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Die Peregrinatio des Heiligen Columban und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich

Titel: Die Peregrinatio des Heiligen Columban und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Yvonne Kruschel (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Millionen von Menschen waren auf den mittelalterlichen Straßen unterwegs und es gab viele unterschiedliche Gründe sich auf eine Reise zu begeben: Flucht, Hoffnung auf ein besseres Leben oder Missionierungsgründe. Vor allem im Dienste von einer der drei großen monotheistischen Religionen waren tausende von Menschen unterwegs. Die Kirche war zwar gespaltener Ansicht gegenüber Reisen, aber schlussendlich überwog die Reisen befürwortende Seite. Hierfür sorgten unter anderem die vielen Vorbilder, die im Alten und Neuen Testament zu finden waren. Besonders reisefreudig waren die irischen Mönche, die bereits im 6. Jahrhundert begannen von Irland nach Europa zu reisen, um dort die christliche Lehre zu verbreiten und diese durch ein Netz von Klöstern zu sichern. Zu diesen Mönchen gehörte auch Columban der Jüngere (543-615). Er war ein irischer Wandermönch und Missionar. Der heilige Columban, im weiteren Verlauf dieser Arbeit auch nur Columban genannt, gab den Anstoß zur christlichen Mission auf dem Festland und hatte starken Einfluss auf die Christianisierung des Frankenreiches, das bei seiner Ankunft noch stark vom Heidentum geprägt war. Das Motiv des heiligen Columban, Irland zu verlassen und sich auf Wanderschaft zu begeben, war im primären Sinne die Peregrinatio, das Verlassen des Heimatlandes ohne jemals dorthin zurückzukehren und sich auf die Suche nach dem sogenannten „Weißen Martyrium“ zu begeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Peregrinatio als monastisches Ideal des irischen Mönchtums

3. Das Wirken der Peregrinatio auf das Leben Columbans und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich

3.1. Das Leben und Wirken Columbans als Peregrinus

3.2. Columbans Wirken im Frankenreich

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

5.1. Quellen

5.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der irischen "Peregrinatio" (asketische Wanderschaft) auf das Leben des heiligen Columban und analysiert, wie diese spezifische Form des Mönchtums die Entwicklung des Christentums im Frankenreich des 7. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat.

  • Die ideologischen Grundlagen der irischen Peregrinatio
  • Columbans Biographie und sein Selbstverständnis als Peregrinus
  • Die Wechselwirkung zwischen monastischer Identität und christlicher Mission
  • Kulturelle und kirchenrechtliche Konfliktfelder im fränkischen Reich
  • Die Gründung und Bedeutung columbanischer Klöster

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Leben und Wirken Columbans als Peregrinus

Der irische Mönch Columban der Jüngere löste im Frankenreich des 7. Jahrhunderts eine breite und nachhaltige Wirkung bezüglich des christlichen Mönchtums aus. Die Kirche Columbans wies einige Besonderheiten auf. Die Oberhäupter der columbanischen Klöster waren Äbte und nicht, wie auf dem restlichen Kontinent üblich, die Bischöfe. Es gab eine besonders strenge Form der Askese, tägliche Gottesdienste waren Pflicht und es wurden von Columban selbst geschriebene Hymnen gesungen. Columban folgte weiter dem irischen Festtagskalender und feierte das Osterfest, als das höchste Fest des irischen Christentums, zu einem anderen Zeitpunkt als es auf dem Kontinent gefeiert wurde. Dies war unter anderem ein Punkt, der in Gallien zu Streit zwischen Columban und dem fränkischen Bischof führte.

Die einzige ausführliche Biographie über das Leben des heiligen Columban wurde, wie bereits in der Einleitung erwähnt, von dem pietmontesischen Mönch Jonas, drei Jahre nach Columbans Tod geschrieben. Geboren wurde Columban im Jahre 543 als Sohn einer vornehmen Familie in der irischen Provinz Leinster. Schon während seiner Kindheit fand er gefallen am Beten und der Lektüre der heiligen Schrift. Der Vita zufolge wurde er durch den Rat einer Frau, die in der Zurückgezogenheit lebte, dazu angeregt seine Heimat zu verlassen und sich in ein weit entfernt gelegenes Exil zu begeben. Die Frau teilte Columban mit, dass sie selbst, wenn ihr Geschlecht sie nicht daran gehindert hätte, sich einen besseren Ort für die Pilgerschaft gesucht hätte: „Wäre ich nicht eine schwache Frau gewesen, hätte ich das Meer überquert und einen besseren Platz für die Pilgerschaft gesucht.“ Sie sagte außerdem zu ihm: „In dir brennt das Feuer der Jugend und du wohnst noch im Lande deiner Geburt.“ Hiermit forderte sie ihn nahezu dazu auf, seine Heimat zu verlassen und sich der Idee der Peregrinatio hinzugeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung von Reisen im Mittelalter ein und definiert die Peregrinatio als zentrales Motiv für Columbans Leben und Wirken.

