"Was wäre gewesen, wenn...?"

Alternativweltgeschichtliche Literatur 1990-2010


Masterarbeit, 2013

59 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aus der Perspektive des Geschichtsschreibers – Kontrafaktische Geschichte
2.1. Terminologie
2.2. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtswissenschaft
2.3. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtsdidaktik

3. Aus der Perspektive des Dichters: Parahistorische Literatur
3.1. Überblick
3.2. Gattungseinordnung
3.3. Analyseschema
3.4. Analyse ausgewählter Werke
3.4.1. Robert Harris – Fatherland
3.4.2. Christian von Ditfurth – Der 21. Juli
3.4.3. Thomas Ziegler – Stimmen der Nacht
3.4.4. Christoph Ransmayr – Morbus Kitahara
3.4.5. Christian Kracht – Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
3.5. Parahistorische Literatur in der Deutschdidaktik

4. Fazit und Ausblick

Abkürzungen

Literatur

Quellen

Primärtexte

Sekundärliteratur

1. Einleitung

Aus dem Gesagten ergibt sich auch, daß es nicht Aufgabe des Dichters ist mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen könnte, d. h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche. Denn der Geschichtsschreiber und der Dichter unterscheiden sich nicht dadurch voneinander, daß sich der eine in Versen und der andere in Prosa mitteilt […] sie unterscheiden sich vielmehr dadurch, daß der eine das wirklich Geschehene mitteilt, der andere, was geschehen könnte.[1]

Was Aristoteles in seiner Poetik schon in der Antike formulierte, wirft in der Neuzeit neue Fragen auf. Weil der Historiker, wenn er Geschichte schreibt, stets im doppelten Sinn des Wortes agiert, da er aus überlieferten Quellen einen narrativen Text konstruiert, verschwimmen die bei Aristoteles klar abgesteckten Grenzen zwischen Historiker und Poet. Was nun, wenn der Historiker sich darüber hinaus die Frage stellt: „Was wäre gewesen wenn…?“ Wenn er also seinen Horizont der Beschreibung dessen, „was wirklich geschehen ist“, erweitert? Darf der Historiker das oder ist dieser Bereich nur dem Poeten zugänglich? Und in welcher Weise darf der Poet das beschreiben, was geschehen könnte? Ist es ihm gestattet über „das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche“ hinauszugehen?

Als Abschlussarbeit für den Master of Education in Deutsch und Geschichte wird im vorliegenden Text diesen Fragen nachgegangen. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der kontrafaktischen beziehungsweise parahistorischen Alternativweltgeschichte. Analog zu Aristoteles’ Dichotomie wird sie zweigeteilt in den Bereich des Geschichtsschreibers und in den Bereich des Dichters, woraus sich eine Gliederung in vier Abschnitte ergibt: Zunächst werden in dieser Einleitung Thema, Gliederung und Forschungsstand dargelegt. Abschnitt 2 bezieht sich daraufhin auf den Bereich der Geschichtswissenschaft, wobei erörtert wird, welche Einwände gegen kontrafaktische Fragen vorherrschen und welchen Nutzen sie im Gegenzug haben können. In Abschnitt 3 wird die Seite des Poeten behandelt, wobei das literarische Genre des alternativweltgeschichtlichen Romans untersucht wird. Es wird darum gehen, das bislang eher weniger bekannte Phänomen einem Genre zuzuordnen und schließlich exemplarisch anhand von fünf Romanen herausragende Vertreter desselben zu analysieren. Diese fünf Romane sind Fatherland von Robert Harris, Der 21. Juli von Christian von Ditfurth, Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler, Morbus Kitahara von Christoph Ransmayr und Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht. Zu dieser Textauswahl ist Folgendes zu erwähnen: Die bisherige Beschäftigung mit alternativweltgeschichtlicher Literatur beschränkte sich zumeist auf englischsprachige Romane. Das liegt nahe, da das Phänomen im anglo-amerikanischen Raum wesentlich ausgeprägter ist als im Deutschen. Bekannte parahistorische Werke wie The Man in the High Castle von Philip K. Dick und The Plot Against America von Philip Roth dienten bislang auch deutschen Autoren zur Analyse des Genres. In dieser Arbeit wird nun der Blick auf die deutschsprachigen Vertreter gelenkt. Dabei ist gleichsam als Prototyp für das Genre Robert Harris’ Roman Fatherland die einzige englischsprachige Ausnahme.

Am Ende eines jeden Bereichs wird, da es sich hier um eine Arbeit für den Master of Education handelt, ein didaktischer Ansatz präsentiert. Dabei wird der Frage nach gegangen, inwiefern das Dargestellte eine Bereicherung für den Geschichts- beziehungsweise Deutschunterricht sein könnte.

Zur Forschungslage ist anzumerken, dass die Beschäftigung mit kontrafaktischen Fragen ein relativ junges Phänomen ist. Wichtigster Vertreter für die geschichtswissenschaftliche Bearbeitung ist der Althistoriker Alexander Demandt, der bereits 1984 in einem Geschichtsseminar das Thema bearbeitete, woraus daraufhin das Traktat Ungeschehene Geschichte entstand. In dieser Arbeit wird die dritte, stark überarbeitete Auflage dieses Traktats zu Rate gezogen. Des Weiteren ist der im Jahr 2000 von Kai Brodersen herausgegebene Sammelband Virtuelle Antike aufschlussreich, da dort mehrere Autoren unterschiedlichste kontrafaktische Szenarien durchspielen. Die Einleitung von Gregor Weber erweist sich zudem für theoretische Fragen als hilfreich. Das amerikanische Pendant zu Kai Brodersens Sammelband ist der von Robert Cowley herausgegebene mit dem Titel Was wäre gewesen, wenn? Wendepunkte der Weltgeschichte von 2002.

