Präsenz und Strategien von Auslandsbanken in Russland


Masterarbeit, 2013
108 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Theoretische Grundlagen zu Auslandsbanken und Strategien der Auslandsbanken
2.1 Theorien zur Internationalisierung der Banktätigkeit
2.2 Ziele und Strategien der Banken im Auslandsengagement

3. Der russische Bankenmarkt als Wettbewerbsumfeld für Auslandsbanken
3.1 Struktur und Besonderheiten des russischen Bankensystems
3.2 Marktanteile und einzelne Geschäftsfelder der wichtigsten Akteure des russischen Bankenmarkts
3.3 Rechtliche Regulierung der Geschäftstätigkeit von Auslandsbanken in Russland

4. Rolle und Strategieansätze der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt
4.1 Position und Rolle der Auslandsbanken im russischen Bankensystem
4.1.1 Motive zur Erschließung des russischen Bankenmarktes durch Auslandsbanken
4.1.2 Entwicklung der Position der Auslandsbanken im russischen Bankensystem
4.1.3 Einfluss der Auslandsbanken auf das russische Bankensystem
4.2 Strategische Positionierung der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt
4.2.1 Klassifikation der Auslandsbanken in Russland
4.2.2 Geschäfts- und Beteiligungsstrukturen der Auslandsbanken in Russland
4.2.3 Leistungspolitische Strategien der Auslandsbanken in Russland

5. Zukunftspotenziale der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt
5.1 Vergleich der Wettbewerbspositionen von Auslandsbanken in Russland und russischen Banken
5.2 Perspektiven der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt

6. Fazit

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Übersetzungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Im Juli 2012 erfolgte der lang erwartete Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO)[1], der einen neuen Maßstab für die Integration des Landes in die Weltwirtschaft gesetzt hat. Dieser wichtige Schritt bedeutet für die russische Wirtschaft eine wachsende Einbeziehung in den fortschreitenden Globalisierungsprozess, der sich aus finanzieller Sicht vor allem in der Intensivierung und Beschleunigung der grenzüberschreitenden Kapitalströme, der wachsenden Rolle der internationalen Finanzmärkte sowie der verstärkten Verflechtung der nationalen Finanzsysteme auf der globalen Ebene widerspiegelt. In diesem Prozess kommt den Auslandsbanken eine große Rolle als internationale Finanzintermediäre zu.

Der WTO-Beitritt und die Verhandlungen Russlands hinsichtlich der OECD-Mitgliedschaft[2] werfen ein neues Licht auf die mit der Präsenz der ausländischen Kreditinstitute am russischen Bankenmarkt verbundene Problematik. Die WTO-Mitgliedschaft impliziert für ein Land gewisse Verpflichtungen hinsichtlich der Abschaffung von Marktzugangsbeschränkungen und anderen protektionistischen Maßnahmen gegen ausländische Unternehmen und somit auch ausländische Kreditinstitute[3]. In diesem Kontext stell sich der Wirtschaftspolitik Russlands aufs Neue Fragen in Bezug auf die Zulassung der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt. Die Bewertung der Vertretbarkeit der bisher geführten Politik soll auf Basis einer sorgfältigen Untersuchung und Analyse der Wettbewerbspositionen, Wettbewerbsvorteile und Auswirkung der Präsenz der Auslandsbanken auf den russischen Bankenmarkt und die russische Wirtschaft erfolgen.

Das Ziel der Masterarbeit besteht somit in der Analyse der Präsenz und Strategien der Auslandsbanken in Russland. Entsprechend dieses Ziels stellen sich folgende Aufgaben: Analyse des russischen Bankenmarktes als Wettbewerbsumfeld für Auslandsbanken; Feststellung der Position, Rolle, Motive und Auswirkung der Auslandsbanken auf den Bankenmarkt und die Wirtschaft Russlands sowie Identifizierung, Darstellung und Analyse der Strategien der Auslandsbanken. Dies soll wichtige Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wettbewerbsvorteile, den heutigen Stand und die Perspektiven der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung und der Wirtschaftspolitik Russlands ermöglichen.

1.2 Gang der Untersuchung

Zur Erreichung des Ziels der Arbeit werden folgende wissenschaftliche Methoden angewandt: historische, logische und statistische Ansätze, Methoden der vergleichenden Analyse und Synthese, der Gruppierung, Aggregation, Expertenanalyse, etc.

Die Masterarbeit gliedert sich in sechs Teile, wobei der erste Teil der Problemstellung und Zielsetzung und der letzte Teil der Zusammenfassung und kritischen Würdigung der vorgenommenen Analyse dienen.

Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen zu Auslandsbanken. Dabei wird der Begriff „Auslandsbank“ auch gemäß des rechtlichen Gebrauchs in Russland definiert und die für die Arbeit relevanten Theorien zur Internationalisierung der Tätigkeit der Auslandsbanken dargestellt. Anschließend wird das theoretische Fundament zur weiteren Analyse der Motive und der strategischen Ansätze der Kreditinstitute in ihrem Auslandsengagement gelegt.

Im dritten Teil der Arbeit wird eine Analyse des Wettbewerbsumfeldes für ausländische Kreditinstitute in Russland durchgeführt. Zu diesem Zweck werden strukturelle Besonderheiten des russischen Bankensystems, Marktpositionen und Geschäftsfelder der (staatlichen und privaten) russischen Geschäftsbanken und rechtliche Regulierung der Tätigkeit der Auslandsbanken in Russland auch in Bezug auf die Mitgliedschaft Russlands im WTO- und Basel-Abkommen untersucht. Die Ergebnisse sollen eine bessere Einsicht in die Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen für Auslandsbanken in Russland gewähren und somit eine Grundlage zur Feststellung ihrer Wettbewerbsvorteile und Perspektiven bilden.

Der vierte Teil widmet sich der Analyse der Rolle der Auslandsbanken und der von ihnen angewandten Strategien am russischen Bankenmarkt. In Bezug auf die Rolle wird eine empirische Untersuchung der Position der Auslandsbanken in Russland (auch im Vergleich mit den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (CEE-Ländern), ihrer Motive zur Expansion nach Russland sowie der Auswirkung der Präsenz der ausländischen Kreditinstitute auf den russischen Bankenmarkt und die russische Wirtschaft vorgenommen. Anschließend folgt die Darstellung und Analyse der strategischen Ansätze der Auslandsbanken sowohl zum heutigen Stand als auch in der historischen Perspektive mit Illustrationen der Aussagen anhand von praktischen Beispielen. In Bezug auf die Strategien der ausländischen Kreditinstitute im Bereich Beteiligungs- und Geschäftsstrukturen wird auf ihre Präferenzen hinsichtlich Präsenzformen, Greenfield bzw. Brownfield Investments und Organisationsformen gemäß russischem Recht eingegangen. Zur Feststellung der leistungspolitischen Strategien der Auslandsbanken werden ihre Marktpositionen in verschiedenen Segmenten des russischen Bankenmarkts untersucht und die wichtigsten Geschäftsfelder festgestellt und eingehender betrachtet. Die im Kapitel vorzunehmende Gruppierung der Auslandsbanken nach der leistungspolitischen Ausrichtung soll eine empirisch bewiesene Aussage über die leistungspolitischen Strategieansätze und ihre Korrelation mit der Rentabilität und Herkunft sowohl generell als auch für einzelne Kreditinstitute ermöglichen. Darüber hinaus werden die leistungspolitischen Strategien der Auslandsbanken in Russland anhand von einzelnen Beispielen analysiert.

Im fünften Teil werden die Wettbewerbsvorteile der ausländischen Kreditinstitute und ihre Zukunftsperspektiven am russischen Bankenmarkt auf Grundlage der aus den vorherigen Kapiteln resultierenden Erkenntnisse dargestellt und kritisch analysiert. Daraus sollen die wichtigsten Schlussfolgerungen hinsichtlich heutiger und zukünftiger Position und Rolle der Auslandsbanken in Zusammenhang mit ihren in der Arbeit festgestellten Strategien und Wettbewerbsvorteile unter Annahme der weiterhin bestehenden heutigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Russland gezogen werden.

