Revolten und Protestbewegungen. Soziale Voraussetzungen und Dynamiken


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Revolten und Protestbewegungen

3. Soziale Voraussetzungen von Revolten und Protestbewegungen
3.1 Themen von Revolten und Protestbewegungen
3.2 Veränderungen innerhalb der Gesellschaft
3.2.1 Strukturelle Veränderungen
3.2.2 Kulturelle Veränderungen
3.2.3 Ökonomische und politische Veränderungen

4. Soziale Dynamiken von Revolten und Protestbewegungen
4.1 Transformation von Prozessen und Systemen
4.2 Gesellschaftliche Mobilisierung

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„The very process of modernization necessarily creates a high level of conflict“[1], schreibt Shmuel N. Eisenstadt und angesichts weltweiter revolutionärer Entwicklungen soll unter diesem Gesichtspunkt das Thema „soziale Voraussetzungen und Dynamiken von Revolten und Protestbewegungen“ im Folgenden näher betrachtet werden. Unter der Bedingung, dass Modernisierung dort beginnt, wo sich der Mensch von religiös-traditionalen Weltdeutungen löst, eigene Sinnhorizonte konstruiert und auf die aktive Durchsetzung einer Sozialordnung abzielt, sind Konflikte vorprogrammiert und somit entstehen auch zwangsläufig soziale Bewegungen. Mit Beginn der Aufklärung und der neuen Autonomie in vielen gesellschaftlichen Bereichen, kam es in der Gesellschaft zu Protest und der Forderung nach Mitbestimmung im politischen Willensbildungsprozess. Diese Bewegungen drücken (als ein Phänomen des Ausdrucks von Interesse in diesem Prozess) zumeist die zentralen Konfliktpotenziale und Relevanzstrukturen der Gesellschaft aus und verweisen zudem nicht selten auf deren Möglichkeit zum Wandel. Man spricht von gesellschaftlichem, kulturellem, politischem und technischem Wandel, der häufig mit dem jeweiligen Sachgebiet und der auslösenden Ursache einhergeht.

Ich halte es für unabdingbar, eine Erläuterung der Begriffe „Revolten“ und „Protestbewegungen“ voranzustellen. Anschließend werde ich die sozialen Voraussetzungen von Revolten und Protestbewegungen näher erläutern und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Wandel genauer untersuchen. Daraufhin möchte ich noch die sozialen Dynamiken betrachten, wie sich Prozesse und Systeme transformierten und wie es innerhalb der Proteste zu einer gesellschaftlichen Mobilisierung kommt. Abschließend soll noch eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte erfolgen.

Zur Beantwortung dieser Frage dienen mir die Werke von Shmuel N. Eisenstadt „Die großen Revolutionen und die Kulturen der Moderne“[2], Albert O. Hirschman „Engagement und Enttäuschung“[3] und Niklas Luhmann „Soziologie des Risikos“[4] hier im Besonderen das Kapitel 7 „Protestbewegungen“.

2. Revolten und Protestbewegungen

Revolten und Protestbewegungen sind ein soziales Phänomen, welches aus verschiedenen Perspektiven analysiert und beschrieben werden kann.

Der Begriff der Revolte wird oft synonym mit Protest oder Rebellion verwendet, und markiert oft den Beginn oder Fortgang einer Revolution. Eisenstadt sieht in Protesten die Grundlage von Revolutionen und eine „Korrektur des von den Regierenden verursachten Unrechts“ [5], Revolutionen selbst hingegen seien durch den „radikalen Wechsel des politischen Regimes gekennzeichnet“ [6].

Protestbewegungen sind für Shmuel N. Eisenstadt keine Revolution, sondern dienen ihr nur als Mittel zur Mobilisierung der Öffentlichkeit. Eine entscheidende Funktion innerhalb von Protestbewegungen hat die Gewalt inne, welche „ein Signal für den Zusammenbruch der bisher gültigen Regeln“[7] darstellt und somit in modernen Gesellschaften häufig Anzeichen sozialer oder politischen Spannungen ist. Eisenstadt untersucht die großen Revolutionen im Kontext der Achsenzeitzivilisation, die einhergehen mit „einer viel radikaleren Ablehnung jeglicher bestehenden Ordnung“[8] und zu einem tief greifenden Prozess gesellschaftlichen und politischen Wandels führen.

[...]


[1] Eisenstadt, Shmuel N.: Modernization and Conditions of Sustained Growth. In: World Politics, 26. Jg. 1964, Heft 4, S. 584.

[2] Eisenstadt, Shmuel N.: Die großen Revolutionen und die Kulturen der Moderne. Wiesbaden: VS Verlag 2006.

[3] Hirschman, Albert O.: Engagement und Enttäsuchung. Über das Schwanken der Bürger zwischen Privatwohl und Gemeinwohl. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag 1988.

[4] Luhmann, Niklas: Soziologie des Risikos. Berlin: Walter de Gruyter & Co. 1991.

[5] Eisenstadt, Shmuel N.: Die großen Revolutionen und die Kulturen der Moderne, S. 25.

[6] Ibid., S. 21.

[7] Ibid., S. 30.

[8] Ibid., S. 31.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Revolten und Protestbewegungen. Soziale Voraussetzungen und Dynamiken
Hochschule
Universität Passau
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V231475
ISBN (eBook)
9783656472070
ISBN (Buch)
9783656472148
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie, Revolten, Protestbewegungen, Luhmann, Hirschman, Soziale Voraussetzungen, Dynamiken
Arbeit zitieren
Cornelia Lang (Autor), 2011, Revolten und Protestbewegungen. Soziale Voraussetzungen und Dynamiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231475

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