Für den literaturwissenschaftlichen Abschnitt fällt die Forschungslage noch wesentlich dünner aus. Das theoretische Grundgerüst für die Analyse der Romane wird vor allem anhand von zwei Aufsätze von Uwe Durst Zur Poetik der parahistorischen Literatur von 2004 und Drei grundlegende Verfremdungstypen der historischen Sequenz von 2009 entwickelt. Ausgehend von diesen Aufsätzen wird darüber hinaus Kritik an den bislang vorherrschenden gattungstypologischen Einordnungen und Definitionen von Jörg Helbig und Christoph Rodiek geübt.

Zu den Primärtexten fällt die Forschungslage unterschiedlich umfangreich aus.

Als das Werk eines der erfolgreichsten österreichischen Autoren der Gegenwartsliteratur ist wohl Christoph Ransmayrs Morbus Kitahara literaturwissenschaftlich am meisten beachtet und interpretiert worden. In dieser Arbeit wird hauptsächlich mit der Dissertation Andreas Martin Widmanns Kontrafaktische Geschichtsdarstellung von 2009 gearbeitet, weil diese sich erstens ausführlich mit dem Phänomen alternativweltgeschichtlicher Literatur im Allgemeinen befasst und zweitens Morbus Kitahara speziell in diesem Kontext analysiert.

Christian Krachts 2008 erschienener Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten ist trotz seines noch nicht weit zurück liegenden Veröffentlichungsdatums ebenfalls bereits häufig bearbeitet worden. Hier wird sich mit einem Aufsatz aus dem 2009 erschienenen und eigens Kracht gewidmeten Sammelband Christian Kracht – Zu Leben und Werk beschäftigt. Die Autoren Johannes Birgfeld und Claude D. Conter, die zugleich die Herausgeber des Sammelbands sind, kommen in ihrem Aufsatz Morgenröte des Posthumanismus zu bedeutsamen Erkenntnissen bezüglich dieses Romans.

Robert Harris’ Fatherland wird in der 2009 veröffentlichten Monographie Achim Saupes Der Historiker als Detektiv – Der Detektiv als Historiker, die sich dezidiert mit der Kontextualisierung von Kriminalroman und Nationalsozialismus auseinandersetzt, eingehender betrachtet.

Zu den Romanen Der 21. Juli von Christian von Ditfurth und Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler fehlt bislang jegliche Sekundärliteratur. Bei Stimmen der Nacht soll jedoch die Gelegenheit genutzt werden, um kurz auf die historische Quelle des Morgenthau-Plans einzugehen, wofür sich ein Aufsatz aus den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte von H. G. Gelber mit dem Titel Der Morgenthau-Plan als nützlich erweist. Ansonsten werden die Erkenntnisse aus der vorliegenden Arbeit ein erster literaturwissenschaftlicher Ansatz zu den beiden Romanen sein.

2. Aus der Perspektive des Geschichtsschreibers – Kontrafaktische Geschichte

2.1. Terminologie

Bei der Beschäftigung mit dem Thema fällt auf, dass ein wahrer Pluralismus an Genre- beziehungsweise Gattungsbezeichnungen vorherrscht. Alexander Demandt verwendet zumeist die Bezeichnung „Ungeschehene Geschichte“[2], Robert Cowley, Niall Ferguson und Kai Brodersen benutzen den Begriff der „virtuellen Geschichte“[3], Jörg Helbig hingegen gebraucht für die literaturwissenschaftliche Bearbeitung des Themas den Terminus „Parahistorische Literatur“[4]. Uwe Durst bemerkt sogar noch im Jahr 2009, dass es noch keine „allgemein akzeptierte Genrebezeichnung für Texte dieser Art“ gebe und immer noch „ca. zwanzig Begriffe“ vorherrschten, „darunter ‚Was wäre, wenn Roman‘, ‚Alternativ- oder Parallelweltroman‘, ‚Uchronie‘, ‚parahistorischer Roman‘, ‚alternate history‘, ‚alternate time stream novel‘ und ‚political fiction‘“[5] sowie „counterfeit world“[6]. Alles in allem wirkt es so, als ob diese Begriffe redundant und unerklärt nebeneinander existierten. Gregor Weber hatte 2000 versucht, die Thematik in die drei Kategorien „Kontrafaktische Geschichte“, „Alternative Geschichte“ und „Ungeschehene Geschichte“ zu gliedern. Dabei sei der „Begriff ‚kontrafaktisch‘ als Oberbegriff für jegliche Beschäftigung mit Geschichte […], die sich punktuell oder generell von dem entfernt, was als rekonstruierter Geschehensverlauf akzeptiert ist, und stattdessen neu konstruiert“, anzusehen.[7] Ferner definiert Weber „Alternative Geschichte“ als Diskursmedium des Historikers für Handlungsmöglichkeiten oder Perspektiven, „die für bestimmte Entscheidungen oder Entwicklungen bestanden haben“.[8] Demandts Begriff der „ungeschehenen Geschichte“ sei schließlich die Erweiterung des Ganzen zu einem komplexen Gedankenspiel, das „zum Beispiel Griechenland nach 479 v. Chr. unter persische Herrschaft stellt, Alexander den Großen alt oder Augustus nicht alt werden läßt oder ein Imperium Romanum ohne Christentum konstruiert.“[9]