2. Die Peregrinatio als monastisches Ideal des irischen Mönchtums: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Hintergründe der asketischen Heimatlosigkeit und die religiöse Motivation der irischen Mönche, ihre Heimat für das "Weiße Martyrium" zu verlassen.

3. Das Wirken der Peregrinatio auf das Leben Columbans und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich: Das Hauptkapitel analysiert Columbans persönlichen Werdegang, seine Ankunft im Frankenreich und die damit verbundenen kirchenpolitischen Spannungen.

3.1. Das Leben und Wirken Columbans als Peregrinus: Hier wird Columbans frühes Leben und seine Entscheidung zur Pilgerschaft, basierend auf der Vita von Jonas von Susa, detailliert beschrieben.

3.2. Columbans Wirken im Frankenreich: Dieser Abschnitt beleuchtet die Integration des irischen Mönchtums in die fränkischen Strukturen und die daraus resultierende Missions- und Klosterarbeit.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Columban durch sein konsequentes Leben als Peregrinus die fränkische Kirchenlandschaft nachhaltig veränderte und sein Ziel der asketischen Fremdheit erreichte.

Schlüsselwörter

Columban der Jüngere, Peregrinatio, Irisches Mönchtum, Frankenreich, Christentum, Weißes Martyrium, Klostergründung, Mission, Askese, Wandermönch, 7. Jahrhundert, Kirchengeschichte, Vita Columbani, Luxeuil, Bonifatius.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Figur des irischen Wandermönchs Columban und dessen Einfluss auf die Verbreitung des christlichen Glaubens und die Klosterkultur im Frankenreich des 7. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Ideologie der "Peregrinatio", dem Leben Columbans, den soziopolitischen Herausforderungen bei seiner Missionierung sowie den Eigenheiten des irischen versus des fränkischen Christentums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das irische Konzept der asketischen Heimatlosigkeit als Motor für Columbans Wirken fungierte und welche Auswirkungen sein Handeln auf die klerikale Struktur im Frankenreich hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Texte, primär der Vita Columbani von Jonas von Susa, ergänzt durch relevante Fachliteratur zur frühmittelalterlichen Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebensstationen Columbans, seine Konflikte mit fränkischen Autoritäten, die Gründung bedeutender Klöster sowie die spezifische Lebensweise und Bußpraxis der irischen Mönche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Peregrinatio, Columban, irisches Mönchtum, Mission, Weißes Martyrium und frühes Christentum im Frankenreich.

Welche Rolle spielt das "Weiße Martyrium" für Columban?

Das Weiße Martyrium beschreibt den bewussten Verzicht auf die Heimat und die Familie als eine Form der asketischen Lebensführung, die Columbans lebenslange Wanderschaft erst motivierte.

Warum kam es zu Konflikten mit dem fränkischen Klerus?

Die Konflikte entstanden primär durch abweichende Traditionen, etwa beim Osterdatum, sowie durch unterschiedliche Auffassungen über kirchenrechtliche Hierarchien und die Rolle von Äbten gegenüber Bischöfen.

Was war der Grund für Columbans Flucht in die Alpen?

Nach seiner Ausweisung und dem Scheitern seiner Rückkehr nach Irland sah Columban in der Überquerung der Alpen eine Möglichkeit, seine Trennung von der Heimat zu forcieren und sich noch stärker der Askese zu widmen.

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Details

Titel
Die Peregrinatio des Heiligen Columban und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Yvonne Kruschel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V231548
ISBN (eBook)
9783656475736
ISBN (Buch)
9783656476856
Sprache
Deutsch
Schlagworte
peregrinatio heiligen columban auswirkungen entwicklung christentums frankenreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Kruschel (Autor:in), 2011, Die Peregrinatio des Heiligen Columban und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231548
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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