In der Arbeit fanden verschiedene Literaturquellen in Form von Monographien, Artikeln, Studien und Informationen aus den Internet-Seiten der relevanten Banken in deutscher, englischer und russischer Sprachen ihre Anwendung. Das aktuelle Zahlenmaterial lieferten die statistischen Datenbanken der Zentralbank Russlands, des Föderalen Dienstes der staatlichen Statistik Russlands (Rosstat), des Bankenportals banki.ru und Geschäftsberichte der Kreditinstitute. Als besondere Schwierigkeit erwiesen sich die mangelnden Publikationen zum eigentlichen Thema der Arbeit und besonders zu den leistungspolitischen Strategien der Auslandsbanken in Russland nach dem Erscheinungsjahr 2005. Außerdem sind die Daten der Zentralbank Russlands zu Auslandsbanken nur in einem begrenzten Umfang öffentlich zugänglich, so dass vor allem die Eigentümerstruktur und das Zahlenmaterial zu den Kreditinstituten mit Auslandsbeteiligung unter 100 Prozent (%) in diesen Datenbanken nicht zu finden sind. Eine sorgfältige Recherche nach diesen Daten in jedem Einzelfall stellt allerdings eine zusätzliche Herausforderung dar. Dies trägt aber zur Aktualität und Relevanz der in der Arbeit vorgenommenen Analyse bei.

2. Theoretische Grundlagen zu Auslandsbanken und Strategien der Auslandsbanken

2.1 Theorien zur Internationalisierung der Banktätigkeit

Das Untersuchungsobjekt der Masterarbeit stellen „Auslandsbanken“ dar, unter denen Kreditinstitute verstanden werden, „deren Stammkapital zu einem gewissen Prozentsatz ausländischen juristischen und natürlichen Personen gehört“[4]. Dennoch gibt es genauso wie im Falle „Banken“ oder „Bankgeschäfte“ keine einheitliche, länderübergreifende, rechtliche Definition von „Auslandsbanken“. Aus diesem Grund soll der Begriff den Rechtssystemen der jeweiligen Länder im Einzelfall entnommen werden, die naturgemäß gewisse Unterschiede aufweisen. Als Beispiel dafür kann eine unterschiedliche rechtliche Begriffsbestimmung der „Auslandsbank“ im deutschen und im russischen Recht angeführt werden. Im deutschen Recht ist der Begriff „Auslandsbank“ auf die allgemeine Definition des Kreditinstituts nach §1 Kreditwesengesetz (KWG), den Bezeichnungen „Bank und Bankier“ nach §39 KWG sowie dem Begriff der „Zweigstellen von Unternehmen mit Sitz im Ausland“ nach §53 KWG zurückzuführen[5]. Demgemäß soll eine „Auslandsbank“ bereits per Definition für ein Kreditinstitut zulässige Bankgeschäfte im Sinne des §1 KWG betreiben und über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach §32 verfügen[6]. Sie unterliegt somit den rechtlichen Vorschriften des Bestimmungslandes Deutschland. Im russischen Recht hingegen wird eine Bank als Auslandsbank mit Verweis auf das Rechtsystem des Herkunftslandes dieser Bank definiert, sprich wenn sie „als Bank nach dem Recht eines ausländischen Staates anerkannt ist, in dem sie registriert ist“[7], was nicht unbedingt eine Übereinstimmung des Begriffes „Bank“ in der Russischen Föderation (RF) und dem jeweiligen Ursprungsland impliziert. Darüber hinaus wird eine Auslandsbank im rechtlichen Umgang in Russland öfters als „Nicht-Ansässige Bank“ (non-resident bank) bezeichnet mit dem Verweis auf die Definition eines Nichtansässigen gemäß dem Gesetz über Währungsregulierung und Währungskontrolle als „sich auf dem Hoheitsgebiet befindliche Filialen, stetige Repräsentanzen und andere abgesonderte oder selbständige Struktureinheiten der Nicht-Ansässigen“[8].. Solche Unterschiede werden bereits bei einer groben Betrachtung der rechtlichen Begriffe in den Ländern aufgedeckt. Eine einheitliche Begriffsbestimmung und somit eine einheitliche rechtliche Behandlung der Auslandsbanken ist aus diesem Grund im internationalen Kontext kaum zu erwarten, was auf eine Notwendigkeit der jeweiligen länderspezifischen Untersuchungen in jedem Einzelfall hindeutet.

Folgende Theorien zur Erklärung der grenzüberschreitenden Tätigkeit der Banken werden zur in der Arbeit vorgenommenen Analyse herangezogen. Die Theorie der komparativen Vorteile („comparative advantage theory“), eingeführt von D. Ricardo und weiterentwickelt von E. Hechsher und B. Ohlin, wurde von R .Z. Aliber auf den Bankensektor angewandt[9]. Gemäß dieser Theorie werden die Banken in den Ländern mit einem komparativen Vorteil bei Bankdienstleistungen (beispielsweise (bspw.) niedrige Kapitalkosten) einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber ihrer Konkurrenz in anderen Ländern besitzen[10]. Dies ermöglicht ihnen einen besseren Zugang zu den internationalen Märkten und zwar unter günstigeren Konditionen[11], was das Wachstum ihres Marktanteils und somit eine höhere Rentabilität impliziert[12]. Der Vorteil wird nicht nur von der Effizienz des Geschäftes der Banken, sondern auch vom nationalen Regulierungsrahmen bedingt, der die Kapitalkosten im Land beeinflusst[13]. Die Hauptkritikpunkte dieser Theorie bestehen darin, dass sie zwar die Entstehung der Wettbewerbsvorteile für einen Finanzdienstleister erklärt, aber sich nicht mit dem Prozess der Erbringung der Dienstleistungen und Standortwahl auseinandersetzt. Zudem behandelt sie nicht die Rendite-Risiko Perspektive[14].

Die industrielle Organisationstheorie wurde in Bezug auf Auslandsbanken in den Werken von Brimmer und Dahl (1975), Grubel (1977), Fieleke (1977), Khoury (1980), Allen und Giddy (1979) sowie Goldberg und Saunders (1981) dargelegt[15]. Gemäß dieser Theorie hängt die Entscheidung einer Firma für das Auslandsengagement von dem Wettbewerbsumfeld in ihrer Branche ab[16]. Entscheidend für die Auslandsexpansion der Banken sind ihre unternehmerischen Ressourcen (bspw. Management-Technologie, Know-How in Organisation und Marketing[17], etc.), das Auslandsengagement ihrer einheimischen Kunden sowie die Bankregulierung und Außenhandelsbeziehungen[18]. Im Auslandsengagement bestrebt die Bank nicht nur die Gewinnmaximierung[19], sondern eher die Beibehaltung ihrer einheimischen Kunden[20]. Mit diesem Ziel folgt sie bei ihrer Auslandsexpansion ihren Kunden ins Ausland („Follow-The-Customer-Strategie“)[21]. Dadurch wird die Weiternutzung der ursprünglichen Investitionen in diese Kunden bestrebt[22], ergo die Verhinderung der Verluste aus den bereits bestehenden Aktivitäten (defensive Strategie)[23]. Die Kritik dieser Theorie besteht darin, dass sie sich nicht mit den Kosten der internationalen Expansion und der Rolle des Kapitals auseinandersetzt[24].

Die Internalisierungstheorie stützt sich auf Werke von Coase und die Standort-Theorie und wurde von Cho auf den Bankensektor übertragen[25]. Sie nimmt die Bestrebung der Profitmaximierung durch eine Firma auf unvollkommenen Märkten an[26]. Um die Unvollkommenheit eines externen Markts zu überwinden, schafft die Firma einen internen Markt (bspw. bestimmte Transaktionen sind innerhalb eines Unternehmens kostengünstiger als zwischen separaten Unternehmen) und eliminiert auf diese Weise exzessive Transaktionskosten[27]. Die Internalisierungstheorie hat zwei Implikationen: (1) Auswahl durch Firmen der kostengünstigsten Standorte für jede Tätigkeitart; (2) Wachstum durch Internalisierung der Märkte bis die Kosten einer weiteren Internalisierung den Nutzen überwiegen[28]. Einen wichtigen Faktor für die Internalisierung besonders im internationalenetail Banking stellen Kenntnisse/Wissen (Knowledge), insbesondere Standortkenntnisse, dar[29].

2.2 Ziele und Strategien der Banken im Auslandsengagement

Zum Zwecke dieser Arbeit sollen die von den Auslandsbanken verfolgten Ziele und angewandten strategischen Ansätze aus theoretischer Sicht eingehend betrachtet werden.