Um den Pluralismus der Termini einzugrenzen, wird sich in dieser Arbeit im Folgenden auf zwei Hauptbegriffe beschränkt. Für die geschichtswissenschaftliche Betrachtung soll der Begriff „Kontrafaktische Geschichte“ verwendet werden, den ja auch Weber als Oberbegriff klassifizierte. Dabei sei jedoch erwähnt, dass auch dieser Begriff nicht ganz unproblematisch ist, da in der Geschichtswissenschaft generell eher nicht mit objektiven Fakten, sondern stets mit Gegenständen operiert wird, die „aus einer zufällig auf uns gekommenen Überlieferung herauspräpariert und durch Interpretation in den Rang eines Faktums erhoben wurden“.[10] Dennoch wird dieser Terminus von vielen deutschen Autoren und daher für die geschichtswissenschaftliche Bearbeitung des Themas hier ebenfalls verwendet.

In Abgrenzung davon wird für die literaturwissenschaftliche Bearbeitung des Themas der Begriff „Parahistorische Literatur“ von Jörg Helbig verwendet.

Bei beiden Themengebieten ist es freilich an einigen Stellen notwendig, Vergleiche mit der tatsächlichen Geschichte anzustellen. Hierfür soll der an sich pleonastische, jedoch hier durchaus brauchbare Begriff „realhistorisch“ beziehungsweise „Realhistorie“ gebraucht werden.

2.2. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtswissenschaft

Der Historiker Edward Hallett Carr bezeichnete die Beschäftigung mit der Frage „Was wäre gewesen, wenn…“ als „müßiges Gesellschaftsspiel“.[11] Karl Hampe sagte mit Bestimmtheit: „Die Geschichte kennt kein Wenn.“[12] Und Carl Friedrich von Weizsäcker empfahl, „vielmehr zu ermitteln, wie es denn eigentlich gewesen sei.“[13] Die Beschäftigung mit kontrafaktischen Geschichtsverläufen hat in der Geschichtswissenschaft bislang keinen hohen Stellenwert eingenommen und auch heute gilt sie eher als unakademisch angesehene Randdisziplin, als Freizeitbeschäftigung neben der eigentlichen Arbeit des Historikers. Alexander Demandt listet die drei Haupteinwände der Historikerzunft auf:

Als erstes nennt er die Bedeutungslosigkeit des Ungeschehenen. „Wenn schon ein großer Teil des tatsächlich Geschehenen ohne weiterreichende Bedeutung geblieben ist, wie soll dann etwas bedeutend sein, das nicht einmal tatsächlich war?“[14]

Der zweite Einwand ist das Fehlen einer Methodik: „Für die Ermittlung dessen, was beinahe passiert wäre, steht uns keine Methode zur Verfügung.“[15] Historiographie zeichnet sich schließlich dadurch aus, dass das vermeintlich Gewesene anhand von kritisch interpretierten Überlieferungen rekonstruiert werden kann. Dabei ist schon dies eine Art Gradwanderung zwischen tatsächlich Geschehenem und Erdachtem, denn die Historiographie selbst ist ebenso „keine bloße Abbildung, sondern immer eine Erfindung von Geschichte.“[16] Demandt gesteht ein, dass die Geschichtswissenschaft in diesem Punkt ohnehin schon genug gegen die „exakten Naturwissenschaften“ zu kämpfen hätte. „Theoretische Gewähr, daß es so gewesen sein muß, wie wir meinen, erlangen wir nie, weil unsere Quellenbefunde grundsätzlich unvollständig sind. Das Optimum historischer Beweisführung lautet: „Alles spricht bisher dafür, daß…“[17] Eine Entfernung vom empirisch Gesicherten ins Ungeschehene vergrößere den Abstand von Geschichts- und Naturwissenschaft nur noch weiter.[18]

Drittens würde durch kontrafaktische Geschichtsüberlegungen das „Gewordene zum Lückenbüßer des Ungewordenen“, Geschichte „zu einem bloßen Abfallprodukt der nicht realisierten Chancen.“ Der Phantasie seien, „einmal zugelassen“, keine Grenzen mehr gesetzt.[19] Dabei gäbe es doch wohl noch genug an wirklich Geschehenem, was zunächst entdeckt werden müsse.

All diese genannten Einwände sind durchaus nachzuvollziehen und es verwundert nicht, dass die kontrafaktische Geschichte immer noch nur marginal thematisiert wird. Doch was für einen Nutzen hat die kontrafaktische Frage? Max Weber war in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts einer der Ersten, die sich für kontrafaktische Erwägungen aussprachen: „Um die wirklichen Kausalzusammenhänge zu durchschauen, konstruieren wir unwirkliche.“[20] Auch der britische Historiker Hugh Trevor-Roper schrieb: “How can we ‘explain what happened and why’ if we only look at what happened and never consider the alternatives, the total pattern of forces whose pressure created the event?[21] Robert Cowley ist mehr als überzeugt, dass die kontrafaktische Frage „zu einem besseren Verständnis von Geschichte beitragen“ könne.[22] Sie könne „uns anleiten, altvertraute Annahmen in Frage zu stellen. Sie kann echte Wendepunkte aufzeigen. Sie kann deutlich machen, daß kleine Zufälle oder sekundenschnelle Entscheidungen die gleichen bedeutsamen Auswirkungen haben können wie große Ereignisse.“[23]

