Der Wunsch nach effektiveren und effizienteren Prozessen wird in den Unternehmen immer lauter. Um dem ständig wachsendem Wettbewerbsdruck standhalten zu können, unterliegen die Geschäftsprozesse einer stetigen Verbesserung. Für diese Tätigkeit, auch Prozessmanagement genannt, werden erfahrende Systemanalysten und Prozessmodellierer benötigt. Um diesen Bedarf an Fachkräften zu decken, werden an vielen Hochschulen im Studiengang Wirtschaftsinformatik entsprechende Fähigkeiten vermittelt. So auch an der Fachhochschule Brandenburg. Dort werden den Studenten im Bachelorstudiengang Grundlagen zur Systemanalyse und Prozessmodellierung gelehrt. Im anschließenden Masterstudium werden diese Grundlagen vertieft und auf deren Basis Spezialwissen geschult. Um diese komplexen Methoden zu vermitteln, werden Projekte initiiert, in denen die Studenten möglichst praxisnah eine Modellierung durchführen. In diesen Projekten wurden stückweise die Geschäftsprozesse der FHB aufgenommen und modelliert. Parallel zu den internen Projekten, bekamen einige Studenten die Möglichkeit, in Unternehmen aus der Umgebung ihr erworbenes Wissen anzuwenden und Prozesse zu modellieren. Zu diesen Firmen gehörten: „Johanna Solar Technology GmbH“, „Stadtwerke Brandenburg an der Havel GmbH“, „Ostseeland Verkehr GmbH, „Reha-Zentrum des Oberlinhauses“, „E.ON e.dialog“ und „Springer-Verlag“. Um diesen und vielleicht noch weiteren Unternehmen stets eine Prozessmodellierung anbieten zu können, welche sich auf dem neusten Stand der Wissenschaft befindet, müssen auch die Prozesse an der Fachhochschule Brandenburg einer stetigen Verbesserung unterliegen. Jedoch ist die Anzahl von Prozessen, die bereits modelliert wurde, mit den dazugehörigen Dokumentationen zu einer kritischen Masse angewachsen. Diese kann ohne eine Verbesserung des Prozessmanagements nicht mehr verwaltet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Motivation und Ziele
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Prozessmodellierung
2.1. Prozess
2.2. Prozessmanagement
2.3. Prozessdarstellung
2.3.1. Methoden der Ist-Analyse
2.3.1.1. Inventurmethode
2.3.2. Modellierungssprachen:
2.3.2.1. Kommunikationsstrukturanalyse - KSA
2.3.2.2. Flussdiagramm
2.3.2.3. Ereignisgesteuerte Prozessketten - EPK
2.3.2.4. Business Process Modeling Notation - BPNM
2.3.3. Modellierungstools: Microsoft Visio und Semtalk im Vergleich
2.4. Prozesslandkarten
3. Prozessmodellierung an der FH Brandenburg
3.1. Ist-Analyse auf Basis der vorhandenen Daten
3.1.1. Analyse des Vorgehens an der FHB
3.1.2. Prozessliste
3.1.3. Prozessbeschreibungen
3.1.4. Prozesssammlung
3.1.5. Prozesslandkarte FHB
3.2. Konventionen
4. Prozesshomepage des FBW
5. Fazit
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Bestandsaufnahme der Prozessmodellierung an der Fachhochschule Brandenburg (FHB), um die bestehenden Prozessbeschreibungen, Konventionen und die Prozesshomepage kritisch zu evaluieren, zu konsolidieren und Optimierungsvorschläge für ein strukturiertes Prozessmanagement zu erarbeiten.
- Analyse und Bewertung der bestehenden Prozessmodellierungs-Methodik an der FHB.
- Kritische Bestandsaufnahme und inhaltliche Überarbeitung der vorhandenen Prozessmodelle und -beschreibungen.
- Vergleich und Evaluation von Modellierungswerkzeugen (insbesondere SemTalk vs. MS Visio).
- Optimierung der Ablagestruktur für Prozessdokumentationen (BSCW) zur Verbesserung der Datenqualität.
- Überarbeitung und Standardisierung der Modellierungskonventionen (KSA-FHB-Methode).