Die Ziele des Auslandsengagements eines Kreditinstituts sind vielfältig und lassen sich generell als Erzielung von Vorteilen durch Ausnutzung der Standortpotenziale und damit verbundene Ertrags-, Diversifikations-, Synergie- und Wachstumspotenziale zusammenfassen[30]. In Abhängigkeit von der strategischen Zielausrichtung des Kreditinstituts - defensiv (Sicherung und Intensivierung der bestehenden Kundenverbindungen) oder offensiv (Erhöhung des Marktanteils durch Gewinnung neuer Kunden)[31] – streben Auslandsbanken durch die Auslandsexpansion Stabilität bzw. Sicherheit, Stärkung des Images und der Marktmacht, Ertrag, etc. an[32].

Zur Erschließung eines ausländischen Marktes wählen die Banken primär unter den folgenden Strategien aus:

· Greenfield Investment bzw. internes Unternehmenswachstum erfolgt „durch den Erwerb der Verfügungsgewalt über neu erstellte Kapazitäten“[33] und stellt Investitionen in neue Aktiva[34] durch Gründung einer neuen Gesellschaft im Ausland dar[35]. Es ist als Entwicklung „aus eigener Kraft“[36] zu verstehen. Die neu gegründete Gesellschaft bedarf der Ausstattung mit Grundkapital, außer im Fall einer Repräsentanz oder Zweigstelle, bei denen es sich meistens um Transfer von Personal handelt[37]. Diese Investmentart umfasst alle finanziellen Transfers von einem multinationalen Hauptquartier an die ausländische Zweiniederlassung, und kann in Form von Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung erfolgen[38].

· Brownfield Investment[39] bzw. externes Unternehmenswachstum ist „durch den Erwerb der Verfügungsgewalt über bereits bestehende Kapazitäten“[40] charakterisiert und zeigt sich in Form von Mergers and Acquisitions durch Übernahme einer bereits existierenden inländischen Gesellschaft. Die Beteiligung des ausländischen Investors variiert in dem Fall zwischen einer Minderheitsbeteiligung bis zu einer vollständigen Übernahme[41].

Bei der organisatorischen Gestaltung des Auslandsengagements stehen den Banken folgende Formen der Auslandspräsenz zur Verfügung[42], unter denen diejenige Alternative auszuwählen ist, die „für den Einzelfall am vorteilhaftesten erscheint“[43]. Die Organisationsform eines Auslandsengagements ist nicht nur eine Formalität, sondern Form der Umsetzung der Geschäftsstrategie einer Auslandsbank[44]. Die Wahl der Form der Auslandspräsenz hängt von den ökonomischen Rahmenbedingungen im Heimat- und Gastland ab[45]. Allerdings wird die Entscheidungsfreiheit manchmal durch regulatorische Vorschriften eingeschränkt[46]. Dies betrifft am meisten das Verbot oder den durch nationale rechtliche Richtlinien erschwerten Marktzugang (bspw. durch obligatorischen Erwerb der Genehmigung der Zentralbank) in Form einer Niederlassung (branch)[47].

- Joint-Venture im Bankbereich ist eine Beteiligung an einem Kreditinstitut im Gastland[48]. Sie wird im Falle der Existenz der bestimmten länderspezifischen Risiken ausgewählt, die einen unmittelbaren Zugang des ausländischen Investors auf den Bankenmarkt erschweren[49]. Dabei versucht der ausländische Miteigentümer maximale Kontroll- bzw. Überwachungsmöglichkeiten zu erlangen[50]
- Repräsentanz (representative office) ist die günstigste Variante eines Auslandsstützpunktes, die rechtlich keine eigenen Bankgeschäfte betreiben darf[51]. Diese Strategie stellt die kostengünstigste und vorsichtigste Form des Auslandsengagements an einem bisher unbekannten Markt dar und dient als Schnittstelle zur Verbindung der Bank mit dem Kunden im Gastland sowie zum näheren Kennenlernen der Bedingungen des eventuell später zu erschließenden Marktes[52]
- Niederlassung bzw. Filiale (branch) ist eine Rechtsform, die der Mutterbank ermöglicht, eine Lizenz für Bankgeschäfte nach dem Rechts eines Gastlandes zu erwerben[53]. Sie ist rechtlich, organisatorisch und finanziell ein integraler Bestandteil des Mutterinstituts und verfügt somit über Ressourcen und Bonität der Mutterbank[54], die, falls keine Sondervorschriften diesbezüglich (diesbzgl.) vorhanden sind, als Bezugsgrößen für unterschiedliche Geschäftsbegrenzungsregelungen im Gastland herangezogen werden[55]. Der Vorteil der Niederlassung besteht darin, dass sie keiner zusätzlichen Kapitalausstattung bedarf[56]. Hinsichtlich der Bankenaufsicht unterliegen Filialen den Regelungen sowohl des Ziel- als auch des Heimatlandes[57]
- Tochterbank (subsidiary bank) ist eine selbständige Rechtspersönlichkeit, auch im Falle einer 100%igen Tochter[58]. Sie untersteht somit vollständig der Gesetzgebung des Gastlandes und wird als eine einheimische Bank rechtlich behandelt[59], was abhängig vom Einzelfall Vorteile und Nachteile sowohl für das Tochter- als auch für das Mutterinstitut verschafft. Die Geschäftspolitik der Tochterbank lässt sich grundsätzlich nach dem in jedem Einzelfall unterschiedlichen Grad durch die Mutterbank bestimmen[60]. Dieser Bestimmungs- und Kontrollgrad hängt von den allgemeinen Zielen des Mutter- und Tochterinstituts sowie von den gesetzlichen Bestimmungen im Gastland ab, die solche Kontrollmöglichkeiten erlauben oder nicht[61]
Die Entscheidung der Auslandsbanken für eine der in Russland existierenden Rechtsformen der juristischen Personen ist durch einige rechtlichen Unterschiede zwischen ihnen bedingt. Eine offene Aktiengesellschaft (OAO) darf eine unbegrenzte Anzahl von Aktionären haben[62]. Die Aktien von OAO dürfen ohne Restriktionen frei gehandelt werden, wie bei einer westlichen Public Company[63]. Die Anzahl der Aktionäre einer geschlossenen Aktiengesellschaft (ZAO) ist auf fünfzig begrenzt, wobei die Aktien nur im Kreis der existierenden Aktionäre oder einer extra angegebenen Personengruppe zirkulieren dürfen[64]. Die Besonderheit einer offenen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (OOO) besteht darin, dass sie keine Aktiengesellschaft ist, und die Beteiligung sowohl am Kapital als auch an Aktiva möglich ist[65]. Beim Ausscheiden eines Beteiligten haben andere Anteilsinhaber exklusive Rechte zum Kauf dessen Anteils[66]. Die OOO gilt als eine der flexibelsten und am wenigsten aufwendigen Gesellschaftsformen[67]. Sie wird generell für die Gründung der 100%igen Tochtergesellschaften von den Auslandsinvestoren bevorzugt[68]
Hinsichtlich ihrer Leistungspolitik wählen die Auslandsbanken unter den folgenden Strategieansätzen aus:
- Universale Strategie wird von einer Bank angewendet, die „durch das Fehlen von fremd- oder selbstauferlegten Geschäftsbeschränkungen quantitativer, qualitativer, regionaler, kundengruppenbezogener oder branchenmäßiger Art“[69] gekennzeichnet ist und ein möglichst umfassendes Angebot der Bankleistungen (bis zu Allfinanzkonzepten) anbietet (breite Produktpalette und breite Kundschaft)[70] [71]. Es wird nicht vorausgesetzt, dass die Bank Wettbewerbsvorteile in all diesen Bereichen besitzt[72]
- Spezialisierte Strategie wird durch eine Bank betrieben, die sich in ihrer Geschäftstätigkeit auf ein spezialisiertes Produkt- oder Kundensegment (z.B. Bau- bzw. Autokredite, natürliche bzw. juristische Personen) beschränkt, wo sie ihre Wettbewerbsvorteile besitzt[73]. Zeigt das ausgewählte Segment ein gutes Wachstumspotenzial, bringt seine Erweiterung der Bank einen noch höheren Gewinn[74]
- Gemischte Strategie wird durch eine Bank appliziert, die sich entweder für eine breite Produktpalette und spezialisiertes Kundensegment oder für ein spezialisiertes Produktsegment und breite Kundschaft entscheidet[75].