Der Zufall spielt in der Geschichte stets eine sehr große Rolle. Wie in Edward N. Lorenz’ Gedankenspiel des Schmetterlingseffekts – „Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil Set off a Tornado in Texas?[24] – sind es gerade die unscheinbaren Ereignisse, die oft die größte historische Bedeutung haben. Der Tod Friedrich Barbarossas durch Ertrinken während des vierten Kreuzzugs war im Grunde nicht mehr als ein, wie Alexander Demandt es nennen würde, „dummer Zufall“[25]. Dass Hitler das Attentat Stauffenbergs, was später noch in dieser Arbeit thematisiert wird, überlebte, war reines Glück. Wie sähe die Welt aus, wenn Barbarossa sich überlegt hätte, doch nicht schwimmen zu gehen, oder Adolf Hitler ein paar Zentimeter weiter links oder rechts gestanden hätte? Von den Millionen und Abermillionen Möglichkeiten, die stets biologisch bestehen, dass ein Mensch überhaupt so und nicht anders geboren wird, braucht man gar nicht erst zu sprechen. „George Will schrieb: ‚Die heilsame Wirkung der Frage ‚Was wäre gewesen, wenn?‘ besteht darin, daß sie das Bewußtsein dafür schärft, wie sehr das Schicksal von Nationen von Zufällen und Unwägbarkeiten abhängt.‘“[26]

Freilich wird jedoch der Motor der Geschichte nicht immer nur von Zufällen angetrieben, oft sind es auch ganz bewusst gefällte Entscheidungen, die Geschichte machen. Wo die Frage nach Zufällen zugegebenermaßen zuweilen in Phantastereien ausufern kann, sind bei Entscheidungen, besonders bei solchen, die Alternativen boten, plausible kontrafaktische Gedankenspiele möglich. „Plausible Alternativkonstruktionen zum Geschehen sind da erkennbar, wo Mitbewerber um den Erfolg bezeugt sind“[27] und „beruhen darauf, daß wir die in bestimmten Situationen vorhandenen Kräfteverhältnisse verschieben.“[28] Immer wieder stellt sich die Frage, was wohl aus Europa geworden wäre, wenn Hannibal sich 216 v. Chr. entschlossen hätte, nach der Schlacht von Cannae doch auf Rom zu marschieren. Die Möglichkeit war durchaus gegeben und es ist fast unrealistisch, dass dies nicht geschehen ist. Für diese Arbeit wird später noch die Frage bedeutungsvoll, was passiert wäre, wenn nach dem Zweiten Weltkrieg statt des Marshall-Plans der Morgenthau-Plan realisiert worden wäre.

Nun ist natürlich nicht jede erdachte Alternativentwicklung als gleichermaßen realistisch oder plausibel anzusehen; Absurditäten wie die, dass Bismarck Papst geworden wäre, bedürfen gar keiner näheren geschichtswissenschaftlichen Betrachtung. Jedoch schafft es die Historie, immer wieder zu verblüffen. So schreibt Demandt in der dritten Auflage seines Traktats: „Unter den Beispielen für abwegige Annahmen nannte ich 1984 die Erwartung, daß ein sowjetischer Generalsekretär den Marxismus verurteilen könne. Dies ist zwar auch nicht eingetreten, aber die Möglichkeit einer freiwilligen Preisgabe des Sozialismus erschien mir ebenso abwegig.“[29] Nicht alles Denkbare ist plausibel oder realistisch, jedoch sollte man mit vorschnellen Degradierungen des Gedachten vorsichtig sein.

Als Fazit lässt sich noch einmal mit Demandt sagen: „Überlegungen zu imaginärerer Geschichte sind alles andere als ein müßiges Unterfangen. Wenn wir ungeschehene Möglichkeiten nicht konstruieren dürfen, können wir geschichtliche Wirklichkeit nicht rekonstruieren.“[30]

2.3. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtsdidaktik

Im Folgenden wird kurz darauf eingegangen, welchen Wert kontrafaktische Gedankenexperimente für den Geschichtsunterricht haben. In der deutschen Geschichtsdidaktik sind solche Methoden bislang nicht eingehender erforscht beziehungsweise angewendet worden. Allein Josef Memminger geht in seinem Didaktikbeitrag Schüler schreiben Geschichte. Kreatives Schreiben im Geschichtsunterricht zwischen Fiktionalität und Faktizität der Frage nach, inwiefern kreatives Schreiben den Geschichtsunterricht bereichert. Dabei geht er auch, allerdings lediglich in einem Exkurs, auf kontrafaktische Gedankenspiele ein. Er stellt fest, dass in England bereits heutzutage „‘Thinking Counterfactually‘ als wichtige Kompetenz historischen Unterrichts“ erachtet werde.[31] Das Durchspielen alternativer Möglichkeiten sei nach seiner Auffassung hilfreich, „wenn es um die Beurteilung von Kausalfaktoren, die Begründung von Werturteilen“ gehe. „In dem Sinne: hätte eine andere Entwicklung eine (noch) schlimmere oder bessere Wirkung gezeitigt?“[32] Neben dem Beispiel einer englischen Geschichtsstunde zeigt er einige kontrafaktische Fragen auf, die auch für den deutschen Geschichtsunterricht relevant wären:

