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Die Bedeutung des Islam in der Türkei für die Debatte um den EU-Beitritt

Titel: Die Bedeutung des Islam in der Türkei für die Debatte um den EU-Beitritt

Hausarbeit , 2013 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Johannes Wöllenstein (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der vorliegenden Ausarbeitung liegt folgende Forschungsfrage zugrunde: „Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass die Türkei ein stark vom islamischen Glauben geprägter Staat ist, in der Debatte um den EU-Beitritt?" Das Untersuchungsziel liegt dabei in der Frage, ob ungeachtet dessen, dass der EU an keinem Punkt der Europäischen Verträge eine bestimmte Religion zugeordnet wird, der Aspekt der Religion dennoch als Argumentationsgrundlage im Beitrittsdiskurs genutzt wird. Der Schwerpunkt der Untersuchung wird dementsprechend auf einer Analyse der direkten Argumente der religiös-kulturellen Argumentationslinie, wie sie insbesondere von deutschen Argumentationsführern häufig genutzt wird, liegen. Die bereits lang andauernde Entwicklung des Beitrittsprozesses der Türkei findet in dieser Arbeit keine Berücksichtigung, da dies an dem Zielinteresse vorbeiführen würde.

Methodisch erfolgt die Bearbeitung der Thematik dieser Hausarbeit vor allem durch die Nutzung vorhandener Publikationen. Zudem wird partiell auf die Vertragstexte der EU Bezug genommen. Dementsprechend ergibt sich ein vorrangig hermeneutisches Vorgehen.

Zu Beginn der Untersuchung werden die historischen Entwicklungen in der Türkei und speziell die türkisch-europäischen Beziehungen dargestellt. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine Beschreibung des Wandels des Verhältnisses zwischen Staat und Religion in der Türkei vom Osmanischen Reich bis in die Jetztzeit. Daran anknüpfend werden kurz die Beitrittskriterien beschrieben, welche als Grundlage der im Anschluss aufgeführten Argumentationslinien zur Frage des Türkeibeitritts dienen. Von besonderem Interesse wird hierbei die religiös-kulturelle Argumentationslinie sein, auf der daher auch der Schwerpunkt der Untersuchung liegen wird. Abschließend wird die Bedeutung der religiös-kulturellen Argumentationslinie in Relation zur Grundsatzfrage der Finalität der EU gesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Entwicklung

3. Beitrittskriterien

4. Diskurse

4.1 Religiös-kulturelle Argumentationslinie

4.1.1 Exkludierende Argumente

4.1.2 Inkludierende Argumente

4.2 Einfluss der Finalitätsmodelle Europas

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Bedeutung der islamische Glaube der Türkei in der Debatte um deren EU-Beitritt einnimmt und ob dieser Aspekt als Argumentationsgrundlage fungiert, obwohl die Europäischen Verträge keine religiöse Bindung vorsehen.

  • Analyse der religiös-kulturellen Argumentationslinie im Kontext des EU-Beitrittsprozesses.
  • Gegenüberstellung von exkludierenden Argumenten (z. B. "Christenclub") und inkludierenden Sichtweisen.
  • Untersuchung der Rolle der Türkei als Brücke zwischen Orient und Okzident sowie als potenzielles Vorbild.
  • Reflektion über den Zusammenhang zwischen der Beitrittsdebatte und den verschiedenen Finalitätsmodellen der EU.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Exkludierende Argumente

Helmut Kohl soll 1997 gesagt haben, dass es sich bei der Europäischen Union um einen „Christenclub“ handle. Dieses EU-Verständnis prägt die Beitrittsdebatte bis heute. Denn diese Aussage verdeutlicht, dass der Aspekt der Religion eine zentrale Rolle in der Beitrittsdebatte der Türkei spielt und als exkludierendes Argument verwendet werden kann.

Die Argumente sind dabei recht vielschichtig. Aufgeführt wird z.B., dass die europäischen Werte und die Konstruktion des säkularen Staates ein kulturelles Erbe seien, welches erst aus der Wechselbeziehung von Christentum und historischen Ereignissen, wie der europäischen Aufklärung, entstehen konnte und seit jeher die Staaten der EU verbinde. Da die Türkei, aufgrund der islamischen Prägung, diese Entwicklung nicht durchlaufen habe, könne sie auch kein Teil dieser Verbindung sein. Demnach wäre die EU ein konstantes und unveränderbares Konstrukt der Gemeinschaft.

