Die neuesten Medienberichte über israelische Militärschläge gegen militante Extremisten im Gazastreifen im März dieses Jahres, lassen die Angst vor einem erneuten Aufflammen der Gewalt in der Grenzregion zu Israel steigen.
Es scheint als ob eine friedliche Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt nicht erreichbar sei.
Als Ursache dafür wird in den Medien allzu oft die „Terrororganisation“, Hamas verantwortlich gemacht, die mit ihren Gewaltakten, eine existentielle Bedrohung Israels darstelle und konstruktive Friedensverhandlungen verhindere.
Doch wer genau ist die Hamas? Welche Ziele und Ideologie verfolgt sie? Und stellt sie tatsächlich eine existentielle Bedrohung für Israel und eine Friedenslösung im Nahen Osten dar?
Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, wie es der Hamas gelingen konnte, sich von einer militanten Widerstandsbewegung zu einem politischen Akteur zu entwickeln, dem es nach nicht einmal 19 Jahren nach der eigenen Gründung gelingen sollte, als Wahlsieger aus den palästinensischen Parlamentswahlen hervorzugehen. Des Weiteren soll die Frage geklärt werden, welche Bedeutung dieser Wahlausgang für die Sicherheitslage und für die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen hat.
Dazu beleuchte ich zunächst die politischen Umstände zur Zeit der Entstehung der Hamas, um anschließend näher auf deren Ideologie und politischen Ziele einzugehen.
Danach untersuche ich die politischen Rahmenbedingungen und Ursachen, die eine Weiterentwicklung der Hamas zu einer politisch partizipierenden Partei und die Teilnahme an den Parlamentswahlen von 2006 beförderten, um als nächstes die Konsequenzen für die Sicherheitslage im Nahen Osten und die Fortführung von Friedensverhandlungen zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entstehung des „Islamischen Widerstandsbewegung“, Hamas, im Kontext der Intifada
3. Ideologie – die Charta der Hamas
3.1 Religion
3.2 Nationalismus
3.3 Antisemitismus
3.4 Dschihad
4. »Hamas«: Die Entwicklung einer militanten Widerstandsbewegung zu einer politisch partizipierenden Partei
4.1 Die Entscheidung zur Partizipation an den palästinensischen Parlamentswahlen 2006
4.2 Das Wahlprogramm der Hamas
4.3 Ursachen des Wahlerfolges der Hamas
5. Internationale Reaktionen auf den Wahlsieg der Hamas
5.1 Israelische und westliche Isolationspolitik
5.2 Folgen des wirtschaftlichen und politischen Boykotts
6. Analyse der Konsequenzen für die Lage im Nahen Osten
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Hamas innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten von einer militanten Widerstandsbewegung zu einem entscheidenden politischen Akteur entwickeln konnte, der 2006 die palästinensischen Parlamentswahlen gewann. Dabei wird analysiert, welche internen und externen Faktoren diesen Wandel begünstigten und welche Auswirkungen der Wahlsieg auf die Sicherheitslage sowie die Friedensprozesse im Nahen Osten hatte.
- Historische Genese der Hamas im Kontext der Intifada
- Ideologische Grundlagen und die Rolle der Charta
- Politischer Wandel und Beteiligung an den Parlamentswahlen 2006
- Ursachen für den Wahlerfolg und die Rolle der Fatah
- Internationale Isolationspolitik und deren Auswirkungen auf die Region
Auszug aus dem Buch
3. Ideologie – die Charta der Hamas
Neben den Flugblättern, in denen die Hamas ihre politischen Ansichten und Ziele verbreitete, diente ihre am 18. August 1988 erschienene Charta als geeignetstes Dokument um ihre politischen Ideen und die dahinterstehende Ideologie zu verstehen.
Sie setzt sich aus 36 Kapiteln zusammen, bei denen Religion, Nationalismus, Antisemitismus und Dschihad eine zentrale Rolle einnehmen (vgl. Meyer 2009: 94-96).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung nach der Transformation der Hamas von einer militanten Organisation zu einer politischen Partei und deren Bedeutung für den Friedensprozess.
2. Die Entstehung des „Islamischen Widerstandsbewegung“, Hamas, im Kontext der Intifada: Dieses Kapitel erläutert die Wurzeln der Hamas in der Muslimbruderschaft und ihre Etablierung während des ersten palästinensischen Aufstands.
3. Ideologie – die Charta der Hamas: Es werden die zentralen ideologischen Pfeiler der Hamas, insbesondere Religion, Nationalismus, Antisemitismus und Dschihad, anhand der Charta analysiert.
4. »Hamas«: Die Entwicklung einer militanten Widerstandsbewegung zu einer politisch partizipierenden Partei: Das Kapitel untersucht den Wandel zur politischen Partizipation, das Wahlprogramm von 2006 sowie die Gründe für den überraschenden Wahlsieg der Hamas.
5. Internationale Reaktionen auf den Wahlsieg der Hamas: Hier werden die Isolationspolitik des Westens und Israels sowie die negativen Folgen des wirtschaftlichen und politischen Boykotts thematisiert.
6. Analyse der Konsequenzen für die Lage im Nahen Osten: Die Analyse bewertet die Auswirkungen des Wahlsiegs und der westlichen Sanktionen auf die regionale Stabilität und den Verfall demokratischer Institutionen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Entwicklung der Hamas im Spannungsfeld zwischen militärischem Widerstand und politischem Handeln.
Schlüsselwörter
Hamas, Intifada, Palästina, Israel, Parlamentswahlen 2006, Fatah, Ideologie, Charta, Nahostkonflikt, Islamismus, Widerstandsbewegung, politische Partizipation, Friedensprozess, Boykott, Nahostquartett
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Aufstieg der Hamas von einer militanten Widerstandsgruppe zu einer politisch gewählten Partei innerhalb der palästinensischen Autonomiegebiete.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die ideologischen Grundlagen, der politische Wandel der Organisation, die Ursachen ihres Wahlerfolgs von 2006 sowie die internationalen Reaktionen darauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erklären, wie und warum die Hamas in so kurzer Zeit den Sprung in die Regierungsmacht schaffte und welche Folgen dies für die Region hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur, Primärdokumenten wie der Hamas-Charta und Umfrageergebnissen des JMCC.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehung der Bewegung, die ideologische Fundierung, den Prozess der politischen Transformation und die darauffolgende internationale Isolationspolitik.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Hamas, Intifada, Politischer Islam, Palästinensische Autonomiebehörde (PA), Wahlsieg 2006 und Nahostkonflikt.
Welche Rolle spielte die Fatah bei der Schwächung ihrer eigenen Position?
Die Fatah verlor durch Korruptionsvorwürfe, ausbleibende politische Erfolge mit Israel und interne Zerrissenheit massiv an Vertrauen in der Bevölkerung, was den Weg für die Hamas ebnete.
Wie reagierte die internationale Gemeinschaft auf den Sieg der Hamas?
Das Nahostquartett und Israel reagierten mit einer Politik der politischen und wirtschaftlichen Isolation, da die Hamas Forderungen wie den Verzicht auf Gewalt und die Anerkennung Israels zunächst ablehnte.
- Arbeit zitieren
- Niklas Rombach (Autor:in), 2012, Der Aufstieg der Hamas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231491