Was wäre geschehen,

- wenn Friedrich IV. 1849 die Kaiserkrone angenommen hätte?
- wenn die Schüsse von Sarajewo am 28. Juni 1914 unterblieben wären?
- wenn Hitler 1938 gestorben wäre?
- wenn die Verschwörung vom 20. Juli 1944 gelungen wäre?[33]

Dabei solle es für die Schülerinnen und Schüler weniger darum gehen, eine spannende Geschichte zu produzieren, sondern vielmehr ein „hypothetisches historisches Klein-Szenario“ zu entwerfen.[34] Dies lockere den Geschichtsunterricht auf und befreie ihn von dem allgemein immer noch vorherrschenden „rein rezeptiven und rückblickenden ‚So-war-es‘-Blick“.[35]

Auch vor dem Lehrplan können kontrafaktische Gedankenspiele relativ gut gerechtfertigt werden. Sie lassen sich beinahe in jedem der zwölf Inhaltsfelder verorten und decken darüber hinaus einige Kompetenzziele ab.

Es liegt auf der Hand, dass kontrafaktische Gedankenspiele erst nach gründlicher Vermittlung der erforderlichen Sachkompetenzen möglich sind, da sonst eine gefährliche Verschmelzung des Faktischen und Kontrafaktischen stattfinden könnte. Im Bereich der Methodenkompetenz kann das kontrafaktische Thema Schülerinnen und Schüler dazu bringen Fragestellungen zu formulieren sowie Hyptothesen zu entwickeln und zu überprüfen. Auch hilft es, den Blick zu schärfen und zwischen „Begründung und Behauptung, Ursache und Wirkung, Voraussetzung und Folge, Wirklichkeit und Vorstellung“ zu unterscheiden. Es wird auch interessant sein, zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Perspektiven und Szenarien entwerfen und diese kontroversen Standpunkte dann verteidigen.[36] Die im Bereich der Handlungskompetenz verortete Fähigkeit „geschichtliche Ereignisse oder Entscheidungssituationen sachgerecht“ nachzugestalten ist dabei besonders wichtig, denn hier greift genau die These Demandts, dass kontrafaktische Gedankenspiele da möglich sind, wo Entscheidungssituationen vorherrschten.[37] Doch am stärksten wird durch kontrafaktische Gedankenspiele die Urteilskompetenz aktiviert. Denn indem sie Geschichte deviiert betrachten, erkennen die Schülerinnen und Schüler die historische Bedingtheit ihrer eigenen Lebenswelt „und entwickeln aus ihren Wissen und ihren Einsichten über die Vergangenheit Konsequenzen für die Gegenwart.“[38]

Der Historiker Jörn Rüsen, der lange Zeit an der Ruhr-Universität Bochum den Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik leitete, erklärte einmal auf einem Vortrag über den Nutzen von Geschichtsunterricht, dass bei Schülern sich sehr häufig die Einstellung „I was not involved“ entwickeln würde. Wozu etwas über Geschichte lernen? Es ist vorbei und ich war nicht involviert. Die kontrafaktischen Gedankenspiele, gerade wenn sie besonders brisante Themen wie „Was wäre gewesen, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte?“ oder gar „Was wäre gewesen, wenn der Zweite Weltkrieg nicht stattgefunden hätte“ behandeln, können dem entgegen wirken. Denn indem versucht wird, zu zeigen, wie das Leben und die Gesellschaft heute aussähen, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre, wird den Schülerinnen und Schülern viel bewusster, dass sie stets ein Produkt dessen sind, wofür in der Geschichte die Weichen gestellt wurden.

Eben dieser Befund ergab sich auch für die polnischen Didaktiker Justyna Deszcz-Tryhubczak und Mateusz Marecki, die sich 2013 im Rahmen eines Workshops mit polnischen Schülern mit kontrafaktischer Geschichte beziehungsweise parahistorischer Literatur beschäftigten. Zwar war dieser Workshop für den Bereich der englischen Fremdsprachendidaktik konzipiert, lieferte jedoch auch bedeutende Befunde für die Geschichtsdidaktik:

One of the conclusions that the students formulated independently was that learning about an alternative past may be an encouragement to think critically about the present and to consciously and actively shape the future. One of the students also noticed insightfully that an alternative past does not necessarily have to present a better version than that of official history but may indicate dystopian historical developments meant as a warning to readers.[39]

Die Beschäftigung mit kontrafaktischer Geschichte ermutige demnach „young people to reflect on their own experience of history and its influence on the present and the future”.[40] Es zeigt sich ebenso, dass sie durchaus im Lehrplan zu verorten ist. Ob sie sich im deutschen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I durchsetzt, bleibt jedoch fraglich, allein schon aus dem Grund, dass bei einem Kontingent von insgesamt nur sechs Wochenstunden für die Jahrgangsstufen 5/6, 7 und 8/9 prinzipiell schon für die adäquate Vermittlung der Realhistorie nicht genug Zeit bleibt. Vielleicht bietet es sich aus zeitökonomischer Sicht deshalb erst für einen Geschichts-LK an, kontrafaktische Gedankenspiele durchzunehmen.