Die Türkei wird in dieser exkludierenden Argumentationsstruktur hingegen auf Grund der Andersartigkeit und des Islamischen Glaubens als provokanter Fremdkörper dargestellt, welcher dem weiterentwickeltem aber fragilen Europa gegenübersteht.

Weiter wird argumentiert, dass der islamische Glaube breite Gesellschaftsbereiche der Türkei präge und dadurch die Unterschiede zu den anderen europäischen Staaten verstärke.

Ein Beitritt der Türkei hätte demnach zwangsläufig eine Veränderung des EU-Wesens und dessen Grundwerte zur Folge. Überdies könne es das Voranschreiten des innereuropäischen Vertiefungsprozesses hemmen oder gar stoppen, da eine zu große Divergenz innerhalb der europäischen Bevölkerung bestehe, was wiederum die Solidaritätsbereitschaft unter den Bewohnern der Mitgliedsstaaten stark hemmen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche die Bedeutung der Religion als Argumentationsgrundlage im EU-Beitrittsdiskurs der Türkei hinterfragt.

2. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert den Wandel der Türkei vom Osmanischen Reich hin zur modernen laizistischen Republik unter Atatürk und analysiert den Stellenwert des Islams.

3. Beitrittskriterien: Hier werden die vertraglichen Grundlagen sowie die Kopenhagener Kriterien erläutert, die den Rahmen für die Beitrittsfähigkeit der Türkei abstecken.

4. Diskurse: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Argumentationslinien, wobei der Schwerpunkt auf der religiös-kulturellen Perspektive sowie dem Einfluss unterschiedlicher Vorstellungen zur Finalität der EU liegt.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Religionsaspekt in der öffentlichen Debatte eine zentrale, oft instrumentalisierte Rolle spielt, deren Bedeutung in Zukunft jedoch abnehmen könnte.

6. Literaturliste: Die Literaturliste führt alle verwendeten Quellen, Fachpublikationen und Online-Dokumente auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Türkei, EU-Beitritt, Islam, Laizismus, Beitrittsdebatte, religiös-kulturelle Argumentationslinie, Europäische Union, Finalitätsmodelle, Kemalismus, Christenclub, europäische Identität, Demokratisierung, Geopolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, welche Rolle der islamische Glaube der Türkei als Argument in der Debatte über einen möglichen EU-Beitritt spielt.

Welches ist das zentrale Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Religion als Argumentationsgrundlage genutzt wird, obwohl in den Europäischen Verträgen keine spezifische Religionszugehörigkeit festgeschrieben ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit verfolgt ein vorrangig hermeneutisches Vorgehen durch die Auswertung vorhandener Publikationen und EU-Vertragstexte.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Türkei, der Rolle von Beitrittskriterien, der Analyse exkludierender sowie inkludierender Argumentationslinien und den verschiedenen Vorstellungen zur Finalität Europas.

Wie wird der Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung der rechtlichen Kriterien und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Diskursen zur Religion und den politischen Modellen der EU.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Türkei, EU-Beitritt, Islam, Laizismus, Finalitätsmodelle, Beitrittsdebatte und europäische Identität.

Welche Bedeutung hat der Laizismus für das Verständnis der heutigen Türkei?

Der Laizismus unter Atatürk dient als Grundlage für die moderne Identität der Türkei, auch wenn der Staat den Islam heute stärker in die Politik einbindet oder interpretiert.

Wie unterscheiden sich die Ansichten der EU-Mitgliedsstaaten bezüglich des Beitritts?

Es besteht eine Heterogenität: Während Länder wie Deutschland aufgrund von Integrationsfragen zögern, befürworten andere Länder (beispielhaft Großbritannien) einen Beitritt aus Gründen einer breiteren, multireligiösen Ausrichtung Europas.

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Details

Titel
Die Bedeutung des Islam in der Türkei für die Debatte um den EU-Beitritt
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,7
Autor
Johannes Wöllenstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V231616
ISBN (eBook)
9783668096127
ISBN (Buch)
9783668096134
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EU Türkei Islam Beitritt EU-Beitritt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Wöllenstein (Autor:in), 2013, Die Bedeutung des Islam in der Türkei für die Debatte um den EU-Beitritt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231616
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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