Werden heutzutage bewusst die Kader der Leistungsathleten verschiedenster Sportarten
betrachtet, fällt vielmals auf, dass ein Großteil der Sportler aus unterschiedlichen Nationen
stammt. Der Grund für dieses Phänomen wird nicht zuletzt durch die immer stärker werdende
globale Verknüpfung zwischen Ländern begründet. Auch wenn im Zuge dieser Beziehungen
verstärkt die Wirtschaft profitieren mag, lassen sich gleichermaßen Auswirkungen auf die
Sportwelt erkennen.
Viele Sportler entscheiden sich im Laufe ihres Werdeganges dazu, ihren Sport zum Beruf zu
machen und suchen dementsprechend nach den bestmöglichen Optionen, um ihre Karriere
voranzutreiben. Die internationalen Beziehungen im Sport tragen immens dazu bei, dass ein
Athlet zwischen verschiedenen Angeboten wählen kann. Als Resultat besitzt der die
Möglichkeit seine Karriere an einem fremden Ort bei besseren Trainingsmöglichkeiten und
finanziellen Verhältnissen fortzuführen. Nicht selten kann es dabei vorkommen, dass auch
ausländische Vereine als Karriereoption gelten, sodass sich die oben genannten
unterschiedlichen Herkünfte in vielen Kadern erklären lassen.
In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, wie solche Migrationsprozesse von
Spitzensportlern generell beschrieben werden können. Weiterhin interessiert, ob primär
finanzielle Aspekte einen Wohnortswechsel im Sinne der Karriere entscheiden oder gar
andere ausschlaggebende Faktoren wichtig für die Entscheidung sind. Ebenso ist fraglich, wie
lange solche Sportler an einem jeweils neuen Standort verweilen, ob sie einen langfristigen
Aufenthalt planen oder eines Tages definitiv an ihren Herkunftsort zurückkehren möchten.
Das Wanderverhalten von Leistungssportlern stellt hinsichtlich solcher Fragen ein sehr
komplexes Themengebiet dar.
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Migrationsprozesse von Athleten im Spitzensport besser
nachvollziehen und erklären zu können. Um das individuelle Wanderungsverhalten einzelner
Sportler zu erforschen, soll im Rahmen der Arbeit eine qualitative Erhebung durchgeführt
werden, bei der sieben Leistungsbasketballspieler ihre Wohnortswechsel durch ein
problemzentriertes Interview reflektieren sollen. Diese Reflektionen sollen in einem nächsten
Schritt dazu dienen, einen Überblick zu erlangen, wie und aus welchen Gründen bestimmte
Wohnortswechsel vorgenommen wurden.[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Fragestellung