3. Aus der Perspektive des Dichters: Parahistorische Literatur

3.1. Überblick

Die Gattung der parahistorischen Literatur ist ein vergleichsweise junges Phänomen. 1899 erschien mit Edmund Lawrences Roman It May Happen Yet: A Tale of Bonaparte’s Invasion of England die erste durchgängige Darstellung einer parahistorischen Welt. Zuvor waren jedoch schon vereinzelte alternativweltgeschichtliche Fragestellungen in literarischen Werken oder Essays erschienen. So wird in William M. Thackerays Vanity Fair von 1847 die Frage diskutiert, was passiert wäre, wenn Napoleon später aus dem Exil zurückgekehrt wäre. Heinrich Heine fragt in seinem Wintermärchen von 1844 in Form eines Gedichts, was wohl passiert wäre, wenn Varus bei der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. die Germanen besiegt hätte.

Seine wirkliche Blütezeit erlebte der parahistorische Roman jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Während darauffolgend in unterschiedlichsten Ländern wie Mexiko, den Niederlanden oder Italien parahistorische Erzählungen erschienen, begann in Deutschland diese Bewegung erst in den ausgehenden 80er und beginnenden 90er Jahren. Erst mit dem internationalen Erfolg von Robert Harris’ Roman Fatherland von 1992, so scheint es, kam der parahistorische Roman in Deutschland an. Danach wurden viele internationale Werke dieser Art ins Deutsche übersetzt und es erschienen auch die ersten eigenen Romane deutschsprachiger Autoren.

Doch warum erlebte gerade in den 90er Jahren das Genre einen solchen Boom in Deutschland? Was war der Grund für das plötzliche Interesse an Alternativweltgeschichte? Vielleicht hat sich im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands, dem Fall des Eisernen Vorhangs und den damit verbundenen posthistorischen Theorien eine neue Form der Vergangenheitsbewältigung in der deutschen Mentalität herausgebildet. Die in den späten 80er und 90er Jahren entwickelten posthistorischen Theorien von Lyotard, Baudrillard, Fukuyama, Niethammer und Sloterdijk passen zur kontrafaktischen Geschichtsauffassung. In der Posthistoire-Theorie gehen die Autoren davon aus, dass die Geschichte auf ein sinnbringendes Ende ausgerichtet ist. Entlehnt aus der Evolutionstheorie befände sich die Menschheit in einem soziokulturellen Entwicklungsprozess, der im Begriff sei, zur selbst reproduzierenden Struktur zu erstarren. Ab einem gewissen Punkt, der für viele der Autoren erreicht ist, träten keine epochalen Ereignisse mehr ein, die die vorherrschende Geschichte radikal verändern könnten. Beispielsweise beschreibt der Amerikaner Francis Fukuyama in seinem 1992 veröffentlichten Buch The end of history and the last man die Entwicklungen der großen Regime des 19. und 20. Jahrhunderts und stellt fest, dass das Ziel eines jeden Staates die Entwicklung zur liberalen Demokratie ist.

What I suggested had come to an end was not the occurrence of events, even large and grave events, but History: that is, history understood as a single, coherent, evolutionary process, when taking into account the experience of all peoples in all times. […] Liberal democracy remains the only coherent political aspiration that spans different regions and cultures around the globe.[41]

Für Deutschland zeigt sich dies ganz besonders. Innerhalb eines Jahrhunderts war das Land geprägt von Monarchie und den „two major rival ideologies – fascism and communism[42], um schließlich in einer Staatsform liberaler Demokratie zu enden.

Wenn also das evolutionäre Ziel der Weltgeschichte erreicht wurde, ist es vielleicht nun gestattet, sich rückblickend auch mit Alternativweltgeschichte zu befassen.

Eine weitere Auffälligkeit ist, dass die parahistorischen Romane sehr häufig als Sujet die Geschichte des 20. Jahrhunderts, zumeist die des Nationalsozialismus beziehungsweise des Zweiten Weltkriegs behandeln. Vermutlich herrscht hier ein besonderes Bedürfnis nach der Frage „Was wäre gewesen, wenn…?“

3.2. Gattungseinordnung

Eine passgenaue Zuordnung zu einer bestimmten literarischen Gattung erweist sich für den parahistorischen Roman als durchaus schwierig. Zweifellos rangiert er zwischen dem historischen Roman, der Science-Fiction Literatur und den utopischen beziehungsweise dystopischen Erzählungen. Jörg Helbig, der sich 1988 als einer der ersten Literaturwissenschaftler mit dem Thema befasste und auch den Begriff des parahistorischen Romans prägte, definiert die Gattung folgendermaßen:

Parahistorische Romane schildern alternative Welt- und Gesellschaftsstrukturen, die aus einer hypothetischen historisch-immanenten Abwandlung des faktischen Geschichtsverlaufs resultieren.[43]

Ähnlich sieht es auch Christoph Rodiek in seinem Beitrag zu dem Thema von 1997:

Unter „Uchronie“ ist nicht eine willkürlich erzeugte „imaginäre“ Geschichte zu verstehen, sondern eine möglichst plausible „hypothetische“ Vergangenheit.[44] Realitätsferne Möglichkeiten, besonders solche, die nichtexistierende Dinge (supernumeraries) zum Gegenstand haben, zählen nicht dazu.[45]

Sowohl Helbig als auch Rodiek machen die literarische Qualität der parahistorischen Erzählung an ihrer Plausibilität fest. Helbig bezeichnet sogar unwahrscheinliche historische Alternativentwicklungen als heuristisch minderwertige parahistorische Literatur.[46] Ein Grund, warum Uwe Durst zu dem harten Urteil kommt: „Helbigs Untersuchung ist weit davon entfernt, eine literaturwissenschaftliche Poetik parahistorischer Erzählliteratur zu entwerfen.“[47]