3. Der russische Bankenmarkt als Wettbewerbsumfeld für Auslandsbanken

3.1 Struktur und Besonderheiten des russischen Bankensystems

Das Bankensystem Russlands besteht aus der Zentralbank (Bank von Russland) und 1098 Geschäftsbanken (zum 1. Oktober 2012)[76], unter deren Kreditinstitute sowie Niederlassungen und Repräsentanzen der Auslandsbanken zu verstehen sind[77]. Es weist folgende Hauptmerkmale auf: der nationale Charakter (Konzentration des inländischen Kapitals), Durchführung der Bankenaufsicht durch die Zentralbank, universaler Charakter des Bankensystems, obligatorische Beteiligung der Banken an der Einlagensicherung[78], eingeschränkter Wettbewerb durch hohe Marktmacht der staatlichen Banken, geographische Konzentration der Banken in Zentralregionen[79], Abhängigkeit der Gesamtwirtschaft Russlands und folglich des Bankensystems Russlands von den Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten.

Das Bankensystem Russlands hat eine zweistufige Struktur, die mit Hilfe einer klaren Trennung zwischen der Zentralbank in ihrer legislativen Funktion und den anderen Banken gewährleistet wird[80]. Die Zentralbank Russlands hat den Schutz und Sicherstellung der Stabilität des Rubels[81], die Förderung der Entwicklung und Stärkung des russischen Bankensystems und die Gewährleistung eines effizienten und störungsfreien Funktionierens des Zahlungssystems zum Ziel[82]. Unter den wichtigsten Funktionen der Zentralbank Russlands sind die Bankenaufsicht, die Vergabe der Banklizenzen und die Gestaltung des Regulierungsrahmens für die Tätigkeit von Geschäftsbanken[83]. Die Durchführung der Bankenaufsicht durch die Zentralbank ist ein besonderes Merkmal des russischen Bankensystems (ähnlich wie in Großbritannien, Spanien, Italien u.a.)[84], weshalb die Gewährleistung der Unabhängigkeit der Aufsichtsinstanz im Vergleich mit den weitgehend eigenständigen Aufsichtsbehörden in Deutschland, Belgien und Luxembourg häufig in Frage gestellt wird[85].

Das Bankensystem in Russland hat einen universalen Charakter, somit erfolgt keine Trennung zwischen dem Commercial und Investment Banking[86]. Der Umfang und die Art der erlaubten Banktätigkeiten wird demnach im Einzelfall nach der Art der erteilten Banklizenz bestimmt, wobei eine Generallizenz den maximal möglichen Spielraum gewährt[87]. Nur 25% der Kreditinstitute in Russland besitzen eine Generallizenz[88]. Die Art der Banklizenz hängt von der Erfüllung bestimmter Anforderungen der Zentralbank (bspw. Zeit seit der Gründung, bestimmte Kapitalhöhe, Offenlegung der Eigentumsstruktur, etc.) durch das Kreditinstitut ab[89]. Die geschäftspolitische Entscheidung über eine Spezialisierung bzw. die Universalisierung der Bankleistungen liegt somit bei dem Kreditinstitut selbst.

Die nicht einheitliche Struktur des Bankensystems Russlands lässt sich mittels Identifikation verschiedener strukturbildenden Bankengruppen beschreiben. Die Zentralbank Russlands gliedert die Geschäftsbanken in staatliche, ausländische, große private, kleine und mittelgroße Banken in Moskau und Moskauer Region sowie kleine und mittelgroße regionale Banken nach Kriterien der Zugehörigkeit des Kapitals, Größe und Standort ein[90]. Die Besonderheiten der Russischen Wirtschaft – eine starke Abhängigkeit von Rohstoffen[91] sowie ein großer Anteil des staatlichen Eigentums[92] – werden durch die Aufteilung der Geschäftsbanken in Sberbank, Banken mit staatlicher (ohne Sberbank) und ausländischer Beteiligung, Rohstoff- und Nichtrohstoffbanken[93] widergespiegelt.

Die Wettbewerbssituation in einem Bankenmarkt ist ein wichtiger Indikator jedes Bankensystems und lässt sich generell mit Hilfe von strukturellen Wettbewerbsmessmethoden beschreiben: Anzahl der Kreditinstitute, Konzentrationsgrad und Herfindahl-Hirschmann-Index[94]. Gemessen an der Anzahl der Geschäftsbanken verharrt Russland auf dem dritten Platz[95] in der Welt nach den USA (7121 FDIC-versicherten Banken am 27.12.2012)[96] und Deutschland (2080 Kreditinstitute im Jahr 2011[97]), obwohl sich der Gesamtanzahl der Kreditinstitute seit 2004 stark verringert hat[98]. An dieser Entwicklung ist die fortschreitende Konsolidierung im Bankensystem Russlands erkennbar. Ein Faktor, der diese Tendenz noch verstärken wird, ist die Verdopplung[99] der Mindestkapitalanforderungen für Banken bis auf 180 Mio. Rubel (ca. 40,5 Mio EUR) durch die Zentralbank seit 01.01.2012[100].

Der Konzentrationsgrad der fünf größten Kreditinstitute Russlands (CR5) gemessen an Aktiva stieg seit der Krise von 42,3% am 01.01.2008 bis auf 50,7% zum 01.10.2012[101], was auf eine Erhöhung der Marktmacht der russischen Staatsbanken hindeutet. Eine Besonderheit des russischen Bankensystems besteht in einem relativ niedrigen Wert des Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI) der Aktiva 0,092 zum 01.01.2012, der somit einem niedrigen Konzentrationsgrad am Markt entspricht[102].

Der Konzentrationsgrad der drei größten Banken nach Aktiva (CR3) von 43,36% im Jahre 2010 erlaubt den Vergleich Russlands mit Ländern wie Pakistan, Großbritannien, Bulgarien, Indonesien, Philippinen und der Türkei (CR3 von 40% bis 46%)[103]. Beim Betrachten der Werte für Konzentrationsgrad CR5 und HHI in Zusammenhang mit der sinkenden Anzahl der Kreditinstitute in Russland sowie der fast Verdopplung der Aktiva des Gesamtbanksystems am BIP Russlands seit 2004 bis auf 76,6% im Jahre 2011[104] ist die Dominanz der 5 größten staatlichen Banken nicht nur auf dem Bankenmarkt sondern auch ihre immer weiter wachsende Bedeutung in der Gesamtwirtschaft Russlands ersichtlich. Die Dominanz der staatlichen Kreditinstitute an den Gesamtaktiva ist auch in anderen Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zu beobachten[105].

3.2 Marktanteile und einzelne Geschäftsfelder der wichtigsten Akteure des russischen Bankenmarkts

Am russischen Bankenmarkt befinden sich die Auslandsbanken in einem Wettbewerbsumfeld mit den russischen staatlichen und privaten Banken, in dem die letzten beiden Gruppen den überwiegenden Marktanteil innehaben. Die Struktur der Bankaktiva Russlands zum 01.01.2012 lässt sich generell mit Hilfe des Verhältnisses zwischen staatlichen-ausländischen-privaten Banken als 50,2%-16,9%-33,3%[106] beschreiben. Die Auseinandersetzung mit den Marktanteilen und einzelnen Geschäftsfelder der Staats- und Privatbanken in Russland soll eine bessere Einschätzung der Rolle und der strategischen Ausrichtung der Auslandsbanken ermöglichen. Die fünf größten Bankengruppen mit staatlicher Beteiligung (Sberbank, Vneshtorgbank, Rosselchozbank, Gasprombank und Bank von Moskau)[107], die den russischen Bankenmarkt dominieren, sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet: eine traditionelle Sonderstellung in der Wirtschaft und Politik Russlands, einen überwiegenden und immer weiter wachsenden Anteil[108] an den Gesamtaktiva des russischen Bankensystems (50,2% zum 01.01.2012[109]) und eine universale Ausrichtung des GeschäfteS.

Sberbank ist die größte staatliche Bank Russlands nach Aktiva (25,9% der Gesamtaktiva Russlands im Jahre 2011[110]) und spielt eine historisch bedingte, besondere Rolle in der Wirtschaft Russlands[111]. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat die jetzt zu ca. 58%[112] im Besitz der Zentralbank Russland befindliche Bank ein dichtes Filialnetz geerbt[113], was zu ihrem überwiegendem Marktanteil im Retail-Geschäft beiträgt (Marktanteil von 32% als Retail-Kreditgeber[114] und 46,6% als Halter von Einlagen der natürlichen Personen[115]). Ein hoher Anteil der Einlagen natürlicher Personen sowie der Firmenkundenkonten schafft für die Bank die billigste Finanzierungsbasis in Russland[116]. Als Universalbank bestrebt die Sberbank eine Erhöhung ihres Marktanteils im Geschäft mit Firmenkunden und im Investment Banking (bspw. durch den Kauf von Troika-Dialog[117]) sowie eine Erzielung von 5-7% ihres Nettoergebnisses außerhalb Russlands[118]. Sberbank nahm den 9. Platz in der Bewertung der zuverlässigsten Banken in CEE im Jahr 2011[119]. Der Brand „Sberbank“ ist der wertvollste in Russland[120].