2 Theoretische Grundlagen der Migration
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Migration
2.1.2 Räumliche Mobilität
2.2 Formen der Migration
2.2.1 Internationale Migration
2.2.2 Intranationale Migration
2.3 Migrationstypologien
2.3.1 Immigration
2.3.2 Rückkehr-Migration
2.3.3 Diaspora-Migration
2.3.4 Transmigration
2.4 Entscheidungsgrundlagen für Migrationsprozesse
2.4.1 Push- und Pull-Faktoren
2.4.2 Der Humankapitalansatz
2.4.3 Die Werterwartungstheorie
3 Migrationsprozesse im Spitzensport
3.1 Forschungsstand
3.2 Migrantentypen im Spitzensport
3.2.1 Der mercenary
3.2.2 Der settler
3.2.3 Der nomadic cosmopolitan
3.2.4 Der itinerant
3.2.5 Der ambitionist
3.2.6 Der pioneer
3.2.7 Der exile und expelled
3.2.8 Der returnee
3.3 Ein „gemeinsames Konzept“
4 Migrationsprozesse im Leistungssport aus Sicht professioneller Basketballspieler
4.1 Intentionen der Erhebung
4.2 Methodik der Erhebung
4.2.1 Das problemzentrierte Interview
4.2.2 Wieso die Paderborner webmoebel Baskets?
4.3 Reflektionen von Wohnortswechseln der Paderborner webmoebel Baskets
4.3.1 Reflektion Spieler 1
4.3.2 Reflektion Spieler 2
4.3.3 Reflektion Spieler 3
4.3.4 Reflektion Spieler 4
4.3.5 Reflektion Spieler 5
4.3.6 Reflektion Spieler 6
4.3.7 Reflektion Spieler 7
4.4 Ein Gesamteindruck von Wohnortswechseln professioneller Basketballspieler
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Migrationsprozesse von Leistungssportlern, insbesondere professionellen Basketballspielern, um ihr individuelles Wanderungsverhalten und die zugrunde liegenden Entscheidungsfaktoren besser nachvollziehen zu können. Anhand problemzentrierter Interviews mit Spielern der Paderborner webmoebel Baskets wird analysiert, welche Motive zu Wohnortswechseln führen und wie diese Entscheidungen reflektiert werden.
- Migrationsprozesse und Formen der Mobilität im Spitzensport
- Entscheidungsgrundlagen auf Basis von Push- und Pull-Faktoren
- Anwendung des Humankapitalansatzes und der Werterwartungstheorie auf Sportkarrieren
- Klassifizierung der Athleten in spezifische Migrantentypen
- Empirische Untersuchung der Wohnortswechsel von Basketballprofis
Auszug aus dem Buch
1 Einleitende Fragestellung
Werden heutzutage bewusst die Kader der Leistungsathleten verschiedenster Sportarten betrachtet, fällt vielmals auf, dass ein Großteil der Sportler aus unterschiedlichen Nationen stammt. Der Grund für dieses Phänomen wird nicht zuletzt durch die immer stärker werdende globale Verknüpfung zwischen Ländern begründet. Auch wenn im Zuge dieser Beziehungen verstärkt die Wirtschaft profitieren mag, lassen sich gleichermaßen Auswirkungen auf die Sportwelt erkennen.
Viele Sportler entscheiden sich im Laufe ihres Werdeganges dazu, ihren Sport zum Beruf zu machen und suchen dementsprechend nach den bestmöglichen Optionen, um ihre Karriere voranzutreiben. Die internationalen Beziehungen im Sport tragen immens dazu bei, dass ein Athlet zwischen verschiedenen Angeboten wählen kann. Als Resultat besitzt der die Möglichkeit seine Karriere an einem fremden Ort bei besseren Trainingsmöglichkeiten und finanziellen Verhältnissen fortzuführen. Nicht selten kann es dabei vorkommen, dass auch ausländische Vereine als Karriereoption gelten, sodass sich die oben genannten unterschiedlichen Herkünfte in vielen Kadern erklären lassen.
In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, wie solche Migrationsprozesse von Spitzensportlern generell beschrieben werden können. Weiterhin interessiert, ob primär finanzielle Aspekte einen Wohnortswechsel im Sinne der Karriere entscheiden oder gar andere ausschlaggebende Faktoren wichtig für die Entscheidung sind. Ebenso ist fraglich, wie lange solche Sportler an einem jeweils neuen Standort verweilen, ob sie einen langfristigen Aufenthalt planen oder eines Tages definitiv an ihren Herkunftsort zurückkehren möchten. Das Wanderverhalten von Leistungssportlern stellt hinsichtlich solcher Fragen ein sehr komplexes Themengebiet dar.
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Migrationsprozesse von Athleten im Spitzensport besser nachvollziehen und erklären zu können. Um das individuelle Wanderungsverhalten einzelner Sportler zu erforschen, soll im Rahmen der Arbeit eine qualitative Erhebung durchgeführt werden, bei der sieben Leistungsbasketballspieler ihre Wohnortswechsel durch ein problemzentriertes Interview reflektieren sollen. Diese Reflektionen sollen in einem nächsten Schritt dazu dienen, einen Überblick zu erlangen, wie und aus welchen Gründen bestimmte Wohnortswechsel vorgenommen wurden. Letztlich erfolgt so ein grober Eindruck in einen kleinen Bereich des Leistungssports, sodass verständlich wird, wie Profisportler ihre Wohnortswechsel vollziehen und letztlich selbst reflektieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Fragestellung: Diese Einführung führt in das Thema der Migration im Sport ein und formuliert das Ziel, die Beweggründe für Wohnortswechsel bei Basketballprofis mittels qualitativer Interviews zu erforschen.