Offenbar, so Durst, versuchen die Autoren, das Genre „als relevanten Forschungsgegenstand zu legitimieren“, in dem man es in einen seriösen Kontext mit der geschichtswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der kontrafaktischen Geschichte bewegt. „Das Genre wird hierdurch überfordert.“[48] Zwei Gründe sprechen gegen eine literarische Qualitätsbemessung anhand von Plausibilitäts- und Realitätsstufen:

Zum Einen erschien, wie schon in Abschnitt 2 herausgearbeitet wurde, die Realhistorie häufig selbst im Vorfeld an vielen Stellen verblüffend unwahrscheinlich, unplausibel und unrealistisch. Zum Anderen stellt sich die Frage, ob Literatur überhaupt oder zu welchem Grad realistisch und plausibel sein muss. Der Philosoph Hans Blumenberg formulierte bereits 1964 in seinem Aufsatz Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans die These, dass der Roman der „Inbegriff des Sichdurchhaltens einer Syntax von Elementen“ sei und dadurch konstituiert würde, dass „er bestimmten Regeln der inneren Konsistenz“ gehorche.[49] Das bedeutet, dass der Roman, der den Anspruch hat, nicht „nur die Welt nachbildend darzustellen, sondern eine Welt zu realisieren“[50], vollkommen legitimiert ist, solange er die selbst gebildeten Strukturen der erschaffenen „zweiten Welt“[51] konsistent durchhält und diese eben nicht im Vergleich zur Wirklichkeit rechtfertigen muss.

Für die parahistorischen Geschichten pointiert dies Uwe Durst:

Entscheidend ist allein die Struktur der historischen Entwicklung, die innerhalb der fiktionalen Erzählung als eigentliche, ‚wirkliche‘, angeblich nicht-fiktionale Historie konstruiert wird. Jede andere Betrachtungsweise ignoriert das literarische Faktum.[52]

Durch ihre auf Realismus fixierten Definitionen der parahistorischen Literatur, die allenfalls auf die kontrafaktischen Gedankenspiele der Geschichtswissenschaft, keinesfalls jedoch auf die Ästhetik angewendet werden können, klammern Helbig und Rodiek einen großen Teil an Literatur, die zwar prinzipiell parahistorisch oder uchronisch, jedoch leider auch an vielen Stellen unrealistisch oder wunderbar sind, aus. In den später noch eingehender zu analysierenden Werken Stimmen der Nacht und Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten tauchen einige Elemente auf, die ganz und gar nicht realistisch sind. Die „Kletten“[53] in Stimmen der Nacht sowie die „Sonden“[54] in Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten sind beispielsweise Technologien, die eher an Science-Fiction Romane erinnern. Die sogenannten „Stimmen der Nacht“[55] selbst oder die „Rauchsprache“[56] in Krachts Roman sind phantastische, höchst unrealistische Elemente. Und trotzdem wäre es ein Fehler, ausgehend von den beiden genannten Definitionen, diese Romane nicht in den Kreis der parahistorischen Literatur aufzunehmen, denn parahistorisch sind sie im höchsten Maße. Besonders stellt sich auch die Frage nach Zeitreisegeschichten. In Stephen Frys Making History reist jemand durch die Zeit und verhindert die Geburt Hitlers. Nach den Definitionen von Helbig und Rodiek wäre dies unrealistisch und daher minderwertig beziehungsweise gar nicht erst berücksichtigt. Nach Helbig „ist der Eingriff eines Zeitreisenden in den Geschichtsverlauf nicht aus den historischen Umständen heraus ableitbar und steht somit in Widerspruch zu der hier zugrundegelegten Definition parahistorischer Texte.“[57] Auch Andreas Widmann klammert in seiner Dissertation zu dem Thema, gerade weil er sich hauptsächlich auf Helbig und Rodiek bezieht, Zeitreisegeschichten aus:

[...]


[1] Aristoteles: Poetik, übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann, Stuttgart 2006, S. 29.

[2] Demandt, Alexander: Ungeschehene Geschichte. Ein Traktat über die Frage: Was wäre geschehen, wenn…?, Göttingen 2001, im Folgenden zitiert als: „Demandt: Ungeschehene Geschichte“.

[3] Cowley, Robert: Einleitung, in: Ders. (Hrsg.): Was wäre gewesen, wenn? Wendepunkte der Weltgeschichte, München 2002, S. 9-12, hier: S. 9, im Folgenden zitiert als: „Cowley: Einleitung“; siehe auch: Brodersen, Kai: Vorwort, in: Ders. (Hrsg.): Virtuelle Antike. Wendepunkte der Alten Geschichte, Darmstadt 2000, S. 8f.

[4] Helbig, Jörg: Der Parahistorische Roman: Ein literarhistorischer und gattungstypologischer Beitrag zur Allotopieforschung, Frankfurt am Main 1988, S. 29, im Folgenden zitiert als: „Helbig: Parahistorischer Roman“.

[5] Durst, Uwe: Drei grundlegende Verfremdungstypen der parahistorischen Sequenz, in: DVjs, 2/2009, S. 337-358, hier: S. 344, im Folgenden zitiert als: „Durst: Verfremdungstypen“.

[6] Durst, Uwe: Zur Poetik der parahistorischen Literatur, in: Neohelicon, 31 (2/2004), S. 201-220, hier: S. 203, im Folgenden zitiert als: „Durst: Poetik“.