Die staatliche Vneshtorgbank, oder VTB (75,5%iger Anteil der Regierung der Russischen Föderation[121]), und die Rosselkhozbank, oder Russian Agricultural Bank (100% Anteil der Regierung der Russischen Föderation[122]), waren ursprünglich branchenbezogene Spezialbanken[123]. Die Dienstleistungen für Firmenkunden, besonders im Bereich Außenhandelsfinanzierung[124], sowie die Finanzierung über Einlagen der Firmenkunden bilden immer noch die Grundlage der Geschäftstätigkeit von VTB[125]. Die Diversifizierung der Produktpalette wurde in den letzten Jahren durch die Expansion im Retail (Aufbau des Filialnetzes VTB24) und Investment Banking (VTB Capital), nun eng verbunden mit dem für die Bank traditionellen Corporate Banking erreicht[126]. VTB ist gelungen während und nach der Krise 2008 ihren Marktanteil nicht zuletzt durch Mergers & Aquisitions (M&A) zu erhöhen[127].

Zudem ist VTB der Hauptaktionär der fünftgrößten Bank Russlands – Bank of Moscow, die auf innovative Dienstleistungen für KMU spezialisiert ist[128]. Strategisch setzt diese Bank auf die Entwicklung in Moskau und Gebiet und auf die enge Zusammenarbeit mit der Regierung von Moskau: ca. 30% der Kredite an juristische Personen erfolgen im Rahmen von staatlichen Programmen[129].

Rosselkhozbank verbleibt der Hauptagent der Russischen Föderation in der Entwicklung der Landwirtschaft und verfügt über das zweitgrößte Filialnetz in Russland[130] mit dem Fokus auf ländliche Gebiete mit unbefriedigter Nachfrage[131].

Die Gazprombank, die drittgrößte staatliche Bank[132], lässt sich als „bankbezogener Arm des russischen Energieriesen Gazprom“[133] bezeichnen. Ursprünglich richtete sich die Bank strategisch auf Kooperation mit Unternehmen der Gasindustrie und verwandten Branchen im Interesse ihres Mutterkonzerns Gazprom aus[134]. In den letzten Jahren erfolgte die Diversifizierung des Kundenstammes bei Beibehaltung des Fokus auf Firmenkunden sowie Entwicklung von Retail und Investment Banking[135]. Mit der Rohstoffindustrie sind auch private Banken eng verbunden: MDM-Bank, Petrocommerce, Bank Zenit, Nikoil, Alfa-Bank und Uralsib[136].

Im Falle der Privatbanken wurde das Vorkrisenniveau trotz Wachstums des Marktanteils dieser Bankengruppe nach dem deutlichen Rückgang während der Krise 2008 immer noch nicht erreicht[137]. Da sich die überwiegende Mehrheit der privaten Banken unter den Top-10 Banken gemäß Aktiva sowie Kreditvolumen befindet, wird an der Position dieser Gruppe das weitere Merkmal des russischen Bankensystem erkennbar: der große Abstand zwischen Top-10 und Top-50 der Banken. Bspw. befindet sich die erste gruppenunabhängige private Nomos-Bank auf dem 13. Platz nach Aktiva, die nach dem Betrag nur ca. 20% der Aktiva von Gazprombank ausmachen würden[138].

Auch heutzutage bleibt für die Privatbanken die Verflechtung unter dem Dach einer Holding des industriellen Betriebes und der Bank in Form einer Finanz- und Industriegruppe (FIG) sehr typisch. Solche Pocket Banks existieren seit der Perestroika, trotz der Versuche der Kreditinstitute selbst eine unabhängige und diversifizierte Geschäftsstrategie zu führen[139]. Die Krise 2008 hat die Abhängigkeit der Pocket Banks von ihren Industriegruppen aufgrund der Reduzierung der Anzahl der glaubwürdigen Kunden verstärkt und zur Steigerung der Kundenkonzentration geführt, die heutzutage eine der höchsten in der Welt ist[140]. Die typische Single-Client-Konzentration ist einer der Gründe des schlechteren Ratings der Banken in Russland sowie in anderen GUS-Staaten[141]. Aufgrund der hohen Kundenkonzentration sowie der hohen Bedeutung der Rohstoffexporte für die Wirtschaft Russlands, wo alleine der Öl- und Gassektor für ca.50% der Budgeteinnahmen sorgt[142], bleiben die Rohstoffunternehmen als Kunden und/oder Eigentümer sehr bedeutend, besonders für die privaten Banken. Beispiele hierfür sind die größte private Bank Alfa-Bank im Besitz der Ölgesellschaft TNK-BP[143] und die Bank Petrocommerce im Besitz der Ölgesellschaft LUKOIL[144].

Außer Rohstoffbanken sind allerdings unter den privaten Banken auch Nicht-Rohstoffbanken zu finden, bspw. Russkij Standard, BIN-Bank, Moy Bank, Renaissance Kredit, die sich hauptsächlich auf die Kreditvergabe an juristische und natürliche Personen spezialisieren[145]. Diese sind durch besondere wirtschaftliche und regionale Schwerpunkte gekennzeichnet[146]. Die Rentabilität des Kapitals in diesem risikoreichen Geschäft im Schatten der großen Kreditinstitute schwankt je nach dem Einzelfall, ist aber generell überdurchschnittlich[147].

Die Kreditvergabe steht im Fokus der Geschäftstätigkeit der Banken in Russland: Kredite an Nicht-Kreditinstitute und natürliche Personen stellen ca. 56% im Verhältnis zu den Gesamtaktiva der Banken und 42,8% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Russlands dar[148]. Im Vergleich mit den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und Brazil, Indien, China nähert sich dieser Wert demjenigen für Indien und Brasilien an, ist aber fast dreimal kleiner als der Durchschnitt für einkommensstarke OECD-Mitglieder und China[149]. Dies deutet auf eine eingeschränkte Kreditvergabe in Russland mit den entsprechenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund der lebenswichtigen Rolle des Kredits für die Wirtschaft hin[150].

Die Vergabe der Kredite erfolgt immer noch überwiegend an Firmenkunden, die für ca. zwei Drittel des Gesamtkreditvolumens in Russland verantwortlich sind[151], indem die Firmenkundenkredite ca. 50% in den Zentraleuropäischen (CE) und Südosteuropäischen (SEE) Ländern ausmachen[152]. Die Perspektiven der Banken im Kreditgeschäft mit den Firmenkunden werden von einen mittleren Grad der Konzentration im Geschäftsfeld (HHI=0,133 zum 01.01.2012)[153] und durch seit 2010 deutlich gesunkene Kreditzinsen bestimmt[154], die eine Erhöhung der Attraktivität der Angebote und Effizienz der Gesamtbank von den im Bereich tätigen Kreditinstituten verlangen werden.

In der Periode 2008-2011 haben sich die Aktiva des Russischen Bankensystems verdoppelt[155]. Die gleiche Tendenz ist im Segment Kredite, Einlagen von natürlichen Personen und Unternehmen zu beobachten. Schneller als die Gesamtaktiva wuchs nur der Anteil der Wertpapiergeschäfte[156], was von einer wachsende Rolle dieses Segments im Bankensektor Russlands zeugt. Im Segment Kredite an natürliche Personen ist nach der Krise 2008 ein zweifacher Zuwachs zu beobachten[157], was allerdings mit der fast achtfacher Steigerung während des Höhepunktes des Kreditbooms 2004-2008 nicht zu vergleichen ist[158]. Das Wachstumspotenzial dieses Segments angesichts der Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in Russland ist hoch, wird aber durch die Stagnierung des real verfügbaren Geldeinkommens der Bevölkerung[159] und die Verlangsamung des Wachstums (BIP pro Beschäftigten)[160] gedämpft. Darüber hinaus weist der HHI-Wert einen seit 2009 sinkenden, aber trotzdem hohen Konzentrationsgrad (0,225 zum 01.01.2012) in dem Bereich auf[161]. Ein um 50-60% höherer Kreditzins im Vergleich mit demjenigen für juristische Personen[162] macht das Kreditgeschäft mit natürlichen Personen für die Banken attraktiv, die geschäftspolitisch bereit sind, riskantere Produkte (auch im Vergleich mit den im Geschäft dominierenden Staatsbanken) anzubieten. Grundsätzlich trägt auch der relativ geringe Anteil der Non-Performing Loans (NPL) auf dem russischen Bankenmarkt im Vergleich mit demjenigen anderer Länder[163] zur Attraktivität des russischen Kreditmarktes bei.

