh vielen Dank liebe Tante“ gibt Sie zurück und weiter „wie schön du es hier hast, Herrlich. Da fühlt man sich gleich daheim“.

Kurze Zeit später sitzt also eine etwas in die Jahre gekommene Graue Maus zusammen mit einem jungen speckigen Walross in einem eher altmodischen Esszimmer beim Tee zusammen.

Nach dem üblichen Bla beginnt Margot mit Ihrem eigentlichen Anliegen:

„Ich weiß, und glaub mir ich unterstütze das voll, das Ihr, du weißt wen ich meine, naja, die Westerburgs gehören halt mal weg, oder?“

Verlegen, treudoofblöd kichert Helga daraufhin. „Nun ja“ fährt Margot fort „am Alanis bekommt man doch so einiges mit. Auch Sachen, die euch verschlossen bleiben...“

Helga macht eine überraschte Miene und meint „Aha?“

„Ja“ antwortet Margot „erinnerst du dich noch an diese

Petch-a-boon, liebe Tante?“ „Sicher ...“ bestätigt diese mit leicht angewidertem, fragendem Gesichtsausdruck. Was will die mit der frechen Göre?

„Nun, es sieht so aus, als ob der Junge zu Westerburg, dieser Henley, ein Jahrgangskollege von mir... naja, es ist mir halt aufgefallen, dass die beiden viel Zeit miteinander verbringen. Die stecken ständig die Köpfe zusammen.“ Sie macht eine kurze Pause:

„Dieses dumme Schwein mit seinem Riesenmaul ist auch meistens in der Nähe anzutreffen.“ meint sie abschließend.

Helga schmunzelt: „Na dann lass Sie doch. Liubomir ist auf unserer Seite, das kann ich dir verraten.“ Doch Margot schüttelt den Kopf.

„Liubomir Iliev ist ein super Lehrer. Militärgeschichte mein Lieblingsfach. Doch ich will viel weiter gehen. Hab was Krasseres geplant.“

„Jetzt bin ich aber neugierig“ meint Ihre Tante.

„Ich lass die verschwinden, diese Petch-a-boon, mein ich. Ich weiß auch schon wohin. Aber genau da brauche ich deine Hilfe!“

„Aha. Nun schwierige Zeiten rechtfertigen einiges. So, dann mal raus mit der Sprache. Bisher geb ich grünes Licht.“

Margot strahlt ob dieser Zustimmung: „Wir verschleppen Sie rauf ins Bergsanatorium Altrosa. Dort bekommt Sie einen neuen Job als Versuchskaninchen. All diese Anti-Depressiva. Glaub mir: Das ist schlimmer als der Tod.“

„Jetzt siehst du, warum ich deine Hilfe brauche. Ich weiß das dein Chef und der des intensivmedizinischen Instituts...“

„Ja, Rebelkov und Prof. Noktios sind einander bekannt.“ Zwitschert Helga dazwischen: „Ich glaube das lässt sich arrangieren. Freiwillige Medikamententester werden immer gebraucht...“ sinniert sie weiter. Gespannt blickt der junge Kampfknäul, Ihr Gegenüber, Sie nun an. Helga nippt an Ihrem Tee:

„Vielen Dank für all diese Informationen, liebe Margot. Ich kümmere mich darum. Aber keine Aktionen vor dem offiziellen ‚Go‘ seitens Rebelkov. Ist das klar?“

„Selbstverständlich liebe Frau Tante Generalassistenz. Aber natürlich erwarte ich Deine Anweisungen. Ich bin stets zu Diensten.“

Dame Helga reibt sich genüsslich die Hände und meint abschließend: „Nach über zwanzig Dienstjahren kann ich dir aber bereits so viel verraten: Ich glaube das geht in Ordnung.“

(V) Letzter schöner Tag auf Erden

Auch wenn der Konflikt Alte versus Neue Welt mehr und mehr offensichtlich wird, so hat es der Direktor des noblen Alanis Instituts für angewandte Wissenschaften, Regis Vekter, doch geschafft diesen aus seinem College weitestgehend herauszuhalten.

Seine Schule kümmert sich primär um die Bildung. Sie stellt damit ein unabhängiges Bollwerk dar. Freilich gibt es Fraktionen. Da wäre z. B. Liubomir Iliev und seine MIL-Gang zu nennen. Populär ist sie, auch weil kein geringerer als der Sohn der Regentin, Herold von Westarp diesem Kreise mehr als nur nahesteht.