[7] Weber, Gregor: Vom Sinn kontrafaktischer Geschichte, in: Brodersen, Kai (Hrsg.): Virtuelle Antike, Darmstadt 2000, S. 11-23, hier: S. 14, im Folgenden zitiert als: „Weber, G.: Vom Sinn kontrafaktischer Geschichte“.

[8] Weber, G.: Vom Sinn kontrafaktischer Geschichte, S. 16.

[9] Ebd.

[10] Weber, G.: Vom Sinn kontrafaktischer Geschichte, S. 14.

[11] Cowley: Einleitung, S. 9.

[12] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 16.

[13] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 15.

[14] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 17.

[15] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 18.

[16] Durst: Poetik, S. 206.

[17] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 77.

[18] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 17.

[19] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 18.

[20] Weber, Max: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988, S. 287.

[21] Trevor-Roper, Hugh: History and Imagination, in: Lloyd Jones, Hugh (Hrsg.): History & Imagination. Essays in honor of H.R. Trevor-Roper, New York 1981, S. 356-369, hier: S. 363.

[22] Cowley: Einleitung, S. 9.

[23] Cowley: Einleitung, S. 10.

[24] Lorenz, Edward: The Essence of Chaos, Seattle 1993, S. 182.

[25] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 39.

[26] Cowley: Einleitung, S. 11.

[27] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 63.

[28] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 65.

[29] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 60f.

[30] Demandt: Ungeschehene Geschichte, S. 51.

[31] Memminger, Josef: Schüler schreiben Geschichte. Kreatives Schreiben zwischen Fiktionalität und Faktizität, Schwalbach 2007, S. 50, im Folgenden zitiert als: „Memminger: Schüler schreiben Geschichte“.

[32] Ebd.

[33] Memminger: Schüler schreiben Geschichte, S. 51.

[34] Ebd.

[35] Memminger, Josef: Schüler schreiben Geschichte, S. 52.

[36] Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I (G8) in Nordrhein-Westfalen: Geschichte, herausgegeben vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2007, S. 28f, im Folgenden zitiert als: „Lehrplan Geschichte“.

[37] Lehrplan Geschichte, S. 29.

[38] Ebd.

[39] Deszcz-Tryhubczak, Justyna u. Marecki, Mateusz: The World Turned Upside Down: Exploring Alternate History with Young Adults, in: Bland, Janice; Lütge, Christiane; Mourão, Sandie (Hgg.): CLELEjournal Volume 1, Issue 1 (2013), S. 1-18, hier: S. 11.

[40] Ebd., S. 16.

[41] Fukuyama, Francis: The end of history and the last man, New York 2006, S. XII f.

[42] Fukuyama, Francis: The end of history and the last man, New York 2006, S. 7.

[43] Helbig: Parahistorischer Roman, S. 31.

[44] Rodiek, Christoph: Erfundene Vergangenheit. Kontrafaktische Geschichtsdarstellung (Uchronie) in der Literatur, Frankfurt am Main 1997, S. 25, im Folgenden zitiert als: „Rodiek: Uchronie“.

[45] Rodiek: Uchronie, S. 33.

[46] Helbig: Parahistorischer Roman, S. 66.

[47] Durst: Poetik, S. 209.

[48] Durst: Poetik, S. 208.

[49] Blumenberg, Hans: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans, in: Jauß, Hans Robert (Hrsg.): Nachahmung und Illusion, München 1964, S. 9-27, hier: S. 21, im Folgenden zitiert als: „Blumenberg: Möglichkeit des Romans“.

[50] Blumenberg: Möglichkeit des Romans, S. 19.

[51] Blumenberg: Möglichkeit des Romans, S. 21.

[52] Durst: Poetik, S. 211.

[53] SN, S. 101.

[54] IW, S. 25.

[55] SN, S. 78.

[56] IW, S. 44.

[57] Helbig: Parahistorischer Roman, S. 129.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
"Was wäre gewesen, wenn...?"
Untertitel
Alternativweltgeschichtliche Literatur 1990-2010
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistik)
Note
1,8
Autor
Jahr
2013
Seiten
59
Katalognummer
V231578
ISBN (eBook)
9783656523314
ISBN (Buch)
9783656531623
Dateigröße
814 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kracht, Harris, Robert Harris, Fatherland, Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten, Christoph Ransmayr, Ransmayr, Morbus Kitahara, Thomas Ziegler, Stimmen der Nacht, kontrafaktische Geschichte, kontrafaktisch, Gegenwartsliteratur, Christian von Ditfurth, Ditfurth, Der 21. Juli, 21. Juli, Was wäre gewesen wenn?, Deutschdidaktik, Geschichtsdidaktik, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Sequenzanalyse, counterfeit world, alternate time stream novel, political fiction, Uchronie, parahistorischer Roman, Parahistorie, Alternative Geschichte, Ungeschehene Geschichte, virtuelle Geschichte, Parallelweltroman, Alternativweltroman, Demandt, Ferguson, Brodersen, Uwe Durst, Roland Barthes, Barthes, Max Weber, Weber, Morgenthau-Plan, Morgenthau, Henry Morgenthau, Albert Speer, Vaterland, Utopie, Dystopie, Zukunftsroman, Science-Fiction, Gedankenspiel, Stauffenberg, Operation Walküre, Topic_Dystopien
Arbeit zitieren
B.A. Alexander Batzke (Autor), 2013, "Was wäre gewesen, wenn...?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231578

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