Auszug aus dem Buch
2.3.1.1. Inventurmethode
Die Inventurmethode ist eine dokumentenbezogenen Technik der Informationsgewinnung. Sie wird angewendet, um Informationen aus verschiedenen Dokumentenarten entnehmen zu können. Der Systemanalyst arbeitet dabei systematisch alle ihm zur Verfügung stehenden Informationsquellen durch. In den meisten Unternehmen sind dies das „Dokumenten Management System“, das Intranet, die Organigramme und andere elektronische Arten der Dokumentenhaltung.
Obwohl man bei dieser Methode nicht auf die Zusammenarbeit von Mitarbeitern angewiesen ist, beinhaltet sie auch Schwierigkeiten und damit verbundene Nachteile. Zum einen ist die Aktualität einiger Dokumente, die an einem unbekannten, nicht bestimmten Ort abgelegt wurden, nur schwer zu beurteilen. Zum anderen können auch wichtige Informationen nicht abgelegt worden sein und so dem Analytiker verborgen bleiben. Diese Lücke, in der Fachliteratur auch als „weiße Flecke“ bezeichnet, kann dann zu Unstimmigkeiten in dem zu erfassenden Prozess führen. Das hat zur Folge, dass der Modellierer auf die Mithilfe der Mitarbeiter angewiesen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Notwendigkeit von effektivem Prozessmanagement an der FHB und definiert die Ziele der Bachelorarbeit.
2. Prozessmodellierung: Vermittelt die theoretischen Grundlagen und Methoden der Prozessmodellierung sowie einen Vergleich gebräuchlicher Modellierungswerkzeuge.
3. Prozessmodellierung an der FH Brandenburg: Analysiert den Ist-Stand der FHB-Prozesse, bewertet einzelne Modelle und definiert verbesserte Konventionen für die künftige Modellierung.
4. Prozesshomepage des FBW: Dokumentiert die technische und inhaltliche Überarbeitung des Präsentationsmediums der Prozesse.
5. Fazit: Reflektiert das eigene Vorgehen sowie die Zielerreichung und fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen.
6. Ausblick: Identifiziert zukünftige Optimierungspotenziale bezüglich der Prozesse, der Modellierungsmethodik und der Ablagestrukturen.
Schlüsselwörter
Prozessmodellierung, Prozessmanagement, Systemanalyse, Fachhochschule Brandenburg, Ist-Analyse, Inventurmethode, SemTalk, Geschäftsprozess, Prozesslandkarte, Modellierungskonventionen, KSA-FHB-Methode, BSCW, Prozessdokumentation, Prozessoptimierung, BPMN.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bestandsaufnahme und Optimierung der Prozessmodellierung an der Fachhochschule Brandenburg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die methodische Prozessmodellierung, die Evaluierung von Modellierungssprachen und -tools sowie die Strukturierung von Prozessdokumentationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Bestandsaufnahme der vorhandenen Prozesse, deren Zusammenfassung in einer Prozesssammlung sowie Vorschläge zur Optimierung und Bereitstellung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Inventurmethode zur Datenaufnahme sowie einen Vergleich auf Basis eines Kriterienkataloges für Modellierungswerkzeuge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Ist-Stand der FHB-Prozesse, evaluiert einzelne Modellbeschreibungen und definiert neue Konventionen für eine standardisierte Modellierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Prozessmanagement, KSA-FHB-Methode, SemTalk und Prozesslandkarten.
Warum ist eine Neudefinition der Modellierungskonventionen notwendig?
Durch eine Vielzahl unterschiedlicher Bearbeiter über mehrere Semester fehlte ein roter Faden, was die Konsistenz und Lesbarkeit der Modelle beeinträchtigte.
Was ist die KSA-FHB-Methode?
Es handelt sich um eine an der FHB weiterentwickelte Analysemethode auf Basis der KSA und des SemTalk-Modellierungswerkzeugs, die durch spezielle Vorlagen eine fehlerrobuste Modellierung ermöglicht.
Welches Fazit zieht der Autor zur Prozesshomepage?
Der Zustand der Seite war mangelhaft; der Autor hat alle Prozessbeschreibungen durch qualitativ hochwertige Kurzbeschreibungen ersetzt und technische Fehler in der Datenbank korrigiert.
- Arbeit zitieren
- Karl-Philipp Böckmann (Autor:in), 2010, Prozessmodellierung an der Fachhochschule Brandenburg: Bestandsaufnahme und Vorschläge zur Optimierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231727