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Lösen sich Klassen und Schichten auf? Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung

Title: Lösen sich Klassen und Schichten auf? Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 13 Pages , Grade: gut

Autor:in: Sybille Kolb (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, in wie weit das alte Klassen- und Schichtenmodell in unserer heutigen
Gesellschaft noch als tauglich angesehen werden kann und ob es
womöglich durch neuere Theorien abgelöst wurde.
Es gilt zu klären, ob die heutige Gesellschaft noch immer von Ungleichheit gekennzeichnet ist und in welchen Formen Ungleichheit zum Ausdruck kommt.
Des weiteren möchte ich mich der Frage widmen, wie stark unsere
Gesellschaft durch ‚Struktur’ bestimmt ist und wie hoch das Ausmaß von
Entkopplung und Freiwilligkeit ist. Hierzu werde ich mich zunächst mit den verschiedenen Definitionen der ‚herkömmlichen’ Modelle auseinandersetzen. Im Anschluss werfe ich den Blick auf die nachlassende Bedeutung von Klassen und Schichten und somit mögliche Ursachen und Voraussetzungen von Individualisierung und Pluralisierung. Außerdem werde ich verschiedene Tendenzen der
gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte genauer
beobachten und zwei bekannte Studien zur Lebensstilforschung
vorstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen

2.1. Das Klassenmodell

2.2. Das Schichtenmodell

2.3. Entstrukturierung

2.4. Pluralisierung

2.5. Individualisierung

3 Gemeinsamkeiten des Klassen- und des Schichtenmodells

4 Die nachlassende Bedeutung von Klassen und Schichten

5 Die heutige Gesellschaftsstruktur Deutschlands

6 Studien zum Verhältnis von Struktur und Lebensstilen

6.1. Das Modell von Bourdieu

6.2. Die SINUS-Lebenswelt-Forschung

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob klassische Klassen- und Schichtenmodelle in der gegenwärtigen Gesellschaft noch als valide Analyseinstrumente dienen können oder durch neuere sozialwissenschaftliche Theorien abgelöst wurden. Dabei wird hinterfragt, inwieweit soziale Ungleichheit fortbesteht und wie stark individuelle Lebensstile von strukturellen Vorgaben entkoppelt sind.

  • Historische und aktuelle Relevanz von Klassen- und Schichtungsmodellen
  • Prozesse der Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung
  • Veränderungen der Bedeutung von Bildung, Erwerbsarbeit und Konsum
  • Empirische Ansätze der Lebensstilforschung (Bourdieu und SINUS)
  • Die Spannung zwischen traditionellen Strukturen und neuen Freiheitsgraden

Auszug aus dem Buch

2.3. Entstrukturierung

Unter dem Begriff der Entstrukturierung versteht man die Auflösung der Klassen- und Schichtgrenzen.

Ferner beinhaltet sie auch, dass „der in den herkömmlichen Modellen unterstellte Zusammenhang zwischen objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Verhalten, Einstellungen und Orientierungen seine Gültigkeit verliert.“

Während man also im Klassen- oder Schichtmodell von spezifischen Prägungen der Individuen ausgeht, so macht sich im Entstrukturierungsmodell das Subjekt zumindest teilweise „von den objektiven Umständen selbstständig“, d.h. die schicht- und klassenspezifischen Lebensstile lösen sich auf.

Diese Vorstellung einer Strukturauflösung umschrieb Hradil mit dem Begriff der „doppelten Entstrukturierung“. Die Thesen dieser doppelten Entstrukturierung mündeten in die medienwirksame Kurzformel der „Individualisierung und Pluralisierung von Lebenslagen und Lebensstilen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Tauglichkeit klassischer Sozialstrukturmodelle in der heutigen Gesellschaft kritisch zu hinterfragen.

2 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Konzepte wie Klassen- und Schichtenmodell sowie Begriffe wie Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung.

3 Gemeinsamkeiten des Klassen- und des Schichtenmodells: Hier werden die theoretischen Überschneidungen und gemeinsamen Indikatoren der beiden Analysemodelle herausgearbeitet.

4 Die nachlassende Bedeutung von Klassen und Schichten: Es wird diskutiert, warum klassische Modelle angesichts gestiegenen Lebensstandards und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse zunehmend als veraltet gelten.

5 Die heutige Gesellschaftsstruktur Deutschlands: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Bildungsexpansion und die Verschiebung sozialer Ungleichheit hin zu Konsum- und Lebensstilfaktoren.

6 Studien zum Verhältnis von Struktur und Lebensstilen: Der Autor stellt mit dem Modell von Bourdieu und der SINUS-Lebenswelt-Forschung zwei bedeutende Ansätze der empirischen Lebensstilforschung vor.

7 Schluss: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass soziale Ungleichheit weiterhin besteht, auch wenn sie sich durch neue Formen des gesellschaftlichen Ausdrucks der klassischen Klasseneinteilung entzieht.

Schlüsselwörter

Sozialstruktur, Klassenmodell, Schichtenmodell, Entstrukturierung, Pluralisierung, Individualisierung, Ungleichheit, Lebensstilforschung, Bildungsexpansion, SINUS-Milieus, Bourdieu, Wertewandel, Sozialstrukturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob traditionelle Klassen- und Schichtungsmodelle angesichts aktueller gesellschaftlicher Veränderungen noch in der Lage sind, soziale Strukturen adäquat abzubilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören der Wertewandel, die Bedeutung von Bildung, der Einfluss von Konsum auf Lebensstile sowie die theoretische Debatte um die Entstrukturierung der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob klassische Modelle durch neuere Theorien ersetzt wurden und inwiefern soziale Ungleichheit in Deutschland heute noch existiert und wie sie sich ausdrückt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse, in der sie bestehende soziologische Konzepte und prominente Studien wie die von Bourdieu oder des SINUS-Instituts gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition zentraler Begriffe, der Gegenüberstellung von Klassen- und Schichtenmodellen sowie der Diskussion über deren nachlassende Erklärungskraft in einer individualisierten Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Klassenmodell, Schichtenmodell, Entstrukturierung, Individualisierung, Pluralisierung und Sozialstruktur sind die maßgeblichen Begriffe.

Warum wird die Bildungsexpansion als ambivalentes Thema dargestellt?

Obwohl Bildung heute notwendiger denn je ist, stellt sie laut Arbeit eine immer geringere Garantie für den Aufstieg in einen hohen Sozialstatus dar, da sich die Bedeutung von Zertifikaten entwertet hat.

Welche Rolle spielt die SINUS-Lebenswelt-Forschung in der Arbeit?

Sie dient als Beispiel für einen modernen Forschungsansatz, der versucht, durch die Gruppierung von Menschen nach Lebensauffassung („Milieus“) eine präzisere Analyse des Verhaltens zu ermöglichen als durch rein objektive ökonomische Merkmale.

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Details

Title
Lösen sich Klassen und Schichten auf? Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse)
Grade
gut
Author
Sybille Kolb (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V23150
ISBN (eBook)
9783638263313
ISBN (Book)
9783656661689
Language
German
Tags
Lösen Klassen Schichten Entstrukturierung Pluralisierung Individualisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sybille Kolb (Author), 2003, Lösen sich Klassen und Schichten auf? Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23150
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