2 Theoretische Grundlagen der Migration: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Migration und räumliche Mobilität, erläutert verschiedene Migrationsformen und -typologien und stellt Entscheidungsgrundlagen wie Push- und Pull-Faktoren, den Humankapitalansatz sowie die Werterwartungstheorie vor.
3 Migrationsprozesse im Spitzensport: Hier erfolgt der Transfer der theoretischen Grundlagen auf den Sport. Es werden bestehende Migrantentypen analysiert und in ein „gemeinsames Konzept“ überführt, das als Basis für die empirische Erhebung dient.
4 Migrationsprozesse im Leistungssport aus Sicht professioneller Basketballspieler: Dieser Teil beschreibt die Methodik der problemzentrierten Interviews mit Spielern der Paderborner webmoebel Baskets, präsentiert die individuellen Reflektionen der sieben Athleten und liefert einen Gesamteindruck der Ergebnisse.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass eine eindeutige Typologisierung der befragten Spieler schwierig ist, da individuelle Mischformen dominieren, und weist auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin.
Schlüsselwörter
Migration, Leistungssport, Basketball, Wohnortswechsel, räumliche Mobilität, Humankapitalansatz, Werterwartungstheorie, Migrantentypen, qualitatives Interview, Paderborner webmoebel Baskets, Push- und Pull-Faktoren, Transnationalität, Karriereplanung, Spitzensport, Arbeitsmigration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Migrationsprozessen von professionellen Basketballspielern und untersucht die Motive und Hintergründe ihrer häufigen Wohnortswechsel im Rahmen ihrer Profikarriere.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen theoretische Grundlagen der Migrationssoziologie, die Anwendung ökonomischer Entscheidungstheorien auf Sportkarrieren sowie die qualitative empirische Erhebung von Spielerreflektionen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, ein besseres Verständnis für das Wanderungsverhalten von Profisportlern zu entwickeln und zu prüfen, ob sich diese Athleten in existierende Migrantentypologien einordnen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Studie angewendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des problemzentrierten Interviews nach Witzel, um eine qualitative Datenerhebung durchzuführen, die den befragten Athleten Raum für individuelle Reflektionen bietet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Migration, Mobilität, Entscheidungstheorien) und einen empirischen Teil, in dem sieben Basketballspieler der Paderborner webmoebel Baskets zu ihren persönlichen Erfahrungen befragt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Leistungssport, Wohnortswechsel, Humankapitalansatz, Werterwartungstheorie, Migrantentypen und qualitative Forschung.
Welche Bedeutung hat das „gemeinsame Konzept“ in dieser Arbeit?
Es dient als theoretisches Vergleichsinstrument, um die Aussagen der befragten Spieler zu systematisieren und herauszufinden, ob sie sich bestimmten Verhaltensmustern von Sportmigranten zuordnen lassen.
Warum wurden gerade die Paderborner webmoebel Baskets als Untersuchungsgruppe gewählt?
Die Wahl fiel auf dieses Team, da es einen Querschnitt aus verschiedenen Nationalitäten und Altersgruppen bietet, was vielfältige Einblicke in unterschiedliche Migrationshintergründe ermöglicht.
Was lässt sich über die Einordnung der befragten Spieler sagen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Spieler oft Merkmale verschiedener Typen (wie mercenary oder nomadic cosmopolitan) kombinieren, was eine eindeutige Zuordnung zu nur einer Kategorie erschwert.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Notwendigkeit von Migration für Sportler?
Die Ergebnisse zeigen ein geteiltes Meinungsbild: Während einige Spieler Wohnortswechsel als unverzichtbaren Schlüssel zum Erfolg ansehen, betonen andere die psychischen Belastungen, die bis zum Karriereende führen können.
- Arbeit zitieren
- Jana Kutschfreund (Autor:in), 2012, Migrationsprozesse im Leistungssport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231503