Dann gibt’s die sich-raushalter und durchschlängler, aber wie überall kann man diese getrost vergessen.

Auf der anderen Seite des Spektrums tummeln sich die liberalen Freidenker im Interspecies-Unterricht. Prachtexemplare dieser Gattung kennen wir allzu gut.

Was schleicht denn da für eine Bande um die Ecke? Ein junger drahtiger Ruba, er mag um die 15 sein, textet gerade heftig seine Klassenkameradin zu. Mit Armen und Beinen fuchtelt er dabei.

Das angesprochene gleichaltrige, exotische Mädchen hebt beschwörend die Hände neben Ihren Kopf. Es ist Patchara Petch-a-boon, angehende Diplomatin aus der östlichen Provinz Xonburi hier auf dem Trivy.

Direkt hinter den beiden läuft ein gutaussehender Junge, wahrscheinlich ein Klassenkamerad. Er schüttelt leicht den Kopf. Es handelt sich um Prinz Henley zu Westerburg, einer der wenigen Schüler vom andern Stern, des 0.82 Lichtjahre entferntem Indi.

Er trägt die Haare nun etwas wilder gestuft, die Dunkelroten, leicht silbrig glänzenden Strähnen in seiner schwarzen Mähne sind Natur, ebenso wie seine strahlend schönen weinroten Augen.

„Zum letzten Mal, Svino…“ meint Patchara an die Adresse Ihres zappligen Gegenübers: „auch wenn wir dieses Jahr nur zwei gemeinsame Fächer haben kannst du das mit dem Referat vergessen!“

„Blah, Blu, pappel-popp“ quakt der Angesprochene zurück „was vor du Angst haben hast? Einfach ist’s ganz schön.“

„Svino!“ schnappt Patchara genervt zurück „Keiner macht ein Doppel-Referat in diesem neuen Fach. Erstmal abwarten um was es in ‚Purposition‘ eigentlich geht.“

Sie macht eine Pause: “Außerdem ist mir heute noch, ganze drei Jahre später unsere Interregions-Katastrophe sehr wach im Gedächtnis.“

Svinenysh ist entgeistert: „Unglück was? Schön wars ist’s gewesen toll ab dafür…“

Patchara winkt ab, Svinenysh zieht darauf hin eine Grimasse rüber, dann strecken Sie sich gegenseitig die Zunge raus.

Patchara Petch-a-boon ist mittlerweile stolze 15, außer Svinenysh schafft das keiner mehr.

Henley schlurft derweil hinterher und murmelt: „was sich liebt…“ aber dies bleibt den beiden Hitzköpfen in der Eifer des Gefechts verschlossen.

Ja, die beiden Streithälse sind so vertieft, dass sie nur wenig von Ihrer Umwelt mitbekommen. Normalerweise hat das die kluge Patchara besser im Griff. Gerade biegen Sie um die Ecke in einen größeren Raum ein.

Oh nein, da vorne, in der Aula steht auch Sie: Margot Rottweil mit Ihrer Gang, Ihres Zeichens Intimfeindin Patchara Petch-a- boons inklusive deren Anhang.

Heute also, keine Woche nach Unterrichtsbeginn das erste unausweichliche Aufeinandertreffen.

Margot setzt eine grässliche Fratze auf. Triumphierend trötet Sie an Ihre Klone gewandt: „Da seht mal, hier kommt das neueste Liebespaar! Süß wie Sie sich kabbeln.“

Das schallende Gelächter Ihrer Drohnen lässt die Aula fast erzittern. Aber, die ein oder andere aus der Traube blinzelt auch blöd in Richtung Henley. Eine einzelne winkt sogar zaghaft.

Patchara indes lässt die Schultern hängen und murmelt: „Auch das noch. Ich hätte besser aufpassen sollen.“

Sie bleibt stehen, die schreckliche Margot ist jetzt nur noch etwa zehn Meter von unserem Trio entfernt. Selbst Svinenysh schaut mittlerweile in Ihre Richtung.

Margot brüllt: „Macht ruhig weiter Ihr Lieben. Bin gespannt was dabei rauskommt. Bekloppter als du kann‘s nur schwer werden. Dein Liebliches Trymoo-Schwein mit seinem RiesenMaul ist genau der passende für Dich!“

Wieder lautes Gelächter der Drohnen. Svinenysh quakt: „Dumpfkuh blöde bist du! Weiß jeder alles!“

„Oho, huuh“ murmeln einige Jungs aus Margots Gang daraufhin. Margot ergreift erneut das Wort:

„Halt die Fresse Toilettenputzer. Schau zu dass du zurück gehst wo du hergekommen bist. In den Sumpf, du Opfer.“

Henley und Patchara linsen sich an. Sie sind kurz davor einzuschreiten, doch diesmal ist Svinenysh schneller. Mit einem einzigen Satz springt er die zehn Meter rüber ins Feindesland, entreißt einem Nachbar die Cola und schüttet sie Margot über den Kopf.