3.3 Rechtliche Regulierung der Geschäftstätigkeit von Auslandsbanken in Russland

Bei der Entscheidung von Banken zur Auslandsexpansion in ein bestimmtes Land spielen neben den ökonomischen auch die regulatorischen Faktoren eine wichtige Rolle, wobei bei regulatorischen Restriktionen eine negative Auswirkung auf die Motivation der ausländischen Kreditinstitute zur Ansiedlung bzw. Erweiterung ihrer Präsenz am jeweiligen Bankenmarkt zu erwarten ist[164]. Im Falle von Russland stellen regulatorische Einschränkungen der Tätigkeit der Auslandsbanken einen bedeutenden Verzerrungsfaktor für den Wettbewerb am russischen Bankenmarkt dar und sind aus diesem Grund zu einem der größten ‚Knackpunkte‘ während der WTO-Verhandlungen Russlands geworden.

Die Tätigkeit der Auslandsbanken in Russland wird sowohl durch die allgemein für alle Geschäftsbanken geltenden als auch durch die speziellen gesetzlichen Vorschriften für Auslandsbanken geregelt. Grundsätzlich unterliegt die Geschäftstätigkeit der Banken in Russland einer Reihe von Rechtsakten verschiedener Ebenen: der Verfassung und dem Zivilkodex der Russischen Föderation, dem Föderalen Gesetz der Russischen Föderation „Über Banken und Bankentätigkeit“ Nr. 395-1 vom 2. Dezember 1990; dem Föderalen Gesetz „Über die Zentralbank der Russischen Föderation (Bank von Russland)“ Nr. 86-FZ vom 10. Juli 2002 und anderen föderalen Gesetzen und regulatorischen Vorschriften der Zentralbank Russlands, die einzelne Aspekte der Geschäftstätigkeit von Banken bestimmen[165]. Die sind bspw. die Föderalen Gesetze “Über Insolvenz der Kreditinstitute” Nr. 40-FZ vom 25.02.1999 und „Über die Abwehr der Legalisierung (Geldwäsche) der aus kriminellen Tätigkeiten erzielten Einnahmen Nr. 115-FZ vom 07.08. 2001“[166]. Die Verfassung und das Föderale Gesetz „Über die Zentralbank Russlands“ setzen den gesetzlichen Rahmen für das Funktionieren des Bankensystems und der Zentralbank Russlands[167].

Im Föderalen Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“ werden die Komponenten des russischen Bankensystems sowie die erlaubten Banktätigkeiten und die Prozeduren der Registrierung, Erteilung der Banklizenzen sowie die Eröffnung von Filialen und Repräsentanzen der Banken bestimmt[168]. Eine der Besonderheiten des russischen Bankensystems besteht in der obligatorischen Beteiligung aller Geschäftsbanken am Einlagensicherungssystem seit 2003[169]. Die Erstattung der Einlagen erfolgt über State Corporation Deposit Insurance Agency[170]. Die maximale Höhe der Entschädigung beträgt 700 000 Rubel (ca.17 500 EUR) auf alle Einlagen und Konten in einer Bank[171].

Einige Artikel des Föderalen Gesetzes über Banken beziehen sich speziell auf Auslandsbanken. So besagt Artikel 2, dass „das Bankensystem der Russischen Föderation schließt die Bank von Russland, die Kreditinstitute sowie die Niederlassungen und Vertretungen ausländischer Banken einschließt“[172]. Artikel 17 bestimmt die Prozedur der Registrierung der Kreditinstitute mit Auslandsbeteiligung in Russland[173]. Gemäß Artikel 18 ist die Zentralbank Russlands berechtigt, ein Limit (Quote) der Beteiligung der Auslandsbanken am russischen Bankensystem aufzuerlegen[174]. Ein solches 12%iges Limit wurde im Jahre 1993 eingeführt und 2002 gemäß des Entwicklungskonzeptes für den Bankensektor Russlands aufgehoben[175]. Nichtdestotrotz hat der Gesetzgeber Russlands für sich im Gesetz „Über die Banken und Banktätigkeit“ das Recht vorbehalten, diese Limit-Klausel bei Notwendigkeit zu nutzen. Gemäß den 2012 in Kraft getretenen Verpflichtungen Russlands im Rahmen des WTO-Beitritts sind keine Einschränkungen in Form von Obergrenzen für ausländische Beteiligung in den einzelnen Kreditinstituten zugelassen, obwohl die gesamte Auslandsbeteiligung im Bankensystem auf 50% begrenzt wurde[176]. Im Einklang mit den durch den WTO-Beitritt hervorgerufenen Änderungen erfolgte die Abschaffung der Klauseln zur vorherigen Genehmigung der Erhöhung des Stammkapitals des Kreditinstituts aus den Mitteln der Nicht-Ansässigen durch die Zentralbank Russlands in der Bestimmung der Zentralbank Russlands „Über Besonderheiten der Registrierung der Kreditinstitute mit Auslandsbeteiligung“ Nr.437 vom 23.04.1997[177].

Nichtdestotrotz enthalten einige Klauseln der Bestimmung Nr.437 sowie des Föderalen Gesetzes „Über Banken und Bankentätigkeit“ eine potenzielle Möglichkeit des Auftritts der unvorhersehbaren Konsequenzen für die Auslandsbanken. So verleiht Artikel 18 des Gesetzes „Über Banken und Bankentätigkeit“ der Zentralbank Russlands weite Kompetenzen bei der Festlegung zusätzlicher Anforderungen an Kreditinstitute mit ausländischer Beteiligung[178]. Zudem werden beim Erstellen der vorherigen Genehmigung der Zentralbank zur Eröffnung der Auslandsbank in Russland folgende Aspekte neben der Gesamtquote der Auslandsbanken im Land geprüft: geschäftlicher Ruf / Image der ausländischen Gründer, Rangfolge des Antrages auf Eröffnung, Umfang der Investitionen aus dem Staat des Mutterkreditinstituts, etc.[179], was einen gewissen Spielraum für die Zentralbank Russland in dem Fall einräumt.

Nach den im Rahmen des WTO-Beitritts ausgehandelten Bedingungen ist den ausländischen Banken erlaubt, ihre Präsenz als juristische Person nur in Form einer Tochtergesellschaft oder einer Repräsentanz einzurichten. Da die Niederlassungen der Auslandsbanken hier nicht erwähnt wurden, wird davon ausgegangen, dass diese nicht erlaubt sind. Daher gehört Russland zum ca. ein Drittel der WTO-Mitglieder (überwiegend Entwicklungsländer), die eine Eröffnung von Niederlassungen gemäß ihrer WTO-Verpflichtungen nicht zulassen[180]. Während den WTO-Verhandlungen hat sich die Russische Föderation bereit erklärt, diese Angelegenheit im Rahmen der Verhandlungen zum OECD-Beitritt oder in der nächsten Runde der multilateralen WTO-Verhandlungen zu diskutieren[181]. Nichtdestotrotz hat die staatliche Duma (Parlament) kurz nach dem WTO-Beitritt (am 22.11.2012) den Gesetzentwurf zum Verbot der Eröffnung der Niederlassungen der ausländischen Kreditinstitute gebilligt[182]. Die drei Hauptargumente gegen Zulassung Niederlassungen der Auslandsbanken in Russland sind:

- die Schwierigkeit der Kontrolle des ausländischen Teils der Transaktionen der Niederlassungen durch die Zentralbank;
- die Gefahr der Überschwemmung des russischen Bankensystems durch wettbewerbsfähigere Angebote der ausländischen Niederlassungen;
- die Schwierigkeit für die Regierung, ihre politischen Projekte in einem durch Auslandsbanken dominierten Bankensystem durchzusetzen[183].

Darüber hinaus besteht die mit der Zulassung der Niederlassungen verbundene Problematik darin, dass sie aufgrund ihrer Integrität mit dem Mutterinstitut in bestimmten Umständen, bspw. während der Krise, die Stabilität des nationalen Banksystems erheblich beeinflussen können. Wird das Mutterinstitut, bspw. aufgrund der makroökonomischen Situation in seinem Land insolvent, wird auch seine Niederlassung im Gastland insolvent[184]. Zum Zwecke der Vermeidung dieser länderübergreifenden Gegenseitigkeitseffekte wird oft für den einfachsten Weg der Nicht-Zulassung der Niederlassungen entschieden[185]. Dabei wird generell außer Acht gelassen, dass die Niederlassung über vollen Zugang zu Ressourcen des Mutterinstituts verfügt und somit ein breiteres Kreditportfolio anbieten kann als eine Tochtergesellschaft (subsidiary) gleicher Größe[186]. Ein Interesse Russlands am schnellen Beitritt zur OECD[187], angenommen, bleibt offen, ob Zugeständnisse bezüglich (bzgl.) Eröffnung der Auslandsbanken möglich wären.

In Bezug auf die qualitativen Anforderungen wurde ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung der ausländischen mit den inländischen Banken mit der Abschaffung der Sonderanforderungen an die Mindesthöhe des Stammkapitals der Auslandsbank im Jahre 2002 geschafft[188]. In Zusammenhang mit der Thematik der qualitativen Anforderungen stellt die Umsetzung des zweiten (Basel II) und des dritten (Basel III) Baseler Abkommens eine wichtige Angelegenheit für alle in Russland tätigen Kreditinstitute dar. Im Vergleich mit den Mitgliedern der Europäischen Union (EU) kam es in Russland generell zu den Verzögerungen mit der Einführung der Basel-Prinzipien in die Bankenaufsicht[189]. Zurzeit hat Russland die Säulen (Pillar) 1 und 4 von Basel II implementiert und beabsichtigt die Umsetzung von Basel II erst im Jahre 2014, indem fast alle anderen Mitgliedsländer Basel II bereits umgesetzt haben werden[190]. Der Abschluss der Vorbereitungsphase zum Basel III war ursprünglich für Anfang 2013 geplant[191] und wird nach Meinung von in Russland tätigen Bankanalysten die Banken generell nicht in Bezug auf Kapitalausstattung beeinträchtigen, weil die Anforderungen der Zentralbank Russlands im Bereich sogar strenger sind[192], was allerdings nicht unbedingt andere Basel-Standards (Liquiditätsstandards, Marktdisziplin) betrifft.

Zusammenfassend lässt sich schließen, dass der russische Bankenmarkt ein hartes Wettbewerbsumfeld für die ausländischen Kreditinstitute darstellt. Dies liegt sowohl an den strukturellen Besonderheiten des russischen Bankensystems, als auch an den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Auslandsbanken. Der russische Bankenmarkt ist charakterisiert durch eine historisch bedingte und immer noch bestehende Dominanz der universal ausgerichteten Staatsbanken und einem mittleren bis zu hohen Konzentrationsgrad in fast allen Segmenten des Bankenmarktes mit Tendenzen zu einer weiteren Konsolidierung und einer Erhöhung der Konzentration. Dennoch zeigt die Analyse einzelner Geschäftsfelder positive Zukunftspotenziale in Bezug auf Ertrags- und Wachstumschancen auf, die von den Auslandsbanken ergriffen werden könnten. Trotz einiger positiver Entwicklungen der letzten Zeit bleibt die staatliche Wirtschaftspolitik Russlands in Form von rechtlichen Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der Auslandsbanken eher restriktiv. Die mit dem WTO-Beitritt verbundenen Erwartungen einer weiteren Liberalisierung der russischen Rechtsnormen in Bezug auf Auslandsbanken haben sich nicht erfüllt. Außerdem weisen die bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften in Russland trotz einer teilweisen Umsetzung der Basel-Standards immer noch einen sehr starken nationalen Charakter auf, was für die ausländischen Kreditinstitute zusätzliche Anstrengungen impliziert.

4. Rolle und Strategieansätze der Auslandsbanken am russischen Bankenmarkt

4.1 Position und Rolle der Auslandsbanken im russischen Bankensystem

4.1.1 Motive zur Erschließung des russischen Bankenmarktes durch Auslandsbanken

Die Ansiedlung der Auslandsbanken in CEE Ländern und Russland in den 1990er Jahren erfolgte im politischen Kontext des Zerfalls der Sowjetunion und des Blocks des Warschauer PakteS.Die Erschließung dieses früher nicht zugänglichen Marktes durch große multinationale Unternehmen rief eine logisch abzuleitende Nachfrage nach Bankdienstleistungen zur Finanzierung dieses Auslandsengagements hervor[193]. Das wichtigste Motiv zur Expansion in die Region bestand für die Banken in der bankmäßigen Unterstützung der bestehenden Kundschaft bei ihrer Ansiedlung in Russland und CEE und somit ihrer Beibehaltung gemäß der „Follow-The-Customer-Strategie“[194]. Weitere Motive der Auslandsbanken waren die durch die Internalisierung zu erreichenden Effizienz und die aussichtsreichen Geschäftsmöglichkeiten am neuen Markt[195]. Während dieser Periode siedelten fast 50% der heute am russischen Markt operierenden ausländischen Kreditinstitute in Russland an: International Bank of Moscow im Jahre 1989, Credit Suisse im Jahre 1993, Raiffeisen Bank im Jahre 1996 und weitere[196].

[...]


[1] Vgl. Heuchert et al. (2012)

[2] Vgl. OECD (2013)

[3] Vgl. Barth (1998), S.65-66

[4] Tarasenko (2011), S.162

[5] Vgl.§1, §39, §53 Gesetz über das Kreditwesen (KWG)

[6] Vgl.§1, §32 Gesetz über das Kreditwesen (KWG)

[7] Art.1 §Föderales Gesetz der Russischen Föderation „Über die Banken und Banktätigkeit“, Nr. 395-1 vom 02.12.1990

[8] 7.е), §1, Art.1 Art.Föderales Gesetz der Russischen Föderation “Über die Währungsregulierung und Währungskontrolle“, Nr.173-FZ vom 10.12.2003

[9] Vgl. Williams (1997), S.85

[10] Vgl. Aliber (1976), S.5-6, 8

[11] Vgl. Williams (1997), S.85

[12] Vgl. Hirtle (1991), S.41 und Zimmer / McCauley (1991), S.33

[13] Vgl. Aliber (1984), S.668-669

[14] Vgl. Williams (1997), S.85

[15] Vgl. Mahajan et al. (1996), S.284

[16] Vgl. Boter / Holmquist (1976), S.481-483 und Flowers (1976), S.45

[17] Vgl. Mahajan et al. (1996), S.284

[18] Vgl. Goldberg /Johnson (1990), S.135-136 und Mahajan / Rose (1984), S.69-72

[19] Vgl. Fieleke (1997), S.21

[20] Vgl. Brimmer / Dahl (1975), S.349 und Khoury (1979), S.51

[21] Vgl. Brimmer / Dahl (1975), S.349 und Khoury (1979), S.51

[22] Vgl. Fieleke (1997), S.27

[23] Vgl. Kindleberger (1983), S.589

[24] Vgl. Williams (1997), S.87

[25] Vgl. Mahajan et al. (1996), S.285 und Williams (1997), S.73

[26] Vgl. Buckley / Casson (2009), S.1564

[27] Vgl. Rugman (1981), S.28 und Williams (1997), S.74

[28] Vgl. Buckley (1988), S.181-182

[29] Vgl. Rugman (1981), S.29 und Tschoegl (1987), S.73

[30] Vgl. Hummel (1999), S.365-375

[31] Vgl. Büschgen (1998), S.603-604

[32] Vgl. Hummel (1999), S.365

[33] Lück (2004), S.331

[34] Vgl. Calderon et al. (2004)

[35] Vgl. Hurduc / Nitu (2011), S.45

[36] Rall (2002), S.17-18

[37] Vgl. Hurduc / Nitu (2011), S.45

[38] Vgl. Calderon et al. (2004)

[39] Vgl. Abalkina (2010), S.13

[40] Lück (2004), S.194

[41] Vgl. Hurduc / Nitu (2011), S.45

[42] Vgl. Anhang 1

[43] Büschgen (1998), S.617

[44] Vgl. Hryckewiez / Kowalewski (2008)

[45] Vgl. Hryckewiez / Kowalewski (2008)

[46] Vgl. Hryckewiez / Kowalewski (2008)

[47] Vgl. Hryckewiez / Kowalewski (2008)