Geschickt dreht er sich dann um 90 Grad und hüpft mit einem erneuten Satz heim zu den Seinen.

Wie ein begossener Pudel steht nun Margot in Ihrer ganzen Fülle da. Die süße Cola zusammen mit all dem Gel in Ihren kurzen Stoppelhaaren ist eine Giftmischung an der sie noch eine Weile Freude haben wird.

Zeit für die Aula einzugreifen: Alle Zeugen, egal welcher

Jahrgangsstufe, fangen aus vollem Herzen an Sie auszulachen. Einige zeigen sogar mit dem Finger auf Sie.

Der absolute Brüller, die nächste schallende Ohrfeige. Selbst aus Ihrer eigenen Gang hat der eine oder die andere ein Schmunzeln aufgesetzt.

Keine Chance also für einen Gegenangriff. Wütend wischt Sie sich mit der Hand die Cola aus dem triefenden Gesicht. Anschließend huscht Sie mit verzerrter Fratze so schnell es geht aufs Klo.

„Ha! Lektion lernen gelernt haben hat Sie!“ drückt Svinenysh der Ruba gerade noch raus, bevor er von Henley und Patchara stürmisch umarmt wird. Sie reißen Ihn fast zu Boden. Auch Sie lachen sich, wie die versammelte Meute, fast halbtot.

(VI) Feiger Anschlag am Alanis

Wie wenig wissen unsere Drei Sterne dass dieses Ereignis eben das letzte Lebenswerte für eine lange Zeit bleiben wird. Man könnte auch sagen: Der letzte schöne Tag auf Erden ist angebrochen.

Margot Rottweil nämlich, die eben gescholtene, ist bereits in der Planung. Die Vorbereitung eines schrecklichen Verbrechens hat schon längst begonnen. Einer Straftat wie sie das noble Alanis College noch nie gesehen hat.

Jetzt, allein auf der Toilette, unter dem Wasserhahn wächst der Hass auf Ihre Gegnerin, mehr noch, er steigert sich bis zur Raserei. Morgen Mittwoch ist sie dran!

Das Problem beim Überfall auf Patchara Petch-a-boon ist, dass Sie meistens in Begleitung anzutreffen ist. Nur gleich nach Unterrichtsende geht Sie die paar Meter allein rüber in den Mädchentrakt.

Hoffentlich ist das auch morgen so. Kurz vor dem Eingang ist ein dichtes Gebüsch. Ort und Zeitpunkt sind somit klar.

Zu zweit werden Sie sein. Margot Rottweil und Ihr Kumpel Kacper Gorcyzka, ein eher einfältiger Allerweltsbursche. Aber er macht was man Ihm sagt. Außerdem ist er recht kräftig.

Selbst für eine vom Kaliber Rottweil ist es schwierig gewesen an das uralte Narkosemittel Chloroform heranzukommen, einmal mehr, weil es mittlerweile streng verboten ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 167 Seiten

Details

Titel
Halbwelt (Eftos-Epos II) + Appendix
Untertitel
Das Königreich der Tausend (Eftos-Epos) Tunnel Sci-Fi Trilogie -II-
Note
3
Autor
Jahr
2013
Seiten
167
Katalognummer
V231468
ISBN (eBook)
9783656483717
ISBN (Buch)
9783656483724
Dateigröße
892 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Königreich der Tausend™ welterste Sci-Fi Saga. Die Erfindung des Sci-Fi. Es bleibt ein Mysterium warum das Königreich der Tausend fertiggestellt ist. Wenn Eftos nocheinmal vor allem stünde, bliebe das Blatt leer. Es gibt keine Nachbarn und keinen Buchstaben mehr. Eftos hat das Königreich der Tausend! Kingdom of a thousand characters, names, places, technologies &amp,amp, indicia are absolute © &amp,amp, ™ Eftos Ent. All rights reserved.
Schlagworte
original, eftos, epos, saga, kein voodoo, zentralwortfrei
Arbeit zitieren
Eftos Trilogie (Autor), 2013, Halbwelt (Eftos-Epos II) + Appendix, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231468

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