[48] Vgl. Hummel (1999), S.377

[49] Vgl. Hummel (1999), S.377

[50] Vgl. Hummel (1999), S.377

[51] Vgl. Hummel (1999), S.377

[52] Vgl. Hummel (1999), S.377-378

[53] Vgl. Hummel (1999), S.378

[54] Vgl. Hummel (1999), S.378

[55] Vgl. Büschgen (1998), S.619

[56] Vgl. Hummel (1999), S.378

[57] Vgl. Büschgen (1998), S.619

[58] Vgl. Hummel (1999), S.378

[59] Vgl. Hummel (1999), S.378

[60] Vgl. Hummel (1999), S.378

[61] Vgl. Büschgen (1998), S.620-621

[62] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[63] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[64] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[65] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[66] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[67] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[68] Vgl. Deloitte (2012), S.10-11

[69] Marten (2000), S.99

[70] Vgl. Mamonov / Solntsev (2008)

[71] Vgl. Büschgen (1998), S.666

[72] Vgl. Mamonov / Solntsev (2008)

[73] Vgl. Büschgen (1998), S.666

[74] Vgl. Mamonov / Solntsev (2008)

[75] Vgl. Mamonov / Solntsev (2008)

[76] Vgl. The Central Bank of Russia Federation (2012)

[77] Vgl. Art.2, Föderales Gesetz „Über Banken und Bankentätigkeit“ Nr. 395–1 vom 02.12.1990

[78] Vgl. Tarasenko (2011), S.155-157

[79] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S. 97-102

[80] Vgl. Hishow (2003), S.8, Schmidt et al. (2003) und Tarasenko (2011), S.154

[81] Vgl. §1, Art.75 The Constitution of the Russian Federation

[82] Vgl. Art.3, Federal Law of the Russian Federation “On the Central Bank of Russian Federation” Nr.86-FZ

[83] Vgl. Art.4, Federal Law of the Russian Federation “On the Central Bank of Russian Federation” Nr.86-FZ

[84] Vgl. Olsen (2005), S. 20 und Tarasenko (2011), S.156

[85] Vgl. Bleck (2009), S.7 und Plakitkina (2005), S.84

[86] Vgl. Tarasenko (2011), S.157

[87] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2013a)

[88] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[89] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2013)

[90] Vgl. The Central Bank of Russia Federation (2012a), S.85

[91] Vgl. Roskazna (2012)

[92] Vgl. Business and Industry Advisory Committee (2011)

[93] Vgl. Plakitkina (2005), S.136-141

[94] Vgl. Anzoategui et al. (2010) und OECD (2010)

[95] Vgl. Grachev (2011), S.535 und Kommersant (2006)

[96] Vgl. Federal Deposit Insurance Corporation (2012)

[97] Vgl. Deutsche Bundesbank (2011)

[98] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2010) und The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[99] Vgl. Tarasenko (2011), S.164

[100] Vgl. Anzoategui et al. (2010)

[101] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2010) und The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[102] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.16

[103] Vgl. World Bank (2010) – A Database on Financial Development and Structure

[104] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2010) und The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.88

[105] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.9-10

[106] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.85

[107] Vgl. Vernikov (2009), S.11

[108] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.56

[109] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.85

[110] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.55

[111] Vgl. Plakitkina (2005), S.139-140

[112] Vgl. Sberbank (2013a)

[113] Vgl. Sberbank (2013)

[114] Vgl. Sberbank (2013b)

[115] Vgl. Sberbank (2013c)

[116] Vgl. Gazprombank Research Department (2011), S.9

[117] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.15

[118] Vgl. Sberbank (2013d)

[119] Vgl. Sberbank (2013d)

[120] Vgl. Sberbank (2013d)

[121] Vgl. VTB (2013)

[122] Vgl. Russian Agricultural Bank Rosselkhozbank (2013)

[123] Vgl. Plakitkina (2005), S.140

[124] Vgl. Plakitkina (2005), S.140 und VTB (2012)

[125] Vgl. VTB (2012)

[126] Vgl. Gazprombank Research Department (2011), S.9

[127] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.56

[128] Vgl. Bank of Moscow (2011)

[129] Vgl. Bank of Moscow (2011a)

[130] Vgl. Russian Agricultural Bank Rosselkhozbank (2013a)

[131] Vgl. Russian Agricultural Bank Rosselkhozbank (2013b)

[132] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.55

[133] RIA Novosti (2012)

[134] Vgl. Simacek (2004)

[135] Vgl. Gazprombank Group (2011)

[136] Vgl. Plakitkina (2005), S.137

[137] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.56

[138] Vgl. Bankenportal Banki.ru (2013)

[139] Vgl. Plakitkina (2005), S.142

[140] Vgl. Moody’s Investor Service (2010)

[141] Vgl. Moody’s Investor Service (2010)

[142] Vgl. Föderales Schatzamt Russlands Roskazna (2012)

[143] Vgl. Alfa Bank (2013) und Yenikeyeff (2011)

[144] Vgl. Petrocommerce (2013)

[145] Vgl. Tarasenko (2011), S.138

[146] Vgl. Plakitkina (2005), S.137

[147] Vgl. Bankenportal Banki.ru (2013a)

[148] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.88

[149] Vgl. World Bank (2012)

[150] Vgl. World Economic Forum (2011) und Jones (1993), S.71

[151] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[152] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.17

[153] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.16

[154] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012b), S.26

[155] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[156] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[157] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012)

[158] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2010)

[159] Vgl. The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.87

[160] Vgl. World Bank (2012a)

[161] Vgl.The Central Bank of the Russian Federation (2012a), S.16

[162] Vgl.The Central Bank of the Russian Federation (2012b), S.26

[163] Vgl. Raiffeisen Research (2012), S.21

[164] Vgl. Goldberg / Saunders (1980), S.642

[165] Vgl. The Central Bank oft he Russian Federation (2013)

[166] Vgl. The Central Bank oft he Russian Federation (2013)

[167] Vgl. The Central Bank oft he Russian Federation (2013)

[168] Vgl. The Central Bank oft he Russian Federation (2013)

[169] Vgl. Tarasenko (2011), S.157

[170] Vgl. Deposit Insurance Agency (2013)

[171] Vgl. §2-3 Art.11 Federal Law “On insurance of household deposits in banks of the Russian Federation“, Nr. 177-FZ vom 23.12.2003

[172] Art. 2 Föderales Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“

[173] Vgl. Art. 17 Föderales Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“

[174] Vgl. Art. 18 Föderales Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“

[175] Vgl. Plakitkina (2005), S.169-170

[176] Vgl. WTO (2011)

[177] Vgl. Bestimmung der Zentralbank Russlands „Über Besonderheiten der Registrierung der Kreditinsitute mit Auslandsbeteiligung“ Nr.437 vom 23.04.1997

[178] Art. 18 Föderales Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“

[179] Vgl. Punkt 5 Art.2 Bestimmung der Zentralbank Russlands „Über Besonderheiten der Registrierung der Kreditinstitute mit Auslandsbeteiligung“ Nr.437 vom 23.04.1997

[180] Vgl. Barth et al. (2010), S.436

[181] Vgl. §1396-1397 Report of the Working Party on the Accession of the Russian Federation of the World Trade Organization, S.356

[182] Vgl. Russian Legal Information Agency (2012)

[183] Vgl. Solodkov / Schumann (2007), S.51

[184] Vgl. Tschoegl (2005), S.17-18

[185] Vgl. Tschoegl (2005), S.17-18

[186] Vgl. Tschoegl (2005), S.11

[187] Vgl. ITAR-TASS (2012)

[188] Vgl. Plakitkina (2005), S.170

[189] Vgl. Helmreich / Jäger (2008)

[190] Vgl. Basel Committee on Banking Supervision (2012a), S.1-2, 6-7

[191] Vgl. Basel Committee on Banking Supervision (2012), S.6-7

[192] Vgl. Aleksashenko (2011) und Russia Today (2010)

[193] Vgl. Konopielko (1999), S.467-468

[194] Vgl. Konopielko (1999), S.467-468

[195] Vgl. Konopielko (1999), S.467-468

[196] Vgl. Gorshkov(2011)

Ende der Leseprobe aus 108 Seiten

Details

Titel
Präsenz und Strategien von Auslandsbanken in Russland
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
108
Katalognummer
V231546
ISBN (eBook)
9783656475781
ISBN (Buch)
9783656476887
Dateigröße
1176 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
präsenz, strategien, auslandsbanken, russland
Arbeit zitieren
Anastasia Kireeva (Autor), 2013, Präsenz und Strategien von Auslandsbanken in Russland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231546

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